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Anleihen

Varoufakis vergleicht Griechenland mit General Motors

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Es gibt wieder Neuigkeiten vom Rockstar der Finanzwelt Varoufakis: in einer Fernsehsendung sagte der griechische Finanzminister, die Lage Griechenlands sei mit der Lage bei General Motors in der Finanzkrise vergleichbar: damals habe GM 90% seiner Schulden restukturiert und haben dann neue Kredite bekommen, so Varoufakis gestern Abend beim Sender Star TV. Er werde am 09.März in Brüssel sechs Reformvorschläge einreichen, von denen er hoffe, zwei oder drei dann direkt einführen zu können.

Im März muss Griechenland laut Angaben eines griechischen Offiziellen gegenüber der Nachrichtenagentur „Market News International“ knapp sechs Milliarden Euro aufbringen: neben Pensionen und Gehältern vor allem Kredite an den IWF mit 1,5 Milliarden, von denen am Freitag die erste Tranche von knapp 300 Millionen Euro fällig werden. Varoufakis bekräftigte erneut, dass man die Zahlungen an den IWF in jedem Fall leisten wolle.

Und wohl auch muß: sollte Griechenland die Zahlung an den IWF nicht leisten, wäre das ein sogenanntes Kreditereignis – die Ratingagenturen müssten dann das Land auf „default“ einstufen, faktisch also der Bankrott. Um dieses Szenario zu vermeiden, braucht Griechenland schnell frisches Geld – und das geht derzeit nur über die Ausgabe kurzlaufender Staatsanleihen, den T-Bills. Griechenland hofft nun, von der EZB die Erlaubnis zu bekommen, T-Bills im Umfang von zwei bis drei Milliarden Euro zu emittieren. Ursprünglich hatte die griechische Regierung ein Volumen von acht bis zehn Milliarden Euro geplant, war damit aber bei der EZB – die dazu ihre Erlaubnis geben muß – abgeblitzt. Gleichzeitig wird die EZB auf ihrer Sitzung am Donnerstag darüber entscheiden, ob sie die Hinterlegung von griechischen Staatsanleihen als Sicherheit für Kredite wieder zulassen wird – was bei derzeitigem Stand eher unwahrscheinlich erscheint.

Die Schätzungen, wie lange Griechenland noch liquide ist, reichen von Ende März bis Mai. Bedingung für neue Liquidität aber ist laut Aussagen des Eurogruppen-Chefs Dijsselbloem die zügige Umsetzung von Reformen – bis zum 09.März aber ist noch unklar, welche Reformen eigentlich gemeint sind..

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Allgemein

Italien: Wirtschaftskrise zu Ende, oder was? Und was machen die Anleihemärkte?

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge in Rom

Erst am 31. August berichteten wir von den jüngsten BIP-Daten aus Italien für das zweite Quartal. Die Wirtschaftsleistung in Italien war im Vergleich zum 1. Quartal um 12,8 Prozent abgestürzt. Im Jahresvergleich zum zweiten Quartal 2019 war es ein Absturz von 17,7 Prozent. Dies ist laut Trading Economics der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung in Italien seit den 60er-Jahren gewesen. Jüngst gab es staatliche Schätzungen zum BIP-Einbruch in Italien für das Gesamtjahr. Man schätzt einen Rückgang von 9 Prozent. Der italienische Wirtschaftsminister sagte, dasss das dritte Quartal sehr gut werden wird. Und wenn es auch im vierten Quartal ein bescheidenes Wachstum gebe, dann könne man das erwartete BIP-Minus von neun Prozent nach oben revidieren.

Industriedaten aus Italien

Und dann vor einer Woche wurden von den staatlichen Statistikern in Rom die jüngsten Daten zur Industrieproduktion im August veröffentlicht. Was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion stieg im August im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate stieg sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.

