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Wie die USA aus 15,8% Kreditwachstum nur 2,3% Wirtschaftswachstum machen!

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Zwei Mal Amerika-Flagge - Symbol für die USA

Der für seine Bescheidenheit bekannte US-Präsident Trump twitterte gestern: „BEST USA ECONOMY IN HISTORY!“. Und Recht hat er! Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit ist ebenso gering wie die Inflation. Doch das Wachstum wird mit Massen an Kredit erkauft und die Inflation findet an den Aktien- statt Supermärkten statt. (Buch: Weltmacht USA – hat der Niedergang begonnen?) Die Verschuldung übersteigt schon lange das Niveau von 2008, dem Jahr der Finanzkrise. Für Anleger bedeutet das nicht zuletzt angesichts der Allzeithochs an den Aktienmärkten, jetzt besser vorsichtiger zu agieren.

Allein die Neuverschuldung der Regierung könnte für doppeltes Wachstum in den USA sorgen

Trump führt gern alle guten Wirtschaftsdaten auf den Fakt zurück, dass er Präsident ist. Kann man machen, muss man aber nicht. Die Wirtschaft wächst derzeit mit 2,3%. Ebenso hoch ist die Inflation, während offiziell nur 3,6% Arbeitslosenquote gemeldet wird. Das sind sehr gute Werte. Weniger schön ist, dass sich die US-Bundesregierung jährlich mit 4,6% des Bruttoinlandsprodukts neu verschuldet. Mit anderen Worten: Trump macht aus 4,6%, die er in Form von kreditfinanzierten Ausgaben in die Wirtschaft pumpt, nur halb so viel Wirtschaftswachstum. Und das sind nur die Kredite, die die Bundesregierung aufnimmt. Wenn die Neuverschuldung doppelt so hoch ist wie das Wirtschaftswachstum, steigt dadurch auch die Verschuldung insgesamt, die jetzt schon 107% des Bruttoinlandsprodukts beträgt.

Zu den Schulden der Regierung kommen natürlich noch die Schulden der Unternehmen und der Verbraucher hinzu. Und die langen ordentlich zu angesichts der niedrigen Zinsen. Während Unternehmen schon seit geraumer Zeit dazu übergehen, sich auf Kredit selbst von der Börse zu nehmen (alias Aktienrückkauf), konsumieren die Verbraucher auf Pump. An Rückzahlung der Kredite wird dabei seltener gedacht. Oder wie ist es zu erklären, dass inzwischen Menschen älter als 60 Jahre in den USA zusammen mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Studentenkrediten halten? Wer es in 35 Jahren nicht schafft, seinen Studienkredit abzuzahlen, hat sich offensichtlich entweder zu Studienzeiten übernommen oder während des Erwerbslebens nicht an die Rückführung des Kredits gedacht. Doch es kommt noch schlimmer. US-Verbraucher haben ihre Verschuldung binnen Jahresfrist um 4,4% erhöht. Insgesamt sitzen die 330 Millionen US-Amerikaner jetzt auf mehr als 14 Billionen US-Dollar Schulden, was bereits 70% des Bruttoinlandsprodukts ist.

Aus 15,8% Kredit- machen die USA 2,3% Wirtschaftswachstum

Jetzt wird die Rechnung gänzlich unvorteilhaft für Trump. Trumps Regierung pumpt 4,6% des Bruttoinlandsprodukts als Neukredit in die Wirtschaft. Die Verbraucher erhöhen um 3% des Bruttoinlandsprodukts. Und aus diesen 7,6% Neukredit, die ausgegeben wurden, kamen am Ende nur 2,3% Wirtschaftswachstum heraus. Und dann kommen noch die Unternehmen hinzu, die weitere 47% des Bruttoinlandsprodukts als Kredit halten. Gewachsen ist der Kreditberg zuletzt um 5,3% im Jahr, was auf das gesamte Bruttoinlandsprodukt hochgerechnet bereits für 2,3% Wirtschaftswachstum ausreichen könnte. Zumindest dann, wenn jeder neue US-Dollar Kredit auch einen US-Dollar Wirtschaftswachstum erzeugen würde. Tatsächlich wurden aus einem Gesamtkreditwachstum, das 9,9% des Bruttoinlandsprodukts entspricht, nur 2,3% Wirtschaftswachstum. Das sieht schon nicht mehr nach der „Best USA Economy in History“ aus.

Doch es kommt noch schlimmer. Insgesamt sitzen die USA auf 74,6 Billionen US-Dollar Kredit. Eine Summe, die in den vergangenen 12 Monaten (3. Quartal 2018 bis 3. Quartal 2019) um 4,5% wuchs. Da der Kreditberg fast der vierfachen Wirtschaftsleistung entspricht, sind diese 4,5% Kreditwachstum bereits 15,8% des Bruttoinlandprodukts. Es wurden also 15,8% in nur 2,3% Wachstum konvertiert. Die Gesamtverschuldung der USA ist jetzt gute 20 Billionen US-Dollar größer als im 3. Quartal 2008.

Teils 11% der Kredite werden in den USA nicht mehr bedient

All das wäre noch kein Problem, würden die Schuldner ihren Verpflichtungen nachkommen. Doch es liegt auf der Hand, dass das gar nicht möglich ist. Wenn die Kreditsumme um 15,8% des BIP steigt, das BIP selbst jedoch nur um 2,3% und wenn gleichzeitig immer mehr Vermögen bei den oberen 10% der Bevölkerung in den USA konzentriert wird, dann muss zwingend ein großer Teil der Bevölkerung einen immer größeren Anteil des Einkommens für den Schuldendienst abzweigen. Und wenn das nicht mehr ausreicht, kommt die Privatinsolvenz. Inzwischen werden bereits 5% aller Autokredite seit mehr als 90 Tagen nicht mehr bedient. Und 8,4% aller Kreditkartenschulden sind überfällig. Bei den Studentenkrediten sind es sogar schon mehr als 11%.

Die Finanzkrise 2008 wurde nicht zuletzt dadurch ausgelöst, dass immer mehr Schuldner ihre Schulden nicht mehr bedienen konnten. Auch damals notierten die Aktienmärkte auf oder nahe der Allzeithochs. Wir haben nun wieder Allzeithochs, massives Kreditwachstum, das stark disproportionales Wirtschaftswachstum erzeugt und ein immer mehr säumige Schuldner. Was soll da schon schief gehen?

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Ranzentier

    12. Februar 2020 16:55 at 16:55

    …wenn die Schuldner jetzt ihre Aktien verkaufen, dann können sie direkt alle Schulden bedienen und sind schuldenfrei…man muss halt nur der erste sein der aussteigt…gell…

  2. Avatar

    Marcus

    12. Februar 2020 17:51 at 17:51

    Fragt sich nur ob es da überhaupt was zu verkaufen gibt @Ranzentier. Wie bereits im Artikel erwähnt, die Situation ist mehr als brenzlig wenn man sich die Daten alle genau anschaut. Und Tatsache ist auch, das die Staaten der Welt massivst überschuldet sind, sogar noch höher als zu Zeiten der Finanzkrise.

  3. Pingback: Wie die USA aus 15,8% Kreditwachstum nur 2,3% Wirtschaftswachstum machen! – Unser Geld- und Zinssystem

  4. Avatar

    Martin1

    13. Februar 2020 02:45 at 02:45

    Guter Artikel!

    Aber so richtig erklären, wo die Differenz bleibt, tut er leider auch nicht. :-(
    Denn woran liegt es? Steuern? Ineffizientien durch einen (unter Obama) aufgeblähten Staat?
    Hohe konsumtive Ausgaben des Staats (z. B. Food Stamps)? Inflation?
    Oder woran? Das schreit nach einen 2. Teil. :-)

  5. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 13.02.2020 | das-bewegt-die-welt.de

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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