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Wall Street und Dax: Der Kampf jeder gegen jeden

Warum die Märkte derzeit so brutal agieren!

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Was in den letzten Tagen an der Wall Street passierte war krass – und es ist nach wie vor krass! Nach dem größten Punktegewinn in der mehr als 100-jährigen Geschichte des Dow Jones mit einem Zugewinn von mehr als 1000 Punkten wurde gestern die Hälfte der Vortages-Gewinne wieder abgegeben – die US-Indizes waren lange fast 3% im Minus. Aber dann folgte beim Dow Jones in kurzer Zeit ein Anstieg von 900 Punkten – und sämtliche US-Indizes schlossen im Plus, am Deutlichsten der Dow mit einem plus von mehr als einem Prozent. Das war das stärkste intraday reversal seit dem Jahr 2010! Es purzeln also nach wie vor Rekorde in diesen krassen Märkten!

Dass derzeit etwas nicht ganz „normal“ ist, sieht man an der Punkte-Bandbreite bem Dow Jones – eine solche Häufung von starken Ausschlägen haben wir in dieser Form zuletzt in den Jahren 2008/2009 gesehen:


(Handelsspanne in Punkten beim Dow Jones; Chart: zerodhedge.com; durch anklicken vergrößern)

Was ist da los? Man könnte sagen: ein Kampf aller gegen alle. So sind amerikanische lizensierte Vermögensverwalter (CTAs) stark short positioniert – und wurden daher vorgestern und gestern hart erwischt. Auslöser der starken Rally im späteren Handel waren Käufe durch Algos – und es sind vermutlich die Algos der amerikanischen Pensonsionfonds.

Letztere hatten ihre Aktienquote zugunsten von Anleihen stark reduziert und müssen nun zum Ende des Jahres ihre Portfolios wieder ausbalancieren, sprich den Aktienanteil erhöhen. Schätzungen gehen davon aus, dass diese US-Pensionsfonds bis Jahresende US-Aktien im Wert von insgesamt 60 Milliarden Dollar kaufen werden – nun ist die Frage, wieviel ihres Pulvers schon bereits verschossen ist. Blickt man auf die Marktreaktionen in den eher liquiditätsarmen Tagen um Weihnachten herum, so scheint doch bereits einiges investiert worden zu sein – sonst würden solche massiven Bewegunen wie das gestrige reversal nicht passieren!

Jedenfalls erinnert die derzeitige charttechnische Lage beim S&P 500 an den Dezember des Jahres 2000 – auch damals erfolgte nach starkem Abverkauf eine Drehung nach oben, die bis ca. Mitte Januar 2001 andauerte – bevor es dann zum nächsten Abverkauf kam:

Im Vergleich zur Wall Street bewegt sich der Dax derzeit weniger heftig, wenngleich sich das aktuelle Chartmuster des deutschen Leitindex mit dem der US-Indizes doch stark ähnelt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Gestern fiel der Dax auf den tiefsten Schlußkurs seit November 2016, alle 30 Dax-Werte waren negativ. Man hat derzeit das Gefühl, dass der Dax die massiven Erholungen der Wall Street nur mit angezogener Handbremse mitspielt, während er nach Süden mehr Bereitschaft zeigt, sich zu bewegen. Der Chart ist inzwischen regelrecht ausgebombt – Widerstand zunächst bei 10500 Punkten, Unterstützung das gestrige Tief im Bereich der Zone 10280 bis 10300 Punkte.

Die Wall Street wird weiter den Takt vorgeben – und dort kann die Erholung durchaus noch weiter gehen als eine Mischung von Algo-Käufen und Short-Squeeze. Aber eventuelle Anstiege sind nicht mehr als – hier wiederholen wir uns – Bärenmarktrallys, weil Bullenmärkte grundsätzlich anders „ticken“: sie sind schlicht weniger impulsiv und einfach viel konstanter..

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Dax-Signal: Rückblick und Ausblick im Video

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Den Rückblick wie Ausblick für das Dax-Signal möchte ich an dieser Stelle im Video besprechen. Die einzelnen Signale können Sie hier kostenlos einsehen.

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Drohen den USA japanische Verhältnisse?

Den Aktienmärkten könnte in den USA könnte eine lange Phase magerer Renditen bevorstehen!

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Eine Kolumne von Wolfgang Müller

Nach einem „December to remember“ vollzog die US-Notenbank eine Kehrtwende – die Schulden steigen, die Zinsen pausieren. Was könnten die Folgen sein? Eine etwas andere Momentaufnahme

Verwirrung allerorten. Nach einem Dezember 2018, der in den USA zu einer Kursentwicklung geführt hatte, für die man Im Vergleich schon Jahrzehnte in die Vergangenheit blicken musste, herrscht in manchen Analysehäusern munteres Rätselraten. Kommt eine Rezession 2019/2020, ist der Zinszyklus bereits zu Ende oder bekommen wir in den Vereinigten Staaten den längsten Aufschwung im letzten Jahrhundert? Hier ein kleiner Versuch nach einem Jahr 2018, in dem nahezu alle saisonalen Gesetzmäßigkeiten ad absurdum geführt wurden, die aktuelle Lage ein wenig einzuschätzen.

Die weltweite Wachstumsabschwächung

Die Abschwächung der weltweiten Konjunktur ist bereits von höchster Stelle amtlich bestätigt geworden. Die Weltbank hat ihre Prognose für das globale Wachstum jüngst erst auf knapp unter 3% gesenkt. Auch der IWF warnt vor einem rückläufigen Wachstum, insbesondere in China (mit einer intern gesenkten Wachstumsprognose von 6%!), Schwäche in Japan und Europa, wobei die Asiaten und Deutschland 2018 in den letzten beiden Quartalen gerade so an einer technische Rezession vorbeigeschrammt sein dürften. In den USA soll das Unternehmensgewinnwachstum von durchschnittlich 20% pro Quartal auf ca. 8% sinken, insgesamt rechnet man recht optimistisch von einem US-Wirtschaftswachstum von bis zu 2,5%. Die 70%-US-Konsumökonomie wähnt sich eben (noch) ein bisschen als unverwundbare Insel. Mit einer Rezession in den USA ist aufgrund der neuen Fedpolitik und der aktuellen Industriedaten, auch in ihrer Erwartungskomponente, vorerst aber nicht zu rechnen.

Fest steht aber auch, dass sich 90% der Aktienmärkte weltweit im Korrekturmodus befinden, die Hälfte sogar schon in einem Bärenmarkt. (Stand zu Beginn des Jahres)

 

Die Wirtschaftspolitik

Was die internationale Wirtschaftspolitik angeht, bestimmt eindeutig der Handelsstreit zwischen den USA und China das Geschehen. Dieser ist nicht nur geprägt vom Kampf um die wirtschaftliche Vorherrschaft in der Welt, es geht vielmehr um die technische Dominanz auf unserem Planeten. Hier sei nur Chinas Huawei genannt, die nicht nur mit ihren technischen Geräten auftrumpft, sondern auch mit dem Verlegen von tausenden Kilometern Internetkabel den amerikanischen Konzernen auf den Pelz rückt – mit den bisher in China üblichen Methoden. Auch im Bereich von Patenten zur künstlichen Intelligenz holt die Volksrepublik gewaltig schnell auf. Die wirtschaftspolitische Tendenz ist eindeutig auf Protektionismus gerichtet, egal welcher Kompromiss im Handelsstreit gefunden wird.

Auf der anderen Seite versucht China mit fiskalpolitischen Mitteln den wirtschaftlichen Absturz zu verhindern. Zudem kommt das große Projekt der Seidenstraße, sehr zum Missfallen der USA.

In Europa versucht man sich mit diplomatisch-taktischen Mitteln gegen die Politik der USA zu wehren. Und in Deutschland sollten überaus notwendige Infrastrukturprogramme, plus der Binnenkonsum, den Rückgang der Exporte abfedern, außerdem denkt man bereits ernsthaft über die Absenkung der Unternehmenssteuern nach. Eben, um einem rezessiven Umfeld entgegenzuwirken. Der Beginn eines großen Steuersenkungswettbewerbs?

 

Die Geldpolitik

Was war das für eine rasche Wende innerhalb weniger Wochen! Hatte Fed-Chef Powell am 3. Oktober nicht von vier Zinsanhebungen für 2019 gesprochen und dazu noch zwei im Jahre 2020 bis zur „neutral rate“, begleitet von einer Bilanzreduzierung von 50 Mrd.$ monatlich – im Autopiliot-Modus? Dann die heftige Reaktion der Märkte, denn, wie ich bereits schon zigfach erwähnt habe, ist der monetäre Faktor für die Börsen der wichtigste, egal was sonst noch an geopolitischem „Noise“ zu verzeichnen ist.

Diese Quelle schien nahezu auszutrocknen und die Fed riss das Steuer kurz vor Eintritt des mit Abstand weltweit größten Aktienindex, dem S&P 500, in den Bärenmarkt herum. „Patient and flexible, one and wait“ (bezogen auf die Zinsenkung) waren Worte, die die Kehrtwende symbolisieren. Der Fed-Put war wieder aktiviert, mit der Folge, dass sich auch unter dem neuen Notenbankchef nichts substanziell ändern wird.

Der Auftrag der Fed ist die Kontrolle der Inflation und die Unterstützung des Arbeitsmarktes, was eigentlich gleichbedeutend ist mit der Stützung der Konjunktur. In der weiteren Auslegung heißt das nichts anderes, als dass die Zentralbank die geldpolitischen Schleusen öffnen wird, sollte es mit der US-Konjunktur ernsthaft nach unten gehen. Zuerst Aussetzen der Bilanzrückführung (Tapering), dann Zinssenkungen und schließlich im Extremfall Q4, wie man es dann bezeichnen müsste. Yanet Jellen hat vor wenigen Tagen, nach dem Treffen mit ihren Kollegen Bernanke und Powell, folgende weitreichende Bemerkung gemacht: Es könne sein, dass dies die letzte Zinsanhebung gewesen ist und dass die Zinsen für eine sehr lange Zeit sehr niedrig bleiben könnten.

Dazu noch eine historische Betrachtung zu den US-Rezessionen: Jeder Rezession in den USA in den letzten 50 Jahren gingen stark angestiegene Kurzfristzinsen voraus und ebenso steigende Inflationsraten. Beides kam gerade zu einem Stillstand in seiner Entwicklung.

Nun zum Thema Staatschulden, welches bisher noch kein Thema war, aber durch die US-Steuerreform in seiner Höhe richtig anspringen dürfte.

In diesem Jahr wird das US-Defizit laut Angabe der parteiunabhängigen Haushaltsabteilung (Congressional Budget Office, CBO) 973 Mrd.$ betragen, dies entspricht 4,6% des BIP. Bis 2022 erwartet das CBO einen Anstieg auf 5,4%, was fast schon griechische Verhältnisse bedeuten wird. Das große Problem dabei:

Die Schulden wachsen schneller als die Wirtschaft und dies geschieht in einer Phase extrem hohen Wirtschaftswachstums. Manche schlussfolgern daraus, dass der US-Dollar sukzessive seine safe haven -Funktion verlieren wird – der Prozentsatz des Dollars als Weltreservewährung ist bereits von 62% auf aktuell 59% gesunken.

Für Europa und Japan wird erst recht das Niedrigzinsszenario weiter gelten. In Fernost kann man bei einer Staatsverschuldung von 238% zum BIP keine halbwegs höhere Zinsen bezahlen und in unserer Eurozone? Ja, da wären wir wieder bei dem Thema Peripheriestaaten.

 

Fazit

Es riecht in den USA schon ein bisschen nach japanischen Verhältnissen, auch wenn man die beiden Länder in puncto Bevölkerungsentwicklung, Wirtschafts- und Geldpolitik nicht so sehr vergleichen kann. Aber im Bereich der Entwicklung der Staatsschulden sind durchaus Parallelen festzustellen (wenngleich Japan mit seiner Schuldenquote noch Jahrzehnte im Voraus ist).

Was die Aktienmärkte betrifft, könnte den USA eine lange Phase magerer Renditen (inklusive eines notwendigen Preisrückschlages, gleichbedeutend mit einer Rezession) bevorstehen. Anleiherenditen stehen in direkter Konkurrenz zu den Aktienmarktrenditen. Am Aktienmarkt bekommt man einen kleinen Risikoaufschlag gegenüber dem Anleihemarkt (nach Abzug von Inflation und Steuern ist die Rendite der Dividendentitel seit dem 2. Wk aber nicht sehr viel höher gewesen). Aber die Zinsen sind seit den 80-er Jahren, in denen sie deutlich zweistellig waren, im großen Zeitfenster ja gefallen und deshalb bekam man am Anleihemarkt neben dem Kupon ständig Kursgewinne. Bei einer 10-jährigen US-Treasury, die gerade mal bei 2,7% notiert, sieht man wohin die Reise in den nächsten Jahren mit der gemeinsamen Rendite gehen kann – wenn der uralte Zusammenhang noch Gültigkeit hat. Und das bei steigenden US-Staatsschulden – also doch ein bisschen japanische Verhältnisse.

Auf den Dax projiziert könnte dann das zutreffen, was der Chef von Allianz Global Investors in einem Interview angedeutet hat: Eine Seitwärtsbewegung von 8500 bis 13000 im Dax für eine ziemlich lange Zeit. Ein längerer Einbruch im deutschen Leitindex erscheint meiner Analyse zufolge nicht sehr wahrscheinlich, angesichts von Nullzinsen, die jeden Großanleger in den Markt mit Dividendentiteln zurücktreiben werden. Mit Anleihen wird man sein Kapital in Deutschland nach Inflation und Steuern à la longue schlicht und einfach dezimieren.

Die Finanzwelt als Ganzes könnte vor einer langen Periode niedriger Zinsen stehen.

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Devisen

Rüdiger Born: Dax, Dow und Mexikanischer Peso

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Endlich gibt es mal eine schöne Aufwärtsbewegung im Dax. Auch im Dow sieht es ganz gut aus. Aber kommt es kurz vorm Wochenende noch zu Gewinnmitnahmen? Im heutigen Trade des Tages (hier einsehbar) haben wir ein nicht ganz alltägliches Währungspaar rausgesucht.

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