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Elitenversagen: Warum Populisten weiter auf dem Vormarsch sind

Gastbeitrag von Matthias Weik und Marc Friedrich. Der Brexit und die Wahl Donald Trumps kamen keineswegs überraschend und sind offensichtlich der Beginn einer radikalen Zeitenwende, wenn bei den Eliten nicht sofort…

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Gastbeitrag von Matthias Weik und Marc Friedrich

Der Brexit und die Wahl Donald Trumps kamen keineswegs überraschend und sind offensichtlich der Beginn einer radikalen Zeitenwende, wenn bei den Eliten nicht sofort ein Umdenken stattfindet. Ein weiter so und immer mehr vom Gleichen ist nicht mehr möglich. Es ist an der Zeit für eine drastische Kehrtwende. Ansonsten werden Extreme die Welt verändern und unser Wohlstand und Demokratie werden langfristig auf dem Spiel stehen.

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Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Großbritannien und die USA haben gewählt. Die einen die EU ab und die anderen Donald Trump ins Präsiden-tenamt. Entgegen aller Horrorszenarien sind weder Großbritannien noch die USA im Meer versunken noch sind die Märkte nachhaltig eingebrochen. Nein, sie sind sogar gestiegen. Mit der von uns keineswegs überraschenden Wahl Trumps (http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Marc-Friedrich-Finanzmarktexperte-article18982476.html) zum US-Präsidenten wurden die Eliten nach dem Brexit abermals vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt. Wie kann das sein, denn weder in den USA noch in Großbritannien hat ausschließlich die weiße Unterschicht – von den „Oberen“ verächtlich „white trash“ genannt, entgegen ihren Erwartungen abgestimmt. Insbesondere in den USA hat sich auch die US-Mittelschicht nicht für Trump sondern oftmals gegen das mit Clinton und das damit verbundene sogenannte „Establishment „ entschieden. Trump wurde nicht zum Präsident gewählt, weil er so ein toller Hecht ist, sondern weil die Menschen es satt haben, dass sich das oberste Prozent der Bevölkerung ausschließlich um sich kümmert und sich gnadenlos bereichert, während der Rest auf der Strecke bleibt und obendrein für dumm verkauft wird. Einerseits sind die Vermögen der Superreichen in den letzten 15 Jahren explodiert, andererseits sind die Einkommen der Mittel- und Unterschicht kaum gestiegen. Amerika ist nicht nur New York, Kalifornien und Miami. Nein es leben nicht nur an der Ost- und Westküste der USA Menschen, sondern auch dazwischen und zwar verdammt viele. Dieses dazwischen, das ist das andere, das abgewirtschaftete Amerika. Amerikas Mittel- und Unterschicht sind zweifellos die Verlierer der Globalisierung. Eine Reise in die Mitte Amerikas hätte den Eliten gut getan. Genauso ist es Ratsam für unsere Eliten in Europa dorthin zu gehen wo auch viele Menschen wohnen – in den Vororten der großen Städte, in den vergessenen Städten und Regionen und auf dem tiefen Land.

Wer jedoch jeden Andersdenkenden als dumm oder noch schlimmeres und jeden sozial schlechter gestellten als faul bezeichnet und sich parallel völlig realitätsfern zumeist auf dem Parkett schicker Hotels und Wohngegenden, exklusiver Events und Businessclubs, hipper Bars und Nobelrestaurants oder auf Golf- beziehungsweise Tennisplätzen bewegt, und vorzugsweise in der Business oder First Class eincheckt wird auch zukünftig von den kommenden demokratischen Wahlen in der westlichen Welt „überrascht“ werden. Nicht nur in Großbritannien, den USA, sondern auch in den Niederlanden, Italien, Frankreich, Österreich… und auch bei uns haben viele Menschen die Bevormundung, die Indoktrinierung von einer Meinung, die Lügen und leeren Versprechen der oftmals von Lobbyisten gesteuerten weltfremden Berufspolitiker in Berlin, Brüssel, Washington, Paris, London…, die einseitige Berichterstattung, die Wall Street, die EZB, die korrupte FIFA, die betrügerischen VW-Manager die Boni kassieren während tausende von Arbeitern ihren Job verlieren werden, die kriminellen Handlungen der Deutschen Bank, das lächerliche Geschacher um den Posten des Bundespräsidenten … summa summarum ihre Eliten absolut satt. Was wir erleben ist ein Wandel. Die Lawine ist ins Rollen gekommen und sie ist mächtig groß und kann nicht mehr gestoppt werden. Das spüren die Protagonisten in der Politik. . Ihre sichere und privilegierte Welt gerät ins Wanken und „die da unten“ agieren anders als zuvor und als gewollt. In vielen Auftritten nach der Wahl in Großbritannien und in den USA spürte man regelrecht die Unsicherheit und die Angst der Damen und Herren. Anstatt zu reflektieren, wurde man trotzig . Das wird die Sache nicht verbessern sondern lediglich verschlimmern.

Warum ist das so, wie konnte es soweit kommen und warum werden Populisten in Zukunft noch viel stärker an Zuwachs gewinnen?

Im Zuge der Finanzkrise wurden Banken mit Milliarden von Steuergeldern gerettet. Die Verantwortlichen aus Finanzwirtschaft und Politik wurden jedoch nicht zur Rechenschaft gezogen. Spätestens seit der Finanzkrise 2008 mit ihren zahlreichen Bankenrettungen – auf Kosten der Steuerzahler – ist es offensichtlich, dass global eine gigantische Umverteilung von Unten, der Mitte und Oben nach ganz ganz Oben stattfindet. Während zahlreiche kleine Unternehmen im Zuge der Krise bankrottgegangen sind wurden „systemrelevante“ Banken gerettet. Wichtig zu wissen ist: Banken sind niemals systemrelevant – sie sind das System und sonst gar nichts. Sollten einmal unsere Ärzte, die Damen und Herren von Polizei, Feuerwehr und Müllabfuhr eine Woche nicht zur Arbeit erscheinen, dann wird auch den Politikern in Berlin und Brüssel dämmern wer oder was tatsächlich systemrelevant ist. Trotz Exportweltmeistertitel und Rekordsteuereinnahmen besteht unserer Ansicht nach kein besonderer Grund für Jubelarien. Während einerseits die sozialversicherungspflichtigen Jobs in Vollzeit in Deutschland seit 1992 um 18 Prozent gefallen sind, sind die Teilzeitjobs um 139 Prozent gestiegen. Andererseits sind die realen Nettolöhne seit 1992 nur um 0,4 Prozent gestiegen, während die Unternehmenseinkommen und die Einkommen der Supereichen um 70 Prozent gestiegen sind. In Deutschland arbeiten bereits über 8 Millionen Menschen, in voll- und Teilzeit, im Niedriglohnsektor. Sie können von ihrer Hände Arbeit nicht Leben geschweige denn etwas für das Alter ansparen. Folglich ist eine gewaltige Altersarmutswelle vorprogrammiert. Nicht zu verkennen ist, dass jene die in Vollzeit arbeiten, unser Sozial- und Rentensystem am Leben erhalten. Altersarmut ist folglich vorprogrammiert. Wenn dann auch noch vollkommen realitätsferne Politiker heute über das Jobwunder jubeln und uns erzählen, wir alle profitieren vom Euro, dann sorgt dies gelinde gesagt mindestens für Kopfschütteln in der Bevölkerung und für eine weitere „Überraschung“ bei den nächsten Wahlen.

