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Bargeld: Laut Bundesbank billiger und schneller als Kartenzahlungen

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Eines der Hauptargumente der Karten-Lobby, wenn es darum geht Bargeld abzuschaffen, lautet: Es ist umständlich, es ist teuer in der Abwicklung für den Einzelhandel und die Banken. Es nervt die Verbraucher einfach nur. Münzen beulen die Geldbörsn aus. Karten, per Handy bezahlen und Onlinebezahlen, das ist doch alles viel einfacher, bequemer, sorgloser. Bargeld nerve einfach nur, und wer braucht das schon noch. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

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Und mit dem Argument, dass Bargeld pro Transaktion einfach für alle Beteiligten auch teurer sei, kann man natürlich Banken und Einzelhändler dazu bringen den Verbraucher möglichst von Zahlungen in bar zu entwöhnen. Aber ist es denn wirklich die schlechteste Zahlungsmethode? Wie aus aktuellen Grafiken der Bundesbank hervorgeht, ist Bargeld pro Transaktion mit 0,24 Euro Kosten ganz klar am Günstigsten. Zahlungen mit Bankkarte kosten 0,33 Euro, und mit Lastschrift 0,34 Euro. Mit Kreditkarten kosten Zahlungen sogar zwischen 0,97 Euro und 1,03 Euro. Und ist die Bundesbank etwa keine verlässliche Quelle? Wenn nicht sie, wer dann?

Zum Thema Bargeldabschaffung können wir auch dieses Interview empfehlen (einfach hier klicken).

In Prozent zum Umsatz gerechnet sind Zahlungen in bar auch noch etwas billiger als Kreditkarten. Bankkarten sind hier deutlich günstiger. Aber kann man es „dem Bargeld“ zum Vorwurf machen, wenn mit ihm eher kleine Summen bezahlt werden?

Auch gibt es ja die Behauptung, dass es einfach zu lange dauert mit Bargeld zu zahlen. Würden wir doch alle nur mit Karte zahlen, ginge alles viel schneller an der Ladenkasse. Richtig? Auch das scheint nicht zu stimmen, wenn man den Bundesbankern glaubt. Bargeldzahlungen dauern nur 22,3 Sekunden von der Nennung des Zahlungsbetrags bis Ausgabe des Beleges an der Kasse. Kartenzahlungen dauern 29-38 Sekunden.

Bargeld Bundesbank
Foto: Deutsche Bundesbank

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    tm

    25. Januar 2019 14:16 at 14:16

    Habt ihr auch einen Link zu der Studie oder nur die Twitter-Meldungen von Ulrich Binnebößel?

  2. Avatar

    Paula

    25. Januar 2019 15:41 at 15:41

    Egal, ob schnelles oder langsames Zahlen, wir sollen nur gläsern sein.

  3. Avatar

    pol. Hans Emik-Wurst

    25. Januar 2019 16:02 at 16:02

    Nur die Transaktionskosten zu betrachten, IST FALSCH !!!

    Immer mehr Lebensmittelmärkte bieten die Auszahlung von Bargeld an. Seitdem habe ich keinen Geldautomaten mehr genutzt. Wieviel Jahre das schon möglich ist, habe ich vergessen.

    Bargeldtransporte kosten Geld, die Lagerung von Bargeld kostet ebenfalls Geld, ganz gleich, wo sie stattfindet. Die Nutzungsdauer eines Geldscheines aus Baumwolle ist begrenzt. Münzen halten wesentlich länger.

    Trotzdem ist und bleibt Bargeld unersetzlich! In meinem Artikel „Nur Bares ist Wahres“ habe ich etliche Quellen und Meinungen zusammengetragen.

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    Matthias

    25. Januar 2019 19:43 at 19:43

    Da fehlt aber das kontaktlose Bezahlen!

    Ich bezahle seit einiger Zeit immer mit einer Kreditkarte kontaktlos (kontaktlose Girocard kommt erst noch bei Consors). Mein Mittagessen kostet z.B. immer zwischen 0,50 EUR bis ca. 5 Euro. Bei einem Einkauf bis grob 1 Euro würde Lidl sonst sehr oft Verlust mit mir machen. Wäre mal interessant wie die Kosten bei dieser Variante sind. Da es gerade auch für Zahlungen bis 25 Euro vorgesehen ist, müssten die Preise ja eher gering sein.

    • Avatar

      matze

      27. Januar 2019 01:01 at 01:01

      Ich glaube du hast gar nichts verstanden….?

      • Avatar

        Matthias

        27. Januar 2019 12:44 at 12:44

        Etwas konkreter bitte. Was genau gefällt dir an meinem Kommentar nicht?
        Ja, ich habe keine Lust auf Bargeld. Ja, mit Kartenzahlungen ist alles nachvollziehbar. Ich mag den Komfort trotzdem. Und dank Smartphone ist eh klar wo man war und vermutlich eingekauft hat.

        Bisher war es vermutlich eine Preisfrage bei der Kartenzahlung. Das kontaktlose Zahlen scheint ja günstiger zu sein, dann haben die mit ihrer Werbung für die günstige Bezahlvariante vielleicht auch mal recht.

        • Avatar

          Michael

          27. Januar 2019 17:53 at 17:53

          Kann ich mir nicht vorstellen, dass die kontaktlose Variante günstiger ist. Höchstens die Karte an sich bei der Herstellung. Denn die Daten werden an dasselbe Lesegerät übertragen, ab da ist der elektronische Weg zur Bank dann der gleiche.
          Übrigens erstaunlich: Bei Lidl gibt es Mittagessen für 50 Cent?

          • Avatar

            Matthias

            27. Januar 2019 20:20 at 20:20

            Die Discounter würden das aber doch nicht so extrem bewerben wenn es nicht günstiger ist? Gerade für die kleinen Zahlungen? Da werden die sich bestimmt geeinigt haben.

            50 Cent: Brötchen! Die sind dort ja sehr günstig und auch nicht schlechter als 90% der Bäcker. Aufschnitt dann nur alle zwei Wochen mal, dann ist es also etwas mehr. Oft wird es auch eine Fertigpackung aus der Tiefkühlabteilung für 1,99. Und das machen dort Mittags viele so. Daher schätze ich das es noch andere Gebührenmodelle für das kontaktlose Zahlen geben muss.

          • Avatar

            Matthias

            27. Januar 2019 20:33 at 20:33

            Gerade noch was dazu gefunden, demnach wären die Gebühren tatsächlich gleich hoch. Verrückt! :-)
            „Generell fallen bei Zahlungen mit Kreditkarte Händler- und Processinggebühren an. Die Höhe ist abhängig vom Netzbetreiber oder Zahlungsdienstleister. Wie der Kunde zahlt – kontaktbasiert oder kontaktlos – ist dabei nicht entscheidend.“

            https://www.sparkasse.de/unsere-loesungen/firmenkunden/electronic-banking/kreditkarte-kontaktlos.html

          • Avatar

            Michael

            27. Januar 2019 20:45 at 20:45

            Hallo Matthias, ich denke, dass es für die Zahlungsempfänger vor allem den Vorteil hat, dass es sehr schnell geht. Karte ranhalten, und 5 Sekunden später ist schon der nächste Kunde an der Reihe. Mit PIN und/oder Unterschrift auf dem Bon dauert das doch um einiges länger. Somit muss das Personal weniger Zeit an den Kassen verbringen bzw. können mehr Kunden von weniger Kassierern „abgefertigt“ werden.

