Jeder sollte ein bisschen „Goldig“ sein

Von Stefan Riße

Es ist ziemlich ruhig um das Edelmetall Gold geworden. Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders. Da wurde täglich in den Marktberichten über den Feinunzen-Preis berichtet. Als Gold im Spätsommer 2011 mit mehr als 1.900 US-Dollar seine historischen Höchstkurse erreichte, waren die Titelseiten der Geldanlagemagazine voll mit dem Thema. Der Aktienmarkt stürzte damals inmitten der Eurokrise ab. Gold galt als das Krisenmetall und als sicherer Hafen. Doch mit der Beruhigung der Lage, ging es wieder abwärts mit dem Edelmetall. Und allen Hoffnungen der Goldfans zum Trotz, Hauchten auch Krisen am Aktienmarkt wie im Spätsommer 2015 dem Goldpreis kein Leben mehr ein.

Lehrstunde zur Markttechnik

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass die Markttechnik im Hintergrund eine viel entscheidendere Rolle spielt, als viele erahnen. Hausen und Baissen nähren sich vor allem durch sich selbst. Und so ist es viel wichtiger, wo ein Wert in eben diesem Zyklus steht. Die in den Marktberichten genannten fundamentalen Gründe werden oft überbewertet. Und Gold war im Börsenabsturz 2015 noch im Baissezyklus und wurde sogar verkauft. So hieß es dann dementsprechend, dass Gold seinen Bonus als Krisenwährung verloren habe. Das aber ist falsch. Langfristig wird Gold profitieren vor allem dann, wenn wir mehr Inflation bekommen.

Die Inflation ist zurück

Die vergangen Jahre waren geprägt von Deflationsangst. Die Preise drohten zu fallen. Ein volkswirtschaftlicher Zustand, den Notenbanken stets zu verhindern versuchen, weil sinkende Preise eine Abwärtsspirale in Gang setzen können. Merken die Bürger, dass alles billiger wird, warten Sie mit Kaufentscheidungen ab. Das kann dann in die Rezession führen. Es waren vor allem die gesunkenen Ölpreise, die zu einem starken Rückgang der Inflationsraten führten. Doch dieser Effekt ist jetzt ausgelaufen. In Deutschland ist die Inflation schon wieder auf 1,9 Prozent geklettert. Und es sind nicht nur die wiedererstarkten Energiepreise, die hier treiben. Es sind auch die Löhne, die aufgrund der Vollbeschäftigung nach oben gehen. In den USA wird wegen der geplanten Wachstumsmaßnahmen der Regierung Trump ebenfalls mit höheren Inflationsraten gerechnet.

Gold gehört in jedes Depot

Die Null-Zinsen werden damit immer schmerzhafter. Denn am Ende ist es der Realzins, der darüber entscheidet, ob und wie stark sich ein Vermögen vermehrt, oder ob es weniger wird. Im Normalfall sollte der Realzins positiv sein, also das was an Rendite nach Abzug der Inflation an Ertrag übrigleibt. Doch die normalen Zeiten im Bereich der festverzinslichen Anlagen sind längst vorbei und der Realzins vor allem aus Sicht des deutschen Sparers über die gesamte Laufzeitkurve festverzinslicher negativ. Gold als Schutz vor Inflation gehört deshalb für mich in jedes Depot. Denn ziehen die Inflationsraten weiter an, dann könnte der Preis explodieren.

Schöner Gold-Test

Wie hoch aber sollte die Goldquote, oder wie goldig bist DU? Die Deutsche Börse Commodities hat dazu einen schönen Test entwickelt. Unter dieser Adresse https://www.xetra-gold.com/goldtest/
Hinzufügen können Sie testen, wie „Goldig“ Sie sind. Einfach mal machen. Dauert nur 60 Sekunden und ist auch amüsant. Ich bin 202 Prozent GOLDig und liege damit über dem Bundesdurchschnitt. Und Sie?


Kommentare

Jeder sollte ein bisschen „Goldig“ sein — 3 Kommentare

  1. Auch schon aufgewacht,Hr.Riße(…)?
    Bei 1275-1300$,wird erstmal Kasse gemacht,wenn der Lemming dann den Goldesel reitet,lol
    Wann haben Sie sich mit dem Echten Wert eingedeckt,Hr Riße?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.