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Aktienmärkte: Zeit für ein bisschen Sicherheit

Bulle und Bär - Symbole für die Aktienmärkte

Spätestens jetzt wird es Zeit, ein Sicherheitsnetz unters Depot zu spannen, denn die Hausse der Aktienmärkte wird nun holpriger verlaufen.

Aktienmärkte bekommen Gegenwind

Jede Party endet einmal – aber die an den Aktienmärkten ist definitiv noch nicht vorbei. Bis auf kurzfristigen Gegenwind bleiben die Impulse für Dividendentitel positiv. Der wichtigste Impuls kommt, wie gehabt, von den Zentralbanken. Die heutigen Beschlüsse der EZB und die anschließenden Ausführungen ihrer Präsidentin, Christine Lagarde, haben dies erneut bestätigt. Dennoch ist der Markt anfällig geworden für kurzfristige Korrekturen, die in Anbetracht der vorherigen Anstiegsamplitude auch heftiger ausfallen können. So war die Stimmung an den Aktienmärkten, v. a. an den Leitbörsen in den USA, zuletzt über einen längeren Zeitraum hinweg stark euphorisch und die Positionierungen der Marktteilnehmer entsprechend extrem: rekordhohe Kredithebelung der Aktienportfolios, geringe Cashquoten, kaum noch Absicherungen via Optionen, am Anschlag befindliche technische Indikatoren und ein hohes Vertrauen auf den Fed-Put.

Besonders Letzterer könnte in der kommenden Woche im Rahmen der Pressekonferenz nach dem FOMC-Meeting der US-Notenbank am 29. Januar ein Problem werden. Die offensichtliche Übertreibung bei den US-Standardwerten bereitet der US-Notenbank nach eigenem Bekunden Kopfzerbrechen und Jerome Powell könnte versucht sein, durch maßvoll dämpfende Rhetorik etwas Druck aus dem überhitzten Börsenkessel abzulassen. Jedenfalls gibt es aktuell keinen Grund, warum die Fed verbal oder gar durch geldpolitische Maßnahmen zusätzliches Öl ins Börsenfeuer gießen sollte. Somit ist fast schon eine Enttäuschung der Marktteilnehmer vorprogrammiert.
Zwar werden die Kurse an der Wall Street aktuell noch von den planmäßig über den sorgsam angepassten Unternehmensergebniserwartungen der Analysten gestützt, aber es gibt auch Gegenwind. Die Überkauftheit des Marktes trifft auf eine unvorhersehbare Entwicklung der Corona-Virus-Epidemie und gemischte Konjunkturdaten.

Einfache Diversifikation bringt mehr Sicherheit ohne Renditeverzicht

Dabei ist es momentan recht einfach und vor allem günstig, Aktienportfolios abzusichern. Zum Beispiel mittels Vola-Instrumenten oder durch die Beimischung von „Sicheren Häfen“ wie US-Staatsanleihen oder Gold. Da die verschiedenen Anlageklassen kurzfristig negativ zueinander korrelieren, aber mittel und langfristig ausnahmslos von der akkommodierenden Geldpolitik inflationiert werden, kommt es bei einer Kombination verschiedener Assets zu einem insgesamt weniger volatilen Anstieg des Gesamtportfoliowertes, bestehend z. B. aus Aktien, Anleihen, REITs und Gold.

Aus dem folgenden Chart wird ersichtlich, wie ein so diversifiziertes Portfolio, das nur aus fünf Einzelinvestments besteht (ETFs), die zum Teil heftigen Zwischenkorrekturen am Aktienmarkt abfedern kann, ohne Rendite einzubüßen. Dabei handelt es sich nicht um eine Momentaufnahme. Auch über die Zeiträume von 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 2 Jahre und 3 Jahre erzeugte das Musterportfolio eine signifikante Outperformance bei im Schnitt nur der Hälfte des Schwankungsrisikos (Volatilität):

Aktienmärkte Musterportfolio vs Dax

Die Muster-Allokation ist kein Hexenwerk und bedarf auch keines teuren Fondsmanagers, zumal das Rebalancing bei Anbietern wie justETF.com automatisch erfolgt.

Muster Portfolio diversifiziert

Geldpolitik im Auge behalten

Die enorme Abhängigkeit aller Vermögenspreise von der Geldpolitik der Notenbanken ist die eigentliche Herausforderung der heutigen und zukünftigen Geldanlagestrategie, auch und vor allem in Bezug auf die Aktienmärkte. Aus dem Verhalten der Zentralbanker in den letzten 25 Jahren kann man gleichwohl empirisch ableiten, dass der Notenbank-Put heute mehr denn je existiert. Die Gründe dafür sind mannigfaltig und nachhaltig. Also kann man mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit die für die Hausse der Vermögenspreise maßgeblich verantwortlichen geldpolitischen Impulse weit in die Zukunft extrapolieren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass unser heutiges Wirtschaftssystem in einem deflationären Crash endet, tendiert aufgrund der theoretisch unlimitierten Geldmenge die die Notenbanken schöpfen können, praktisch gegen null. Eher wahrscheinlich ist ein weiterer Anstieg der Vermögenspreise mit einer sich auf der Zeitachse ausweitenden Anstiegsamplitude, bis hin zu einem klassischen Crack-Up-Boom, bei dem die Flucht aus dem Fiat-Geld in Vermögenswerte nur noch einem Zweck dient: das Geld vor Inflation zu schützen. Momentan hebt die Geldmenge, gemäß dem schon des Öfteren erwähnten Cantillon-Effekts, zunächst primär die Vermögenspreise, bevor es mit zeitlicher Verzögerung zu einem Überschwappen der Teuerungsdynamik in den statistischen Warenkorb kommt.

Fazit und Ausblick

Nachdem die Notenbanken weltweit auf einen systemerhaltenden geldpolitischen Kurs eingeschwenkt sind, der primär geprägt ist von Niedrigzinsen und Geldmengenausweitung, führt kein Weg an den Vermögensmärkten vorbei. Andernfalls bekommt man lediglich die negativen Auswirkungen dieser Politik, wie z. B. höhere Mieten, zu spüren und verzichtet auf die positiven Effekte, wie die Partizipation an der Hausse der Aktienmärkte. Da die Notenbanker aber versuchen werden, das System so lange wie möglich zu erhalten, sind sie auch bestrebt, Übertreibungen einzudämmen. Dies hat eine erhöhte Volatilität zur Folge, die durch sinnvolles Mischen negativ korrelierter Vermögenswerte geglättet werden kann.



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