Devisen

Warum das britische Pfund häufte kräftig abrutscht

Britisches Pfund Symbolfoto

Das britische Pfund schmiert heute kräftig ab. Es ist ein regelrechter Absturz am heutigen Montag. Pfund vs US-Dollar fällt alleine seit heute früh von 1,3160 auf 1,3050. Mal eben 110 Pips verloren an einem entspannten Vormittag. Da muss doch etwas vorgefallen sein? Konjunkturdaten waren es nicht. Die Zinsentscheidung der Bank of England oder Inflationserwartungen etc sind es auch nicht. Der Fokus wechselt aktuell blitzartig hinüber, ausschließlich zum Thema Brexit.

Johnson-Rede drückt kräftig gegen das Pfund

Vor wenigen Minuten hielt der britische Premier Boris Johnson eine Rede (hier alle Details), deren Inhalt heute früh schon vorab durchgesickert war. Er sprach über verschiedene mögliche Varianten der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Großbritannien in der EU, über die verschiedenen Modelle wie zum Beispiel einer engen Bindung wie mit Norwegen, oder einem Abkommen der EU wie mit Kanada. Er wolle ein Abkommen ähnlich wie es die EU mit Kanada habe. Es gehe darum die Märkte zu öffnen und die Bindung an die EU-Regeln zu vermeiden. Die Wahl sei ausdrücklich nicht „Deal or no Deal“. Die Frage sei, ob man sich auf eine Handelsbeziehung mit der EU einigen könne, die mit der Kanadas vergleichbar ist – oder eher mit der zu Australien. Entscheidend ist die Aussage von Boris Johnson, dass er die Forderung an Großbritannien ablehne, die von Brüssel gemachten Regeln zu Wettbewerbspolitik, Subventionen, Sozialschutz, Umwelt etc zu übernehmen – genauso wenig wie die EU verpflichtet sein solle, die britischen Regeln zu akzeptieren.

Damit mach Boris Johnson klar, dass es mächtig Ärger geben wird in den Verhandlungen, die in den nächsten Monaten mit Brüssel anstehen. Denn bis Ende 2020 befindet sich das ausgeschiedene UK ja in einer Übergangsfrist. Wie schon in den letzten Jahren seine Vorgänger im Amt, so beharrt Boris Johnson auch weiterhin auf die Quadratur des Kreises. Am besten vollen zollfreien Marktzugang zum EU-Binnenmarkt – und alles andere ignorieren. Das wird so einfach aber nicht funktionieren. Norwegen muss sich im Gegenzug zum freien Markt auch an EU-Regeln halten. UK will aber nur den freien Marktzugang.

Dieses Problem preist der Devisenmarkt aktuell ein durch das fallende Pfund. Pfund vs US-Dollar fällt wie gesagt sehr stark nach unten. Auch gegen den Euro fällt das Pfund Sterling. EURGBP steigt seit heute früh um 50 Pips auf 0,8470. Aber zurück zum Pfund vs US-Dollar. Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf seit November letzten Jahres. Ein Candle steht für einen Handelstag.

Britisches Pfund vs US-Dollar seit November 2019



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