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Gold/Silber

BANG statt FAANG – Favoritenwechsel bei Aktien

Die Anzeichen mehren sich, dass die beste Zeit der FANG-Aktien in Sachen Gewinn- und Margendynamik hinter ihnen liegt. Ganz im Gegensatz dazu die Perspektiven für die BANG-Aktien

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Die Anzeichen mehren sich, dass die beste Zeit der FANG-Aktien in Sachen Gewinn- und Margendynamik hinter ihnen liegt. Ganz im Gegensatz dazu die Perspektiven für die BANG-Aktien, deren Gewinne sich in Folge der Goldpreisexplosion gerade wieder erholen.

BANG versus FAANG

Mit der Etablierung eines neuen Bullenmarktes bei Gold, der das gelbe Edelmetall bereits nahe an seine Allzeithöchststände in Euro geführt hat, rücken neue Favoriten in den Fokus der Anleger: die Aktien der großen Minengesellschaften Barrick Gold, Angnico Eagle sowie Newmont Goldcorp. BANG steht dabei stellvertretend für einen ganzen Sektor: die Gold- und Silberminen-Aktien.

Goldpreis in Euro nahe Allzeithoch:

Margen- und Gewinnwachstum

Im Gegensatz zu den FAANG Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google) steht die Gewinn- und Margenentwicklung bei den Bergbauunternehmen erst am Beginn eines neuen Zyklus.

Die großen Tech-Konzerne zeigen hingegen, bedingt durch den immer höheren Basiseffekt, Ermüdungserscheinungen bei der Wachstumsdynamik. Zudem weht den FAANGs nicht nur von Seiten des Handelskriegs ein immer rauerer Wind ins Gesicht, schließlich sitzt ein Großteil der Zulieferindustrie für diese Unternehmen in China, ganz zu schweigen von den dortigen Absatzmärkten.

Aber auch von Seiten der US-Administration und der EU kommt Unbill auf die Tech-Giganten zu: Von Digitalsteuer über Kartellverfahren bis hin zu Datenschutzauflagen steigen die Risiken für deren Geschäftsmodelle. Bei Netflix droht hingegen der eigene Erfolg zum größten Feind zu werden – immer mehr Nachahmer wollen auch auf den Video-Streaming-Zug aufspringen, mit milliardenschweren Produktionsbudgets. Viele Hunde sind bekanntlich des Hasen Tod. Für eine Übernahme ist Netflix mit einer Marktkapitalisierung von 131 Mrd. US$ hingegen recht teuer.

Die Geschäftsberichte und v. a. die Ausblicke der Minengesellschaften hellen sich hingegen mit den steigenden Notierungen der Edelmetalle von Quartal zu Quartal weiter auf. Zudem sinken die Verschuldungsgrade und die Margen können sich auch im direkten Vergleich mit Apple & Co. schon sehen lassen: Die Gesamtkosten, zu denen die großen Goldförderer die Unze (31,1 Gramm) aus dem Boden holen, liegt aktuell bei ca. 850 US$. Keine schlechte Marge bei Weltmarktpreisen von 1.530 US$ pro Unze. Da kann selbst Apple nicht mithalten.

Bei den Silberprimärförderern sehen die Margen aktuell noch nicht ganz so gut aus. Folgt der Silberpreis seinem großen gelben Bruder aber wie in jedem bisherigen Zyklus mit etwas Verzögerung nach, dann steigen auch die Gewinnmargen der Silberminen auf Niveaus, von denen Amazon und Co. nur träumen können.

Als blauer Linienchart dargestellt der NASDAQ 100, der zu knapp 40 Prozent aus FANG-Aktien besteht, sowie als Kerzenchart der Philadelphia Gold an Silver Index der 30 größten Gold- und Silberminen stellvertretend für die BANG-Aktien:

Dividenden und Aktienrückkäufe

Die FAANG-Aktien waren Hauptprofiteure der Trumpschen Steuerreform. Durch die steuerprivilegierte Repatriierung von Auslandsvermögen konnten die Vorstände der FAANG-Aktien ihre Anteilseigner und sich selbst durch rekordhohe Aktienrückkaufprogramme und Sonderdividenden beglücken. Dieser Einmaleffekt läuft jedoch sukzessive aus.

Die Minengesellschaften mussten sich hingegen durch die Ausgabe immer neuer Aktien in fast zehnjährigen Korrekturphase der Metallpreise über Wasser halten. Doch mit steigenden freien Geldzuflüssen kann die Anzahl der emittierten Aktien in den nächsten Jahren durch Aktienrückkaufprogramme im Sinne der Aktionäre und des Managements wieder deutlich reduziert werden.

Die Joker bei BANG – Liquidität und M&A

Da der Minenmarkt ein Nischenmarkt ist, genügen schon geringe Umschichtungen von Standardaktien in Minenaktien, um die Kurse in diesem Sektor massiv nach oben zu treiben. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung von Apple beträgt aktuell 950 Mrd. US$, die von Barrick Gold nur 33 Mrd. US$. Übernahmefantasie ist damit bei den FAANGs eher Fehlanzeige.

Bei den Minen hingegen hat sich das Übernahme-Karussell (M&A) gerade erst in Bewegung gesetzt. Bedingt durch die lange Dürreperiode bei den Goldschürfern wurden Investitionen in Exploration und Ressourcenausweitung mangels Kapital lange vernachlässigt. Damit den Minen in Zukunft das Metall nicht ausgeht, müssen die Gesellschaften die eigenen Reserven durch Übernahmen von Projekten Dritter oder ganzen Konzernen sicherstellen. Das birgt enormes Potenzial für die Zukunft, wenn man bedenkt, dass im Schnitt eine Übernahmeprämie von 20 Prozent auf die aktuelle Marktkapitalisierung gezahlt wird.

Ein richtiger Paukenschlag war in diesem Zusammenhang die Übernahme des kanadischen Minenkonzern Goldcorp durch den zweitgrößten Goldschürfer Newmont Mining für 10 Mrd. US$. Wer hingegen Amazon übernehmen wollte, müsst ohne Übernahmeaufschlag ganze 891 Mrd. US$ berappen – das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt der Niederlande.

Fazit

Die Gemengelage für die monetären Edelmetalle Gold und Silber ist äußerst konstruktiv. Anders als bei vorherigen Zyklen hängen die Minengesellschaften noch etwas im Preisanstieg nach. Doch die Profiinvestoren beginnen den Sektor wiederzuentdecken. Aufgrund ihrer Anlagerichtlinien können viele institutionelle Anleger aber nur in Aktien und nicht in Gold und Silber direkt investieren. Bereits geringe Verschiebungen in den Portfolios der Investoren zugunsten der Minenaktien dürfte zu massiven Preisveränderungen führen. Natürlich ist dies keine Kaufempfehlung für eine der genannten BANG-Aktien und auch keine Verkaufsempfehlung für die FAANG-Aktien. Unter dem Aspekt des antizyklischen Investierens betrachtet, sind die asynchron verlaufenden Zyklen der beiden Sektoren aber zumindest erwähnenswert.

BANG stteht für Barrick Gold, Angnico Eagle sowie Newmont Goldcorp.

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Gold/Silber

Gold: Rekorddaten und Ausblick für 2021 durch World Gold Council

Jörg Bernhard

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Für das abgelaufene Jahr meldete der World Gold Council (WGC) diverse Rekorde im Marktsegment der Gold-ETFs und kommunizierte zudem seinen Ausblick zur Entwicklung der Goldmärkte im Jahr 2021.

Gold: Rekordlaune bei Investments in ETFs

Bedingt durch die Coronakrise haben verunsicherte Investoren im Jahr 2020 in großem Stil Gold in Form von physisch hinterlegten ETFs gekauft. Im September kletterten zum Beispiel die Goldbestände von insgesamt 83 erfassten ETFs auf 3.880 Tonnen und einen Marktwert von insgesamt 235,4 Milliarden Dollar. Beide Werte stellten einen neuen Rekord dar. Zum Jahreswechsel stellten sich Werte von 3.751,5 Tonnen bzw. 228,1 Milliarden Dollar ein.

Ein weiteres Allzeithoch wurde aber auch bei den registrierten Gold-Zuflüssen registriert. Mit 877,1 Tonnen Gold wurde der Vorjahreswert in Höhe von 398,3 Tonnen um 120 Prozent und das im Jahr 2009 erzielte bisherige Allzeithoch in Höhe von 649 Tonnen um 35 Prozent übertroffen. In Nordamerika waren Gold-ETFs übrigens besonders stark gefragt. Dort erhöhten sich die Bestände dieser Form von Papiergold innerhalb eines Jahres um 563,3 Tonnen. Der zweitstärkste Appetit war mit 259,9 Tonnen in Europa auszumachen, womit diese beiden Regionen fast 94 Prozent der weltweiten ETF-Nachfrage repräsentiert haben.

Ausblick für 2021 tendenziell optimistisch

In einem weiteren Statement veröffentlichte der WGC seinen Ausblick für das Jahr 2021. Dessen Analysten gehen davon aus, dass Investoren dauerhaft niedrige Zinsen in riskantere Anlageklassen locken könnte. Weil dies mit steigenden Haushaltsdefiziten, wachsenden Inflationssorgen und hohen Aktien-Bewertungen einhergehen dürfte, rechnet die internationale Interessenvertretung der Goldminenindustrie mit einer stabilen Investorennachfrage, während die Konsumentennachfrage dank einer wirtschaftlichen Erholung anziehen könnte.

Die Performance des Goldpreises hängt laut WGC von insgesamt vier Faktoren ab, von denen zwei von strategischer und zwei von taktischer Natur seien. Zur erstgenannten Gruppe gehören das wirtschaftliche Wachstum sowie das Maß an Verunsicherung. Von taktischer Bedeutung seien die Opportunitätskosten und das Momentum.

Fazit

Der WGC rechnet für 2021 mit einer positiven Performance von Gold, wenngleich in gedämpfter Form. Als wichtigsten Grund für diese Erwartungshaltung wurde die Aussicht auf eine höhere Konsumentennachfrage in China und Indien, gefolgt von der Chance auf dauerhaft niedrige Zinsen und dem damit verbundenen Wegfall von Opportunitätskosten (Zinsverzicht bei Gold) genannt.#

Hier finden Sie zusätzliche Informationen des World Gold Council..

Gold dürfte auch 2021 gesucht sein

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