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Wall Street: Folgt auf den Anstieg der nächste Kurseinbruch?

Wall Street: Warum die Erholung in den US-Indizes zu Ende geht

Wall Street im Aufwind – Die drei großen US-Indizes Dow Jones, Nasdaq und der marktbreite S&P500 haben zuletzt eine dynamische Erholungsrally hingelegt. Damit trotzen US-Investoren den höheren Zinsen und dem Ukraine-Krieg. Das Tief an den US-Börsen scheint also zunächst drin zu sein. Es ist vor allem die Technologie-Börse Nasdaq, die in der Vorwoche mit einem Wochenplus von über 8 Prozent positiv auffiel. Aber auch der S&P500 und Dow Jones setzten ihre Erholung fort.

Dabei handelt es sich zunächst einmal um eine technische Gegenbewegung. Die US-Indizes hatten zuvor bereits Extremwerte beim Put-Call-Ratio erreicht. Die Stimmung war im Keller und die Absicherungsquote so hoch wie zuletzt beim Corona-Crash. Als die Kurse dann begannen zu steigen, kamen zahlreiche Investoren unter Druck. Sie konnten entweder ihre Short-Positionen schließen oder diese hedgen, in dem sie Calls gekauft haben. Dadurch hat die Erholungsrally weiter an Momentum zugelegt. Der Hexensabbat hat zusätzlich das Geschehen beeinflusst. Mit dem Verfall der Optionen und Futures an den Terminmärkten könnte eine Neubewertung anstehen. In diesem Tempo kann sich die Aufwärtsbewegung nämlich nicht fortsetzen, ganz im Gegenteil, es könnte nun eine Verschnaufpause an der Wall Street anstehen.

Kräftige Erholung durch Big-Tech und China-Aktien

Die Vorwoche lief ziemlich gut für den S&P500, Nasdaq und Dow Jones, wobei der Technologieindex herausragte. Der Technologiesektor ist zuvor von seinen Höchstständen aber auch deutlich tiefer gefallen. Zwangsläufig ziehen die stark gefallenen Kurse Schnäppchenjäger an, die auf eine solche Gelegenheit gewartet haben. Der Tiefpunkt scheint also erst einmal erreicht. Getragen wurde die Rally an der Wall Street mal wieder durch die Big-Techs – Meta Platforms, Microsoft, Nvidia, Amazon und Alphabet konnten zum Teil kräftig zulegen. Hinzu kam, dass die China-Aktien (ADRs), die im Nasdaq gelistet sind, eine impulsive Gegenbewegung vollzogen haben. Unternehmen wie Alibaba, Baidu und JD.com konnten an nur einem Tag um 36 Prozent ansteigen. Grund war die Meldung, dass die chinesische Regierung die Märkte wieder mehr unterstützen möchte.

Vorsicht ist geboten – Gegenwind an der Wall Street

Es ist aber noch nicht wieder alles Friede, Freude, Eierkuchen in den US-Indizes. Das Thema Zinswende an der Wall Street steht weiterhin ganz oben auf der Agenda. Am Mittwoch hatte die Notenbank Fed die Zinswende eingeleitet und erstmals seit 2018 ihren Leitzins angehoben. Zudem hat sie weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt – insgesamt soll der Leitzins bis zum Jahresende auf 1,9 Prozent ansteigen. James Bullard, der Chef des Bezirks St. Louis, hat für dieses Jahr sogar eine Steigerung auf über 3,0 Prozent gefordert. Aufgrund der hohen Inflation von 7,9% schreit die Datenlage praktisch nach einer solchen Erhöhung.

Aus Rücksicht auf die angespannte geopolitische Lage sowie den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs lässt es die Fed zunächst vorsichtig angehen. Während die Wall Street mit den Folgen der Zinswende kämpft, wiegen die Auswirkungen des Kriegs in Europa nicht so schwer auf dem amerikanischen Markt. Da die USA selbst Öl und Gas produzieren, ist man deutlich unabhängiger, leidet aber auch unter den Lieferkettenproblemen, die sich weiter verschärfen.

Charttechnik: Konsolidierung und dann?

Aus technischer Sicht könnte die Erholungsrally an der Wall Street eine Pause einlegen. Die US-Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P500 haben den überverkauften Status negiert. Im kurzen Zeitfenster sind die Indizes sogar wieder nahe am überkauften Bereich. Außerdem haben sowohl der Nasdaq als auch der S&P500 horizontale Widerstandszonen erreicht. Beide Indizes notieren zudem an ihren 50-Tage-Linien.

Der S&P500 befindet sich aktuell in einer Supply-Zone zwischen 4.452 und 4.490 Punkten. Hier könnte die Gegenwehr der Bären wieder zunehmen. Um den Abwärtsdruck zu erhöhen, müssten die Bären den Kurs allerdings unter die 50-Tage-Linie bei aktuell 4.434 drücken. Fällt der Kurs anschließend unter die vorherigen lokalen Hochs bei 4.415 Punkten, dann dürfte sich der Rücklauf ausweiten. Es wäre durchaus denkbar, dass sich in den nächsten Tagen und Wochen eine Seitwärtsphase ausbildet. Die Zone bei 4.300 bis 4.275 dürfte dem S&P500 Halt geben. Darunter könnte es noch zu einem Test der lokalen Tiefs bei 4.162 kommen.

Auf der Oberseite könnte sich weitere Aufwärtsdynamik entfachen, wenn der Kurs die Supply-Zone und das lokale Hoch bei 4.490 überwindet. Dann rückt der Bereich bei 4.580 bis 4.600 Punkten in den Fokus. Angesichts der aktuellen Situation sollten Händler davon ausgehen, dass sich die Kursschwankungen an der Wall Street fortsetzen. Eine ausgeprägte Seitwärtsphase ist aktuell das wahrscheinlichste Szenario.

US-Indizes: Anstieg im S&P500, Nasdaq und Dow Jones vor dem Ende?

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