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Aktienmärkte: Der Grund für die aktuelle Rally

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Was ist der Grund für die derzeitige Rally der Aktienmärkte? Seit Wochen rätselt man, wie die Kurse an der Wall Street so stark steigen konnten, bei vergleichsweise minimalen Umsätzen.

Mehrfach hatten Umfragen ergeben, dass die Fondsmanager dem hohen Kursniveau misstrauten, weil sie keine neuen Hochs erwarteten. Die Folge war eine Unterinvestition der Fonds, die sich aber in den letzten Wochen geändert hat. Ich hatte in mehreren Artikeln angedeutet, dass bei einem Überschreiten der Zone um die 3030 Punkte im S&P 500 ein Anlagezwang für die Fondsbranche besteht – ein klassischer Pain Trade oder FOMO (Fear of mssing out). Die neueste Umfrage der Bank of America Merrill Lynch scheint diese These zu bestätigen.

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Aktienmärkte und Umfrage der Bank of America Merrill Lynch

Aus der letzten monatlichen Befragung von 230 Portfoliomanagern mit einem verwalteten Vermögen von 574 Milliarden Dollar ergab sich Erstaunliche! Nicht nur dass die Rezessionssorgen verschwunden sind (37 Prozent), nein, es gab gleich einen Sprung der Konjunkturerwartungen nach oben, mit einem Satz um 43 Prozent, den höchsten Anstieg in 23 Jahren der Umfragehistorie. „Die Bullen sind zurück“, so die Umschreibung des Chefs der Anlagestrategie der Bank, Michael Hartnett.

Zugleich ist die Bargeldquote der Investoren von fünf auf 4,2 Prozent gesunken, was die niedrigste Quote seit 2013 bedeutet. Ein großer Teil für diesen Umschwung dürfte den neu erwachten Hoffnungen im Handelsstreit geschuldet sein. Dazu die Entwicklungen um den Brexit und die Ergebnisse der Q3-Berichtssaison mit einer überdeutlichen Outperformance der vorher stark abgesenkten Erwartungen der Unternehmen.

Dann noch die Fed-Sitzung mit der eindeutigen Festlegung der Notenbank, für längere Zeit die Zinsen nicht anheben zu wollen und dazu noch ein besonderes Quantitative Easing im Bereich der kurzlaufenden Staatsanleihen – der Cocktail war angerichtet. Was für eine Koinzidenz zahlreicher Positivfaktoren. Als dann noch der S&P 500 mit dem Überwinden des alten Hochs ein Kaufsignal lieferte, musste man in den Markt: „Whatever it takes“, eben der klassische Pain Trade in der Endphase des Börsenjahres. Das Ergebnis: Ein Anstieg von sechs Prozent für den S&P 500 und von elf Prozent für den Dax in dieser Periode.

Aktienmärkte: der leichte Teil der Rally ist bereits gelaufen

Trotz des sehr großen Anstiegs aus deutlichem Pessimismus in ausgeprägten Optimismus ist dies noch kein Zeichen von Euphorie (anders als beim Fear&Greed-Index der Anleger). Man sieht die Risiken aus dem Handelsstreit (37 Prozent) als großes Risiko für die Weltwirtschaft. Demzufolge erwartet man keinen ausgeprägten Bullenmarkt, sondern einen Anstieg der Aktienmärkte mit Rückschlägen. Das bedeutet, dass es zwischenzeitlich auch immer wieder Rückschläge geben dürfte. Der leichte Teil der Rally dürfte laut Hartnett bereits gelaufen sein. In der Umfrage ergab sich auch noch eine gewisse Furcht vor möglichen Zinsanhebungen vor den Wahlen 2020 durch die Federal Reserve, ein Ereignis, welches den Optimismus schlagartig beenden könnte.

Die Gefahr dürfte sich nach dem Testimony von Jerome Powell vor dem US-Kongress am gestrigen Abend auch erst einmal verzogen haben.

Fazit

Trotz eines Riesen-Gaps zwischen der Entwicklung der US-Börsen und der Stagnation der Unternehmensgewinne im Jahr 2019 scheinen die Anleger, speziell die Großen, gewillt zu sein, die Jahresgewinne nicht mehr aufs Spiel zu setzen. Gerade jetzt, wo man teuer eingestiegen ist, um den Anschluss an die Benchmark und die unliebsame Konkurrenz der ETFs nicht zu verlieren.

Anders als im letzten Jahr, als die Fed die geldpolitische Straffung zu einer großen Gefahr für Wirtschaftswachstum und Börsenentwicklung vorangetrieben hatte, besteht von dieser Seite in dieser Schlussperiode wenig Gefahr – Jerome Powell hatte es gestern in seinem Testomony vor dem US-Kongress bestätigt.

