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Europa

Wirtschaftsforscher senken BIP-Prognose noch weiter ab

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Drei wichtige deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben sich wohl mal wieder zeitlich abgestimmt um eine aktualisierte BIP-Prognose abzugeben. Mehrmals in den letzten Monaten wurden die Einschätzungen für das deutsche Wirtschaftswachstum schon nach unten korrigiert. Heute erneut. Da wäre zunächst einmal das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Zuletzt lag man für 2019 bei einer Schätzung von +1,0%. Jetzt senkt man ab auf +0,9%. Für 2020 senkt man ab von bislang +1,8% auf +1,7%. Die folgende Grafik des DIW zeigt, dass man davon ausgeht, dass die Bereiche Export und Binnenkonsum die treibenden Kräfte für eine Erholung im nächsten Jahr sein sollen. Das DIW senkt für das laufende Jahr zwar die BIP-Prognose ab, nennt ihre heutige Veröffentlichung aber sogar in der Headline „Deutsche Wirtschaft trotzt Unsicherheiten“. Tenor des Gesamttextes des DIW, vereinfacht und verkürzt ausgedrückt: Es wird schon wieder bergauf gehen.

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DIW BIP-Prognose

IfW weniger optimistisch bei BIP-Prognose

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) drückt sich weniger optimistisch aus als das DIW. Man spricht die weltweiten politischen Unsicherheiten an. Die inländische Konjunktur kühle sich gerade spürbar ab. Für das laufende Jahr rechnet das IfW jetzt nur noch mit +0,6%. Die zuletzt gültige BIP-Prognose lag bei +1,0%. Für 2020 glaubt man an +1,6% (bisher +1,8%). Die deutsche Politik könne an der globalen politischen Lage nichts ändern. Aber sie könne die heimische Wirtschaft entlasten, zum Beispiel mit sinkenden Steuern, so das IfW. Die erläuternden Worte zur BIP-Prognose klingen wie gesagt deutlich negativer als beim DIW. Zitat:

Die Grundtendenz der Konjunktur hat sich deutlich abgeschwächt. Der Anstieg des BIP im ersten Quartal 2019 um 0,4 Prozent war vor allem Sonderfaktoren geschuldet wie Aufholeffekten in der Automobilindustrie nach Problemen mit dem neuen Prüfverfahren WLTP. Für das zweite Quartal 2019 zeichnet sich sogar ein leichter Rückgang des BIP ab. Anschließend dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion zwar wieder zulegen, allerdings nur in moderatem Tempo. Insgesamt nimmt die gesamtwirtschaftliche Auslastung ab. Die vergleichsweise hohe Zuwachsrate für das kommende Jahr geht zu 0,4 Prozentpunkten auf eine hohe Anzahl an Werktagen zurück.

IWH

Und zu guter letzt haben wir heute noch das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Die bisherige BIP-Prognose von +0,5% für 2019 bestätigt man heute. Gut, das scheint auch ziemlich einfach zu sein, weil man ja schon vorher deutlich unter den Prognosen von DIW und IfW lag. Auch beim IWH sieht man die Lage ziemlich pessimistisch. Zitat auszugsweise:

„Von der Schwäche des Welthandels ist die international stark vernetzte deutsche Industrie besonders betroffen“, so Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und Vizepräsident des IWH. Der deutliche Rückgang der Industrieproduktion im April lässt erkennen, dass die Belebung vom Jahresanfang vor allem auf temporäre Faktoren zurückging und die Grundtendenz der Konjunktur weiterhin schwach ist. Auch die Auftragseingänge für das Verarbeitende Gewerbe sind im Trend rückläufig. Was die deutsche Konjunktur in diesem und wohl auch im nächsten Jahr stützen wird, ist die nach wie vor robuste Binnennachfrage. So bleibt der Zuwachs des privaten Konsums kräftig, denn die Einkommensentwicklung ist weiter positiv.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Michael

    13. Juni 2019 16:24 at 16:24

    Wozu genau nochmal braucht die Welt eigentlich diese Wirtschaftsforschungsinstitute?

  2. Koch

    13. Juni 2019 17:09 at 17:09

    Wahrscheinlich nur, um einigermassen verklausuliert zu erklären,warum wir überhaupt Wirtschaftswachstum brauchen!Der Mensch wächst bis ungefähr 20,die Wirtschaft immer?Wieso und wozu?Ich bin kein FDP-Anhänger aber trotzdem der Meinung.No Freidays for Future(kids)but Workdays for Nature,beispielsweise in unserem lokalen Naturschutzverein Glattbach!Wemiger Slogans,mehr Action=Vogel&Naturschutzverein 63864 Glattbach.Fragt mal nach,da geht was ab!

    • Columbo

      13. Juni 2019 18:59 at 18:59

      @Koch
      Weniger Slogans und öfter vög…, seh ich genauso.

    • leftutti

      13. Juni 2019 22:50 at 22:50

      @Koch, bitte verstehen Sie mich nicht falsch, doch muss ich diese prophylaktische Entschuldigung vorausschicken, haftet mir doch seit einigen Wochen der dunkel-negative Nimbus an, ein anstrengender und nerviger Dauerkritiker zu sein, wann immer ich einfach versuche, Kommentare zu verstehen und nachzuvollziehen. Ich finde Ihren Aufruf zur aktiven Teilnahme junger Menschen an Natur- und Tierschutzvereinen sehr gut, absolut nachvollziehbar und jederzeit einer Unterstützung wert.

      Ich finde den Kommentar von @Columbo dazu dieses Mal so richtig dämlich und peinlich, obwohl ich ihn sonst als Kommentator sehr schätze. Sorry, @Columbo…

      Aber wie genau verläuft Ihre Gedankenkette von den Wirtschaftsforschungsinstituten über die FDP hin zu der Fridays-for-Future-Bewegung und letztendlich dem lokalen Verein? Ich verstehe den Gedankengang mal wieder nicht, möchte gleichzeitig aber wegen meiner schwerfälligen Ignoranz aber auch nicht wieder als „Dauerkritiker“ in einem Forum abgestempelt werden, in dem Sachlichkeit, Fakten und tiefschürfendes Wissen zusehends häufiger als kategorischer Imperativ deklariert werden. Wenn Sie für mich also die drei bis vier Sätze, die in Nanosekundenschnelle während des Kommentar-Tippens intern in Ihren Synapsen abgefeuert wurden, noch eintippen könnten, wäre ich Ihnen sehr verbunden.

      Die dauerkritische Tumbbirne

      • Koch

        14. Juni 2019 17:54 at 17:54

        Hallo leftutti.ich verstehe niemanden falsch,der meine Meinung und Lebenseinstellung kritisch hinterfragt!Das ist mir sogar lieber,als leicht zu entlarvende Lobhudeleien.Ich bin kein Totalquerulant,habe jedoch etliche Ansichten,die wenige offen zu teilen bereit sind.In unserem Naturschutzverein,dem auch der Nachwuchs fehlt,bin ich Greenkeeper,Facilitymanager,kurz Mädchen für alles,weil mir diese Kanzlerdarstellerin als E.ON-Kraftwerker zu viel Tagesfreizeit verholfen hat!Ich verabscheue „Social Media“a la Facebook,Instagramm Snapchat,etc.bin aber sehr häufig auf Hirnseiten,unterwegs.Schon etliche Jahre behaupte ich ,dass die Erde so um 3 Milliarden 2-Beiner entlastet werden müsste,da sie sonst nicht überlebensfähig ist.Krieg fällt als Möglichkeit aus,da die Dimension nicht kontrollierbar ist.Am Anfang bekam ich überwiegend Ablehnung zu spüren,die wenige Zustimmung führte ich auf meine Vereinstätigkeit zurück,da diese froh waren und sind,dass sie den einen haben,der immer da ist.In die Fridays for Future Bewegung implementiere ich sehr viel Hoffnung,die ich bis vor kurzem nicht hatte.Sie scheint zu verstehen,dass das Leben mehr ist als diverse App’s(Unsere Vereinsausflüge,wenn sie weiter weg gehen werden per Bahn abgewickelt.Von daher weiss ich,dass ich den Zug nach Havanna hätte entführen können und kein Smartphonjunkie m/w/d hätte es bemerkt.Also,Daumen rauf,sieht aus dass Besserung am Eintreten ist.

  3. Columbo

    14. Juni 2019 08:10 at 08:10

    @Leftutti
    Danke für das Kompliment, den zweiten Teil mein ich😉.

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Europa

ZEW Index besser als befürchtet, aktuelle Lage aber schwächer

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Der ZEW Index (September; Konjunkturerwartungen) ist mit -22,5 weniger schlecht ausgefallen als befürchtet (Prognose war -38,0; Vormonat war -44,1, das war der schlechteste Wert seit Mai 2010!).

Dazu kommentiert ZEW: die Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben negativ, die leichte Verbesserung bedeute keine Entwarnung..

Die Einschätzung der aktuelle Lage aber schwächer als erwartet, sie liegt bei -19,9 (Prognose war -37,4, Vormonat war -43,6, das war der schlechteste Wert seit Dezember 2011).

Einige Analysten hatten die schwächere Einschätzung der aktuellen Lage bereits antizipiert:

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Europa

EU-Handelsbilanz aktuell: Lieber Donald, bitte nicht weiter lesen…

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Die EU-Handelsbilanz für den Warenverkehr im Monat Juli wurde vor wenigen Minuten veröffentlicht. Bevor wir zu den Gesamtzahlen kommen, widmen wir uns den derzeit so extrem im Fokus stehenden Handelsbeziehungen mit den USA. Und da schauen wir uns mal den Gesamtsaldo der EU-Handelsbilanz für den Zeitraum Januar-Juli an im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Und siehe da. In 2018 lag der Überschuss der EU gegenüber den USA bei 80 Milliarden Euro. In 2019 ist es ein Überschuss von 90,9 Milliarden Euro – ein kräftiger Anstieg im Überschuss für die EU, und das Defizit der USA steigt deutlich. Diese Daten sollte Donald Trump besser nicht zu lesen bekommen. Sonst gibt es doch noch bald neue Autozölle gegen die EU? Im Gegenzug ist das Defizit in der EU-Handelsbilanz gegenüber China deutlich angestiegen, von -98,6 auf jetzt -109,2 Milliarden Euro. Man kann also deutlich simplifiziert sagen: Was die EU gegenüber den USA gewinnt, verliert sie wieder gegenüber China.

EU-Handelsbilanz Detaildaten

Aber nun zu den Gesamtzahlen. Die Eurozone erzielte im Juli einen großen Handelsbilanzüberschuss von 24,8 Milliarden Euro nach vormals 20,6 Milliarden Euro. Aber: Die Gesamt-EU liegt an der Nullschwelle. Sie erzielt ein Minus von 0,1 Milliarden Euro nach +0,2 Milliarden Euro im Juli 2018. Was für ein Unterschied. Aber man wird es sehen. Wenn Großbritannien (eines Tages?) aus der EU ausscheiden sollte, wird auch die Gesamt-EU plötzlich deutliche Überschüsse erzielen, weil die Briten ein deutlicher Netto-Importeur von Waren sind. Von Januar-Juli 2018 erzielten die Briten beim Export in Länder außerhalb der EU ein Defizit von 26,7 Milliarden Euro. In 2019 war es schon ein Defizit von 43,3 Milliarden Euro!

Hier die Eurozone (oben) im Vergleich zur Gesamt-EU:

EU-Handelsbilanz Relation zur Eurozone

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Europa

Aktuell: Großhandelspreise rauschen kräftig in die Deflation

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Soeben hat das Statistische Bundesamt die deutschen Großhandelspreise für den Monat August veröffentlicht. Im Vergleich zu August 2018 sinken sie um 1,1%. Im Juli waren es bereits -0,1%. Davor waren es im Jahresvergleich Veränderungen von +0,3%, 1,6%, 2,1% usw. Also: Binnen weniger Monate sind die Großhandelspreise schnell in die Deflation gerauscht. Im letzten Jahr lagen die Steigerungsraten oft sogar bei über +3% (Grafik). Aktuell ist das der schlechteste Wert seit drei Jahren! Die schwachen Großhandelspreise für Öl knallen voll rein in den Gesamtschnitt. Hier die Statistiker im Wortlaut:

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat hatten im August 2019 die um 6,1 % niedrigeren Preise im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen. Ebenfalls kräftige Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (-10,0 %), mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-9,0 %) sowie mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software (-6,3 %). Dagegen waren insbesondere die Preise für lebende Tiere (+13,7 %) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+5,4 %) auf Großhandelsebene höher als im August 2018.

Großhandelspreise Langfristchart

Großhandelspreise Tabelle

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