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USA: Der schlechteste Deal aller Zeiten wurde upgedatet

Die wichtigsten Neuerungen weist USMCA im Bereich des digitalen Handels auf. Vor allem die Bestimmungen zum Datentransfer, welche den Zwang zur Lokalisierung von Servern und Restriktionen von grenzüberschreitenden Datenflüssen definieren, sollen im Zeitalter des digitalen Handels für mehr Sicherheit sorgen.

Herausforderung für Volkswagen, Daimler und BMW

Für die Automobilindustrie wurden die Ursprungsregeln aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen signifikant verschärft: Zukünftig müssen drei Viertel eines Fahrzeugs auf nordamerikanischem Territorium gefertigt werden (bislang 62,5 Prozent), damit es zollfrei die NAFTA-Grenzen überschreiten darf. Außerdem müssen 40 bis 45 Prozent des Automobilwertes von Arbeitnehmern erstellt worden sein, die mindestens 16 US-Dollar Stundenlohn erhalten.

Darüber hinaus müssen 70 Prozent des zur Fahrzeugproduktion verwendeten Stahls und Aluminiums und 75 Prozent der Zulieferteile aus Nordamerika stammen. Diese Bestimmungen haben das Potenzial, bestehende globale Lieferketten zu zerstören und erheblichen Mehraufwand bei der Automobilproduktion zu erzeugen.

Europäische Hersteller, wie z. B. VW, Daimler und BMW betreiben große Autofabriken in Nordamerika. Wichtige Zulieferteile, wie z. B. komplette Motoren, kommen aber aus Europa, was die 75-Prozent-Hürde zum Problem werden lässt. Es ist nicht auszuschließen, dass europäische aber auch asiatische Arbeitsplätze wegfallen und nach Mexiko verlagert werden. US-Amerikaner haben davon nichts. Im Gegenteil: die wegfallenden Jobs in Europa und Asien bedeuten auch weniger dortige Kaufkraft und damit weniger potenzielle Nachfrage nach US-Produkten.

Der „Schlechteste Deal aller Zeiten“ war in Wahrheit ein großer Erfolg für die USA

Auch in diesem Artikel komme ich nicht umhin, den ökonomischen Sachverstand von Donald J. Trump in Zweifel zu ziehen. Seiner Aussage nach war das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) „Der schlechteste Deal aller Zeiten“ aus Sicht der USA.
Das Abkommen, dass 1994 mit der Intention geschlossen wurde, Handelshemmnisse innerhalb Nordamerikas abzubauen und den Handel zwischen den drei Staaten anzukurbeln, brachte allen Parteien signifikante Vorteile. Unter dem Abkommen fand eine mehr als Verdreifachung des Handels zwischen den drei Ländern statt. Der Handel zwischen den USA, Kanada und Mexiko war größtenteils zollfrei.

Relativiert wurden die Vorteile aus dem Abkommen für die USA teilweise durch die Verlagerung von Tausenden von Arbeitsplätzen in der verarbeitenden Industrie nach Mexiko, die aber siehe China auch ohne Handelsabkommen wahrscheinlich aufgrund des starken Lohngefälles und der Globalisierung stattgefunden hätten.

Fazit

Interessanterweise sind die meisten Bestimmungen des neuen Abkommens aus dem NAFTA-Abkommen von 1994 übernommen worden, mit dessen Aufkündigung Trump seit seiner Amtsübernahme permanent drohte. Natürlich ist die neue Version des Freihandelsabkommens die beste aller Zeiten und Lichtjahre von NAFTA entfernt. Alles andere wären „Fake-News“. Die Tatsache, dass man den ökonomisch quantifizierbaren positiven Nettoeffekt im Vergleich zum bisherigen Abkommen mit der Lupe suchen muss, steht auf einem anderen Blatt.



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