Heute nun haben die amtlichen Statistiker die wichtigen Auftragseingänge für die Industrie in Italien veröffentlicht. Sie sind eigentlich noch wichtiger als die aktuellen Umsätze, denn die Aufträge zeigen, was in den nächsten Monaten passieren wird. Und auch hier sieht es gut aus. Die Aufträge stiegen im August im Monatsvergleich um 15,1 Prozent, und im Jahresvergleich um 6,1 Prozent. Geht man also davon aus, dass die Industrie über den Berg ist, dann heißt das was? Da man anhand der BIP-Daten aus dem zweiten Quartal erahnen kann, dass auch das dritte Quartal im Jahresvergleich noch im Minus liegen wird, dürften die Dienstleistungen in Italien noch spürbar zurückliegen, anders als die Industrie. Das ist verständlich. Der Tourismus fehlt dem Land.


source: tradingeconomics.com

Italien im Märchen-Zustand bei Anleiherendite

Den Kapitalmarkt interessiert das nicht. Die EZB flutet dermaßen alles und jeden mit frisch gedrucktem Geld, so dass die Anleihekurse steigen, auch die für Italien. Vor allem große Spekulanten am Anleihemarkt dürften kaufen, um sie dann später zu (hoffentlich?) höheren Kursen an die EZB zu verkaufen. Denn die will ja unbedingt kaufen bis der Arzt kommt. Steigende Anleihekurse bedeuten für den Käufer automatisch eine geringere Rendite auf sein Investment. Die Anleiherendite ist zugleich auch eine Risikoprämie für den Anleger. Je höher das Risiko, dass der Schuldner (Italien) nicht zurückzahlt, desto höher normalerweise die Rendite. Aber wie man sieht… keine Spur von Risiko? Nein, das Risiko ist da, nur kauft die EZB ohne Ende, was die Kurse treibt und die Renditen runter drückt. Die Rendite für zehnjährige italienischen Staatsanleihen sieht man hier im Verlauf seit April. Damals noch im Hoch bei 2,17 Prozent, so ist sie erst gestern auf ihr Rekordtief bei 0,63 Prozent gefallen (aktuell 0,68 Prozent).

Rendite für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien

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Allgemein

Olaf Scholz schreitet voran bei der Bevormundung kleiner Geldanleger

Claudio Kummerfeld

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Olaf Scholz hat unlängst öffentlich verkündet, dass er persönlich in Sachen Geldanlage nur auf das gute alte Sparbuch setzt. In Frankfurt wie in Berlin wird womöglich (!) hinter vorgehaltener Hand schon getuschelt, ob er selbst überhaupt Fachkenntnis hat, was Aktien und Derivate überhaupt sind, und wie sie funktionieren? Anders wäre es nicht zu erklären, dass er jüngst zum Beispiel versuchte ein Gesetz zu ändern, demnach zukünftig nicht mehr aller Verluste bei Derivategeschäften mit Gewinnen verrechnet werden können. Dann hätten Privatanleger nach Steuern auf Börsengewinne insgesamt sogar Verluste machen können! Aber zum Glück hat der Bundesrat letzten Freitag diesen Steuerirrsinn von Olaf Scholz fürs Erste blockiert (mehr dazu hier).

Aber ein Olaf Scholz lässt sich ja nicht beirren. Wie das Handelsblatt berichtet hat (hier nachzulesen), plant er schon den nächsten Angriff auf Privatanleger, die in Sachen Geldanlage nicht ausschließlich auf das Nullprozent-Sparbuch setzen möchten. Es gibt ja nicht nur die „normalen“ Anleihen von Staaten, Banken, Industrieunternehmen, und kleinen Mittelständlern. Auch viele kleine Unternehmen begeben Anleihen. Und bei manchen Unternehmen ist die Ausfallwahrscheinlichkeit (keine Rückzahlung bei Ende der Anleihelaufzeit) höher als bei Staaten oder großen Konzernen.

Nachranganleihen sind ganz was Böses?

Und was passiert automatisch bei einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit? Die Rendite für die Anleger wird raufgesetzt, damit sie Interesse haben diesem bestimmten Unternehmen oder dieser bestimmten Bank Geld zu leihen. Je höher das Risiko, desto höher die Rendite – der normale Marktmechanismus! Er trifft in der Regel zu bei sogenannten „Nachranganleihen“. Bei Zahlungsschwierigkeiten des Anleihe-Emittenten werden zunächst die „normalen“ Gläubiger befriedigt. Wie das Wort Nachrang es schon sagt, werden die Eigentümer von Nachranganleihen erst ganz als letzte befriedigt, wenn es überhaupt noch Geld zu verteilen gibt.

