Aktien

Aktienmärkte in den USA: Egal was gemeldet wird

Wall Street Straßenschild als Symbol für die US-Aktienmärkte

Anscheinend kann die Aktienmärkte derzeit nichts aus der Ruhe bringen. Welche Konjunkturdaten auch gemeldet werden, welche Unternehmensmeldungen über die Ticker laufen, in Summa bedeutet das immer nur, dass die Märkte nur kleinste Korrekturen vollziehen, im Endeffekt aber stets leicht nach oben schaukeln. Auch ersichtlich an den freitäglichen US-Arbeitsmarktdaten, die wohl mit kaum einer Zahl die Märkte in Wallung gebracht hätten. Das Patt bleibt bestehen, jetzt wartet man vermutlich auf weitere Erkenntnisse beim Treffen der Notenbanker am 27./28. August in Jackson Hole.

Der US-Arbeitsmarkt und die Reaktion der Aktienmärkte

943.000 neugeschaffene Stellen, den Vormonat um 100.000 nach oben revidiert und eine Arbeitslosenrate, die auf 5,4 Prozent gefallen ist – dies hätte eigentlich einen kleinen Abverkauf der Aktienmärkte hervorrufen müssen. Denn bei der letzten Notenbanksitzung hatte Fed-Chef Jerome Powell ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Erholung der Arbeitsmärkte ein klarer Taktgeber sein soll, um Zeitpunkt und Geschwindigkeit des Ausstiegs aus der „Not-Geldversorgung“ der Zentralbank zu bestimmen. Die Rentenmärkte reagierten folgerichtig mit einem Anstieg vom Vortag von 1,175 auf knapp über 1,30 Prozent.

Aber was taten die Aktienmärkte? Kleine Abverkäufe beim Technologieindex Nasdaq und neue Allzeithochs bei Dow Jones und S&P 500. Übrigens hat der fast 37 Billionen Dollar schwere US-Leitindex damit bereits sein 44. Allzeithoch in einem Jahr erreicht. Nicht mehr weit bis zum 20-Jahresrekord aus dem Jahre 2017 mit 62 (Warten auf die Steuerreform), bis zum 50-Jahresrekord von 77 ist allerdings noch ein größeres Stück des Weges. Wie sind die Reaktionen auf den starken Arbeitsmarkt zu bewerten? Analysten an der Wall Street: Der starke Arbeitsmarktbericht entkräftet die Sorge, dass die Delta Variante zu starke Einflüsse auf die US Wirtschaft haben wird. Die Impfquote ist das neue Thema.

Kapitalmarktzinsen, Realrenditen und das Tapering

Klar gab es den Renditeanstieg bei den 10-jährigen Staatsanleihen, selbst die 10-jährige Bund kletterte von minus 0,52 auf mins 0,45 Prozent, aber was bedeutet das denn für die Realrenditen nach Abzug von Inflation? Noch herzlich wenig, es ist sogar wahrscheinlich, dass diese noch ein wenig tiefer in den Negativbereich abrutschen werden, wenn die nächsten Runde an Inflationsdaten veröffentlicht wird. Marktbeobachter achten hingegen mit Argusaugen auf jede Äußerung von Fedmitgliedern über den möglichen Beginn eines Tapering. Was natürlich jede Menge Schlagzeilen produziert, Noise, im Endeffekt zählen die Statements von Jerome Powell oder seinem Stellvertreter Richard Clarida.

Wall Street Reporter Markus Koch hatte es letzten Donnerstag in seinem Stream sehr schön zum Ausdruck gebracht. Entscheidend sind die Ankündigungen, ab diesem Zeitpunkt steigen die Kapitalmarktzinsen, ab dem Zeitpunkt der Umsetzung fallen sie wieder. So geschehen im Jahre 2013 und was machte der S&P 500? Dieser fiel sowohl bei der Ankündigung, als auch bei der Umsetzung um etwa 6 Prozent, aber um dann seinen Aufwärtstrend wieder fortzusetzen.

US-Rendite während Tapering

Sicherlich ist die heutige Situation nicht mit der von damals zu vergleichen. Der Anlagenotstand ist noch um eine Stufe schärfer, die Kapitalmarktzinsen waren nach Inflation bei Weitem nicht so negativ. In jedem Fall wird das Treffen der Notenbanker dieser Welt am 27. und 28. August sehr von Bedeutung sein. Denn dort erwartet man sich vom Chef der US-Notenbank die Ankündigung, dass mit einem Tapering begonnen und die Guideline hierfür bei der darauffolgenden Sitzung bekanntgegeben wird.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Der starke Arbeitsmarktbericht entkräftet die Sorge,dass die Deltavariante zu starke Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird.Die Impfquote ist das neue Thema.Ganz schön optimistisch! Sind denn nicht die Arbeitsmarktdaten vom letzten Monat und die Auswirkungen von Delta eher nachlaufend? Bei der immer überschätzten Impfquote kann man in Israel als Impfweltmeister nachfragen.Ausserdem redet man schon von einer dritten Impfung, weil NIEMAND wirklich die Wirkung und die Dauer kennt. UND DIE NEBENWIRKUNGEN MÖCHTE MAN SOWIESO NICHT KENNEN, denn die gelddruckende Welt lebt nur vom hier und jetzt.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage