Folgen Sie uns

Allgemein

Anleihe-Guru Bill Gross: Notenbanken „zunehmend verwirrt“ – Schonungslose Abrechnung + Analyse!

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Bill Gross, ehemals Chef des größten Anleihe-Vermögensverwalters der Welt PIMCO, heute für Janus tätig und weltweit als Anleihe-Guru hoch angesehen, übertitelte seinen gestrigen Investment-Ausblick mit der Überschrift „Zunehmend verwirrt“, womit die Notenbanken dieser Welt gemeint sind, die mit Nullzinsen und Geldschwemme ihre Ziele nicht erreichen, und jetzt nicht mehr weiter wüssten. Eine schonungslose Analyse von kaputten Staaten und einer gescheiterten Notenbankpolitik…

EZB Draghi Notenbanker
EZB-Präsident Mario Draghi druckt derzeit Euros für die Inflation. Foto: EZB

In seinem gestern veröffentlichten monatlichen Investmentreport für seinen neuen Arbeitgeber Janus beschreibt Bill Gross in einer schonungslosen Analyse die momentane Lage vieler kaputter Länder und Regionen sowie das totale Scheitern der aktuellen Politik der wichtigsten Notenbanken.

Gross schreibt als eine seiner wichtigsten Aussagen es sei ein Fakt, dass die globalen Märkte und einzelnen Volkswirtschaften zunehmend verwirrt und verzerrt seien. Gross warnte schon vor 2008 vor dem Platzen der damaligen Immobilienblase in den USA, und wurde daraufhin von einem Notenbanker der Fed als komischer Vogel bezeichnet – wohl nach dem Motto „was will dieser Nörgler?“. Gross erinnert erneut daran, dass PIMCO damals die Immobilienkrise rechtzeitig erkannte, weil man (klugerweise) Anleihe-Analysten getarnt als potenzielle Hauskäufer kreuz und quer durch die USA schickte um sich die tatsächliche Situation vor Ort anzuschauen.

We solved that though, by turning credit analysts into pretend home buyers, sending them to Las Vegas, Memphis, Toledo, etc. to learn about “no docs” and “liar loans” long before the Fed did. Shades of the Big Short!

Heute schießt Gross kräftig Richtung Fed, aber unausgesprochen in Richtung aller Notenbanken, die ein dauerhaftes Nullzins-Szenario + Geldschwemme praktizieren. Die US-Notenbank Fed sowie andere „Modell-basierte Notenbanken“ (EZB / BoJ / BoE) seien nach seiner Meinung neben den Märkten selbst auch „zunehmend verwirrt“. Sie würden nämlich davon ausgehen, dass die aus den derzeitigen Nullzinsen resultierenden Vermögenszuwächse an den Kapitalmärkten sich auf jeden Fall in die Realwirtschaft übertragen würden.

Wie man beim aktuellen Anleihekaufprogramm der EZB sieht, ist dies trotz 60 Milliarden Notenbankgeld für den Eurozonen-Markt pro Monat nicht der Fall. Der Bankenkreislauf und Kapitalmarkt ertrinkt in Cash, in der Realwirtschaft tut sich in Sachen Inflation und auch Industrieproduktion wenig bis gar nichts. Was noch schlimmer ist: Laut Gross würden die statistischen Modelle der Notenbanken den gesunden Menschenverstand ignorieren und ein Umfeld entstehen lassen, dass mit der Immobilienblase von 2007 vergleichbar ist. Auch Mario Draghi wird mit Kritik nicht geschont.

Today’s Fed and other model based central banks are, to my way of thinking, the ones that have more and more become “increasingly addled”. Their genetic makeup, like that of Delos Roman, seems to have been determined at origin and has since been centered on changes in the policy rate and the observation that higher short rates slow economic growth/temper inflation, and that low (or negative) interest rates do just the opposite. In recent weeks markets have witnessed Mario Draghi of the ECB speak to “no limit” to how low Euroland yields could be pushed – as if he were a two-time Texas Hold Em poker champion. In turn, Janet Yellen at the Fed, at least temporarily, halted their well-advertised tightening cycle at 25 basis points, followed a few days later by the BOJ’s Kuroda and a 5-4 committee vote to enter the black hole of negative interest rates much like the ECB and three other European central banks.

