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Millionen Arbeitslose versteckt: Die folgenden Daten zeigen die ganze Heuchelei der EU-Statistiker

Gleich zu Beginn möchten wir betonen: Die deutschen Arbeitsmarkt-Statistiker sind kaum besser wenn es um eine wirklich realistische Darstellung der Arbeitslosigkeit geht! Jetzt aber zur EU. Das Statistikamt Eurostat hat…

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Von Claudio Kummerfeld

Gleich zu Beginn möchten wir betonen: Die deutschen Arbeitsmarkt-Statistiker sind kaum besser wenn es um eine wirklich realistische Darstellung der Arbeitslosigkeit geht! Jetzt aber zur EU. Das Statistikamt Eurostat hat gestern mehrere Teil-Statistiken und Grafiken veröffentlicht, die leicht verständlich die Gesamtlage am europäischen Arbeitsmarkt darstellen. Mit dieser „leichten Kost“ möchten wir in diesem Artikel beginnen.

So gibt es (erste Grafik) in der EU nach offiziellen Headline-Daten im Alter von 15-74 Jahren 224 Millionen Menschen, die arbeiten – 178 Millionen davon in Vollzeit. 21 Millionen Menschen sind (offiziell) arbeitslos, und 135 Millionen Menschen sind „ökonomisch inaktiv“, wie es die Statistiker nennen. Damit sind vor allem Hausfrauen und Hausmänner gemeint, die zuhause bleiben, während der Partner/die Partnerin einer Arbeit nachgeht.


Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.

In der Zahl der vorhin schon erwähnten 135 Millionen „ökonomisch inaktiven“ Menschen in der EU sind auch einige Menschen inkludiert, die offiziell nirgendwo Beachtung finden, und nirgendwo so richtig auftauchen. Nur in so einer Randnotiz wie dieser Statistik der EU tauchen sie auf, aber nicht in den wichtigen monatlichen Hauptmeldungen zur Arbeitslosigkeit. Es sind Millionen von Menschen, die arbeitslos sind, aber nicht als Solche mitgezählt werden, weil sie sich angeblich nicht aktiv genug um Arbeit bemühen.

Laut Eurostat gibt es in der EU 8,8 Millionen Menschen, die derzeit klassifiziert sind als eigentlich arbeitsfähig, aber nicht wirklich nach Arbeit suchend („classified as available to work but not looking for work“). Eurostat bezeichnet diese Gruppe als „mutlose und demotivierte“ Personen, die nicht aktiv nach Arbeit suchen. Daher zählt man sie nicht als arbeitslos. Und genau hier liegt nach unserer (kleingeistigen?) Meinung die Heuchelei, die für die Öffentlichkeit ein so schönes Bild niedriger Arbeitslosigkeit entstehen lässt.

Selbst wenn diese 8,8 Millionen Menschen total faul und demotiviert sind, und allesamt vielleicht einfach keine Lust haben zu arbeiten, dann sind sie aber dennoch alle arbeitslos. Und das Wort „Arbeitslosenquote“ oder „Zahl der der Arbeitslosen“ suggeriert dem Betrachter nun mal eindeutig, dass hierin alle Menschen enthalten sind, die arbeitslos sind. Das ist aber eine völlig irreführende Bezeichnung der Statistiker, die dem Betrachter ein völlig falsches Bild vortäuscht, wie die Zahl der Arbeitslosen denn tatsächlich aussieht. Wer es gerne im Originaltext lesen will, hier der Originaltext von Eurostat zu dem Thema:

Persons available to work but not seeking are persons aged 15-74 neither employed nor unemployed who want to work, are available for work in the next 2 weeks but do not seek work. This indicator covers jobless people who do not qualify for recording as unemployed because they are not actively looking for a job. It includes, among others, discouraged jobseekers and persons prevented from jobseeking due to personal or family circumstances.

Laut Eurostat sind es sogar insgesamt 11 Millionen „zusätzliche potenzielle Arbeitskräfte“ in der EU. Wie die folgende Grafik zeigt, ist also die Zahl dieser Personen vor allen in Italien (12%), Kroatien und Finnland besonders groß.

20% der Arbeitnehmer in der EU arbeiten laut Eurostat in Teilzeit. Von diesen 45,3 Millionen Menschen seien 9,5% „unterbeschäftigt“. Damit meint Eurostat, dass sie gerne mehr arbeiten wollen und auch die Zeit für mehr Arbeit haben. In Griechenland liegt die Zahl der unterbeschäftigten Teilzeitarbeiter, also der Teilzeitarbeiter, die gerne mehr tun würden, bei gigantischen 74,1%. Ein Spitzenwert in der EU, der zeigt, wie viele der offiziell arbeitenden Menschen wohl nicht von ihrem kleinen Teilzeitjob leben können.

Dass in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit die derzeit stark rückläufigen Arbeitslosenquoten die Realität vieler Menschen kaum wiederspiegeln, zeigt auch, dass diese hier besprochene Quote neben Griechenland ebenfalls auf Zypern extrem hoch ist (63.7%), aber auch in Spanien (50.7%) und Portugal (45.1%). Die Grafik zeigt es deutlich. Die wirtschaftlich erfolgreichen Nordstaaten liegen alle unter 20%.

Daten/Grafiken: Eurostat

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    foxxi

    26. Mai 2017 14:18 at 14:18

    also runde 21 mill offizielle arbeitslose. und gleichzeitig weiter den füchlingsstrom ankurbeln.
    hierzu gibt es mindestens zweierlei interessen: a, dem unternehmerkapital-wachstum unterwürfig dienen und b, die staaten destabilisieren, damit diese eurokraten endlich ihren gleichgerichteten eurostaat vollziehen können, – in richtung „eine-welt-ordnung“ das kapital wirds ihnen danken und die breite bevölkerung die ungeniesbare suppe auslöffeln. danke an die politiker,- danke an die dummen wähler

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      Victoria Fernandez Llavero

      28. Mai 2017 17:45 at 17:45

      ?Ja,das sind die?!!! Finanziert mit Steuergelder, damit sie ? uns regieren u manipulieren können, immer mit den gleichen Ziel; vorsätzliche Verschuldung der EU-$taaten durch geschützte Korruption, vorsätzliche Versklavung durch Robotisierung des Arbeitsmarktes, ???=NWO für ???

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    Friedhelm

    27. Mai 2017 07:58 at 07:58

    Vielen Dank für den guten Bericht.

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    Matthias Vöcking

    27. Mai 2017 14:21 at 14:21

    Wer die eigene Arbeitskraft weder selbst noch über Vermittler auf dem Arbeitsmarkt anbietet ist nicht arbeitslos. Das Angebot unselbständiger Arbeitsleistung ist charakteristisch für Arbeitslosigkeit, so wie das Angebot von Waren, Dienstleistungen oder Erzeugnissen auf eigenes Risiko die Angelegenheit von Unternehmern ist. Wer die eigene Arbeitskraft schon nicht anbietet, ist ebenso wenig Arbeitsloser wie Einzelhändler ohne Waren.

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      Leokatz

      28. Mai 2017 23:15 at 23:15

      Beispiel: Jemand verdient 3,000 netto. Partner wird Arbeitslos. Fällt aus ALG l raus nach einem Jahr etwa. ALG ll gibt es nicht, da der Ehegatte „zu viel“ verdient. Und schon isser raus aus der Arbeitslosenstatistik…..und beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden in dem Fall? Wofür? Die vermitteln nur an Leisungsbezieher. Ergo fallen solche Personen aus der geschminkten Statistik raus. Private Vermittler sind besser. Aber die zu veremittelnden Personen werden in keiner Arbeitslosenstatistik erfasst.

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    Jan

    29. Mai 2017 09:35 at 09:35

    Die beiden Statistiken sind doch nicht richtig.
    Es geht doch volkswirtschaftlich darum, wer für sein Lebensunterhalt die Algemeinheit geld kostet und dafür tatsächlich arbeiten könnte, es aber nicht tut. Das sind Arbeitslosen.
    Beispiel meine Frau: Arbeitet hin und wieder geringfügig, könnte mehr. Zieht aber kein Arbeitslosengeld, Harz oder was auch immer, weil ich ausreichend verdiene für unsere Familie. Damit muss sie eben auch in keiner Arbeitslosenstatistik auftauchen, die was aussagt über wie gut es dem Land geht. Schlecht ist wenn viel Menschen staatlichen Leistungen beziehen in Verhältnis zu denen die einzahlen. Das sagen beide Statistiken nicht aus.
    Fakt wird bleiben dass der Zahl entäuschte Arbeitssuchenden die nach und nach resignieren vermutlich sehr hoch ist.

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    Aufgewachter

    30. Mai 2017 00:26 at 00:26

    BRD 21,2 Millionen Menschen ohne Arbeit ? Sanktionsquote 3,2% mit über 1,017 Million Sanktionen pro Jahr
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/12/09/brd-21-millionen-menschen-ohne-arbeit-sanktionsquote-3-mit-uber-1-million-sanktionen-pro-jahr/

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      gerd

      30. Mai 2017 11:00 at 11:00

      1.
      Verstehe ich sie richtig?
      Eine Sanktionsquote von 3,2% bezogen auf 31,8 Mio Arbeitslosen würde absolut 1,017 Mio Sanktionen bedeuten. Das heißt, ich müsste entweder von 31 Mio Arbeitslosen oder von 15 Mio ausgehen, da es eine halbe Sanktion (1,5 Sanktion), welche einer Zahl
      von 21 Mio Arbeitslosen entspräche, sicher nicht gibt.
      Aber selbst 15 Mio Hartzer wären ja wohl der Oberstinkehammer.

      2. Woher haben Sie die Zahlen? Die 3,2% Sanktionsquote und die 1,017 Mio Zahl der Sanktionen.

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    Nana Albert

    20. Juni 2017 10:25 at 10:25

    …und trotzdem wird die CDU als stärkste Kraft von der Mainstreampresse propagiert – ich würde sagen wenn, dann TROTZ Merkel nicht WEGEN ihr….der Überraschungsballon ist nur, was die CDU / CSU dann damit macht?! Hoffentlich wird Merkel endlich zu ihren Saudis in die über 50° heiße Wüste geschickt (natürlich mit irgendeinem lieblichen Vorwand.). :0)

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Industrie und Gewerkschaften: Dramatisch mehr staatliche Investitionen bitte! Hallo Clemens Fuest!

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Gerade erst heute Vormittag hatten wir in einem Artikel die relativ große Bedeutungslosigkeit öffentlicher Investitionen für das Anwachsen der gesamten Wirtschaftsleistung besprochen. Clemens Fuest, Chef des ifo-Instituts und damit Nachfolger des hochgeschätzten wie auch umstrittenen Hans-Werner Sinn, hatte in einem Vortrag (Video hier sehen) klar aufgezeigt, wie klein und unwichtig die staatlichen Investitionen im Vergleich zu privatwirtschfaftlichen Investitionen sind, die ungefähr das zehnfache Volumen haben. Laut Clemens Fuest wäre es viel wichtiger zu schauen, wie private Investitionen stimuliert werden können, anstatt krampfhaft zu versuchen den Staat zu mehr Ausgaben zu bewegen. Selbst große Steigerungen bei staatlichen Ausgaben hätten im großen Bild nur minimale Wirkungen. Und laut Fuest würden solche unter massivem Druck stattfindenden öffentlichen Investitionen auch oft zu völlig sinnlosem Geldausgeben animieren (Steuergeldverschwendung ohne jeden Nutzen).

Aber jetzt ganz aktuell haben sich Vertreter von Industrie und Gewerkschaften dazu durchgerungen, gemeinsam den deutschen Staat zu mehr öffentlichen Ausgaben aufzufordern. Sie haben sogar eine gemeinsame Erklärung herausgegeben. Wann hat es sowas schon mal gegeben? BDI und DGB betiteln ihre Forderung mit den Worten „BDI und DGB verlangen ambitionierte Investitionsoffensive der öffentlichen Hand“. Anmerkung: Wie Clemens Fuest es richtigerweise erwähnt hat, merkt auch der BDI in seiner Forderung an, dass 90% der Investitionen aus dem Privatsektor kommen, und dass auch dieser Sektor stimuliert werden müsse. Der DGB denkt eher nur an staatliche Mehrausgaben. Hier Aussagen aus der gemeinsamen Erklärung, auszugsweise:

Demnach ist die Einrichtung eines Investitionsfonds ein möglicher Weg, um zu deutlich mehr Investitionen zu kommen. Der Analyse von IW und IMK zufolge steigert eine Erhöhung des staatlichen Infrastrukturbestands um zehn Milliarden Euro das Bruttoinlandsprodukt dauerhaft um rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr. „Es geht nicht in erster Linie darum, Symptome einer Rezession zu bekämpfen, sondern Ursachen einer Wachstumsschwäche anzugehen“, sagte der BDI-Präsident. „Die Politik steht in der Pflicht, den Industriestandort Deutschland zu bewahren und zu verbessern, um dauerhaft Wohlstand und Beschäftigung zu sichern.“ Notwendig dafür sei vor allem politische Berechenbarkeit. „Aus Sicht des BDI fehlen schon heute öffentliche Investitionen in Höhe von einem halben Prozentpunkt der Wirtschaftsleistung. Dabei sind die Zusatzanforderungen für den Klimaschutz noch nicht berücksichtigt“, kritisierte Kempf. In vielen Feldern seien diese Voraussetzung für höhere und effiziente private Investitionen, etwa im Verkehr oder der digitalen Infrastruktur.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann stellte klar: „Nur ein umfangreiches, langfristiges öffentliches Investitionsprogramm sichert die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft – und damit die guten Arbeitsplätze von morgen.“ Das gelte insbesondere angesichts des strukturellen Wandels, der durch Digitalisierung, Klimawandel und Globalisierungsprozesse getrieben wird. „Wir können es uns nicht länger leisten, den Wohlstand künftiger Generationen durch eine veraltete Infrastruktur und ein unterfinanziertes Bildungssystem zu gefährden. Öffentliche Investitionen stärken den sozialen Zusammenhalt und fördern gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Deutschland“, betonte Hoffmann.

IW liefert Basis für Forderungen und will 450 Milliarden Euro bis 2030

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fordert aktuell, dass die Schuldenbremse modifiziert werden müsse, damit der Staat bis runter auf die Kommunen bis 2030 insgesamt 450 Milliarden Euro investieren könne. So könne ein Investitionsstau aufgelöst werden. Die Aussagen des IW sind auch Basis der Forderungen von DGB und BDI. Aber mal ehrlich. Auch ohne diese Aussagen des IW hätten Gewerkschaft und Industrieverband ihre Forderungen formuliert, nicht wahr? Zitat auszugsweise vom IW:

Um Wirtschaft und Gesellschaft zukunftsfähig mit Blick auf Digitalisierung, Verkehrsinfrastruktur, Klima- und demografischen Wandel zu machen, sollte der deutsche Staat jährlich rund 45 Milliarden Euro gezielt zusätzlich investieren. Und zwar über mindestens zehn Jahre. Mit den insgesamt gut 450 Milliarden Euro könnten bis 2030 nicht nur der Investitionsstau in den Kommunen aufgelöst werden, sondern auch dringend nötige Fortschritte in der Qualität des Bildungssystem, bei Daten- und Verkehrsnetzen sowie bei der Dekarbonisierung des Landes erzielt werden. Eine derartige Investitionsoffensive würde deutliche wirtschaftliche Vorteile über Jahrzehnte bringe – etwa weil teure Energieimporte wegfallen oder weil eine höhere Produktivität durch bessere Bildung und effektivere Technik die geringere Anzahl an Arbeitskräften in einer alternden Gesellschaft teilweise ausgleichen kann. Weil künftige Generationen so von diesen Investitionen profitieren, ist es sinnvoll, solche Investitionen zumindest zum Teil über Kredite zu finanzieren – zumal der deutsche Staat aktuell auch für Finanzierungen über lange Zeiträume kaum oder keine Zinsen zahlen muss. Die Regelungen zur Schuldenbremse sollten so schnell wie möglich modifiziert werden, um den notwendigen Spielraum für Kredite zu ermöglichen.

Fehlende Investitionen in die Bahn - das Symbol schlechthin in Deutschland
Bahnschienen als Symbol für jahrzehntelang ausgebliebene Investitionen.

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Immobilien: Zinsen auf Rekordtief, Kredite sprudeln, Boom läuft weiter

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Beispielbild für Einfamilienhaus - Boom bei Immobilien läuft auf Hochtouren

Die Preise für Immobilien kennen nur eine Richtung. Der aktuellste Preisindex von Flossbach von Storch vom letzten Freitag geht immer weiter nach oben mit kräftigen Steigerungsraten, wie auch der Europace Hauspreisindex. Je nach Betrachtung liegen die Preiszuwächse für Immobilien im Jahresvergleich bei bis zu 10%. Aber trotz der immens steigenden Preise, sind die Kaufwilligen auch weiterhin gierig auf neue Wohnungen und Häuser? Geht der Nachfrageboom weiter? Dazu schauen wir mal auf den Monatsbericht der Bundesbank, der heute Mittag veröffentlicht wurde. Auf Seite 33 findet man Aussagen der Bundesbanker zum Punkt Kreditnachfrage. Hier geht es auch um Kredite für Immobilien. Zitat auszugsweise:

So erreichten die Zinsen für Wohnungsbaukredite mit langen Zinsbindungsfristen zum Ende des dritten Quartals mit 1,2 % einen neuen historischen Tiefstand. Hinzu kam, dass die privaten Haushalte die Aussichten auf dem Wohnungsmarkt sowie die Entwicklung der Preise für Wohneigentum weiterhin positiv einschätzten. Im Ergebnis stieg die Jahreswachstumsrate der Kredite an private Haushalte weiter leicht auf 4,2 % zum Quartalsende und lag damit ½ Prozentpunkt höher als vor einem Jahr. Die jüngsten Ergebnisse des BLS deuten darauf hin, dass die Vergabepolitik der Banken gegenüber Privatkunden im Berichtsquartal weitgehend unverändert blieb. Hier gaben die befragten Banken an, ihre Kreditstandards unverändert gelassen zu haben. Allerdings verschärften sie die Bedingungen für Wohnungsbaukredite in der Gesamtbetrachtung zum zweiten Mal in Folge, nachdem sie diese seit Anfang 2017 nahezu kontinuierlich gelockert hatten.

Also: Die Zinsen für Wohnungsbaukredite sind auf einem Rekordtief angekommen. Gleichzeitig haben die Banken ihre Bedingungen für diese Kreditart aber zum zweiten Mal verschärft. Und auch gleichzeitig ist das Volumen der herausgereichten Kredite trotzdem kräftig angestiegen. Das zeigt: Nicht nur der Preisboom bei Immobilien ist weiterhin voll intakt, sondern auch die reale Nachfrage der Käufer. Somit wird der Tanz auf dem Vulkan immer wilder. Es geht weiter, und weiter, und weiter. Bis irgendwann die Musik ausgeht und nicht nur einer, sondern mehrere Käufer keinen Stuhl mehr abkriegen beim rechtzeitigen Ausstieg. Man hat dann zu absoluten Höchstpreisen gekauft. Da nützt auch eine noch so günstige Finanzierung nichts. Crashen die Preise für Immobilien  irgendwann in der Zukunft überraschend schnell in den Keller, und man arbeitet noch zufällig bei einem Autozulieferer in Baden-Württemberg… dann ist die Katastrophe perfekt, wenn man seinen Job verliert, und das Häuschen zwangsversteigert werden muss. Der Erlös fällt dann katastrophal gering aus. So, das war nun das Worst Case Szenario in Kurzform. Nun aber mal Schluss mit den negativen Gedanken. Der Boom bei Immobilien läuft doch gerade auf vollen Touren. Also Lächeln bitte!

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Handelskrieg aktuell: China pessimistisch, glaubt nicht mehr an Deal

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Laut der bisher immer sehr zuverlässigen Eunice Yoon (CNBC-Korrespondentin in Peking) hat China die Hoffnung auf einen Deal faktisch aufgegeben. Peking sei entmutigt durch die Weigerung Trumps, bestehende Zölle schrittweise abzubauen, so Eunice Yoon unter Berufung auf Regierungs-Insiderin Peking.

Man wolle nun abwarten, wie das Impeachment-Verfahren weiter gehe – bzw. auf den Ausgang der Wahl 2020 warten:

Gestern hatte – laut Global Times – erneut ein Gespräch zwischen Liu He und Mnuchin/Lighthyzer stattgefunden. Offenkundig wurde Peking durch dieses Gespräch klar, dass die Trump-Administration nicht bereit ist, bestehende Zölle wieder aufzuheben..

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