    • Avatar

      Michael

      27. Januar 2019 18:49 at 18:49

      Bis 25 EUR wird meist keine PIN benötigt, bei höheren Beträgen schon. Ansonsten hat dieser Betrag keine besondere Bedeutung. Vergessen Sie nicht den RFID-Blocker in Ihrer Geldbörse, sonst bezahlen bald auch andere kontaktlos mit Ihrer Karte ;)

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    Bernd Freudinger

    26. Januar 2019 00:08 at 00:08

    Man muss auch Mal an die einfachen Bürger oder die Oma denken, die sich mit Technik oder Elektronik weniger auskennen und deshalb Angst haben etwas falsch zu machen und dabei Geld zu verlieren.Bargeld ist dagegen idiotensicher. Man kann sich am Geldautomaten nicht verdrücken oder im Internet irgendwas zum Zahlungsablauf übersehen usw

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    Tina

    9. September 2019 10:09 at 10:09

    Super Beitrag! Mir ist allerdings aufgefallen, dass immer mehr Bankfilialen schließen. Bei mir in der Region werden auch einige Filialen geschlossen, es sich nicht mehr für sie in finanzieller Hinsicht nicht mehr lohnt. Bin gespannt wie es weiter geht da auch Zahlen per Smartphone im Trend ist.

    Liebe Grüße Tina

  7. Avatar

    sabine

    9. September 2019 11:33 at 11:33

    Das onlinebanking wird immer schwieriger.
    Mittlerweile hab ich
    – eine Kontonummer
    – BLZ
    1. Kartengeheimzahl
    2. Telefonbanking-Geheimzahl
    3. Extra-Bank-ID zum online banking-Anmelden ! (Neu)
    4. Passwort
    5. Tan-Generator, bereits zum Anmelden im Konto (Neu)
    a) Na, Ihr Terroristen, da staunt ihr! Mein Geld ist save, braucht halt 3 Minuten, bis ich mich überhaupt mal anmelde, weil der dämliche Generator seine Zeit braucht, um den Bildschirm zu lesen.
    b) Die App hat so negative Kritiken von den Usern bekommen, daß ich sie mir spare. Außerdem hat mein Handy Android 4, reicht für den neuen Anti-Terrorkampf leider nicht aus. Und ein neues Handy für dieses Affentheater war mir zu teuer. Was fällt denen in einem halben Jahr ein? Wie bei Diesel 6, schon veraltet!!!

    • Avatar

      pol. Hans Emik-Wurst

      9. September 2019 12:14 at 12:14

      Die Deutsche Kreditbank = DKB erlaubt einen Chip-TAN-Generator, der absolut zuverlässig arbeitet, die IngDIBA erlaubt mTAN auch für Uralt-Telefone, was ebenfalls störungsfrei arbeitet.

      Ich verwende den Cyber Jack one von REINERSCT mit einem USB-Anschlusskabel aufgrund schlechter Erfahrungen mit anderem Firlefanz.

      Eine App für ein smartphone oder einen Tablet PC zu verwenden, ist der allergrößte denkbare Schwachsinn.

      Durch diesen erhöhten Aufwand, der seit einigen Jahren getrieben wird, sollen die Leute in das gedankenlose Geldausgeben getrieben werden. Es geht, wie immer, nur um die Ausbeutung der Massen.

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Inflation voraus? Erst deflationärer Schock, dann Hyperinflation?

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Stehen wir infolge der Coronakrise vor einem Schub der Inflation – vielleicht gar vor einer Hyperinfaltion? Notenbanken und Regierungen pumpen bekanntlich derzeit Billionen in die Wirtschaft und die Märkte, und es stellt sich die Frage, ob dieser Liquiditäts-Tsunami dann zwangsläufig eine Inflation auslösen muß!

Die Antwort auf diese Frage lautet: sehr wahrscheinlich wird die Inflation deutlich ansteigen! Wichtig aber ist für Investmententscheidungen vor allem das Timing: wir erleben derzeit einen Cash Crunch, die Geldumlaufgeschwindigkeit nimmt dramatisch ab, weil viele Firmen und Selbständige derzeit keinerlei Umsatz generieren und erst einmal nur warten können, bis die beantragten oder noch zu beantragenden Kredite dann auch wirklich eintreffen. Aber diese Kredite sind ja nur ein Pflaster, dass die fehlenden oder deutlich geringeren Umsätzen von Millionen von Firmen und Menschen nicht annähernd wird ersetzen können. Daher wird absehbar weniger konsumiert, man hält das Geld zusammen – Cash ist King!

Wann kommt die Inflation?

In einem solchen Umfeld entsteht keine Inflation – es ist vielmehr in den nächsten Wochen und Monaten ein deflationärer Schock zu erwarten. Es hat ein Prozeß der Enthebelung begonnen – wer etwa kurz vor der Coronakrise in hohem Maße fremdfinanziert eine extrem teure Immobilie in einer deutschen Großstadt gekauft hat, der wird in Schwierigkeiten geraten – schon weil in dem deflationären Schock zu erwwarten ist, dass die Immobilienpreise fallen werden (derzeit finden faktisch keine Transaktionen mehr statt im Immobilien-Bereich – lediglich vor längerer Zeit begonnene Transaktionen werden noch vollendet).

Aber später – wann ist natürlich die Gretchenfrage – wird die Nachfrage wieder anziehen, wenn das Coronavirus einigermaßenim Griff ist. Produktion von Bereichen, die zuvor nach China oder andere Länder ausgelagert worden sind, werden wieder zurück geholt (eine Deglobalisierung). Dafür braucht man Menschen, Maschinen und Arbeitskräfte. Dann trifft die Nachfrage auf die immense Liquidität der Notenbanken und Regierungen, gleichzeitig wird es aufgrund der Coronakrise in einigen Bereichen Lieferschwierigkeiten geben – mit der Folge, dass die Preise für Güter und Waren wohl deutlich steigen werden.

Kommt eine V-Erholung (schnelle Herstellung des alten Niveaus), oder eine U-Erholung (langsamere Erholung)? Oder ist es doch ein „L“ – also eine fortgesetzte Depression?

Thomas Mayer – einst Chefvolkswirt der Deutschen Bank und nun bei Flossbach von Storch tätig – über die weiteren Perspektiven für Deutschland und die Weltwirtschaft, für die Zukunft des Euro und mit Aussagen zur Frage, ob wir eine Inflation oder gar eine Hyperinflation bekommen werden:

Kommt die Inflation - oder gar die Hyperinflation?

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Grundeinkommen für Spanien – Auftakt in die große Abwärtsspirale?

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Spanien will Grundeinkommen einführen

Mit dem Grundeinkommen ist das so eine Sache. Aktuell will die spanische Regierung es schnellstmöglich einführen. Die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño hatte die Pläne gegenüber dem spanischen Sender La Sexta am Sonntag geschildert. Man habe die Ambition dieses Instrument als Dauerzustand und strukturelles Instrument einzuführen. Ein Grundeinkommen zu fordern ist einfach – und verführerisch. Denn damit kann man Millionen von Menschen glücklich machen und für sich gewinnen.

Aber wer so etwas einmal ins Rollen bringt, hat ein Problem. Wir wollen mal einen Vergleich zur aktuellen Lage in Russland ziehen. Wladimir Putin hat im Zuge der Coronakrise die Unternehmen in Russland dazu verpflichtet, trotz Shut Down weiterhin alle Gehälter zu zahlen. Aber gleichzeitig scheint es keine staatliche Hilfen für Unternehmen zu geben. Was also vordergründig eine tolle Sache für die Arbeitnehmer zu sein scheint, bringt im Hintergrund eine Lawine ins Rollen, die man nicht sehen will – aber diese Lawine wird zwangsläufig sichtbar, wenn die Unternehmen massenweise pleite gehen, weil sie einfach kein Geld mehr auf dem Konto haben.

Irgendwie muss ein Grundeinkommen refinanziert werden

Aber zurück zum Grundeinkommen. Hier ist der Mechanismus ähnlich, dass man vordergründig etwas Tolles macht, dass hintenrum dadurch aber immense Probleme erschaffen werden. Das „bedingungslose“ Grundeinkommen einzuführen, bei dem als Gegenleistung nichts erwirtschaftet werden muss, kann nur zwei Dinge bedeuten. Entweder unendlich viel Geld drucken über die EZB und dann an den spanischen Staat weiterreichen – das wird als Dauerzustand aber etwas schwierig. Oder man muss zur Gegenfinanzierung die Steuern für den Mittelstand, für die Besserverdiener und die Reichen drastisch erhöhen. Nur dann haben die alle kein Interesse mehr in Spanien tätig zu sein und dort ihr Einkommen beziehungsweise Vermögen zu versteuern. Und zack, man hat letztlich eine immense Flucht von Kapital und Fachkräften raus aus Spanien. Denn wer hat schon Lust vielleicht 60, 70 oder 80 Prozent Steuern zu zahlen?

Diese Zahlen werfen wir jetzt mal einfach so in den Raum als fiktive Größenordnungen. Denn wer ein Grundeinkommen ohne Gegenleistung finanzieren will, muss ja irgendwoher das Geld dafür reinholen in die Staatskasse. Die Motive der aktuellen Regierung in Spanien mögen gut sein. Denn in Ländern, die kein umfassendes Sozialsystem haben wie in Deutschland (Hartz4, Kurzarbeit uvm), da geht es wirklich um Hunger und Obdachlosigkeit, wenn dank der Coronakrise die Leute nicht in der Lage sind Geld durch Arbeit zu verdienen. Und gerade für Spanien gilt: Man ist auf den Tourismus angewiesen. Nicht nur, aber der Tourismus ist ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Und wenn man davon ausgeht, dass die Touristen aus Deutschland und Großbritannien nicht gleich wieder ab Mai in Massen nach Spanien fliegen, dann kann man für Spanien viel mehr als für Deutschland oder Frankreich von einer heftigen Rezession ausgehen, bei der viele Menschen nichts haben, wovon sie sich etwas zu Essen kaufen können. Ein Grundeinkommen einzuführen, ist da natürlich der radikalste Schritt. Das linke Minderheits-Kabinett in Madrid ist auf die Stimmen konservativer Basken angewiesen. Eine wacklige Nummer. Aber denkbar wäre es das Grundeinkommen für Spanien durchzubekommen, wenn Millionen Spanien vor dem Nichts stehen.

Langfristig extrem schädlich für eine Volkswirtschaft

Kurzfristig wäre so ein Grundeinkommen natürlich eine tolle Sache. Aber es ist anzunehmen, dass die Rechnung dafür in den nächsten Jahren nach und nach präsentiert wird. Egal wie man es dreht und wendet. Verschenkt der Staat Geld ohne Gegenleistung, muss er es über stark steigende Steuereinnahmen finanzieren. Dies wird die gesamte Wirtschaft, die Gastronomen, die Facharbeiter und die Besserverdiener massiv belasten. Auch wenn man jetzt sagen könnte, dass „die da oben“ sowieso endlich mal kräftig zur Kasse gebeten werden sollten. Die Konsequenz wäre unausweichlich. Zunehmend viele Facharbeiter, Gastronomen, Mittelständler etc können die Lust verlieren in Spanien etwas zu leisten, und sich verabschieden. Entweder man schließt sein Geschäft, wandert aus, oder entlässt Mitarbeiter weil die Steuerlast zu hoch ist und man sparen muss, oder hört als Unternehmer auf an Innovationen zu basteln – weil der Staat danach einen Großteil des Ertrags abgreifen würde. Der kurzfristige Segen durch das Grundeinkommen wäre in Zukunft eine heftige Hypothek für Staat und Volkswirtschaft.

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Fratzscher: „Hyperinflation kein Problem, EZB kann sofort reagieren“

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Angst vor der Zukunft? Kommt die Inflation oder sogar Hyperinflation?

Schauen wir in die nahe Zukunft, und sehen die Hyperinflation anrollen? Wird es so kommen? Kritische Kommentatoren wie Markus Krall, Marc Friedrich, Max Otte etc besprechen dieses Thema nicht erst seit einigen Tagen, sondern haben auf diese Gefahr auch schon letztes Jahr ausdrücklich hingewiesen. Nur der Auslöser für die Rezession, Deflation und die darauf folgende Hyperinflation wisse niemand. Jetzt kennen wir ihn alle – es ist die Coronakrise. Aber wird die Inflation wirklich kommen, oder sogar die Hyperinflation?

Die vorhin besprochenen Kommentatoren haben verdammt gute Argumente für ihre Erwartung einer Hyperinflation (mehr Details nachlesen zum Beispiel hier oder hier). Grundsätzlich geht es darum, dass in den nächsten Monaten sehr viel neu gedrucktes und von Staaten in die Volkswirtschaft gepumptes Geld auf weniger Warenangebot treffe. Dies löse die Inflation aus. Im folgenden Video sehen wir ein aktuelles Interview mit Marcel Fratzscher, dem Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Er ist grundsätzlich bekannt dafür, dass er kein Problem mit hohen Staatsschulden hat, und dass er ein Fan davon ist die Nachfrageseite staatlich zu stimulieren.

Keine Angst vor der Hyperinflation

Die Deutschen haben eine Phobie vor Inflation und Schulden, so sagte es Marcel Fratzscher im Video (bitte ab Minute 9:30 anschauen). Seine Aussagen sind interessant, auch wenn man seine Argumente kritisch betrachten kann! In Sachen Hyperinflation und stark zunehmender Staatsverschuldung könnten wir in Deutschland wirklich entspannt sein, so Fratzscher. Dies sei für uns das geringste Problem und die geringste Sorge. Eine zu hohe Staatsverschuldung sehe er nicht (Anmerkung: Wieso nicht? Der Staat macht doch gerade jede Menge neue Schulden).

Deutschland sei solide, und der deutsche Staat habe immer wieder gezeigt, dass er Schulden auch schnell abbauen könne, wie in den letzten Jahren geschehen (Anmerkung: Dass man das vor allem wegen der abgeschafften Zinsen und sogar Negativzinsen bewerkstelligen konnte, erwähnt er nicht). Bei einer eintretenden Hyperinflation könnten die Notenbanken sehr schnell reagieren. Falls es wirklich zur Inflation käme, so wäre dies ein Luxusproblem. Denn es bedeute, dass die Wirtschaft anlaufe, dass die Nachfrage durch die Decke gehe, und dass das Angebot nicht nach käme. Viel Geld jage dann wenig Güterangebot. In dem Fall könne die EZB über Nacht reagieren, und mit Reverse Repos und anderen Instrumenten diese Liquidität wieder einsammeln, so Marcel Fratzscher. Unsere Anmerkung: Aktuell scheint auch sowieso erstmal kräftig Deflationsgefahr anzustehen (hier mehr dazu).

Deflation und Depression sei ein viel schlimmeres Risiko als Hyperinflation, so die Meinung von Marcel Fratzscher! Auch wichtig ist für ihn zu erwähnen, dass die deutsche Wirtschaft von offenen Grenzen lebe. Nationale oder sogar regionale Egoismen in dieser Krise seien schädlich. Italien und Spanien müsse geholfen werden, auch in unserem deutschen Eigeninteresse (Waren ins Ausland verkaufen). Die Binnennachfrage in Deutschland müsse angekurbelt werden. Deutschland könne sich anders als nach der Finanzkrise 2008 diesmal nicht darauf verlassen, dass für die deutsche Industrie aus dem Ausland nach der Coronakrise wieder zügig massenweise Aufträge kommen würden. Es müsse in Deutschland ein Konjunkturprogramm nach der Krise aufgelegt werden, um Konsumenten und Unternehmen zu entlasten. Auch der Staat müsse investieren.

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