Nur würde die jetzige Blase nicht bei Immobilien stattfinden, sondern bei Unternehmensschulden. Gross schreibt die Privathaushalte in den USA hätten ihre starke Überschuldung abgebaut, aber der Unternehmenssektor hätte dies nicht getan. Mündelsichere Anleihen (deutsches Wort) wie auch Hochzinsanleihen (Schrottanleihen/Junk Bonds) hätten diesmal 200-1000 Basispunkte höhere Renditen – was sage das wohl aus über die zukünftige Entwicklung, über die Gewinne dieser Firmen und die Zahlungsfähigkeit in Rohstoff-Branchen, so Gross als rhetorische Frage?

Zur Eurozone bemerkt Gross: Mit welchen Phrasen kommt Mario Draghi denn demnächst nach den Leitsätzen “Whatever it takes” und “no limit”? Es stehe für die Eurozone zwar keine Rezession an, aber z.B. die deutsche Renditekurve sei negativ, und auch die schwächeren Euro-Staaten seien auf dem Weg dorthin. Wer wolle noch bei nicht mehr vorhandenen Einlagenzinsen in Europa investieren? Die USA leben laut Gross zu 85% von intern generiertem Wachstum, welches auf Konsum basiere – dieser wiederum basiere auf dem Wachstum bei neuen Arbeitsplätzen und Lohnzuwächsen. Nur oberflächlich laufe da alles super, aber momentan habe selbst die Fed Zweifel, denn zum ersten Mal seit 15 Jahren sei sie nicht in der Lage die „Balance of Risks“ zu beurteilen. Gross verweist auf das Fed-Mitglied Kaplan, der vor Kurzem erst gesagt hatte man (die Fed) brauche einige Zeit um zu verstehen was hier überhaupt passiert. Man bedenke hierzu: Die EZB ist gerade mitten in ihrem ersten Anleihekaufprogramm. Die Fed hat seit 2008 bereits 3 QE´s durchgeführt, ohne nachhaltige Resultate. Folgt bald um das Funktionieren von QE´s nachzuweisen das QE4 in den USA? Wird wohl noch etwas dauern, aber nicht unrealistisch.

Gross schreibt er habe keine Lust mehr erneut gegen die Notenbanken-Politik zu argumentieren und die negativen Folgen von Nullzinsen anzugehen. Andersherum frage er nun einfach, wie denn die Ergebnisse dieser Politik aussähen z.B. in Japan mit jahrzentelanger Nullzinspolitik.

“How successful have they been so far?” Why after several decades of 0% rates has the Japanese economy failed to respond? Why has the U.S. only averaged 2% real growth since the end of the Great Recession? “How’s it workin’ for ya?”

Bill Gross rät Anlegern dazu Hochrisikomärkte zu meiden und in „Plain Vanilla“-Varianten zu investieren. Da kommt der Fachmann durch. Das Wort steht für die Standardvariante von Derivaten. Also möchte er damit einfach nur sagen der Anleger soll in normale, langweilige und eher sichere Anlagen investieren statt in exotische oder hochverzinsliche Anlagen.

Zum Schluss nochmal der Hinweis: Bill Gross ist nicht irgendein Hinterhof-Analyst oder Möchtegern-Hedgefondsmanager. Auch wenn er jetzt nicht mehr das größte Anleihefonds-Volumen der Welt verwaltet, sondern jetzt bei einem Vermögensverwalter aus der zweiten Reihe arbeitet, ist er wohl immer noch der weltweit wichtigste oder einer der wichtigsten Experten für Anleihen. Mit seiner massiven Kritik an der aktuellen Politik der wichtigsten Notenbanken steht Gross nicht alleine da, aber sein Wort hat Gewicht! Aber wird eine Janet Yellen oder ein Mario Draghi sich von ihm zum Nachdenken anregen lassen, ob man seine Politik von Nullzinsen und Geldpumpen ändern sollte? Wahrscheinlich nicht.


Hier der Originaltext von Bill Gross über seine Sichtweise zu einzelnen „kaputten Ländern“:

1. Venezuela – bankruptcy just around the corner due to low oil prices and policy mismanagement. Current oil prices are (in significant part) a function of low interest rate central bank policies over the past 7 years.

2.Puerto Rico – default underway due to overspending, the overpromising of retirement benefits, and the inability to earn adequate investment returns due to ultra-low global interest rates.

3.Brazil – in deep recession due to commodity prices, government scandal and in this case, exorbitantly high real interest rates to combat the effect of low global interest rates, and currency depreciation of the REAL. No country over time can issue debt at 6-7% real interest rates with negative growth. It is a death sentence. In the interim, the monetary authorities deceptively issue, then roll over more than a $100 billion of “currency swaps” instead of selling dollar reserves in an effort to hoodwink the world that there are $300 billion of reserves to back up their sinking credit. This maneuver effectively costs the government 2% of GDP per year, leading to the current 9% fiscal deficit.

4.Japan – 260% government debt/GDP and climbing sort of says it all, but there’s a twist. Since the fiscal (Abe) and the monetary (Kuroda) authorities are basically one and the same, in some future year the debt will likely be “forgiven” via conversion to 0% 50-year bonds that effectively never come due. Japan will not technically default but neither will private investors be incented to make a bet on the world’s largest aging demographic petri dish. I’m tempted to say that “Where Japan goes – so go we all”, but I won’t – it’s too depressing.

5.Euroland – “Whatever it takes”, “no limit”, what new catchphrases can Draghi come up with next time? It’s not that there’s a sufficient recession ahead, it’s just that the German yield curve is in negative territory all the way out to 7 years, and the shaky peripherals are not far behind. Who will invest in these markets once the ECB hits an effective negative limit that might be marked by the withdrawal of 0% yielding cash from the banking system?

6.China – Ah, the dragon’s mysteries are slowly surfacing. Total debt/GDP as high as 300%; under the table capital controls; the loss of $1 trillion in reserves to support an overvalued currency; a distorted economic model relying on empty airports, Potemkin village housing, and investment to GDP of 50%, which somehow never seems to transition to a consumer led future. Increasingly, increasingly addled.

7.U.S. – Well now, the U.S. is impervious to all this, is it not? An 85% internally generated growth model that relies on consumption which in turn, relies on job growth and higher wages, all of which seems to keep on keepin’ on. Somehow, though, even the Fed seems to have doubts, as in last week’s summary statement, where for the first time in 15 years they were unable to assess the “balance of risks”. “We need some time here to understand what is going on”, says Kaplan from the Dallas Fed. Shades of 2007. The household sector has delevered, but the corporate sector never did, and with Investment Grade and High Yield yields 200-1000 basis points higher now, what does that say about future rollover, corporate profits and solvency in many commodity-sensitive areas?


3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    4. Februar 2016 10:28 at 10:28

    Ich denke eher nicht,dass sich die“Götter des Geldes“Yellen,Kuroda;Draghi&Carney,der schlüssigen Expertise des,mittlerweile zum Schmuddelkind der „Gottes-Werk-auf-Erden“verrichtenden Branche,ergeben!Wer Führer kritisiert,kommt in den Bendlerblock!So war das&wird es weiterhin sein!

  2. Avatar

    Mr. Jones

    4. Februar 2016 10:58 at 10:58

    Stanley Fischer am 01.02.2016 At the C. Peter McColough Series on International Economics, Council on Foreign Relations, New York, New York

    Jetzt erwarte ich, dass einer von euch in ein paar Minuten fragen wird, nicht über das, was wir bei unserem letzten Treffen hat, sondern das, was wir in den nächsten tun werden. Ich kann diese Frage nicht beantworten, weil, wie ich in der Vergangenheit betont habe, wir es einfach nicht wissen was. Die Welt ist ein unsicherer Ort, und alle Geldpolitik kann wirklich sicher sein, dass häufig unterschiedliche was passieren wird, ist von dem, was wir derzeit erwarten. Deshalb hat der Ausschuss darauf hingewiesen, dass seine politischen Entscheidungen sein werden, Daten abhängig. Das heißt, dass wir Politik angemessen angesichts der Wirtschafts- und Finanz Ereignisse besten Pflegebedingungen im Einklang mit der Erreichung unserer Beschäftigung und Inflations-Ziele anzupassen.

    Original Text FED
    Now, I expect that in a few minutes one of you will ask not about what we did at our last meeting, but rather what we are going to do at the next one. I can’t answer that question because, as I have emphasized in the past, we simply do not know. The world is an uncertain place, and all monetary policymakers can really be sure of is that what will happen is often different from what we currently expect. That is why the Committee has indicated that its policy decisions will be data dependent. That is, we will adjust policy appropriately in light of economic and financial events to best foster conditions consistent with the attainment of our employment and inflation objectives.

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      4. Februar 2016 16:50 at 16:50

      Vernünftig übersetzt heisst das genau das,was ich befürchte:Das Ende des schuldenbasierten Fiatgeldsystems&somit unser allem!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

weiterlesen

Allgemein

Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

weiterlesen

Allgemein

Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen