Europa

Privatkonsum und Ausrüstungsinvestitionen Warum das BIP im 3. Quartal 0,4 % gewachsen ist

Privatkonsum und Ausrüstungsinvestitionen halfen im 3. Quartal das deutsche BIP um 0,4 % wachsen zu lassen. Hier die Details.

Industrieproduktion

Vorläufige Zahlen zeigten, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal um 0,3 % gewachsen ist. Das war überraschend, wo man doch bereits für diesen Zeitraum mit einer Schrumpfung der Wirtschaft rechnete. Heute früh hat das Statistische Bundesamt die ausführlichen BIP-Daten für das 3. Quartal veröffentlicht. Und siehe da, das Plus beträgt sogar 0,4 %. Trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit anhaltender Corona-Pandemie, Lieferengpässen, weiter steigenden Preisen und dem Krieg in der Ukraine stieg die Wirtschaftsleistung wie bereits in den ersten beiden Quartalen des Jahres (+0,8 % und +0,1 %), so die Statistiker.

BIP-Verlauf seit 2006

Privater Konsum und Ausrüstungsinvestitionen stützen das BIP

Die BIP-Wachstum wurde laut Aussage der Statistiker im 3. Quartal 2022 vor allem von den privaten Konsumausgaben getragen. Trotz weiterhin starker Preissteigerungen und der sich ausweitenden Energiekrise nutzten die Verbraucherinnen und Verbraucher auch im 3. Quartal 2022 die Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen, um zum Beispiel mehr zu reisen und auszugehen. Die privaten Konsumausgaben waren insgesamt 1,0 % höher als im 2. Quartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt). Die Konsumausgaben des Staates blieben dagegen etwa auf dem Niveau des Vorquartals (0,0 %). Die Bauinvestitionen waren wie schon im 2. Quartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt) im Minus (-1,4 %), während die Investitionen in Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – kräftig zulegten (+2,7 %).

Der Handel mit dem Ausland nahm insgesamt trotz der angespannten internationalen Situation zu. Dank eines weiterhin hohen Auftragsbestands und wieder besser funktionierender weltweiter Lieferketten wurden im 3. Quartal 2022 preis-, saison- und kalenderbereinigt 2,0 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im 2. Quartal 2022. Die Importe legten mit +2,4 % noch stärker zu als die Exporte.

Hier auszugsweise weitere Aussagen der Statistiker im Wortlaut:

Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe und in den meisten Dienstleistungsbereichen im Plus, im Baugewerbe im Minus

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im 3. Quartal 2022 um 1,4 %. Dazu trug unter anderem die überraschend positive Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe bei. Diese trotzte Produktionsrückgängen in den energieintensiven Branchen wie der Herstellung von chemischen Erzeugnissen sowie der Metallerzeugung und -bearbeitung, die besonders von den stark gestiegenen Energiepreisen betroffen waren. Durch gleichzeitige Produktionssteigerungen vor allem in der Automobilbranche und im Maschinenbau nahm die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt um 0,9 % zum Vorquartal zu. In den meisten Dienstleistungsbereichen stieg die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal ebenfalls. Besonders dynamisch wuchs die Bruttowertschöpfung in den zusammengefassten Bereichen Handel, Verkehr, Gastgewerbe (+3,3 %), Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+4,5 %) und sonstige Dienstleister (+5,4 %). Im Baugewerbe sank die Bruttowertschöpfung im 3. Quartal 2022 im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt dagegen erneut kräftig um 4,2 %.



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