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Aktien: Hoher Performanceunterschied diesseits und jenseits des Atlantiks – wird Europa aufholen können?

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Alle Welt blickt auf die USA. Die US-Regierung hat einen Boom in Wirtschaft und Aktien ausgelöst, durch die größte Steuersenkung seit Jahrzehnten, damit verbunden eine gewaltige Repatriierung von Auslandsgewinnen und wiederum eine wahre Orgie an Rückkäufen von Aktien, die den S&P 500 jüngst über die 3000-er Marke gehievt hat. Und Europa: Gebeutelt durch die Schwäche der Weltwirtschaft als Exportbremse, dem Sonderthema Brexit und großer politischer Uneinigkeit, hängt der Kontinent Europa den Vereinigten Staaten weit hinterher.

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Der große Performance-Unterschied bei Aktien

Zwar laufen die großen Aktienindizes seit Jahresanfang fast im Gleichschritt mit dem großen Bruder in den Staaten mit, der EuroStoxx 50 hat aber damit letztlich nur die Verluste der zweiten Jahreshälfte 2018 aufgeholt. Seit Anfang 2016 ist der europäische Index gerade mal um zehn Prozent gestiegen, der S&P 500 weist hingegen ein Plus von 50 Prozent auf.

Warum Europa aufholen könnte? – Gedanken etwas abseits des Mainstreams

Neben dem fiskalpolitischen Doping der USA haben die Vereinigten Staaten überaus kreative Firmen von Weltrang in ihren Indizes – bekannt unter dem Akronym FAANG -, deren Aktien sich vervielfacht und eine dominante Rolle in den Indizes eingenommen haben. Dem Sektor droht aber neben der Absturzgefahr aus der Sicht der Bewertung auch die Gefahr der Regulierung. Welche Argumente sprechen noch für die zurückgebliebenen, europäischen Dividendentitel?

– US-Aktienmärkte gelten derzeit als die teuersten der Welt. Beim S&P 500 liegt der Wert des Kurs-Gewinn-Verhältnisses beim 18-fachen (laut Standard & Poorˋs sogar bei 22) deutlich über dem Durchschnitt von 15,5 bis 16. Beim Dax hingegen nur bei 13.
– Morgan Stanley glaubt, dass die US-Zinssenkungen nicht mehr viel ausrichten können und hat deshalb seinen globalen Aktien-Anteil auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesenkt. Anders die Einschätzung zu Europa. Mit Blick auf die Bilanzsaison für das zweite Quartal des laufenden Jahres hat Morgan Stanley festgestellt, dass die Gewinnrevisionen in Europa nicht so schlecht ausfallen dürften wie in anderen Regionen. Ohnehin sei „Europa ungeliebt und unterbewertet“.
– Goldman Sachs hat berechnet, dass seit Jahresbeginn 71,3 Milliarden Dollar aus Aktien-Fonds in Europa abgeflossen sind. Durch diesen Abzug befindet sich der Bewertungsvergleich USA – Europa auf einem Tiefstand wie seit 2012 nicht mehr gesehen.
– Immer mehr Profiinvestoren ändern scheinbar derzeit ihre Meinung zu Europa. Während man bisher die Erwartungen für den alten Kontinent mehr und mehr heruntergeschraubt hat, sind diese für die USA unverändert hoch geblieben.
– Zwar haben die USA zinspolitisch einen größeren Spielraum als Europa, fiskalpolitisch haben die Amerikaner durch die Steuersenkung das Blatt schon viel stärker ausgereizt. So hätte Deutschland mit seiner Staatsverschuldung von unter 60 Prozent und seinen hohen Steuern einen größeren Spielraum – falls man es wollte. Das niedrige KGV deutscher Aktien zeigt bisher die Skepsis ausländischer Investoren.

Fazit

Auch wenn es ein bisschen nach Zukunftsmusik oder Trommeln im Wald klingt, könnte Europa in absehbarer Zeit wieder einmal ein wenig aufholen. Ein Wirtschaftsraum mit 500 Millionen Konsumenten, die auch US-Produkte kaufen und dessen Touristen die USA durchqueren, sollte auch im Zeitalter des Protektionismus nicht viele Jahre hinterherhinken. Gegenüber dem Wirtschaftsriesen USA, der zudem seinen Hype mit einer gewaltigen Staatsneuverschuldung angefeuert hat. Wie bereits mehrfach angedeutet, verstößt kein europäischer Staat so gegen die anerkannten Stabilitätskriterien wie die USA. Gegen deren Neuverschuldung (5 Prozent) wirkt Italien wie ein sparsamer Industriestaat. Um nicht missverstanden zu werden. Ich rede jetzt nicht davon, dass Europa die USA im Wachstum in nächster Zeit einholen werden, sondern dass sich diese Schere zwischen den beiden großen Wirtschaftsblöcken nicht einfach so weiter öffnen kann. Schuldenmachen führt irgendwann zu Wachstumsschwäche – Japan steht dafür bereits seit 20 Jahren als Beispiel.

Dies alles gilt natürlich nicht, sollte die EU in absehbarer Zeit auseinanderbrechen. Das würde aber auch für die USA gewaltige Konsequenzen haben. Die Europäische Union mit ihren 28 Mitgliedsstaaten hatte 2018 ein Bruttoinlandsprodukt von 15,87 Billionen Euro (EU-Zone 11,57 Bio.€), ganz klar die Nummer zwei hinter den USA und noch weit vor China. Sollte dieser Wirtschaftsraum wegbrechen und sich China von den USA weiter unabhängig machen, wäre es auch vorbei mit der Herrlichkeit von Donald Trumps neuem Motto „Keep America great“.

Frankfurter Skyline - können europäische Aktien aufholen?
Skyline Frankfurt. Foto: HendoBe / Pixabay

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Markus Koch meldet sich aktuell zum Start an der Wall Street. Auch heute sind die Quartalszahlen der US-Konzerne im Fokus. Sie werden jetzt im Detail besprochen.

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Aktuell: Continental mit Ad hoc-Info zu Abschreibungen, Verlusten und Spin Off

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Continental steht als Autozulieferer bereits seit Monaten voll im Orkan namens Autokrise. Jetzt gibt es eine Ad hoc-Mitteilung von Continental und eine Info zum Spin Off eines Teils des Unternehmens, um diesen Teil separat an die Börse bringen zu können. Vorab die Info: Die Continental-Aktie steigt aktuell dank dieser Infos von 120,47 Euro auf jetzt über 123 Euro! Zuerst zur den Abschreibungen. Hier der wichtigste Teil der Veröffentlichung im Wortlaut:

Im Rahmen ihres jährlichen Planungsprozesses wird die Continental AG im dritten Quartal 2019 Wertminderungen von rund 2,5 Milliarden Euro berücksichtigen. Wertminderungen resultieren im Wesentlichen aus der Annahme der aktuellen Geschäftsplanung, dass sich die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den kommenden fünf Jahren (2020-2024) nicht wesentlich verbessern wird. Basierend auf dieser und anderen Annahmen sind Wertminderungen in den Divisionen Chassis & Safety, Interior und Powertrain in Höhe von 724 Millionen Euro, 1,537 Milliarden Euro, bzw. 244 Millionen Euro vorzunehmen. Der wesentliche Teil der jetzt zu mindernden Werte geht auf Akquisitionen vor 2008 zurück.

Insbesondere werden die Wertminderungen und Restrukturierungsrückstellungen zu einem negativen Wert des berichteten EBITs für das dritte Quartal 2019 führen. Gleiches gilt für das den Anteilseignern zuzurechnende Konzernergebnis für das dritte Quartal 2019 und für das Geschäftsjahr 2019. Continental erwartet durch diese Wertminderungen und Restrukturierungsrückstellungen jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019.

Und nun zum Spin Off. Hier Continental vollständig im Wortlaut:

Der Vorstand der Continental AG hat beschlossen, die Vorbereitung eines möglichen Teilbörsenganges von Vitesco Technologies (jetzige Division Powertrain) nicht mehr länger zu verfolgen. Stattdessen wird nun allein eine Abspaltung von 100 Prozent von Vitesco Technologies mit anschließender Börsennotierung – ein sogenannter Spin-Off – angestrebt. Die Zustimmung des Aufsichtsrats der Continental AG vorausgesetzt soll der geplante Spin-Off am 30. April 2020 der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Continental Gebäude
Foto: © Continental AG

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Bayer startet neue Innovationsoffensive

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Lieber Börsianer,

DAX-Unternehmen werden häufig als schwerfällige Dickschiffe wahrgenommen, die längst an Innovationsgeist verloren haben und nur noch wegen ihrer schieren Größe erfolgreich bleiben. Daran ist wahr, dass sich große Strukturen mit ihren beamtenähnlichen Stabsabteilungen nur langsam verändern lassen. Doch es geht auch anders. Das zeigen uns viele große Unternehmen immer wieder. Beispiel: Bayer ist ein Schwergewicht in der Gesundheits- und Agrarwirtschaft. Rund 117.000 Menschen arbeiten für das Unternehmen. Um flexibel und innovativ zu bleiben, ist bei dieser Größe manchmal allerdings ein bisschen Schwung von außen hilfreich. Und den holt sich Bayer immer wieder ins Haus. So gründet Bayer gemeinsam mit Arvinas ein Joint Venture namens Oerth Bio. Arvinas ist ein Biotechunternehmen aus den USA, das eine neue Klasse von Medikamenten entwickelt, die das körpereigene natürliche…..

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