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Wahnsinn EZB

Das Epizentrum des Kapitalismus ist in seiner Verzweiflung und mangels Lösungen zur Planwirtschaft überge-gangen. Mittlerweile hat die EZB unvorstellbare 1,15 Billionen Euro mit ihrem fragwürdigen Aufkaufprogramm in die Märkte gepumpt und unser Finanzsystem ad absurdum geführt. Niemand hat den EZB-Chef und ehemaligen Goldman Sachs Banker Mario Draghi gewählt. Er wurde eingesetzt. Dessen Politik ist ganz klar gegen die Kleinen und für die Großen. Heute wird der belohnt, der Schulden macht und der bestraft der gesund wirtschaftet. Die Bundesrepublik Deutschland, aber auch einige Konzerne wie beispielsweise Henkel und Sanofi verdienen Geld mit Schulden machen. Dass dies weder sinnvoll noch nachhaltig ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Mit ihrer wahnwitzigen Notenbankpolitik enteignet die EZB die Sparer, sorgt für immer höhere Bankgebühren, beraubt junge Menschen der Altersvorsorge, zerstört solide wirtschaftende Banken (Volksbanken, Spar- und Bausparkassen), zerstört Pensions- und Krankenkassen. Und Zusätzlich sorgt sie für eine gigantische Blase nach der anderen an den Aktien- und Immobilienmärkten. Der Wohnraum wird dadurch für immer mehr Menschen in vielen Regi-onen unerschwinglich gemacht, da die Löhne keinesfalls mit den kontinuierlichen Preissteigerungen am Immobi-lienmarkt mitziehen. Zukünftig wird die EZB Negativzinsen einführen. Diese Politik wird zu massiven Bargeldab-hebungsbeschränkungen führen Ein komplettes Verbot ist im Extremfall nicht ausgeschlossen. Dies wird uns verträglich häppchenweise präsentiert. Lassen Sie sich nicht blenden! Sollte schlussendlich die von der EZB her-beigesehnte Inflation in ihrer vollen Härte kommen, dann werden wir uns alle warm anziehen müssen und bei der nächsten Wahl auf eine „Überraschung“ gefasst machen.

Griechenland ist bankrott und wir sehen unser Geld nie mehr

Nach wie vor werden wir Bürger von der Politik offensichtlich für unterbelichtet gehalten. Griechenland ist pleite! Es wird von höchster Ebene seit Jahren nichts weiter als Insolvenzverschleppung betrieben. Wir werden das Steuergeld für die „Griechenlandrettungspakete“ nie wieder sehen, das sollte uns allen klar sein. Abgesehen davon ist 92 Prozent des Rettungsgeldes nicht in Griechenland sondern bei ausländischen Banken gelandet. Diese waren so gierig und dämlich einem vollkommen bankrottem Land Geld gegen hohe Zinsen zu leihen. In den letzten Jahren wurden dann diese dämlichen Banken von weitaus dämlicheren gerettet – uns Steuerzahlern. Bei der letzten Tranche für Griechenland, Ende Oktober 2016, in Höhe von 2,8 Milliarden Euro war es eigentlich Bedingung, dass der IWF sich an dieser ebenfalls beteiligt. Der IWF hatte sich jedoch mit der Begründung verwehrt, dass Griechenland niemals in der Lage sein wird seine Schulden zurückzuführen. Die Griechenlandrettung ist nichts anderes, als eine versteckte Bankenrettung. Das Geld ist nicht weg. Es ist aber größtenteils wo anders, allerdings nicht in Griechenland sondern bei den Banken und Versicherungen, die den Griechen Geld geliehen haben gelandet. Darben müssen die Menschen in Griechenland und bezahlen müssen wir Steuerzahler.

Voller Inbrunst jubelt Herr Schäuble über eine schwarze Null, was nichts weiter bedeutet, als dass er genauso viel ausgibt wie er einnimmt. Kein Politiker konnte uns bisher erklären wie das bankrotte Griechenland das Geld jemals zurück bezahlen kann, wenn nicht einmal Deutschland – als Exportweltmeister mit Rekordsteuereinnahmen im Zuge einer Niedrigzinsphase – es schafft seine Schulden zu bezahlen. Es ist an der Zeit aufzuhören gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen. Der Schuldenschnitt/Erlass für Griechenland wird spätestens nach der Bundestagswahl kommen. Staaten bezahlen niemals ihre Schulden. Aus diesem Grunde ist von Investments in Staatsanleihen wie beispielsweise Lebensversicherungen, Riester, Rürup… grundlegend abzuraten und Investments in Sachwerte sind in der heutigen Zeit essentiell gegen diesen Wahnsinn als Absicherung für das Ersparte. Würde man das Verschwenden von Steuergeldern ebenso drakonisch bestrafen wie dessen Hinterziehung würde manchem Irrsinn Einhalt geboten. Nicht nur der ein oder andere Verantwortliche der sinnfreien Rettungspakete, des Berliner Flughafens BER, der Elbphilharmonie.. würde sich heute hinter schwedischen Gardinen wiederfinden. Da dies nicht der Fall ist wird der ein oder andere Wähler – bezüglich dieses schweren Missverhältnisses – sein Unwollen mit seinem Wahlzettel zum Ausdruck bringen und für „Überraschungen“ sorgen.

Der Euro und die EU ist gescheitert

Spätestens seit der Flüchtlingskrise ist es für jedermann endgültig offensichtlich, dass innerhalb der EU mehr gegeneinander anstatt miteinander gearbeitet wird. Die folgenden zwei Schaubilder verdeutlichen warum Popu-listen insbesondere im Süden Europas weiter an Zulauf gewinnen und folglich der Euro und die EU implodieren werden. Während sich die deutsche Wirtschaft nach der Finanzkrise erholt hat und die Industrieproduktion stetig steigt, ist der Sachverhalt in Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Griechenland ein anderer. Die Südschiene Europas liegt wirtschaftlich am Boden, die Industrieproduktion bewegt sich auf dem Niveau der 1980er beziehungsweise 1990er Jahre, die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Jugendarbeitslosigkeit extrem hoch. Hun-derttausende Jugendliche unter 25 Jahren mussten und müssen noch immer auf Grund mangelnder Perspektive ihr Land verlassen. Allein knapp 800.000 Spanier, 140.000 Portugiesen, über 120.000 Italiener und 100.000 Griechen… haben bisher ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Wenn die jungen Fleißigen und Gebildeten ihr Land ver-lassen, dann hat ein Land keine Zukunft. Obendrein sind die Länder – auch dank der Rettung ihrer Banken – bis zur Halskrause verschuldet. Kurzum den Ländern geht es heute mit dem Euro wesentlich schlechter wie unter ihren eigenen Währungen.

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Niemals werden diese Länder innerhalb der Eurozone wirtschaftlich auf einen grünen Zweig kommen. Trotzdem können sich diese Länder so günstig wie nie zuvor verschulden. Dies bedeutet, dass die Länder praktisch mit billigem Geld dafür belohnt werden, dass es ihnen wirtschaftlich gesehen immer schlechter geht. Das ist volks-wirtschaftlicher Wahnsinn und alles andere als nachhaltig. Der Euro sollte Europa retten – jetzt retten wir den Euro. Was ist das für ein Geld das man retten muss? Wir wollten Europa und die Menschen retten, wir haben aber die internationalen Finanzkonzerne gerettet. Was erfunden wurde, um Europa zu einen, zerstört jetzt Europa. Der Euro zerstört Europa anstatt es zu einen. Fakt ist: der Euro ist zu schwach für Deutschland und zu stark für die Südschiene Europas. Folglich sollten wir uns nicht wundern wenn populistische Kräfte in vielen Ländern weiter auf dem Vormarsch sind und aus der EU und der Eurozone austreten werden. Ein ganz heißer Favorit von uns diesbezüglich ist Italien.

Steuergerechtigkeit

Während der Bürger Europas seit vielen Jahren unter einer immensen Steuer- und Abgabenlast leidet, parken Konzerne und Superreiche nach wie vor ihr Geld rund um den Globus in Steueroasen. Ein gewisser Herr Juncker hat seine Heimat, als damaliger Finanzminister und Premierminister zu einer der größten Steueroasen der Welt für Großkonzerne wie Ikea, Amazon, Google, Fiat, Deutsche Bank, Starbucks, Apple, FedEx, PepsiCo, Heinz, Procter &Gamble….gemacht. Die in Luxemburg ansässige Firma Inter IKEA Holding hat beispielsweise im Jahre 2010 auf einen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro knapp 48.000 Euro Steuern bezahlt. Dies entspricht einem Steuersatz von 0,002 Prozent! Die Personen, welche den Steuerskandal im Jahr 2014 an das Licht der Öffentlichkeit gebracht haben, wurden keinesfalls für ihren Dienst am Gemeinwohl ausgezeichnet. Nein, Sie wurden rechtskräftig zu einer Haft- und Geldstrafe verurteilt. Trotz dieses Skandals wurde eben dieser Mann zum EU-Kommissionspräsidenten gemacht. Wenn Herr Juncker heute behauptet, dass er sich für Steuergerechtigkeit einsetzt, dann darf man nicht über Verdrossenheit seitens der EU irritiert sein und sich abermals nicht über eine „Überraschung“ bei der nächsten Wahl wundern.

All die oben genannten Punkte zeigen eindeutig auf, warum es eine Elitenverdrossenheit und keine Politikverdrossenheit gibt. Die Leute haben die Doppelmoral, die Arroganz, die Bevormundung und versuchte Beeinflussung und Steuerung der Eliten satt. Sie lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen. Sollten die Eliten nicht ganz schnell anfangen umzudenken werden die Bürger mit einer urdemokratischen Waffe gnadenlos zurückschlagen – mit ihrem Wahlzettel. Dann werden in Zukunft noch ganz andere Personen wie Donald Trump das Zepter der Macht ergattern. Der Ball liegt jetzt bei denen oben. Wenn sie nicht beginnen etwas zu Gunsten aller Menschen anstatt nur ihresgleichen zu verändern, dann werden sie abgewählt werden.



Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezinses bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Der Crash ist die Lösung war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Im Mai 2016 ist ihr drittes Buch „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen welches es auf Anhieb auf die Spiegelbestsellerliste geschafft hat. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de und bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/.
Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds

31 Kommentare

31 Comments

  1. Avatar

    m.d

    1. Dezember 2016 13:53 at 13:53

    Das ist die Realität. Super Bericht. Müsste man an den Bundestag mailen

  2. Avatar

    jeal66

    1. Dezember 2016 14:20 at 14:20

    Stark! Ist gibt nichts hinzuzufügen!

  3. Avatar

    leser

    1. Dezember 2016 14:21 at 14:21

    Der Inhalt (den ich gestern schon im focus lesen durfte und mich gewundert habe, angesichts der neuen Tonlage dort) ist besser als die Überschrift. Dort müsste folgerichtig „Eliten“ in Anführungszeichen stehen und das negativ konnotierte Wort „Populisten“ durch etwas wie „echte Volksvertreter“ oder etwas ähnliches ersetzt werden. Wörtlich genommen ist ein Populist genau das, ein Volksvertreter. Wenn die „Eliten“ versucht haben, daraus ein Schimpfwort zu machen, dann zeigt dies nur, wieweit man sich vom Wählerauftrag entfernt hat. Lichtjahre.

