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Aktie der Schweizerischen Nationalbank mit neuem Rekordkurs – eine ganz spezielle Wette

Wir hatten schon darüber berichtet. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist nicht nur die offizielle Notenbank der Schweiz, sondern auch zu gewissen Teilen frei handelbar als Aktie an der Börse. Die deutliche...

FMW-Redaktion

Wir hatten schon darüber berichtet. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist nicht nur die offizielle Notenbank der Schweiz, sondern auch zu gewissen Teilen frei handelbar als Aktie an der Börse. Die deutliche Mehrheit halten Schweizer Kantone und öffentliche Banken, von daher kann die Bank nicht wirklich in private Hände fallen – aber die Aktie ist handelbar. Und eine ganz besondere Wette setzt sich hier weiter fort.

Die Aktie der SNB ist für Anleger nicht interessant, die auf regelmäßig steigende Dividenden hoffen (seit 1921 festgelegt auf maximal 15 Franken pro Aktie). Hier kaufen gerade jetzt nur Zocker, die ein ganz bestimmtes Ziel zu haben scheinen. Da wäre zunächst einmal der interessante Umstand, dass die Zahl der handelbaren Aktien nicht besonders groß ist. Bei gewisser Nachfrage bringt das den Kurs schon aus technischer Sicht nach oben.

Der Jahresreport der SNB wies für 2016 aus, dass der deutsche Investor Theo Siegert satte 6,7% der SNB besaß. Nur warum? Dividendenrendite könnte er woanders mehr erzielen. Wer zu aktuellen Kursen kauft, erzielt gerade mal eine Rendite von 0,47%. Siegert äußert sich nicht öffentlich, aber wir haben da eine ganz konkrete Vermutung, die in Finanzkreisen als offenes Geheimnis gilt.

Dazu lohnt es sich zur Jahrtausendwende zurückzuschauen. Die in Basel ansässige „Bank für Internationalen Zahlungsausgleich“ (BIZ), eine Art Zentralbank der Notenbanken, war genau wie die SNB börsennotiert. Sie kaufte damals den privaten Aktionären ihre Aktien ab, für den dreifachen Preis der vorigen Börsennotierung! Und genau auf so ein Szenario könnten wohl auch die aktuellen Käufer der SNB-Aktien hoffen.

Und da sie darauf hoffen, behalten sie die Aktien in ihren Depots, und sorgen für noch mehr Knappheit auf der Angebosseite. Es ist wohl eine Spekulation darauf, dass auch die SNB so einen Rückkauf vornimmt, damit sie nicht mehr diese freien Aktionäre hat, und sich auf ihre eigentliche Aufgabe als Notenbank konzentrieren kann. Dieses Ereignis kann eintreten, oder auch nie. Aber die Spekulation in der Aktie selbst ist aktuelle eine heiße Story.

Gestern hatte die Aktie den höchsten Schlusskurs aller Zeiten bei 3.140 Franken. Alleine im laufenden Jahr hat sich die Aktie fast verdoppelt. Es bleibt eine heiße Kiste! Heute geht es weiter rauf auf 3.181 Franken.


Der Aktienkurs der Schweizerischen Nationalbank seit 2005.



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2 Kommentare

  1. Ein interessantes Szenario, es könnte aber sein, dass den Investoren ein wesentlicher Unterschied nicht ganz klar ist: die BIZ ist eine internationale Organisation, gegründet durch einen multilateralen, völkerrechtlichen Vertrag. Wenn man da die privaten Aktionäre loswerden will, ist es tatsächlich der einfachere Weg, sie teuer herauszukaufen, als die Rechtsgrundlage zu ändern.
    Die SNB ist eine staatliche Zentralbank – eine einfachgesetzliche Regelung mit festgelegter Abfindungssumme und der Drops ist gelutscht.

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