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Der Anfang vom Ende des Euro

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Der arme Mario Draghi! Da haben ihn die Finanzmärkte so in die Ecke getrieben, dass er gleich die ganz große Bazooka auspacken musste. Leitzinssenkung auf 0,15%, jetzt negative Einlagezinsen von -0,10% – das war in etwa so erwartet worden. Aber dann packte Mario noch drei Maßnahmen aus, von denen der Markt höchstens eine erwartet hatte: keine Sterilisierung der SMP-Käufe mehr (das erhöht die Geldmenge), ein neuer LTRO (bis 2018; zur günstigen Refinanzierung der Banken) sowie die Vorbereitung eines ABS-Programms (verbriefte Kreditprodukte).

Problem: der LTRO kommt erst im September, bis dahin will man das ABS-Programm vorbereiten. Trader sprechen daher von einem erneuten „can kicking“ der klassischen EZB-Art. Die Anleihen der Euro-Peripherie geben ihre Gewinne wieder ab (die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe Irlands war zwischenzeitlich unter die ihres amerikanischen Pendants gefallen – das erste Mal seit 2007!). Und auch der Euro ist wieder da, wo er vor der EZB-Entscheidung war. Damit ist schon einmal ein Ziel der EZB verfehlt – wenn der Euro jetzt nicht nachhaltig fällt, wann dann?

Und die Aktienmärkte: nach dem Anstieg über die 10.000er-Marke kommt der Dax wieder unter Druck – es gibt jetzt irgendwie nichts mehr, worauf man sich freuen kann. Draghi hat eine weitere Zinssenkung ausgeschlossen – hier also ist das Pulver verschossen. Und die ABS-Vorhaben werden noch längere Zeit brauchen, bis sie sich verwirklichen lassen.

Dieser Tag jedenfalls wird in die Geschichte eingehen. Die EZB führt faktisch eine Politik ins Extrem, die schon bisher nicht funktioniert hat. Und die Ursache ist ein falsches Verständnis der Kreditmechanismen. Die Banken werden wegen der negativen Einlagezinsen kaum mehr Kredite vergeben, sondern das Geld weiter lieber in Staatsanleihen pumpen – die Anreize so zu handeln sind unter den derzeitigen Umständen einfach zu verlockend.

Und die EZB steht bald dann noch ratloser da – wie der Kaiser ohne Kleider – solange sie ihre eigenen Irrtümer nicht korrigiert. Leider ist davon nicht auszugehen, und so haben wir heute mit großer Wahrscheinlichkeit den Anfang vom Ende des Euro erlebt.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    hugi stendahl

    5. Juni 2014 19:21 at 19:21

    Eine Zentralbank ist niemals in der Lage mit ihren Mitteln eine Kreditkontraktion die durch sozialistisches Gelddrucken entstanden ist, wieder aufzulösen.

    Um in den Südländern eine Verwendung für die angekündigten 400 Mrd. zu finden, müssten diese Länder undurchführbare Reformen durchführen, die diese Länder in den Griechenlandstyle versetzen würden.
    Um mit Deutschland unter dem Euro zu konkurrieren müssten in Frankreich 120 Mrd. € zusätzlicher Produktivität JÄHRLICH eingesammelt werden. Unmöglich.

    Auch im Artikel fehlt die Fragestellung: Weiß das die sogenannte Elite denn nicht?

    Natürlich wissen sie es und verschärfen offenbar aus anderen Gründen die Situation.

    Und hier gibt es nur eine Erklärung, die Schäuble in einem NYT Interview im November 2012 bereits einmal mit einem Freudschen Versprecher formulierte:
    Die Vereinigten Staaten von Europa sind nur in einer historischen Krise durchsetzbar und weiter während eines Vortrags vor internationalen Bankstern:
    Die BRD war nach dem II. WK nie voll souverän und die Governance des 20th Jahrhunderts sei überholt, mit anderen Worten sollten die Staaten abgeschafft werden.

    Alles deutet darauf hin, dass man die Staaten, die noch eine nationalstaatliche Identität haben ( Frankreich, Spanien und Italien ) derart destabilisiert, dass ihnen nichts übrig bleibt, als als Bundesland in den VSE aufzugehen.

    Die BRD Protagonisten werden wohl in naher Zukunft unter falschem Vorwand versuchen das GG zu ändern, damit Volksabstimmungen möglich werden. Dabei wird man dem gehirngewaschenen Michel die Notwendigkeit des Beitritts als Bundesland deutlich machen.

    Schöne neue Weltordnung im Finanzfaschismus EU.

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    Habnix

    5. Juni 2014 20:00 at 20:00

    Was für merkwürdige Berater hat den Mario Draghi?

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    L. S.

    6. Juni 2014 07:12 at 07:12

    Die berater von Draghi?

    Leicht zu beantworten:

    Rothschilds
    Rockefellers
    Morgans
    Harrymans
    Carnegies
    Warburgs
    Schiffs,
    Goldmans
    Sachs
    Vanderbuilt
    Lazard
    Bush (ja, die ex-präsidenten der vsa)
    und noch 2 weiteren blutlinienfamilien

    Sonst noch Fragen?

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    System2014

    6. Juni 2014 07:19 at 07:19

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    EuroTanic

    6. Juni 2014 07:54 at 07:54

    Solange Michel & Co weiter in EUROtopia träumen wird es kein Ende geben. Die werden einfach so lange weiter die einfachen Menschen enteignen und sozial euthanasieren, wie es sich die Leute gefallen lassen. Oder meint ihr Hitlers & seine Schergen hätten irgendwann von selbst gesagt: „So, jetzt ist Ende, jetzt will ich auch nicht mehr.“????
    Psyhochopathische Kriminelle machen solange auf Kosten anderer weiter, weil es der Sinn ihres Lebens ist. Die haben sogar Spass daran

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Netflix-Quartalszahlen: Richtig gut! Aber die Börse achtet auf eine Zahl

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 5,47 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 4,19/Erwartungen 5,44). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 5,73 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,30 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,30/Erwartungen 0,51). Im laufenden Quartal erwartet man jetzt 1,66 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,76 Millionen (erwartet 7,6). Davon entfallen 0,55 Millionen auf Nordamerika (erwartet 0,6). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 7 Millionen neuen Abonnenten aus! (bisher erwartet 7,82)

Netflix sagt aktuell, dass das geringe Wachstum in Nordamerika an den jüngsten Preiserhöhungen und der Konkurrenz durch andere Streaminganbieter (siehe Disney+) liegt.

Fakt ist: Die Finanzdaten wie auch das Nutzerwachstum sind richtig gut! Vor allem die Erwartungen beim Gewinn wurden deutlich übertroffen. Die Aktie notiert nachbörslich um 22:14 Uhr trotzdem mit 1,5% im Minus – weil die jetzt ganz frisch ausgegebene Zielmarke von 7 Millionen neuen Abonnenten von Januar-März ein klein wenig unter den bisherigen Erwartungen liegt. Wow, wie verwöhnt die Börsianer beim Wachstum von Netflix doch sind!

Netflix Quartalszahlen Datenblatt

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Netflix-Quartalszahlen heute Abend – warum sie extrem wichtig sind

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Netflix Beispielfoto

Am 14. November 2019 titelten wir Streaming-Krieg voll ausgebrochen! Disney-Angebot gewinnt 10 Millionen Abos – Aktie +7%. Denn zu dem Zeitpunkt startete der gigantisch große Entertainment-Konzern Walt Disney sein Streaming-Produkt „Disney+“ in den USA. Man tritt damit in direkte Konkurrenz zu Netflix. Und damit hört es ja nicht auf. Auch Apple und andere Medienkonzerne mit enormer Finanzkraft bringen derzeit ihre Angebote auf den Markt. Und eine Finanzkraft wie Apple oder Disney kann Netflix nun mal nicht bieten. Und da Anbieter wie Disney ihre Angebote natürlich im eigenem Angebot exklusiv anbieten, ist Netflix gezwungen massiv in Eigenproduktion zu investieren. Das treibt die Kosten nach oben. Daher schaut der US-Aktienmarkt heute Abend mehr als gespannt auf die Quartalszahlen von Netflix.

Endet die Wachstumsstory von Netflix?

Die Frage lautet: Wie viele Kunden von Netflix sind schon zur Konkurrenz abgewandert? Oder nutzen die konsumsüchtigen Amerikaner nun zwei oder zukünftig drei, vier Streaming-Angebote parallel? Kaum vorstellbar, dann dann zahlt man ja auch ein Vielfaches an monatlichen Abo-Gebühren. Die letzten Quartalszahlen von Netflix vor drei Monaten fielen sehr gut aus. Aber das hat nichts zu bedeuten, denn da ging es ja auch um den Zeitraum Juli-September 2019. Und der Start von Disney+ fiel erst in das Quartal Oktober-Dezember, wo erst heute die Finanzdaten präsentiert werden. Deswegen ist der heutige Tag so überaus interessant. Denn im großen Bild stellt sich die Frage: Endet die Wachstumsstory von Netflix, jetzt wo die Konkurrenz ihre Angebote endgültig an den Markt bringt?

Oder geschieht ein kleines Wunder, und man kann sich mit voller Kraft (tolle Eigenproduktionen) doch behaupten? Die genauen Finanzdaten sind stets eher zweitrangig. Aber Netflix veröffentlicht zusammen mit seine Finanzdaten einmal pro Quartal auch die Nutzerzahlen. Hier schaut der Markt immer genau auf das Wachstum bei den neuen Nutzern. Gibt es heute Debakel dank der neuen Konkurrenz, und sogar rückläufige Nutzerzahlen? Das könnte nachbörslich übel ausgehen für die Aktie! Aktuelle Erwartungen liegen derzeit bei +589.000 Nutzern in den USA, und +7 Millionen neuen Nutzern im Ausland. Ja, das klingt logisch. Dank der neuen Konkurrenz im Heimatmarkt erwartet man dort kaum noch Wachstum – das muss nun erstmal im Ausland generiert werden?

Schafft das Unternehmen diese Flucht ins Ausland? Der Gewinn pro Aktie lag vor drei Monaten noch bei 1,47 Dollar, und soll heute bei nur noch 0,51 Dollar liegen. Logisch, wenn man bedenkt, wie stark Netflix die Kosten für Eigenproduktionen raufschrauben muss. Auf jeden Fall wird es heute Abend ein spannendes Event. Wir werden umgehend darüber berichten, sobald die Zahlen verfügbar sind nach 22 Uhr. Und die Aktie von Netflix, was ist mit der eigentlich? Seit Disney im November sein Angebot startete, konnte die Netflix-Aktie von 292 auf jetzt 337 Dollar zulegen. Aber schaut man auf den Trend der letzten zwei Jahre (Chart), dann stagniert die Aktie, obwohl es zwischenzeitlich große Schwankungen gab.

Die Aktie von Netflix im Verlauf der letzten zwei Jahre

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Griechische Aktien mit 41% Jahresgewinn – woran das liegt!

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Die Akropolis in Athen - griechische Aktien sind gut gestiegen

Griechische Aktien waren die Top-Performaner im Jahr 2019. Nicht innerhalb Europas, sondern weltweit. Kein Index stieg stärker als der Athens General. Doch wie kommt das? In den deutschen Medien wird über Griechenland kaum noch berichtet, während das Land in der Hochphase der Eurokrise die Titelseiten über Monate bestimmte. Aufgrund dessen hat sich in Deutschland das Bild eines abgehängten Griechenlands gefestigt, während über die Erholung der griechischen Wirtschaft praktisch gar nicht mehr berichtet wird. Wie geht es nun weiter mit dem griechischen Aktienmarkt?

Fast 41% Kursgewinn in nur einem Jahr, das klingt phantastisch. Doch dann dürfte es jetzt zu spät sein mit dem Einstieg, oder? Nicht unbedingt! Denn schauen wir uns den Chart des Athens General Index an, so stellen wir fest, dass er heute gerade einmal da notiert, wo er auch 2015 zu finden war. Die 41% Kursgewinn für griechische Aktien wurden also von einem sehr, sehr niedrigen Niveau aus erzielt. Im Jahr 1999 notierte der Index fast auf dem sechsfachen Niveau, ebenso 2008 kurz vor dem Beginn der Finanzkrise.

Zahlreiche Wirtschaftsdaten zeigen die Erholung an!

Doch der Kursanstieg wird auch durch die Fundamentaldaten gestützt und ist nicht lediglich eine technische Gegenreaktion nach einer langen Abwärtsphase. So liegt das Wirtschaftswachstum inzwischen bei 2,3% und damit auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren. Griechenlands Wirtschaft wächst damit fast doppelt so schnell wie die Eurozonen-Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote hat sich seit dem Hoch bei 27,8% inzwischen auf 16,6% reduziert und sinkt weiter. Das Verbrauchervertrauen stieg dadurch auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren!

Gleichwohl gibt es auch noch Probleme. So wirkt sich das hohe Verbrauchervertrauen bislang noch nicht auf den Konsum aus. Die Zahl der PKW-Neuanmeldungen liegt nach wie vor darnieder, die Einzelhandelsumsätze kommen nicht vom Fleck und das an Verbraucher ausgereichte Kreditvolumen schrumpft sogar schneller als noch vor drei Jahren. Die Verbraucher haben sich seit dem Hoch im Jahr 2009 inzwischen um mehr als die Hälfte entschuldet, wobei ein Teil davon sicherlich auch auf Verbraucherinsolvenzen zurückzuführen ist.

Nicht alle Daten werden besser

Ein Problem sind auch nach wie vor die enormen Staatsschulden. Denn all die angeblichen Hilfsgelder der anderen EU-Staaten waren nichts weiter als eine Umschuldung für Griechenland, keine Netto-Schuldentilgung. Obwohl der griechische Staat seine Ausgaben seit dem Hoch um 32% reduzierte, ist die Staatsverschuldung in Euro gerechnet fast so hoch wie 2011 und in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt aufgrund der massiven Schrumpfung der Wirtschaft sogar auf einem Allzeithoch angelangt. Das Außenhandelsbilanzdefizit bekam das Land auch noch nicht in den Griff.

Dass es dem Land inzwischen wieder besser geht, spüren die Banken als erste. Mindestens daran, dass weniger Kredite notleidend werden und zuverlässig bedient werden. Dementsprechend gehörten die Aktien griechischer Banken auch zu den Gewinnern am griechischen Aktienmarkt. Dreistellige Kursgewinne waren keine Seltenheit.

Die Rallye für griechische Aktien geht vermutlich weiter!

Der griechische Aktienmarkt ist vergleichsweise klein. Die Marktkapitalisierung aller Aktien zusammen beträgt nur rund 60 Milliarden Euro. Schon kleinere Kapitalzuflüsse können hier also große Kursbewegungen auslösen, aber auch kleinere Kapitalabflüsse. Angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung und der nach wie vor geringen Bewertung der meisten Aktien gehen Analysten davon aus, dass der griechische Markt auch 2020 zu den Gewinnern zählen wird.

Angesichts der im Markt lauernden Risiken empfiehlt es sich, breit diversifiziert in griechische Aktien zu investieren und Einzelaktien zu meiden. In Deutschland wird dafür zum Beispiel ein Index-ETF von Lyxor auf den MSCI Greece Index angeboten. Griechische Anleihen sind übrigens kein sonderlich attraktives Investment mehr. Die Renditen für griechische Staatsanleihen liegen inzwischen unterhalb denen, zu denen sich die USA verschulden können. Zwar sind hier angesichts der Geldpolitik der EZB noch weitere Kursgewinne denkbar, schließlich sind die Renditen nach wie vor positiv, während sich andere Staaten schon zu Negativzinsen verschulden können. Doch die große Bonds-Rallye, die ist in Griechenland bereits gelaufen.

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