Dementsprechend tragen die Eigentümer von Nachranganleihen das höchste Risiko, werden aber wie gesagt dafür in der Regel auch mit höheren Renditen belohnt. Und jetzt kommt die Bevormundung des Olaf Scholz ins Spiel. Sind die kleinen Privatanleger sozusagen die unwissenden Kinder, die vom Papa beschützt werden müssen vor dieser schlimmen und grausamen Welt? Denn Olaf Scholz plant mit einer Novelle des Wertpapierhandelsgesetz eine Mindeststückelung von 50.000 Euro für Nachrangdarlehen einzuführen. Dies würde also bedeuten, dass Kleinanleger, die vielleicht bisher 10.000 oder 20.000 Euro in Nachrangdarlehen investieren möchten, dies nicht mehr tun könnten.

Olaf Scholz, der Retter der Kleinsparer

Und warum Olaf Scholz das tut? Viele Anleger würden offenbar Nachrangdarlehen für genau so sicher wie ein Sparbuch halten. Er will also den Anleger vor sich selbst schützen, und ihm den Zugang zur breiten Palette von Geldanlagemöglichkeiten berauben. Und das in einer Zeit, wo Kleinanleger verzweifelt auf der Suche sind nach Anlagealternativen zu dem Sparbuch, dass garantiert Nullzinsen bringt, und oft sogar Verluste (nach Inflation).

Eines ist klar: Die Lehman-Krise hat gezeigt, dass in der Tat vielen Anlegern in Deutschland nicht klar war und immer noch nicht klar sein wird, welches Finanzprodukt welche Risiken beinhaltet. Aber sollte der Gesetzgeber Kleinanlegern daher den Zugang zu solchen Produkten komplett verweigern? Nein! Denn das ist staatliche Bevormundung! Wichtiger wäre eine glasklare Pflicht zur Risikoaufklärung durch die Verkäufer dieser Produkte – und zwar so, dass das Risiko einfach verständlich und unübersehbar ist! Zum Abschluss die Frage: Warum verbietet Olaf Scholz denn nicht sogenannte Bonus-Zertifikate oder Garantie-Zertifikate etc?

Denn auch diese Produkte sind Inhaber-Schuldverschreibungen mit Ausfallrisiko, während den Anlegern mit Worten wie „Garantie“ eine Art von Sicherheit vorgegaukelt wird. Aber herje, würde die Bankenlobby sich bei drohenden Einschränkungen für solche Produkte an Staatssekretär Kukies wenden, der selbst vorher bei Goldman Sachs für Derivate zuständig war? Frage: Was möchte Olaf Scholz dem „unbeholfenen“ Bürger als nächstes verbieten?

Olaf Scholz
Olaf Scholz. Foto: Olaf Kosinsky CC BY-SA 3.0 de

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Anleihen

Größte US-Terminbörse bringt Watch Tool für US-Staatsanleihen heraus

Claudio Kummerfeld

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Die größte Terminbörse der USA, die CME Group, bietet der Öffentlichkeit bereits das viel beachtete CME FedWatch Tool an (hier einsehbar), bei dem man Wahrscheinlichkeiten ablesen kann, wie die nächsten Zinsschritte der US-Notenbank Federal Reserve aussehen werden. Jetzt bringt man ein weiteres hochinteressantes Tool an den Start, das frei zugänglich eine gute Informationsquelle darstellen kann für alle, die sich für den gigantischen Markt für US-Staatsanleihen interessieren, den größten Anleihemarkt der Welt. Es ist das „CME TreasuryWatch Tool“ (hier klicken).

Man findet hier zum Beispiel einen exakten Chart über den Verlauf der Fed-Bilanz, und wie sie sich zusammensetzt, zum Beispiel US-Staatsanleihen, hypothekenbesicherte Anleihen usw. Die im Tool zu sehenden kleinen Fenster kann man natürlich alle auch vergrößern um die Detailfunktionen besser nutzen zu können. So sieht man im neuen CME TreasuryWatch Tool zum Beispiel auch eine Übersicht der vergangenen und anstehenden Anleiheauktionen des US-Finanzministeriums, sowie auch deren Volumen. Auch sieht man die wichtigen Prozentsätze für Anleiherenditen in den verschiedenen Laufzeiten. Es ist darüber hinaus ein Event-Kalender für die wichtigsten ökonomischen Veröffentlichungen rund um US-Staatsanleihen vorhanden, so zum Beispiel wichtige Konjunkturdaten, US-Wahlen, Inflationsdaten uvm. Auch werden interessante Links zu wichtigen Institutionen bereitgestellt, die für das „Universum“ der US-Staatsanleihen interessant sind.

Die Zentrale der CME in Chicago
Die Zentrale der Chicago Mercantile Exchange. Foto: Matt Griffin CC BY-SA 2.0

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