Gold/Silber

Warum der Goldpreis steigen sollte – Experte mit schlüssiger Aussage

Mehrere Barren aus Gold

Zwar nicht kurzfristig, aber mittel- und langfristig könnte der Goldpreis spürbar steigen. Vorgestern hatten wir über die derzeitige echte Schwäche bei Gold berichtet. Denn als die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen tagelang deutlich gefallen war, konnte der Goldpreis davon überhaupt nicht profitieren. Aber als die Rendite dann etwas anstieg, fiel Gold gleich spürbar. Im Chart sehen wir den Kursverlauf seit dem 6. Juli. Abgesehen von einem kleinen Ausbruch vom 14. bis zum 16. Juli ist es ein elendiger Seitwärtstrend im Sommerloch, mit aktuell 1.804 Dollar.

Experten über Hoffnung auf langfristig steigenden Goldpreis

Aber langfristig, da scheint womöglich wieder die Sonne im Goldpreis zu scheinen. Warum? Darauf geht heute der Gold-Experte Carsten Frisch von der Commerzbank näher ein. Gestern sei der Goldpreis zeitweilig auf 1.793 Dollar und damit auch unter die 100-Tagelinie gerutscht. Zu einem nachhaltigen Unterschreiten dieser charttechnisch wichtigen Marke sei es bislang allerdings nicht gekommen. Die gestrigen Beschlüsse der EZB und die Äußerungen von EZB-Präsidentin Lagarde auf der anschließenden Pressekonferenz hatten gestern laut Carsten Fritsch zwar keine nennenswerten Auswirkungen auf den Goldpreis. Dabei hätten es die verkündeten Änderungen durchaus in sich gehabt.

So gab die EZB laut Carsten Fritsch bekannt, die Zinsen auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau zu belassen, bis sichergestellt sei, dass die Inflationsrate deutlich vor dem Ende ihres Projektionszeitraums 2 Prozent erreicht und sie diesen Wert im weiteren Verlauf des Projektionszeitraums dauerhaft hält. Zudem müsse der EZB-Rat der Auffassung sein, dass die Entwicklung der zugrundeliegenden Inflation hinreichend fortgeschritten ist, um mit einer sich mittelfristig bei 2 Prozent stabilisierenden Inflation vereinbar zu sein. Unter Umständen könne die Inflation dabei vorübergehend moderat über dem Zielwert liegen.

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Das von Christine Lagarde ausgegebene Ziel einer leicht verständlichen Kommunikation wurde laut Carsten Fritsch damit zwar nicht erfüllt. Man könne den Aussagen aber entnehmen, dass die Zinsen (in der Eurozone) noch für eine sehr lange Zeit nicht erhöht werden. Die Volkswirte der Commerzbank nehmen an, dass die Bedingungen dafür nicht einmal im Jahr 2024 erfüllt sein dürften. Die Negativzinsen würden damit zu einem Dauerzustand werden, mit allen negativen Auswirkungen wie Strafzinsen auf Spareinlagen. Das dürfte seiner Meinung nach auf mittlere und längere Sicht die Nachfrage nach Gold spürbar erhöhen.

Die Anleihekäufe im Rahmen des PEPP-Notfallprogramms sollen bis mindestens Ende März 2022 fortlaufen. Das PEPP-Gesamtvolumen von 1,85 Billionen Euro wurde gestern noch nicht erhöht. Die Volkswirte der Commerzbank würden aber damit rechnen, dass dieses nochmals um 250 Milliarden Euro angehoben wird und die Käufe möglicherweise über März 2022 hinaus fortgesetzt werden. Die Bilanzsumme der EZB werde also weiter steigen. Weil dadurch der Wert des Euro verwässert werde, sei auch dies positiv für Gold zu sehen.

Fazit

Also, sehen wir auf längere Sicht einen weiter steigenden Goldpreis? Das Szenario dafür wirkt jedenfalls „goldrichtig“. Die Inflation in Euroland und den USA läuft, die Zinsen bleiben im Keller, und die Notenbanker machen keine Anstalten daran etwas zu ändern. Die Anleger erleben eine massive Entwertung ihrer Spareinlagen durch einen realen Negativzins (Nullzins abzüglich Inflation). Also ab ins wertstabile aber zinslose Gold?

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis seit dem 6. Juli



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1 Kommentar

  1. Ja, „eigentlich“ hätte der Goldpreis schon lange steigen müssen. Macht er aber nicht. Warum?, das ist die große Frage.

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