Die größte Gefahr für die Märkte geht in den restlichen knapp 30 Handelstagen von einer Eskalation im Handelsstreit aus – sprich der Umsetzung höherer Zölle, die den US-Konsum treffen würden. Dies wäre in den Kursen nicht einpreist.

Es gibt natürlich immer die „unknown unknowns“, externe Schocks, aber abseits dieser börsenimmanenter Dauergefahr dürfte vielen Beteiligten daran gelegen sein, das außergewöhnliche Börsenjahr auf großer Höhe zu beenden. FOMO hat es wieder einmal bisher bewirkt in einem Börsenjahr mit über 100 Zinssenkungen weltweit. Das Gap zwischen Börsen- und Unternehmensgewinnen besteht und muss geschlossen werden, so war es immer – die Frage ist nur wann? You can make an educated guess!

Die Aktienmärkte werden derzeit von den Bullen dominiert

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Thomas

    14. November 2019 09:40 at 09:40

    Spekulative ShortPosition TecDax ist beim Punktestand 2984,32 getriggert worden. Ein enger Stopp wird noch gesucht.

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Markus Koch LIVE vor Handelsstart in New York – Handelskrieg Deadline im Fokus

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Markus Koch meldet sich aktuell zum Start an der Wall Street. Am Sonntag gibt es eine wichtige Deadline zum Handelskrieg, was von ihm besprochen wird.

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Aktuell: Vermeintliche Entspannung im Handelskrieg, Aktienkurse steigen!

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Und mal wieder wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Die ab 15. Dezember möglicherweise in Kraft tretenden neuen Zölle sollen womöglich verschoben werden. Laut WSJ sollen Vertreter von USA und China an einer Verschiebung der neuen Zölle arbeiten. Ob da was dran ist? Wie auch immer, der Dow steigt in den letzten Minuten um 140 Punkte, der Dax um 90 Punkte.

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Dax: Warum fällt er heute so stark?

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Der Dax kommt heute unter Druck und fällt auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen – und das ohne jegliche Nachrichten, die als Bergündung für fallende Kurse herhalten könnte! Aber es passiert nun scheinbar das, was eigentlich zu erwarten war: die Märkte werden nervöser vor dem Termin 15.Dezember, an dem Trump die neuen Strafzölle gegen China erheben könnte – womit dann nicht nur sämtliche Importe der USA aus China bezollt würden, sondern vor allem auch Konsumgüter betroffen wären (was der Durchschhnittsamerikaner dann deutlich spüren würde).

Die Märkte wollen nun Klarheit – eingepreist ist mindestens eine Verschiebung der Zölle, wenn nicht gar deren Absage durch Trump. Je länger aber der US-Präsident sich in Schweigen hüllt und ansonsten, wie gestern einmal mehr, nur die Plattitüde „die Gespräche laufen gut“ wiederholt, werden die Aktienmärkte sich nicht beruhigen. Man quengelt gewissermaßen im Vorfeld, um den US-Präsidenten unter Druck zu setzen, nach dem Motto: „mach das nicht!“

 

Eines scheint klar: einen Deal wird es bis zum 15.Dezember nicht geben, aber Trump könnte es eben einmal mehr schaffen, mit weichgespülten Botschaften die Märkte zu beruhigen. Tenor: man brauche noch etwas Zeit, aber sei sich schon fast einig. Fast.

Wie die Dinge stimmungsmäßig stehen zwischen China und den USA zeigt folgende Aussage des chinesischen Aussenministeriums: die USA seien ein großer Lügner und Verbreiter von Lügen – wohl unter Anspielung der Haltung der Amerikaner in Sachen Uiguren:

 

Charttechnisch ist der Dax an relevanten Widerstandszonen gescheitert – und könnte nun bis in den Bereich 12450 Punkte korrigieren, mithin also die untere Begrenzung des Trendkanals testen:

 

Offenkundig werden nun die euphorischen Privatanleger aus dem Markt gekegelt, die mit der Jahresendrally fest gerechnet hatten. Saisonal ist die Handelswoche vor Mitte Dezember in der Regel eher ungünstig, bevor dann häufig die Jahresendrallly einsetzt (das Vorjahr war da eine ziemlich signifikante Ausnahme, ausgelöst durch die Kommunikation der Fed mit dem Begriff „Autopilot bei der Bilanzreduzierung).

Mit den besser als erwarteten ZEW-Daten kann sich der Dax wieder etwas erholen – aber die entscheidende Frage auch für den deutschen Leitindex lautet: eskaliert der Handelskrieg weiter? Gerade für Deutschland als Export-fixiertes Land wäre das der worst case..

Der Dax ist heute unter Druck

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