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    gerd

    1. Dezember 2016 14:34 at 14:34

    Guter Inhalt – allerdings stößt mir ein krasser Widerspruch auf:

    „…(Die wahnwitzige Notenbankpolitik)… sorgt … für eine gigantische Blase nach der anderen an den Aktien- und Immobilienmärkten.“

    „…und Investments in Sachwerte sind in der heutigen Zeit essentiell gegen diesen Wahnsinn als Absicherung für das Ersparte“

    Zum einen wähnen sie eine Blase und dann bleibt als einzige vertretbare Anlagemöglichkeit nur ein Investment in eben diese Sachwerte?
    Oder gibts da noch was anderes als Aktien und Immobilien?
    Alte Autos, alten Wein, alte Gemälde? Kanns ja wohl auch nicht sein.
    Also w e n n die EZB-Politik wirklich wahnwitzug ist und w e n n es bereits diese Blasen geben sollte – dann
    gibt es logischerweise im Moment keinerlei sinnvolle Anlagemöglichkeit

    • Avatar

      Mulinski

      1. Dezember 2016 15:18 at 15:18

      Oder gibts da noch was anderes als Aktien und Immobilien?
      Gold und Silber, Ackerland, Fischteiche und Wälder.

    • Avatar

      marc

      1. Dezember 2016 15:54 at 15:54

      @gerd, ausser Aktien und Immos gibts noch Edelmetalle. Nie gehört?
      In Venezuela soll man für eine Unze Gold ein halbes Jahr lang Lebensmittel vom Bauern bekommen.
      Damals in Argentinien waren die Immobesitzer ziemlich unglücklich, die EM Besitzer nicht.
      Aber bei uns will das Zeugs niemand und das ist auch gut so. Am besten, man spricht nicht davon.

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        gerd

        1. Dezember 2016 16:23 at 16:23

        An @mark und @Mulinski.

        Stimmt. Habe ich eigenartigerweise im Moment gar nicht dran gedacht.
        Zumal ich ja selbst nicht ganz abgeneigt wäre, dem Golderwerb mal näher zu treten, ums mal vorsichtig auszudrücken.
        Ackerland u. dlg. ist auch gut, wäre aber angeblich auch schon ziemlich teuer geworden.

        • Avatar

          gerd

          1. Dezember 2016 16:25 at 16:25

          Sorry, an@marc.

        • Avatar

          Denker

          1. Dezember 2016 21:14 at 21:14

          …seit 2008 kauf ich immer wieder Silber dazu,… mittlerweile knack ich die 3000 Unzen… der Dreck ist so billig, hoffe die ZB drücken den Preis noch bis auf 10€
          … und keiner will das Zeug irgendwie haben, fristet ein Schattendasein, HERRLICH!!!

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      Positino

      1. Dezember 2016 16:36 at 16:36

      In älteren Artikeln haben die Autoren in der Tat Waldgrundstücke als Anlagemöglichkeit empfohlen. Und natürlich das Horten von Bargeld (in der heimischen Immobilie fernab vom möglichen Zugriff von staatlichen Stellen).

  5. Avatar

    Michael

    1. Dezember 2016 14:46 at 14:46

    Hervorragender Artikel, trifft den Nagel voll auf den Kopf. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

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    Jan-Heiko Schäfer

    1. Dezember 2016 15:12 at 15:12

    Sehr geehrter Herr Friedrich und Herr Weik;

    vielen Dank für Ihren Gastbeitrag. Sie sprechen aus, was ich jeden Tag erlebe und empfinde. Aber niemals so fundiert niedergeschrieben könnte.

    Ich selbst gehörte zu einer finanziellen Elite in Deutschland ( genau genommen die, welche gerade üppige 20% Lohnerhöhung fordern). Dem Schicksal sei Dank, muss ich heute für einen reellen Stundenlohn in einem anderen Berufszweig von nur 8 € Brutto (der Mindestlohn in Deutschland ist wohl nur reine Makulatur auf dem Arbeitsvertrag) jemand anderem seine Taschen füllen.

    Ich habe dadurch einen ganz anderen Blick auf unsere Gesellschaft auf dieser Welt gewonnen; und sehe heute vieles klarer!
    Ich finde ihre Arbeit grossartig und einen wertvollen Beitrag in der heutigen Zeit, danke!

    Alles Gute Ihnen!

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    SMArtTrader

    1. Dezember 2016 15:29 at 15:29

    Ich finde den Inhalt sehr lesenswert und gut geschrieben und so manche Gedankenfolge war mir so auch neu.

    Was mir nur immer wieder auffällt: Die „Drohung“ mit der „Demokratiekeule“ (Das Wahlvolk wird euch hinwegfegen!) klingt immer wieder wie eine – für als kleine Wahllemminge – als eine echte Möglichkeit uns zu „rächen“. Endlich können wir es euch da oben zeigen!!

    Leider ist das aber eine Schimäre. Denn schaut man zurück in die Geschichte, so sind die, die von solchen Systemen der Bereicherung profitiert haben noch so gut wie immer mit einem erkläglichen Teil Ihres Vermögens davon gekommen! Thurn & Taxis samt Vermögen zum Beispiel hat mehr als nur eine Revolution überlebt!

    Das ist genau der Punkt: Zwar werden auch die „Eliten“ unter dem kommenden leiden, aber am Ende werden sie wieder gebraucht um mit ihrem übrig gebliebenen Vermögen und ihren Verbindungen das Nachfolgesystem wieder neu aufzubauen.

    Nein, es wird nach dem Zusammenbruch des jetzigen Systems ein neues geben, aber der Reichtum wird auch dann wieder ungleich verteilt werden bzw. immer noch sein.

    Die alte Welt in neuen Kleidern…

  8. Avatar

    Mulinski

    1. Dezember 2016 15:30 at 15:30

    Kurzum den Ländern geht es heute mit dem Euro wesentlich schlechter wie unter ihren eigenen Währungen. Nicht so laut, sonst gilt man gleich als Europahasser, Ewiggestrig und dumpfer Nationalist, und man gefährdet außerdem den Frieden in Europa, den den gäbe es ja bekanntlich ohne EURO und EU überhaupt nicht. Erinnert sei an Junkie Juncker und seiner tollen Aussage: Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen!

  9. Avatar

    Axel

    1. Dezember 2016 16:16 at 16:16

    In Sachwerte wie Gold und Silber investieren? Dazu ein sehr interessanter Artikel eines Schweizer Bankers bei Tichys. Kernaussage: Die Goldpreise werden von den Zentralbanken massiv manipuliert und werden nie in die Höhen der Goldpropheten katapultiert (solange das System noch läuft). Und im Falle eines Crashes ist ein Goldverbot bereits ausgemachte Sache. Ggf wird Gold nur mit mind. 50% Steuern gehandelt.

    Also, dann wohl doch besser in Wein, Weib und Gesang investieren…

    • Avatar

      Dr. Klein

      1. Dezember 2016 16:40 at 16:40

      Aus diesem Grund sollte man es anonym erwerben und auch Silber nicht vergessen!

    • Avatar

      marc

      1. Dezember 2016 17:15 at 17:15

      @axel, in Venezuela(crasht gerade) gibt es kein Goldverbot. Nach der Staatspleite in Argentinien konnten die Bürger, als die Banken wieder öffneten, ihr Gold aus den Schliessfächern nehmen und es verkaufen.
      Ein Goldverbot würde heute nicht viel bringen, da nur wenige nennenswerte Mengen besitzen. Eher schon Immobilienbesteuerung.
      Oswald Grübel, Ex-Konzernchef von Credit Suisse und UBS riet kürzlich den Goldanteil im Portfolio auf 30%(!)
      zu erhöhen.

  10. Avatar

    Dr. Klein

    1. Dezember 2016 16:40 at 16:40

    So ziemlich das beste was ich seit einer Ewigkeit gelesen habe. Großes Lob an die Realisten und Wahrheitssprecher Friedrich & Weik – weiter so!

  11. Avatar

    asyoulike

    1. Dezember 2016 17:32 at 17:32

    Moin, moin,
    was für ein Super-Artikel, hier bleibt kein Problemkreis unerwähnt. Mehr geht nicht!
    Letztendlich entspricht dieser Artikel meinem Empfinden zu 100%. Leider befinden sich die offiziellen Medien fast ausschließlich unter staatlicher Kontrolle und wer von den Journalisten zu kritisch ist, wird freigesetzt.
    Was noch fehlt, wären Vorschläge, wie Otto Normalverbraucher sich durch den sicherlich kommenden Systemzusammenbruch bewegen kann. Was ich aber nicht glaube ist, dass sich unsere Politiker abwählen lassen. Vorher werden die „Mitbewerber“ und Alternativen verboten, so einfach geht das. Da läßt sich schon etwas finden. Schließlich hat der Staat noch die Kontrolle über Verfassungschutz und Co. . M.E. wird sich die Lage auf der Straße erledigen, entweder durch einen Riesenknall oder über einen „schleichenden“ Prozess.

  12. Avatar

    Jörg

    1. Dezember 2016 19:43 at 19:43

    Wie man den Liberalismus besiegt, Steuererechtigkeit erzielt, die Früchte des Fortschritts – und damit auch der Automatiion (= Arbeitslosigkeit) – den Bürgern zukommen läßt und wie man die Steuerflucht der Kozerne verhindert, das kann man hier lesen:
    „WELCHE STAATSWIRTSCHAFT“ – http://www.directupload.net/file/d/4556/o7qbq9dq_pdf.htm .

    Zu Trump und dazu, daß noch viel mehr hinter dem Gezeter und der Hetze gegen Trump steckt, siehe: http://www.broeckers.com/2016/11/26/und-hier-kommen-die-fake-news/#comment-44747

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    tomgala

    1. Dezember 2016 20:08 at 20:08

    man möge mir meine Ausdrucksweise verzeihen…aber: „Linkes“ Wirtschaftsdenken ist geil…..wir werden noch sehen warum !

  14. Avatar

    Thomas Oßwald

    1. Dezember 2016 21:09 at 21:09

    Ich muss gestehen, ich weiß derzeit als Normalverdiener, Steuer- und Sozialversicherungs-Zahler überhaupt nicht mehr, was ich von derzeitgen „Lage“ weltweit halten soll?

    Ihre Schlussfolgerungen (Herr Weik und Herr Friedrich) sind für mich klar vorstellbar…nur….wie sollen wir handeln? Wie unsere notwendige Altersvorsorge vernünftig aufbauen, unsere Geld-Reserven absichern???

    Für Vorschläge/Empfehlungen auf meine Fragen wäre ich sehr dankbar!

    Euer treuer Leser, Thomas

    • Avatar

      Friedrich & Weik

      2. Dezember 2016 21:00 at 21:00

      Hallo Herr Oßwald,

      investieren Sie in Sachwerte, die Sie anfassen und verstehen (Gold, Silber, Diamanten, schuldenfreie Immo, Acker, Wald, direkte Unternehmensbeteiligungen etc.)

      Bleiben Sie uns treu!
      Herzlichst
      F&W

  15. Avatar

    nowak

    2. Dezember 2016 00:57 at 00:57

    Die Bittere Wahrheit !!!!!

  16. Avatar

    Jörg

    2. Dezember 2016 06:56 at 06:56

    Im Nachgang zu meinem Kommentar („Jörg sagte am 1. Dezember 2016 19:43 um 19:43“)
    ergänzend dies:
    Ja, der Liberalismus muß abgeschafft werden durch den (modernen) Merkantilismus.
    Und ich bin deshalb auf den Liberalismus nicht gut zu sprechen. Aber im Vergleich zu den Neo-Liberalisten (z. B. die „Chicago-School“, oder die „Österreichische Schule“), die sich heutzutage „neoclassical liberals“ nennen, sind einem die alten, echten Liberalen, wie Adam Smith, sogar richtiggehend sympathisch! Daß die „Neoklassischen Liberalen“ einfach nur Betrüger sind, belegt Professor Hudson eindrucksvoll am Beispiel des Begriffs „Freier Markt“. dieser Begriff wird von den „Neoklassischen Liberalen“ in das völlig Gegenteil verkehrt.

    Bitte das tolle Interview mit Prof. Hudson unbedingt sehen (leider nur auf Englisch) : https://www.youtube.com/watch?v=mH8FWrbzxEs .

    … oder die website von Michael Hudson: http://michael-hudson.com/ .
    .

  17. Avatar

    Steven

    4. Dezember 2016 09:43 at 09:43

    Zwei einäugige Autoren ….

    „Ansonsten werden Extreme die Welt verändern und unser Wohlstand und Demokratie werden langfristig auf dem Spiel stehen.“
    Und

    „Einerseits sind die Vermögen der Superreichen in den letzten 15 Jahren explodiert, andererseits sind die Einkommen der Mittel- und Unterschicht kaum gestiegen“

    Extreme Eliten haben die Welt bereits verändert!
    Die Einkommen sind schon Verhältnis gesunken.
    Der Wohlstand ist schon verloren .

    Merkt man aber nur abseits des“ Parkett schicker Hotels und Wohngegenden, exklusiver Events und Businessclubs, hipper Bars und Nobelrestaurants“

  18. Avatar

    Bärbel

    4. Dezember 2016 20:42 at 20:42

    Ein Meisterwerk! Den Artikel sollte jeder lesen! Ich habe ihn an alle Bekannten weitergeleitet. So bin ich auch auf diese Seite zum 1. Mal gestoßen.
    Die Bücher der beiden habe ich mir nun auch bestellt. Wer so etwas kluges und umfassendes schreibt, kann nur geniale Bücher schreiben. Ich freue mich darauf.

  19. Avatar

    Richard

    4. Dezember 2016 23:13 at 23:13

    Krass, wie es ausschaut haben die beiden wieder recht gehabt. Renzi hat verloren.

  20. Avatar

    Gertraude Wenz

    1. Januar 2017 16:29 at 16:29

    Ein grandioser Artikel, den man den Regierungsverantwortlichen zum Frühstück servieren sollte – aber was für eine mangelhafte Rechtschreibung! Das ist schade, weil das den besten Artikel ein Stück weit entwertet.

  21. Avatar

    Karsten Annmann

    1. Januar 2017 19:55 at 19:55

    Sehr interessant!

    Ich möchte noch eine für mich sehr interessante Frage mit anfügen: den Schuldenschnitt für GR halte ich für unvermeidlich, frage mich aber doch, wie man dann den anderen Staaten der EU noch klar machen will, dass Schulden zurückzuzahlen sind und nicht einfach weggeschnitten werden können. Wie will man den anderen Staaten dann noch das Einhalten von Regeln abnötigen, wenn GR am Ende auch „einfach“ fein raus war?

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Wie das Coronavirus wirtschaftliche Wunden wieder aufreißt

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Coronavirus Beispielbild

Die allgemeine Erwartung einer V-förmigen Erholung der Weltwirtschaft nach der Eindämmung des Coronavirus könnte ein Trugschluss sein. Die Nebenwirkungen der Epidemie sind erheblich. Die schwächsten Glieder der globalen Wirtschaftskette drohen zu reißen.

Warum das Coronavirus der Auslöser eines Dominoeffekts werden könnte

Bislang fehlen noch harte Daten zur Beurteilung der tatsächlichen Schäden, den das Coronavirus im Welthandel sowie der gesamten Weltwirtschaft verursacht. Doch neben plausiblen Vermutungen und einigen ersten Indizien für einen signifikanten konjunkturellen Rückschlag gibt es bereits Kollateralschäden, die momentan noch kaum Beachtung finden. Der Einbruch der Ölpreise beispielsweise belastet die Haushalte der arabischen Staaten und die Bilanzen der noch preissensibleren Fracking-Konkurrenz aus den USA. Die Petro-Dollar fehlen aber nicht nur in den Produktionsländern selbst, sondern auch in den Staaten, in denen die Dollars in Form von Investitionen „recycelt“ werden.

Die bereits am Boden liegende Ölindustrie in Venezuela, die gerade erst dank finanzieller und technischer Unterstützung aus China und Russland ihre Fördermenge leicht ausweiten konnte, erlebt ebenfalls einen erneuten Rückschlag. Zwar entlasten rückläufige Preise für fossile Energieträger die gewerblichen und privaten Verbraucher. Doch auf die könnte im Zuge der Lieferkettenunterbrechung mit China noch eine spürbare Knappheits-Teuerung bei bestimmten Gütern zukommen, die den Effekt günstigerer Treibstoffpreise egalisiert.

Deutlich ernster ist die Lage in den Ländern, die sich bereits seit geraumer Zeit mit zu hohen Dollar-Schulden herumschlagen und wie Argentinien kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps stehen. Aber auch Brasilien, Chile und die Türkei erleben gerade ein Déjà-vu: das Wiederaufflammen ihrer Krisen aus dem Jahr 2019. Schuld daran ist zum einen der Einbruch der Exporte nach China und der krisenbedingt wieder deutlich aufwertende US-Dollar.

US Dollar Index Chart - Coronavirus drängt Markt in den Dollar

Wenn „Schwarze Schwäne“ Junge kriegen

Diese Entwicklung am Devisenmarkt verstärkt die ohnehin schon hohe Inflation in Ländern wie Argentinien und der Türkei. Zusätzlich steigt der in US-Dollar angehäufte Schuldenberg in heimischer Währung weiter an. Das Gleiche gilt für die Zinslasten, die in der schwindsüchtigen heimischen Währung erwirtschaftet und in dem teuren US-Dollar an die Gläubiger überwiesen werden müssen.

Im Zuge der Neuwahlen in Argentinien hat sich die Krise dort weiter verschärft. Der jetzige China-Schock drückt den Argentinischen Peso noch mehr gen Süden. Und dass, obwohl der IWF das Land mit der größten Hilfszahlung seiner Geschichte unterstützt und die Regierung in Buenos Aires den Devisenmarkt strengen Auflagen unterzogen hat. Die aktuellen Verhandlungen mit den Gläubigern über ein Schuldenmoratorium laufen ohnehin schlecht, da das Vertrauen in die neue Führung des südamerikanischen Landes zusehends schwindet, die wirtschaftliche Krise lösen zu können. Ein Staatsbankrott Argentiniens mit einem Schaden von über 100 Mrd. US-Dollar wäre ein weiterer „Schwarzer Schwan“ für die schwächelnde Weltwirtschaft.

