FMW

Warum der Goldpreis aktuell echte Schwäche zeigt

Ein Barren Gold

Rauf, runter, rauf, runter – egal wie man zu Gold steht, als Trader könnte man derzeit wahnsinnig werden. Es ist keine klare Richtung erkennbar. Der Goldpreis läuft seit Tagen elendig unklar hin und her. Gestern Mittag keimte wieder Hoffnung für die Bullen auf mit einem Kurs von 1.825 Dollar, aber bis jetzt kam der Kurs wieder zurück auf 1.807 Dollar. Was ist da los?

Starker Dollar drückt gegen Goldpreis – Anleiherenditen zeigen echte Gold-Schwäche

Der erste Grund für die Gold-Schwäche ist klar in der seit einer Woche anhaltenden Stärke im US-Dollar zu finden. Die negative Korrelation ist deutlich erkennbar. Aber da ist noch mehr. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen ist seit dem 13. Juli von 1,41 Prozent gestern auf 1,13 Prozent im Tief gefallen – eine gigantische Bewegung am Anleihemarkt! Im Chart, der bis zum 13. Juli zurückreicht, sehen in als blaue Linie den Verlauf im Goldpreis, und als orange Linie die Rendite der Staatsanleihen.

Eigentlich müsste bei einer so deutlich fallenden Anleiherendite der Goldpreis spürbar ansteigen. Denn je weniger Rendite für Anleihen, desto attraktiver ist das zinslose Gold. Zudem die derzeit deutlich negative Realzins in den USA bei fallenden Renditen noch größer wird, denn die US-Inflation liegt mittlerweile bei 5,4 Prozent. Steigende US-Inflation, deutlich sinkende Anleiherenditen – das ist eigentlich doppelt bullisch für Gold. Aber man sieht im Chart, dass der Goldpreis mit den Renditen parallel gefallen ist.

Dies zeigt, dass Gold derzeit wirklich kraftlos ist. Stark fallende Renditen, keine positive Reaktion im Goldpreis. Aber gleichzeitig fällt Gold aktuell um 18 Dollar, nur weil die Anleiherendite wieder von 1,13 auf 1,24 Prozent gestiegen ist. In die eine Richtung bleibt die zu erwartende Reaktion im Goldpreis völlig aus, in der anderen Richtung erfolgt sie hingegen ganz normal. Daran erkennt man, dass der Markt derzeit das Edelmetall nicht hoch pushen will.

Lesen Sie auch

Anleiherenditen „absurd niedrig“

Die Experten der Commerzbank schreiben heute zum schwachen Goldpreis: „Dass das Renditeniveau (bei US-Anleihen) noch immer absurd niedrig ist, insbesondere im Vergleich zur aktuellen Inflation und auch zu den Inflationserwartungen, und die Realrendite basierend auf den Inflationserwartungen weiterhin deutlich unter -1% liegt, scheint zumindest momentan keine Rolle zu spielen.“ Der US-Dollar werde laut den Experten trotz des Malus einer deutlich negativen Realverzinsung aktuell als der „bessere“ sichere Hafen (im Vergleich zu Gold) angesehen, wie die gestrige Entwicklung erneut verdeutlicht habe. Erkennbar sei dies ebenfalls am weiterhin brach liegenden Interesse der ETF-Anleger.

Chart zeigt Goldpreis im Vergleich zur US-Anleiherendite
TradingView Chart zeigt seit dem 13. Juli den Goldpreis im Vergleich zur US-Anleiherendite.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage