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Wir sagen Donald Trump Good Bye – Werbung

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Lieber Börsianer,

Amtsinhaber Donald Trump liegt in allen Meinungsumfragen derzeit weit hinter dem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück. Natürlich, bis zum Termin der Präsidentschaftswahl am 3. November ist noch Zeit. Zeit für Trump, den Rückstand aufzuholen oder Zeit für Biden, im nun anstehenden Wahlkampf eine schlechte Figur zu machen. Er ist nicht der ganz begnadete Wahlkämpfer.

Trotzdem verdichten sich die Anzeichen, dass wir US-Präsident Trump am 3. November aus dem Weißen Haus verabschieden werden. Ich schreibe das übrigens völlig ohne Häme. Richtig sympathisch ist der Mann mir sicherlich nicht. Seine Außenpolitik gegenüber Deutschland oder Europa finde ich sogar richtiggehend gefährlich. Als Börsianer hingegen bin ich mit Trump durchaus zufrieden.

Schließlich bescherte er den US-Unternehmen Ende 2017 eine Steuerreform, die die Gewinne überall mächtig gehoben hat. So machte der S&P 500 in seiner Amtszeit bislang satte 50 % Performance. Einige Prozentpunkte davon darf der US-Präsident durchaus für sich reklamieren. Trump hat im Kern eine börsen-freundliche Politik betrieben, wenn wir über seine sog. Handelspolitik hinwegsehen.

Spielen wir einmal das Biden-Szenario durch. Wir dürfen uns schon auf einen teils radikalen Politikwechsel einstellen. In der Tat erleben die USA am 3. November eine Art Richtungswahl. Wir dürfen davon ausgehen, dass ein Präsident Joe Biden andere politische Akzente setzen wird.

So erwarte ich, dass der neue Mann im Weißen Haus die eingangs bereits erwähnte Trump´sche Steuerreform wieder zurücknehmen wird. Das ist definitiv keine Perspektive, die Börsianer mögen. Droht uns also jetzt nach der Trump-Hausse also die Biden-Baisse?

Das sind die Biden-Branchen, die wir im Blick haben müssen

Ich erwarte schon, dass wir rund um den Wahltermin einige volatile Tage an der Börse sehen werden. Eine regelrechte Biden-Baisse sehe ich allerdings nicht. Der Mann gilt nicht als wirtschafts- oder börsenfern. Wir werden als Börsianer also mit dem Demokraten wahrscheinlich gut auskommen.

Mehr sogar noch: Ich habe eine Branche identifiziert, die von einem Machtwechsel im Weißen Haus besonders profitieren wird. Die Schreibe ist von den Unternehmen aus dem Segment Erneuerbare Energien oder auch kurz als Klima-Aktien bezeichnet.

Trump gilt bekanntlich als Liebhaber der fossilen Energien und hat auch die Branche entsprechend unterstützt. Joe Biden wird genau in diesem Politikfeld eine radikale Wende und einen Neustart einleiten. Tatsächlich hat der…..

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Besserwisser

    20. Juli 2020 12:52 at 12:52

    Der war gut^^
    Biden Branche :D
    Die einzige Branche, die bei dem florieren wird ist die Insolvenz & Verstaatlichungs-Branche.

    • Avatar

      #Free Stumptown

      20. Juli 2020 21:14 at 21:14

      Joe Biden wird sicher nicht unerwünscht anonyme Truppen von Bundespolizei und Militär in Stumptown stationieren, wie Trump es macht. Nicht, wenn Stadt und Bundesstaat das nicht wünschen und keine Hilfe fordern und keine Probleme sehen.

      Joe Biden wird das wichtige Thema Klima und Gesundheitsschutz wieder in das Agenda nehmen und kehrt zurück in internationale Verträge und Gemeinschaften. In der Summe viel weniger „Verstaatlichung“, viel weniger verrückte Themen von Nationale Sicherheit, viel weniger back in time for somewhat great again.

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    Andreas

    20. Juli 2020 12:56 at 12:56

    Ich wette um 10,000 Euro das Donald Trump erneut Präsident wird. Das Obligatorische und zum guten Deutschen Ton gehörende „eigentlich mag ich Doanld Trump ja nicht, aber …“ -Blabla lasse ich mal beiseite. Merkel ist ein buckliger Zwerg gegenüber Donald Trump, nur mal so nebenbei.

    Möchte jemand dagegen Wetten? Vielleicht um eine Flasche gute, teuren Schnapps?

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      Niklas

      20. Juli 2020 17:26 at 17:26

      Ahoi Andreas, möchtest du jetzt um 10.000 Euro wetten oder um eine gute, teuer Schnapppsz? Oder um Luksuss-Schnapps für 10.000 €?

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      leftutti

      20. Juli 2020 18:26 at 18:26

      Präsident des Trump National Minigolf Club in Bedminster, New Jersey 😃

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      Stina

      20. Juli 2020 19:57 at 19:57

      Der neue deutsche Andi verzichtet generös und majestätisch auf den Hinweis zur obligatorischen Dummheit des weit verbreiteten deutschen Doof-Michel. Und so nebenbei auch noch auf eine Beleidigung von Frau Zwergerl im Vergleich zum aufrechten und standhaften Riesen. Denn, so ganz nebenbei beiseite gelassen, ist der neue deutsche Andi ein unwiderstehliches Alphatierchen der alten Generation: Howgh, ICH habe gesprochen. Widerspruch ist zwecklos.

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      Lausi

      20. Juli 2020 21:20 at 21:20

      Und ich wette um eine Flasche Fürst Bismarck Doppelkorn, dass Trumpyboy in seiner ggf. zweiten Amtszeit nicht glücklich werden wird! Übrigens scheinen seine Wahlchancen wirklich nicht so schlecht zu stehen – siehe hier (sehr lesenswerter Artikel):

      https://www.n-tv.de/politik/Forscher-Zu-91-Prozent-bleibt-Trump-im-Amt-article21916636.html

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        Michael

        20. Juli 2020 22:57 at 22:57

        @Lausi, man weiß ja inzwischen nicht mehr, ob es Lausi oder ein Lausi-Troll-Alias ist, der da fröhlich kommentiert. Noch gestern hat ein Lausi einen Hesterbären tatkräftig und grundsätzlich abwertend hinsichtlich ntv unterstützt:
        Hesterbär: Da kann man sich gleich ntv anschauen. (Bedeutet: Schlimmeres und Minderwertigeres gibt es nicht).
        Lausi: @Hesterbär – Sie haben es mal wieder auf den Punkt gebracht! :-)
        https://finanzmarktwelt.de/bremst-corona-in-den-usa-den-dax-aus-stanzl-mit-aktuellem-video-173486/#comment-77445

        Und heute ist ntv schon wieder sehr lesenswert?
        Bull-Bär, Opportunist, Beton-Roberto, Identitäts-Troll, Spaßvogel, Fähnlein im Wind oder nur Missverstandener?

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          Lausi

          21. Juli 2020 08:57 at 08:57

          Lieber @Michael, noch sind alle Kommentare original von mir, und zum Glück bin ich noch kein Opfer eines Namens-Klau geworden. Mein Lob zu @Hesterbär bezog sich vor allem darauf, was er über Stanzl und eigene Meinung gesagt hat. Bitte nicht alles auf die Goldwaage legen. Da ich schon seit ewigen Zeiten im Ausland lebe, habe ich NTV noch nie gesehen, aber sich auch mal „Mainstream“ anzusehen (zur Orientierung) finde ich grundsätzlich nicht verwerflich. Die Webseite von NTV, die ich mir gelegentlich ansehe, finde ich gar nicht so schlecht, und selbst @Leftutti verweist gelegentlich auf dortige Artikel. Und das Interview mit diesem Wahlforscher finde ich wirklich sehr informativ, und vorher hatte ich nie etwas von diesem Wahlforscher gehört. Ich hoffe mit diesen Zeilen etwas zu Ihrer Klarheit beigetragen zu haben. Schöne Grüße!

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            Michael

            21. Juli 2020 11:00 at 11:00

            @Lausi, danke für die Infos, und es freut mich sehr, dass Sie noch ohne Namensvetter durch die Foren streifen können. Was NTV angeht, habe ich persönlich damit keinerlei Problem, vor allem nicht mit deren Website. Einmal, weil ich kein paranoider Deep-State-Mainstream-Global-Steuerungs-Verschwörungstheoaretiker bin. Außerdem ist mir bereits mehrmals aufgefallen, dass man dort Meldungen sehr früh und lange vor den anderen Medien zu lesen bekommt, die nicht zuletzt auch bereits wiederholt den einen oder anderen mysteriösen Ausschlag in den Charts erklären konnten. Die Startseite als schneller Überblick, und den einen oder anderen interessanten Artikel, wie etwa der mit dem genannten Wahlforscher, jederzeit gerne, warum nicht?

            Und mal ganz ehrlich, gilt heutzutage nicht ohnehin alles als Mainstream? Vom Spiegel über die Süddeutsche, die Zeit, den Stern und die FAZ bis hin zur Welt und Bild. Was bliebe letztendlich noch übrig? KenFM, Global Research, Epoch Times, Breitbart News, Russia Today, Tichys Einblick oder die Junge Freiheit. Das ist schwieriges Terrain und gefährliches Pflaster zugleich. Für den, der es schafft, Fake News herauszufiltern, gilt es, zumindest auch noch folgende Fallstricke zu beachten:

            Diese Medien vermengen gerne objektive Fakten mit nicht prüfbaren Interpretationen in einer Weise, dass ein bestimmtes Weltbild bestätigt wird. Und alternative Medienangebote verbreiten gerne auch solche Informationen, die nicht durch wissenschaftliche Forschung gestützt sind.

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    peter hoffmann

    20. Juli 2020 13:07 at 13:07

    einen politiker wie trump nur aufgrund einer steuerreform als gut zu befinden, sagt viel über ihr wesen aus…

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      Andreas

      20. Juli 2020 17:51 at 17:51

      Mit dir direkt um 10000 € Plus einen edlen Tropfen aus England bis zu 300€. Wie bereits geschrieben, Trump wird erneut Präsident. Haben sie Lust auf eine Wette dagegen?

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    Selbstdenker

    20. Juli 2020 13:08 at 13:08

    Nur noch ein paar Zahlen zur Ergänzung: In den USA gibt es ca. 130 Millionen Wähler. Donald Trump hat bei Twitter 80 Millionen Follower. So, und nun schnell zum Taschenrechner!

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      Ranzentier

      20. Juli 2020 16:27 at 16:27

      …sind die Follower über die ganze Welt verteilt oder sind es nur US-Amerikaner die ihm folgen? Welche Information ziehe ich mir, wenn ich Wähler und Follower vergleiche – kann man das überhaupt vergleichen?

    • Avatar

      leftutti

      20. Juli 2020 16:55 at 16:55

      …und wie viel davon sind Jugendliche, die noch gar nicht wählen dürfen? Wie viel sind Trump-Gegner, die einfach auf dem laufenden bleiben wollen, um den geistigen Glibber sogleich zu kommentieren und in der Luft zu zerreißen? Und wie viel sind Troll-Bots, die sogleich ihr gefaktes „Gefällt-mir-Herzchen“ setzen, um die öffentliche Meinung zu verzerren?

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      Michael

      20. Juli 2020 22:19 at 22:19

      @Selbstdenker, vielen Dank für den Hinweis und Denkanstoß! In Deutschland dürfen etwa 75% der Bürger wählen, in USA laut Ihren Zahlen nur knapp 40%, also etwas mehr als die Hälfte (Ich zitiere, um nicht wieder einmal missverstanden zu werden: In den USA gibt es ca. 130 Millionen Wähler. Das sind äußerst interessante Zahlen, die den Selbst- und Eigen-Denker in seiner Existenz per se anregen sollten. Und die ein Thema anreißen, das allemal den hurtigen Weg zum Taschenrechner wert ist.

      Nun schnell zum Taschenrechner, die Powertaste in der Euphorie gedrückt. Ach, oh weh, da offenbart sich schnell der erste Fehler: Fast die Hälfte hat sich 2016 der Stimme enthalten oder wurde an der Stimmabgabe gehindert, hat also gar nicht gewählt. Eigentlich gibt es in den USA fast doppelt so viele Wähler, also rund 255 Millionen. Womit soll ich meinen Taschenrechner nun füttern? Ich überlege, denke, zweifle… Der Taschenrechner projiziert bereits genervte Emoticons auf das Display… Ich stehe unter Logik- und Rechenstress…

      Dann die Erleuchtung: Ich poste einen Kommentar bei FMW. 50% werden mich in meinen wirren und irren Gedankengängen feiern und unterstützen, der Rest hilft mir beim Rechnen.

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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