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Tesla: Warum die Kapitalerhöhung ein Zeichen der Schwäche ist!

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Tesla Auto Innenansicht

Tesla möchte zwei Milliarden US-Dollar Eigenkapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnehmen (wir berichteten). Das ist eine gute Nachricht, denn Tesla ist chronisch unterfinanziert. Doch dass Tesla trotz der hochtrabenden Zukunftspläne bei einer Marktkapitalisierung von 160 Milliarden US-Dollar nur zwei Milliarden neues Kapital aufnehmen will, ist eindeutig ein Zeichen der Schwäche! Das sah der Markt vorbörslich auch so. Der Kurs knickte deutlich ein, erholte sich aber im Laufe des Börsenhandels.

Der Donnerstag war wieder einmal ein Tag mit gut 100 US-Dollar Handelsspanne in der Tesla-Aktie. Vom Tief im vorbörslichen Handel bei 712 US-Dollar stieg die Aktie bis zum Handelsende auf 803,25 US-Dollar. Somit stand am Ende ein Gewinn von 4,7% fest. Der Kurssturz nach Bekanntgabe der geplanten Kapitalerhöhung dürfte damit zusammenhängen, dass CEO Elon Musk im Analystengespräch vor zwei Wochen noch keine Notwendigkeit für eine Kapitalerhöhung sah. Aufmerksame Marktteilnehmer werden sich daher sicherlich gefragt haben, was in den vergangenen zwei Wochen für merkliche Veränderungen eintraten, die nun doch eine Kapitalerhöhung notwendig machen.

Vor zwei Wochen ausgeschlossen, jetzt doch durchgeführt – wer glaubt Musk eigentlich noch?

Die Wahrheit dürfte sein, dass im Conference Call gleich zweimal gelogen wurde. Einmal, als gesagt wurde, es sei keine Kapitalerhöhung nötig oder geplant und ein zweites Mal, als es hieß, die Corona-Krise in China hätte kaum Auswirkungen auf Tesla. Doch in China werden nicht nur keine Autos mehr hergestellt, sondern auch keine Zulieferteile mehr für die Fabrik in Fremont. Und kaufen tun die Chinesen derzeit auch eher selten Neuwagen. Blöderweise hat Tesla gerade jetzt eine Fabrik in China eröffnet, die auch ohne Autofertigung oder -verkäufe laufende Kosten erzeugt.

Doch die Kapitalerhöhung dürfte nicht kommen, weil in China das Virus wütet. Schon vor zwei Jahren war vielen klar, dass Tesla eine Kapitalerhöhung durchführen sollte. Deshalb kam schließlich die Frage im Conference Call auf. Das Unternehmen ist für die eigenen ambitionierten Ziele nicht ausreichend finanziert und investiert viel zu wenig in Forschung & Entwicklung und auch in die Fertigungsanlagen. Tatsächlich sank beides im vergangenen Jahr und Tesla schrieb mehr Anlagevermögen ab, als sie investierten.

Auch der gemeldete Cashbestand von mehr als 6 Milliarden US-Dollar wirft regelmäßig Fragen auf. Denn die von Tesla gemeldeten Zinseinnahmen pro Quartal sind regelmäßig viel zu niedrig für die genannten Cashbestände. Entweder sitzen bei Tesla  die dümmsten Treasurer der USA oder im Cash Management ist im Quartalsdurchschnitt wesentlich weniger Cash zu verwalten, als am Quartalsende zur Verfügung steht. Teslas berühmt-berüchtigte Quartalsend-Auslieferungen deuten bereits an, dass ein Großteil der Umsätze erst in den letzten Wochen eines Quartals gemacht wird. Weshalb auch immer: Das Unternehmen steuert die Logistik so, dass weltweit ein Großteil der Auslieferung in den letzten Quartalsmonat und da in die letzten zwei Wochen fällt. Im 1. Quartal 2019 bekannte Tesla sogar, dass 50% aller Quartalsauslieferungen in den letzten zehn Tagen des Quartals stattfanden. Es war dann keine schwere Übung auszurechnen, dass Tesla am elftvorletzten Tag des Quartals praktisch vor der Zahlungsunfähigkeit stand.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    pigeon

    14. Februar 2020 10:56 at 10:56

    Auch wenn ich den Kurs von Tesla für hoffnungslos übertrieben halte, aber man könnte die ganze Aktion auch anders sehen, so wie der Kapitalmarkt anscheinend auch, sonst hätte das die Aktie nicht so hoch getrieben.

    Also Gegenentwurf:
    Es gibt einen gewissen Zweifel, ob Tesla genügend Cash hat. Eigentlich wollte Musk keine KE, weil er nicht verwässert werden will, aber um diesem Zweifel vorzubeugen macht er zu diesen Irrsinskursen eine Mini KE, die genug Geld in die Kasse spült, um den Zweifel zu zerstreuen und andererseits in Bezug auf die ausstehende Anzahl der Aktien nicht ins Gewicht fällt. Das ist keine Zeichen der Schwäche, sondern der Kapitalmarktkommunikation. Dass Musk gegenwärtig die Kurse nicht für eine größere KE nutzt bedeutet vielleicht einfach, dass Tesla deutlich weniger Finanzierungsprobleme hat als vermutet.

  2. Avatar

    PK

    14. Februar 2020 11:32 at 11:32

    die Mini Kapitalerhöhung macht er als Kompromiss, um den Kurs nicht unter die 550 zu drücken, das ist ungefähr das Level was er halten muss damit er seine Sonderausschüttung über die Stock Options bekommt.
    Natürlich ist die Klitsche hoffnungslos überbewertet aber Tesla wäre bescheuert, wenn sie dieses Dumb money jetzt nicht einsammeln würden.
    Interessant wird auch, wie die Calloptionen für die Wandelanleihen in Q1 bewertet werden. Wenn die in der Bilanz auftauchen, macht Tesla einen Riesengewinn in Q1 und das erklärt zum Teil was da passiert.
    Aber völlig klar, daß das demnächst ein klasse short wird, nur jetzt vielleicht noch nicht.

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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