Folgen Sie uns

Aktien

Warren Buffett als Retter der kanadischen Hypothekenkrise? Milliarden-Investment in labile „Home Capital“

Das überrascht in den USA und Kanada heute wirklich jeden Beobachter der Kapitalmärkte. Warren Buffett, der doch sonst total solide agiert, und eher bekannt dafür ist leicht verständliche und solide Dinge zu kaufen wie…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Das überrascht in den USA und Kanada heute wirklich jeden Beobachter der Kapitalmärkte. Warren Buffett, der doch sonst total solide agiert, und eher bekannt dafür ist leicht verständliche und solide Dinge zu kaufen wie Brause-Fabrikanten oder Bahnbetreiber, pumpt Milliarden in eine labilen kanadischen Hypotheken-Finanzierer. Wie passt das zusammen? Aber erst einmal einen Schritt zurück.

Wir erinnern uns an die Finanzkrise 2008. Auch damals hatte Warren Buffett wie aus dem Nichts einen für seine Firma tollen Deal mit Goldman Sachs vereinbart. In einer Zeit, wo jederman an der Solidität sämtlicher Finanzhäuser zweifelte, pumpte Buffett einfach so 5 Milliarden Dollar in Goldman Sachs mit einer Garantie-Dividende von 10%. Dazu gab es noch Bezugsrechte auf Aktien drastisch unter dem Marktpreis. Alles in allem machte Buffett einen sensationellen Schnitt.

Es geht auch bei der heutigen Story mit Kanada wohl um die Frage, ob die allgemeine Angst vor dem Zusammenbruch so einer Finanzinstitution völlig unbegründet ist. Wenn man dieser Meinung hat, kann man als einzelner Großinvestor einen tollen Deal machen, der vor allem eine vertrauensbildende Maßnahme für alle anderen Investoren ist. So auch heute. Home Capital ist ein kanadischer Hypothekenfinanzierer in angeblich argen Schwierigkeiten.

Warren Buffet gibt über das von ihm geleitete Unternehmen „Berkshire Hathaway“ 400 Millionen kanadische Dollar als Aktieninvestment und 2 Milliarden kanadische Dollar als Not-Kreditlinie. Hier dazu einige Stichpunkte aus der aktuellen Veröffentlichung von Home Capital:

Represents a very strong validation and endorsement of Home Capital from worldrenowned
long-term value investor

Relationship enhances Home Capital’s progress in capital and deposit markets

Proceeds from common equity investment provide additional liquidity and capital in the
near term

Replacement of existing emergency credit facility on improved terms, providing the
Company with a lower cost backstop facility

Approximately C$247 million of the C$400 million equity investment is subject to
shareholder approval

“Berkshire’s investment in Home Capital is a strong vote of confidence in the fundamental, longterm value of our business,” said Brenda Eprile, Chair of the Home Capital Board of Directors. “We are pleased to partner with such a renowned institution in a transaction that we believe will reward all our investors for their patience and loyalty by enhancing the value of Home Capital
over time.”

“Home Capital’s strong assets, its ability to originate and underwrite well-performing mortgages, and its leading position in a growing market sector make this a very attractive investment,” said Warren E. Buffett, Berkshire Chairman and Chief Executive Officer.

Aus der Veröffentlichung geht auch hervor, dass Buffett die Aktien im Rahmen eine Privatplatzierung 15% günstiger erhält als zum Börsenkurs vom 13. Juni. Also ein wahnsinnig guter Schnitt für Buffett! Auch der Zins für die Kreditlinie ist wohl als ordentlich zu bezeichnen mit 9%. Der Teil der Kreditlinie, die nicht beansprucht wird, wird immerhin auch noch mit 1% verzinst.

Die Aktie von Home Capital steigt heute um 12%. Und Buffett? Der wird wohl einen „ordentlichen Schnitt“ machen, falls Home Capital nicht unerwarteterweise den Bach runtergeht. Und die kanadische Hypotheken-Branche? Die könnte (kein Witz) durch Buffett´s Vertrauensbeweis erst einmal etwas zur Ruhe kommen. Erst einmal, oberflächlich.


Warren Buffett. Foto: Mark Hirschey / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    carsn

    22. Juni 2017 18:51 at 18:51

    Nun, bekanntlich Sche…t der Teufel immer auf den größten Haufen….was soll man dazu noch sagen.

  2. Avatar

    Beobachter

    23. Juni 2017 06:32 at 06:32

    Nun Buffet handelt eigentlich nur marktwirtschaftlich u.verlangt für mehr Risiko mehr Zinsen, eigentlich gar nicht falsch !

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Neu: Warum Disruptoren für Sie so lukrativ sind – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

US-Investoren lieben diese neue Aktiengattung. Die Rede ist von den sogenannten Disruptoren. Was ist das? Den Begriff des Disruptors prägte vor einigen Jahren der US-Ökonom Clayton M. Christensen.

Er meint damit Unternehmen, die das bestehende Marktgleichgewicht in aller Regel mit großer Dynamik kreativ zerstören. Anders formuliert: Hier werden Erfolgsserien bereits bestehender Technologien oder etwa Produktionsverfahren unterbrochen (englisch: to disrupt). Im deutschsprachigen Raum sprechen wir dann von disruptiven Technologien.

Landläufig verstehen viele Anleger darunter vor allem Neuerungen im Bereich Software oder Internet. Tatsächlich ist das faszinierende Feld dieser Disruptoren vieler größer. Auch nicht-technische Innovationen können einen Markt erheblich verändern.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg startete ein Einzelhändler, den wir heute unter dem Namen Aldi kennen, ein gänzlich neues Geschäftsmodell. Man setzte nicht mehr auf Frischprodukte wie Obst und Gemüse, sondern lang haltbare Konserven und ähnliches. Das Modell des Lebensmittel-Discounters war geboren.

In der jüngeren Vergangenheit etwa sorgte die US-Kaffeehauskette Starbucks für Furore und konstruktive Unruhe im Markt. Die Performance dieser Disruptor-Aktie in den vergangenen 10 Jahren: über 2.200 % Kursplus. Tatsächlich machte diese US-Aktie viele Anleger wohlhabend, einige unter uns machte die Starbucks-Aktie sogar zu kleinen Millionären.

Es muss nicht immer Internet sein

Wie gesagt: Es muss nicht immer Internet sein. Trotzdem gilt natürlich, dass aus dieser Branche in den vergangenen Jahren sehr viele Disruptoren erwachsen sind. Dafür stehen Namen wie Alphabet, Amazon oder etwa in China Tencent oder Alibaba.
Nun kennen wir natürlich alle die Disruptoren der Vergangenheit. Aber was sind die Disruptoren der nächsten Jahren? In meinem Börsendienst RENDITE TELEGRAMM befasse ich mich schwerpunktmäßig genau mit dieser Aktiengattung. Anhand eines aufwendigen Prüfschemas…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York- „Biden vorne, aber das Volk verliert“

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden lässt ihn das Fazit ziehen, dass Joe Biden zwar besser abschnitt, dass aber nach dieser Schlammschlacht das ganze amerikanische Volk verloren hat.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York: Biden vs Trump – Wall Street in Wartestellung

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Amerikaner warten heute gespannt auf die heute Nacht um 3 Uhr deutscher Zeit stattfindende erste Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen