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Aktien

Adidas kauft bis Dezember für 1 Milliarde eigene Aktien zurück

Claudio Kummerfeld

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Fairerweise muss man erwähnen: Es gibt bereits seit 2018 ein Aktienrückkaufprogramm bei Adidas, welches bis 2021 läuft. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen heute verkündet, dass man im Jahr 2020 Aktien im Wert von 1 Milliarde Euro zurückkaufen wird! Es geht also nicht um ein zusätzliches neues Aktienrückkaufprogramm. Aber mit der heutigen Info hat Adidas präzisiert, dass es von nun an bis Dezember bis zu 1 Milliarde Euro sein werden, die man ausgibt um an der Börse die eigenen Aktien zurückzukaufen.

Ausdrücklich betont das Unternehmen, dass man diese Maßnahme als Teil der Ausschüttung an die Aktionäre versteht. So sollen die eingekauften Aktien ganz eingezogen werden. Das bedeutet? Die Anzahl der frei verfügbaren Aktien sinkt. Damit wird der Jahresgewinn für die Dividendenzahlung durch weniger Aktien geteilt, womit der Gewinn pro Aktie steigt. Damit sinkt das KGV, womit jede einzelne Aktie optisch wie auch real mehr Wert verkörpert. Außerdem wird am freien Markt Angebotsmasse entzogen, während das Volumen der Nachfrager nach Adidas-Aktien gleich bleibt. Durch diese beiden beschriebenen Effekte sollte, könnte, müsste die Aktie in den nächsten Monaten weiter steigen?

Theoretisch schon, und denkbar ist das durchaus. Aber in der Vergangenheit gab es auch genug Beispiele, wo Aktienrückkäufe verpufften. Am meisten kann dem Adidas-Management die Laune vermiest werden, wenn der Gesamtmarkt in 2020 fallen sollte, und die Rückkaufbemühungen im Aktienkurs gar nicht zur Geltung kommen. Frage: Wird der Dax dieses Jahr korrigieren, und die Aktie von Adidas daran hindern, dass die Rückkäufe ihre Wirkung erzielen können? Adidas kann man zu Gute halten, dass man den Wahnsinn einiger US-Konzerne nicht kopiert, und für Aktienrückkäufe Kredite aufnimmt. Zitat auszugsweise aus der aktuellen Veröffentlichung des Unternehmens:

Insgesamt sollen im Rahmen des derzeitigen Programms zwischen März 2018 und Mai 2021 eigene Aktien im Wert von bis zu 3,0 Mrd. € zurückerworben werden. In den vorangegangenen zwei Tranchen des Programms hat das Unternehmen insgesamt 8,3 Millionen Aktien für einen Gesamtbetrag von 1,8 Mrd. € zurückerworben. Dies entspricht 4,1 % des Grundkapitals. Das Aktienrückkaufprogramm ergänzt die Dividendenpolitik des Unternehmens. Diese sieht vor, jährlich zwischen 30 % und 50 % des Gewinns aus fortgeführten Geschäftsbereichen an die Aktionäre auszuschütten. Unter Berücksichtigung von Dividendenzahlungen hat das Unternehmen seit Beginn des derzeitigen Programms im März 2018 insgesamt 3,0 Mrd. € an die Aktionäre ausgeschüttet. Wie im März 2018 angekündigt hat adidas vor, den überwiegenden Teil der zurückerworbenen Aktien einzuziehen. Seit Beginn des derzeitigen Programms wurden insgesamt 8,8 Millionen eigene Aktien eingezogen. Damit reduzierten sich die Aktienanzahl und das Grundkapital entsprechend.

Die Aktie von Adidas konnte heute 1,7% zulegen. Im folgenden Chart haben in blau die Adidas-Aktie in den letzten zwölf Monaten dargestellt im Vergleich zum Dax (Linie in rot-grün). Die Aktie lief im Sommer 2019 schon mal deutlich besser als der Dax, aber inzwischen hat sich der Verlauf wieder angeglichen. Momentan geht es darum, ob sie ihren Hochpunkt aus August 2019 überschreiten kann. Dazu fehlen derzeit noch 2 Euro.

Lesen Sie gerne auch den erst vor Kurzem erschienen hochinteressanten Artikel mit dem Titel „Aktienrückkäufe: der neue risikoreiche Trend?“ von Wolfgang Müller beim Klick an dieser Stelle.

Adidas-Aktie vs Dax

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

Claudio Kummerfeld

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Volkswagen Logo

Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Aktien

Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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