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Wie der US-Dollar auf die US-Zinswende bisher reagierte, und ein mögliches Szenario für den Euro

Die US-Zinswende läuft seit Dezember 2016. Seitdem wurde die Fed Funds Rate in drei Schritten erhöht von 0,25-0,50% auf aktuell 1,00-1,25%. Weitere Schritte sind angedacht. Wann sie kommen, ist noch nicht...

FMW-Redaktion

Die US-Zinswende läuft seit Dezember 2016. Seitdem wurde die Fed Funds Rate in drei Schritten erhöht von 0,25-0,50% auf aktuell 1,00-1,25%. Weitere Schritte sind angedacht. Wann sie kommen, ist noch nicht ganz sicher. Aber dass die Zinswende weitergeht, ist ja durchaus wahrscheinlich. Klar ist jedenfalls: Letzten Dezember begann sie in den USA. Vorher war sie natürlich monatelang erwartet worden. Hierzu ist es interessant sich diesen Chart des Dollar-Index anzuschauen. Besser als ein einzelnes Währungspaar spiegelt er den Verlauf des US-Dollar wieder, da er einen Währungskorb des Dollar gegen mehrere andere Währungen darstellt.


Der Dollar-Index seit Juli 2016.

15. Dezember 2016, 16. März 2017 und 15. Juni 2017 waren die drei Termine der US-Zinsanhebungen, die im Chart blau eingekreist sind. Da die Börse stets versucht Ereignisse vorweg zu nehmen, stieg der Dollar-Index in den Monaten vor der Zinswende an (Pfeil im Chart) von 95 auf 103 Indexpunkte. Höhere Zinsen im Dollar-Raum sorgen für Kapitalzufluss in den Dollar, was natürlich den Dollar schon vorher steigen ließ, weil der Markt wie gesagt dieses Szenario vorwegnimmt.

Und seitdem die Zinswende tatsächlich umgesetzt wird, passiert was? Der Chart zeigt es, der Dollar fällt. Wie heißt das Sprichwort nochmal? Kauf das Gerücht, verkaufe die Fakten. Seit der ersten Zinsanhebung im Dezember fällt der Dollar-Index von 103 auf jetzt unter 94 Punkte. Natürlich kommt in den letzten Monaten verstärkend hinzu, dass der Markt nun die möglicherweise ab 2018 bestehende Wende bei Zinsen und QE in der Eurozone vorwegnimmt. Der Euro ist die Hauptwährung gegen den US-Dollar.

Von daher hat diese neue Spekulation auf die Zinswende in Europa ebenfalls starken Einfluss auf den Dollar-Index. Die aktuelle Zinswende in den USA nützt dem Dollar also überhaupt nichts mehr, da nun die Wette auf höhere Zinsen in Europa läuft. Was aber bedeutet das für den Euro in den nächsten Monaten? Wenn man dieses Dollar-Szenario kopiert, hat der Euro vielleicht noch einige Monate vor sich, wo der Kurs weiter ansteigt. Wie weit, weiß natürlich niemand. Aber der Markt preist das Ende des lockeren Geldes in der Eurozone auch schon mal im Kurs ein.

Wenn dann vermutlich Anfang 2018 die Politikwende der EZB kommen sollte, ist sie im Euro schon voll eingepreist. Dann holt die EZB lediglich das auf, was die Fed schon früher gemacht hat. Dann kann es zu einer Art Einpendelung kommen. Euro und Dollar werden dann eine Art Gleichgewicht suchen. Es könnte passieren, dass der Euro im Jahr 2018 wie der US-Dollar im laufenden Jahr erst mal einen Rückfall erlebt, weil man die Gerüchte im Jahr 2017 gekauft hat, und dann in 2018 erst mal die Fakten verkauft. Wie gesagt, das ist nur ein mögliches Szenario!

Aber dass es realistisch möglich ist, hat in den letzten 12 Monaten der US-Dollar eindrucksvoll gezeigt! Übrigens: Der folgende Chart zeigt, wie deutlich der US-Dollar gestern nach der EZB-PK reagierte. Der steigende Euro drückte den Dollar-Index noch weiter nach unten in Erwartung einer Zinswende in Europa.


Der Dollar-Index seit Mittwoch.



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1 Kommentar

  1. 2013 erklärte die FED, dass QE ausläuft – und der Dollar verlor gut 10 % an Wert. Jetzt erklärt die EZB, sich zu überlegen, ob das QE beendet werden könnte- und der Euro steigt und steigt im Wert.
    Preisfrage: wer ist der größte Währungsmanipulatorauf der Welt? Jeder darf nur einmal raten.

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