Argentinischer Peso vs US-Dollar

Ebenso wie in die politische Führung in Argentinien schwindet auch das Vertrauen in die türkische Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan. Seine militärischen Abenteuer, die denen in Sachen irrationaler Geldpolitik in nichts nachstehen, gefährden die zwischenzeitliche Beruhigung der Lira-Krise. Die Türkische Lira befindet sich erneut im Sinkflug und diese Schwäche droht die Inflations- und Schuldenproblematik des Landes wieder anzuheizen. Die Türkei ist für Europa ein wichtiger Handelspartner. Auf der Liste der größten Volkswirtschaften der Welt steht das Land am Bosporus nach Saudi Arabien auf Platz 19.

Türkische Lira vs US-Dollar

Das Coronavirus verkürzt die Zündschnur der BBB-Schuldenbombe

Erst gestern läutete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Alarmglocken in Sachen weltweiter Unternehmensverschuldung. Dabei bereitet der supranationalen Organisation vor allem die schlechte Qualität der Schulden große Sorgen: Über die Hälfte der Unternehmen, die sich im letzten Jahr auf dem Rekordniveau des Jahres 2016 neu verschuldet hatten, sind mit dem schlechtesten “Investmentgrade“-Rating „BBB“ bewertet.

Hier droht ein Dominoeffekt, wenn im Zuge der Krise, ausgelöst durch den Coronavirus, die Ratings weiter abgestuft werden. Dann müssten sich große institutionelle Investoren zwangsweise aus diesen Schuldpapieren zurückziehen und dürften von den betroffenen Unternehmen auch keine neuen Schulden mehr erwerben. Eine globale Pleitewelle bereits jetzt angeschlagener Unternehmen könnte ein weiterer neuer „Schwarzer Schwan“ für die Weltwirtschaft werden. Auch dieser müsste wiederum mit „unkonventioneller“ Geldpolitik bekämpft werden. Dies würde die Notenbanken noch schneller an ein unkontrollierbares Inflationsszenario heranführen.

Fazit und Ausblick

Das immer wieder vorgebrachte Mantra: „Der Markt handelt die Zukunft“ ist erwiesener Maßen Quatsch. Hätten die Märkte im Spätsommer letzten Jahres neben der sich damals unerwartet zuspitzenden Handels-Fehde zwischen den USA und China bereits erahnt, was zum Jahresauftakt 2020 mit dem Coronavirus noch auf die Weltwirtschaft zukommt, wären viele Marktteilnehmer vielleicht nicht so in Vorfreude einer Lösung des Handelsstreits in Euphorie verfallen. Wer kann also absehen, was in drei oder sechs Monaten passiert. Zumal die Weltwirtschaft bereits vor der Virus-Epidemie signifikante Dynamikverluste verzeichnete und die Schulden weiter fröhlich explodierten.

Vielleicht sollten sich die Marktteilnehmer nicht allzu unbekümmert auf die Zukunft freuen und auf eine V-förmige Erholung der Konjunktur, wie sie ja bereits für die Zeit nach einem Deal im Handelskrieg fest eingepreist wird. Wie hieß es in dem Film Forrest Gump mit Tom Hanks so treffen: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt. “. Und so könnte das Coronavirus für die Märkte noch so manche Überraschung bereithalten. In diesem Sinne sollte man weiterhin auf alles vorbereitet sein. Auch darauf, dass die ökonomischen Spätfolgen durch das Coronavirus noch für längere Zeit spürbar bleiben werden.

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Berliner Mietendeckel: ifo beschreibt die wohl logische desaströse Folge!

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Berliner Mietendeckel und die Folgen - Berlin Innenstadt Foto

Die Intention bei einer staatlichen Verzerrung von am Markt gebildeten Preisen ist natürlich in der Regel gut. Man will einfach etwas Gutes tun, schaut aber nur auf die direkte sofortige Auswirkung. Aber man achtet nicht auf die mittel- und langfristigen Folgewirkungen, welche die eigentlichen positiven Effekte zu Nichte machen. Am Ende, so möchten wir anmerken, gibt es immer katastrophale Folgen, wenn der Staat den freien Preisbildungsprozess beeinflussen will. So auch beim Berliner Mietendeckel.

Bevor wir zur aktuellen Lage und Analyse in Berlin kommen, schweifen wir noch kurz ab in die Schweiz. Da versuchte die Notenbank jahrelang durch massives Dagegenhalten den Schweizer Franken auf Aufwerten zu hindern. Jahrelang war Euro gegen Franken bei 1,20 eingefroren. Dann, völlig überasschend, sahen die Notenbanker Anfang 2015, dass sie diese Einfrierung so nicht aufrechterhalten konnten. Die Verzerrung wurde aufgehoben, der Markt konnte wieder frei agieren. Und siehe da, der Schweizer Franken explodierte. Ein Desaster für sehr viele Anleger, und ein Desaster für die Schweiz, weil alle ausländischen Käufe Schweizer Produkte sich schlagartig extrem verteuerten. Auch Urlaub in der Schweiz wurde über Nacht deutlich teurer.

Aber nun zurück zur Marktverzerrung in Berlin, zum Berliner Mietendeckel, der laut der dortigen Stadtverwaltung und Politik (rot-rot-grün) für alle Mieter und Mietsuchenden natürlich nur Vorteile bringen wird. Denn wie gesagt, man will ja etwas Gutes tun! Das Münchner ifo-Institut hat zusammen mit dem Portal „Immowelt“ die Berliner Mietpreise analysiert. Zunächst die noch relativ naheliegenden sofortigen Folgen. Zitat ifo:

Bereits die Ankündigung des Mietendeckels hat die Vermieter in Berlin beeinflusst: Seit Juni 2019 steigen die Mieten von regulierten Wohnungen langsamer als in den übrigen 13 deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Bei nicht regulierten Wohnungen (Neubauten ab 2014) stiegen die Mieten hingegen schneller als in den anderen deutschen Großstädten.

Aber wie werden die Vermieter im größeren Bild gesehen auf den Berliner Mietendeckel reagieren? ifo hat da eine klare Meinung, was passieren wird (was wir für eine durchaus logische Folgewirkung halten, wenn der Markt derart verzerrt wird). Zitat ifo:

„Unsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass die Eigentümer der regulierten Mietwohnungen einen Teil ihrer Mieteinnahmen verlieren. Man kann damit rechnen, dass freiwerdende Wohnungen vielfach dem Mietmarkt entzogen und als Eigentumswohnungen verkauft werden. Neben den Vermietern sind auch Wohnungssuchende in Berlin die Verlierer des Mietendeckels“, sagt Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts.

