Folgen Sie uns

Devisen

Warum das britische Pfund häufte kräftig abrutscht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Britisches Pfund Symbolfoto

Das britische Pfund schmiert heute kräftig ab. Es ist ein regelrechter Absturz am heutigen Montag. Pfund vs US-Dollar fällt alleine seit heute früh von 1,3160 auf 1,3050. Mal eben 110 Pips verloren an einem entspannten Vormittag. Da muss doch etwas vorgefallen sein? Konjunkturdaten waren es nicht. Die Zinsentscheidung der Bank of England oder Inflationserwartungen etc sind es auch nicht. Der Fokus wechselt aktuell blitzartig hinüber, ausschließlich zum Thema Brexit.

Johnson-Rede drückt kräftig gegen das Pfund

Vor wenigen Minuten hielt der britische Premier Boris Johnson eine Rede (hier alle Details), deren Inhalt heute früh schon vorab durchgesickert war. Er sprach über verschiedene mögliche Varianten der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Großbritannien in der EU, über die verschiedenen Modelle wie zum Beispiel einer engen Bindung wie mit Norwegen, oder einem Abkommen der EU wie mit Kanada. Er wolle ein Abkommen ähnlich wie es die EU mit Kanada habe. Es gehe darum die Märkte zu öffnen und die Bindung an die EU-Regeln zu vermeiden. Die Wahl sei ausdrücklich nicht „Deal or no Deal“. Die Frage sei, ob man sich auf eine Handelsbeziehung mit der EU einigen könne, die mit der Kanadas vergleichbar ist – oder eher mit der zu Australien. Entscheidend ist die Aussage von Boris Johnson, dass er die Forderung an Großbritannien ablehne, die von Brüssel gemachten Regeln zu Wettbewerbspolitik, Subventionen, Sozialschutz, Umwelt etc zu übernehmen – genauso wenig wie die EU verpflichtet sein solle, die britischen Regeln zu akzeptieren.

Damit mach Boris Johnson klar, dass es mächtig Ärger geben wird in den Verhandlungen, die in den nächsten Monaten mit Brüssel anstehen. Denn bis Ende 2020 befindet sich das ausgeschiedene UK ja in einer Übergangsfrist. Wie schon in den letzten Jahren seine Vorgänger im Amt, so beharrt Boris Johnson auch weiterhin auf die Quadratur des Kreises. Am besten vollen zollfreien Marktzugang zum EU-Binnenmarkt – und alles andere ignorieren. Das wird so einfach aber nicht funktionieren. Norwegen muss sich im Gegenzug zum freien Markt auch an EU-Regeln halten. UK will aber nur den freien Marktzugang.

Dieses Problem preist der Devisenmarkt aktuell ein durch das fallende Pfund. Pfund vs US-Dollar fällt wie gesagt sehr stark nach unten. Auch gegen den Euro fällt das Pfund Sterling. EURGBP steigt seit heute früh um 50 Pips auf 0,8470. Aber zurück zum Pfund vs US-Dollar. Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf seit November letzten Jahres. Ein Candle steht für einen Handelstag.

Britisches Pfund vs US-Dollar seit November 2019

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

weiterlesen

Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

weiterlesen

Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen