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Warum Markus Koch gestern in die Schwäche gekauft hat!

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Der in Börsenkreisen durch seine n-tv-Berichte von der Wall Street bekannte Markus Koch hat gestern nach US-Eröffnung seine Long-Positionen stark ausgebaut – und damit, wie wir nun wissen, richtig gelegen. Koch will auch über das Wochenende auf der Long-Seite bleiben, und begründet das mit zwei Argumenten:

1. Trump habe offenkundig nichts gewußt von der Verhaftung der Huawei-Finanzchefin – daher erwarte er Beruhigungssignale durch die Trump-Administration. Was Markus Koch bei der Aufnahme seines Videos noch nicht wissen konnte: inzwischen ist bekannt, dass der Sicherheitsberater (National Security Advisor of the United States) John Bolton sehr wohl Bescheid wußte über die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin – und zwar bereits vor dem gemeinsamen Abendessen mit der chinesischen Delegation in Buenos Aires (das hat Bolton in einem Fernsehinterview gesagt). Nun halten wir es für sehr unwahrscheinlich, dass Bolton Trump darüber nicht informiert hat – schließlich ist das ein hochsensibles Thema angesichts des Handelskriegs! Und Bolton dürfte sogar qua Amt verpflichtet gewesen ist, diese Information an Trump weiter zu reichen!

2. Markus Koch spekuliert darauf, dass die Fed im Dezember wider Erwarten nicht die Zinsen anhebt – und erwartet, falls es so kommt, eine starke Rally an den Märkten. Vielleicht würde es tatsächlich eine kurze Rally geben, wenn die US-Notenbank nicht die Zinsen anhebt – aber diese wäre, so erwarten wir, nicht von langer Dauer und würde dann im Gegenteil in einen sell-off münden, weil sich die Märkte fragen: was weiß die Fed, was wir nicht wissen? Die Lage müsse schlimmer sein, als man glaube, wenn die Fed auf eine Zinsanhebung verzichtet..

Aber wie auch immer: mit seinen Long-Positionen hat Koch Recht bekommen, nach einem Artikel des „Wall Street Journal“, wonach die Fed nach einer wahrscheinlichen Zinsanhebung im Dezember dann erst einmal die Füsse still halten wolle und die hereinkommenden Konjunkturdaten abwarte, bevor sie agiere.
Allerdings haben in der Nacht zum heutigen Freitag drei Fed-Mitglieder eher signalisiert, dass die Zinsanhebungen doch weiter gehen in 2019: Jerome Powell selbst mit Verweisen auf den so starken US-Arbeitsmarkt, dann New York-Fed-Chef Williams mit seinen Hinweisen auf die Stärke der US-Konjunktur, schließlich Atlanta Fed-Chef Bostic mit der klaren Aussage, weitere Zinsanhebungen seien angemessen..

Das alles zeigt, dass man auch mit „falschen“ Gründen in der richtigen Richtung positioniert sein kann..


CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386

7 Kommentare

7 Comments

  1. Roberto

    7. Dezember 2018 14:00 at 14:00

    Hallo Team,

    ich lese und schreibe ja bei Euch wirklich regelmäßig weil ich denke das ihr das gut macht.
    ABER: bitte seid auch so fair und postet doch auch gleich das veideo von Markus Koch, welches er 10 minuten vor Handelsschluß gemacht hat und seine Erkenntnis und seinen Handel aktualisiert.
    Dann würdet ihr nämlich wissen, das er 50% seiner Gewinne realisiert hat und die weiteren abgesichert laufen lassen hat. Nunmehr ist er aus dem Risiko.
    Des Weiteren hat er sich dazu geäußert das er gehört hat das Pompeo die Info vor dem Abendesen zwischen Trum und Xi hatte. Er lässt es aber offen, ob Trump was davon wusste oder nicht.
    Denn wie wir alle wissen, wird Trump sehr wahrscheinlich, selbst wenn er es vorher wusste, sich bald gegenteilig dazu äußern um die Märkte und seinen deal nicht zu gefährden.
    Er wird das mit pompeo schon so absprechen das es plausibel klingt. Immerhin hängt davon der „große“ deal mit China ab.

    Das war nur mal eine kurze Anmerkung zu Eurem Bericht, weil es sich irgendwie komisch liest….und vor allem unvollständig, weil das zweite abschließende viedeo auch seit getsern 21.50 uhr im Netzt war….
    VG
    Roberto

    • Markus Fugmann

      7. Dezember 2018 14:18 at 14:18

      @Roberto, ich hatte keine Kenntnis von dem zweiten Koch-Video – das war jedenfalls heute vormittag noch nicht auf youtube! Ich fand schlicht die Überlegungen von Koch interessant, das sollte alles andere als abwertend gegenüber ihm sein..

      • Roberto

        7. Dezember 2018 14:36 at 14:36

        @Markus,
        Hallo Markus. Ich wollte damit auch nicht meinen das Ihr abwertend geschrieben habt, sondern nur unvollständig.
        Das Viedeo kurz vor Handelsnde ist auf seiner Facebook Seite zu finden. Vielleicht könnt Ihr das ja der Lesergemeinschaft vollständigerhalber hier zeigen.
        Ansonsten habe ich ja nix zu meckern mit Euch, weil Ihr es überwiegend echt gut macht. Und wer viel arbeitet macht auch ab und an kleine Fehler…das ist normal und wertet die eigentliche Qualität nicht ab.
        In diesem Sinne…weiter so und vielen Dank.

        VG
        Roberto

        • Markus Fugmann

          7. Dezember 2018 14:38 at 14:38

          @Roberto, das Problem mit Facebook-Videos ist, dass alle, die keinen Facebook-Account haben, eben auch das Video nicht hätten sehen können – daher bringen wir nur ganz selten Videos, die nur auf Facebook sind..

          • Roberto

            7. Dezember 2018 14:55 at 14:55

            @ Markus,

            auch ich ( ohne Facebook Account ) kann das video frei sehen, wenn ich über seine Adresse gehe.

            Dies nur zur Info für die interessierten Leser.

            Euch allen noch ein schönes Wochenende und reichlich Gewinne

            VG
            Roberto

  2. Bondkenner 007

    7. Dezember 2018 16:21 at 16:21

    Unglaublich ( bös gesagt fast naiv ) zu glauben dass Trump nichts von dieser Verhaftung wusste.Immerhin könnte man annehmen, dass vom Entscheid der Verhaftung bis zu dessen Ausführung auch noch etwa mindestens 48 Std. vergangen sind.Auch glaube ich mindestens dass die Posten die solches anordnen können ,grösstenteils von Trump – Leuten besetzt sind.Anhand der Börsenreaktion kann man vermuten,
    dass mindestens einige Insider auch noch eine goldige Nase verdient haben.
    Zu der ewigen Zinsdiskussion, DIE ZINSEN SIND JETZT 30 JAHRE GEFALLEN,jetzt hat der Zyklus gedreht.
    Ich erinnere mich an 15 prozentige U-S Bonds u. von dort sind wir bis auf ca.2% gefallen.Das ist ein
    Riesenschub. Ob jetzt der Anstieg ein wenig schneller oder langsamer passiert wird die Fehlinvestitionen der
    Tiefzinsphase nicht korrigieren. Die aus welchen Gründen auch immer viel zu tiefen Unternehmensanleihen-
    Renditen werden die Entscheidung bringen.

  3. Beobachter

    8. Dezember 2018 07:47 at 07:47

    @Roberto, Es ist wirklich zuviel verlangt,dass FMW das ganze Geschehen von Kurzfristtradern kommentieren kann.Das war doch in gewissem Sinne das Problem das man auch mit dem S……er hatte.
    Übrigens hat mindestens H.Koch gesagt, dass wir in einem Bärenmarkt sind u.er den Kauf als kurzfristige Erholung sah u.sich so klar ausdrückte.
    Ich glaube, dass viele Benützer dieser Plattform eher an mittel – u.langfristigen Trendprognosen interessiert sind, wie es der beliebte Losless bis zu Perfektion gemacht hat.Leider musste er sich von LANGFRISTIG-HAUSSE-GESCHÄDIGTEN BESSERWISSERN kritisieren lassen.Liebe FMW, ich bitte Sie insbrünstig, den hochgeschürzten Losless wieder zu aktivieren, am liebsten noch mit S&P Prognosen.
    Die letzten 3 Permabullen weltweit werden oder sind bald ruhigstellt u.er könnte in Ruhe arbeiten.
    Ich würde mir sehr wünschen mindestens 2bis 3 mal pro Woche eine Einschätzung z.B in Euro/Dollar
    S&P u.Dax zu erhalten. ( Natürlich neben den unschlagbaren Kommentarenvon M.Fugmann)
    Ich wäre sogar bereit für einen solchen Service etwas zu bezahlen.
    Frage, gibt es andere Teilnehmer die für solche todsichere Tipps ! ! so etwas wünschen würden.

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Die in den Wochen zuvor optimistischeren Privatanleger dagegen weren nun etwas skeptischer: so sinkt der Anteil der Bullen um -1% zur Vorwoche auf nun nur noch 45%, die Bäen gewinnen +6% zur Vorwoche immerhin +4% auf nun 33%.

Von Euphorie kann also, trotz der stark gestiegenen Kurse eher keine Rede sein – und Joachim Goldberg hat eine Erklärung, warum das so ist:

„Wieder ist eine Woche verstrichen und wieder könnte man den Eindruck gewinnen, dass viele Akteure mit dem neuerlichen Anstieg des DAX nicht so recht viel anzufangen wissen. Natürlich gibt es ein immer gleiches Argument für den Anstieg der Aktienkurse, der vor allen Dingen in den USA initiiert wird: die Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit. Aber es ist verständlich, dass vor allen Dingen europäische Anleger eine Beilegung dieses Konflikts nicht mit der gleichen Freude wie die Börsianer jenseits des Atlantiks begleiten würden. Denn der nächste Handelsstreit – auch wenn von offizieller Seite immer wieder auf Versprechen der USA, von Strafzöllen gegenüber der EU abzusehen, verwiesen wird – hat sich zumindest als beunruhigendes Element in den Köpfen vieler Akteure festgesetzt. Spätestens als das US-Handelsministerium zum vergangenen Wochenende seinen Bericht über die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Auto-Importe aus der EU an Donald Trump übergeben hatte, war ein längst verdrängt geglaubtes Gespenst bei vielen Börsianern und Kommentatoren wieder präsent.“

Sind die Profis unterinvestiert? Dazu wieder Goldberg:

„Damit liegen institutionelle und Privatanleger stimmungstechnisch fast wieder gleichauf. Allerdings spricht vieles dafür, dass die privaten Investoren in den vergangenen Wochen erfolgreicher als ihre institutionellen Pendants gewesen sind. Deren Optimismus ist immer noch vergleichsweise verhalten. Dies wird insbesondere daran erkennbar, dass sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index mit dem Wert von +13 Punkte ziemlich genau auf dem Niveau der Durchschnittswerte der vergangenen 3 bzw. 6 Monate befindet. Und das, obwohl der DAX gegenüber der Vorwoche im Punktvergleich noch einmal um 1,5 Prozent angestiegen ist. Diese derzeit relativ neutrale Positionierung spiegelt aber auch eine gewisse Unsicherheit der Börsianer wider, ob dem DAX die Trendwende tatsächlich gelungen ist oder ob der mehr als 8-prozentige Anstieg der Kurse seit Jahresbeginn lediglich eine Korrektur in einem übergeordneten Abwärtstrend darstellt. Die heutige Erhebung vermittelt zumindest den Eindruck, dass vor allem die Mehrheit der institutionellen Akteure längst nicht so bullish positioniert ist, wie sie es vermutlich sein möchte. Das allerdings sind keine schlechten Nachrichten für den DAX.“

Und abschließend noch einmal eine Video-Einschätzung des „Sentiment-Papstes“:


Foto: Deutsche Börse AG

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