Frage: Entziehen sich die Vermieter tatsächlich in großem Umfang dem Berliner Mietendeckel, in dem sie Mietwohnungen umwandeln und als Eigentum zum Verkauf stellen… muss die rot-rot-grüne Regierung dann zwecks Aufrechterhaltung des Gesamtvorhabens die nächste staatliche Verzerrung erzeugen, in dem man die Neuumwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen verbietet? Schöne neue Planwirtschaft in Berlin, möchten wir dazu sagen.

Und weiter heißt es von ifo im Wortlaut:

Die Schere am Berliner Immobilienmarkt geht damit weiter auseinander: Neubauten, die häufig in bevorzugten Lagen zu finden sind, werden immer teurer. Der Bestand entwickelt sich preislich schwächer. Dadurch sinkt der Anreiz, in die Aufwertung von Bestandsimmobilien zu investieren.

„Die beobachteten Auswirkungen des Berliner Mietendeckels werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den gewünschten Entlastungseffekt haben, sondern das Auseinanderdriften am Wohnungsmarkt weiter verschärfen“, sagt Cai-Nicolas Ziegler, CEO der Immowelt AG. „Das zeigt das deutlich stärker steigende Mietpreisniveau bei nicht regulierten Neubauten. Eine solche Entwicklung kann für eine Stadtgesellschaft nicht gut sein und widerspricht dem eigentlichen Zweck des Gesetzes. Statt in das Eigentumsrecht von zumeist privaten Vermietern einzugreifen und Investitionen in die Wohnungswirtschaft zu hemmen, sollte die Politik sich darauf konzentrieren, geförderten Wohnraum zu schaffen, wo er gebraucht wird.“

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Unternehmensschulden erreichen weltweit neuen Rekordstand

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Weltweite Unternehmensschulden laut OECD auf Rekordniveau

Die in Form von Anleihen verbrieften weltweiten Unternehmensschulden haben ein neues Rekordhoch erreicht. Warum die OECD die Alarmglocken läutet?

Unternehmensschulden erreichen ein nie da gewesenes Niveau

Ein weiterer Beweis dafür, dass die Finanzkrise nie aufhörte zu existieren, kann man u. a. an dem Stand der weltweit verbrieften Unternehmensschulden erkennen. Gemäß den jüngsten Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sich die Anleiheschulden der Unternehmen seit dem Jahr 2008 bis zum Ende des Jahres 2019 auf 13,5 Billionen US-Dollar verdoppelt. Die OECD sieht in diesem Zusammenhang gleich mehrere Entwicklungen problematisch und warnt u. a. vor dem anhaltenden Rückgang der Qualität der im vergangenen Jahr verbrieften Unternehmensschulden. Über die Hälfte der neu ausgegebenen Anleihen sind mit „BBB“ geratet und erfüllen nur noch knapp den Status „Investment Grade“. Sollte es zu einer weiteren Eintrübung der Konjunktur kommen, bestünde die Gefahr massenhafter Qualitätsabstufungen in den „Ramsch“-Bereich. Dies würde es vielen institutionellen Käufern dieser Schuldpapiere verunmöglichen, die Anleihen der betroffenen Unternehmen weiterhin zu erwerben oder in ihren Beständen zu halten.

Die in ihrer Bonität herabgestuften Unternehmen hätten dann kaum alternative Finanzierungsquellen und müssten deutlich höhere Kreditkosten in Kauf nehmen. Beide Effekte erhöhen wiederum die Ausfallwahrscheinlichkeit der Anleihen weiter und können zu einem gefährlichen Dominoeffekt führen. Die OECD weist daher auf das Risiko hin, dass ein künftiger Abschwung zu deutlich höheren Ausfallraten führen kann als in früheren Kreditzyklen. So waren in den Jahren 2000 bis 2007 am Kapitalmarkt aufgenommene Unternehmensschulden nur zu 39 Prozent mit dem schlechten Rating „BBB“ bewertet.

Besorgniserregend ist auch die Geschwindigkeit, mit der sich die Unternehmen weltweit in neue Schulden stürzen: Seit dem Jahr 2010 gewinnt die Schuldenaufnahme an Dynamik. Im vergangenen Jahr haben Firmen außerhalb des Finanzsektors neue Verbindlichkeiten in Höhe von 2,1 Billionen US-Dollar aufgebaut. Dieses Volumen entspricht dem bisherigen Rekord aus dem Jahre 2016 – mit einem Unterschied: Damals wuchs die Weltwirtschaft noch mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent, im Jahr 2019 waren es nur knapp 3 Prozent. Für das laufende Jahr wird hingegen, je nach Schätzung, nur noch mit einem Wachstum von 2,3 bis 2,8 Prozent gerechnet, einhergehend mit einem neuen Rekord bei den Unternehmensschulden. Der Trend hin zu immer weniger Wachstum, das durch immer höhere Schulden erkauft wird, setzt sich damit fort. Besonders stark explodierten die Unternehmensschulden seit dem Jahr 2018 in den Schwellenländern. Auch dieser Trend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen, da gerade in China, das nach wie vor als Schwellenland geführt wird, immer mehr Unternehmen nur noch dank massiver Ausweitung ihrer Verbindlichkeiten zahlungsfähig bleiben. Die Coronavirus-Epidemie wird diese Entwicklung zusätzlich verstärken.

Die Gründe für die Emissionsflut bei Unternehmensanleihen

Positiv zu werten ist, dass die weltweit sinkenden Kapitalmarktzinsen die Kreditkosten in den letzten Jahren massiv gesenkt haben. Dadurch ist es für Unternehmen attraktiver geworden, sich direkt am Kapitalmarkt durch die Ausgabe von Anleihen zu refinanzieren, anstatt teurere Bankkredit in Anspruch nehmen zu müssen. So fanden im Zuge der sinkenden Kapitalmarktzinsen in den letzten Jahren in hohem Volumen auch Umfinanzierungen statt. Für die Banken bedeutet dies einen Marktanteilsverlust bei Unternehmensfinanzierungen. Banken, die über kein eigenes Anleihegeschäft verfügen, leiden besonders unter diesem Trend.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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