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Bargeld: Laut Bundesbank billiger und schneller als Kartenzahlungen

Claudio Kummerfeld

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am

Eines der Hauptargumente der Karten-Lobby, wenn es darum geht Bargeld abzuschaffen, lautet: Es ist umständlich, es ist teuer in der Abwicklung für den Einzelhandel und die Banken. Es nervt die Verbraucher einfach nur. Münzen beulen die Geldbörsn aus. Karten, per Handy bezahlen und Onlinebezahlen, das ist doch alles viel einfacher, bequemer, sorgloser. Bargeld nerve einfach nur, und wer braucht das schon noch. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

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Und mit dem Argument, dass Bargeld pro Transaktion einfach für alle Beteiligten auch teurer sei, kann man natürlich Banken und Einzelhändler dazu bringen den Verbraucher möglichst von Zahlungen in bar zu entwöhnen. Aber ist es denn wirklich die schlechteste Zahlungsmethode? Wie aus aktuellen Grafiken der Bundesbank hervorgeht, ist Bargeld pro Transaktion mit 0,24 Euro Kosten ganz klar am Günstigsten. Zahlungen mit Bankkarte kosten 0,33 Euro, und mit Lastschrift 0,34 Euro. Mit Kreditkarten kosten Zahlungen sogar zwischen 0,97 Euro und 1,03 Euro. Und ist die Bundesbank etwa keine verlässliche Quelle? Wenn nicht sie, wer dann?

Zum Thema Bargeldabschaffung können wir auch dieses Interview empfehlen (einfach hier klicken).

In Prozent zum Umsatz gerechnet sind Zahlungen in bar auch noch etwas billiger als Kreditkarten. Bankkarten sind hier deutlich günstiger. Aber kann man es „dem Bargeld“ zum Vorwurf machen, wenn mit ihm eher kleine Summen bezahlt werden?

Auch gibt es ja die Behauptung, dass es einfach zu lange dauert mit Bargeld zu zahlen. Würden wir doch alle nur mit Karte zahlen, ginge alles viel schneller an der Ladenkasse. Richtig? Auch das scheint nicht zu stimmen, wenn man den Bundesbankern glaubt. Bargeldzahlungen dauern nur 22,3 Sekunden von der Nennung des Zahlungsbetrags bis Ausgabe des Beleges an der Kasse. Kartenzahlungen dauern 29-38 Sekunden.

Bargeld Bundesbank
Foto: Deutsche Bundesbank

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    tm

    25. Januar 2019 14:16 at 14:16

    Habt ihr auch einen Link zu der Studie oder nur die Twitter-Meldungen von Ulrich Binnebößel?

  2. Avatar

    Paula

    25. Januar 2019 15:41 at 15:41

    Egal, ob schnelles oder langsames Zahlen, wir sollen nur gläsern sein.

  3. Avatar

    pol. Hans Emik-Wurst

    25. Januar 2019 16:02 at 16:02

    Nur die Transaktionskosten zu betrachten, IST FALSCH !!!

    Immer mehr Lebensmittelmärkte bieten die Auszahlung von Bargeld an. Seitdem habe ich keinen Geldautomaten mehr genutzt. Wieviel Jahre das schon möglich ist, habe ich vergessen.

    Bargeldtransporte kosten Geld, die Lagerung von Bargeld kostet ebenfalls Geld, ganz gleich, wo sie stattfindet. Die Nutzungsdauer eines Geldscheines aus Baumwolle ist begrenzt. Münzen halten wesentlich länger.

    Trotzdem ist und bleibt Bargeld unersetzlich! In meinem Artikel „Nur Bares ist Wahres“ habe ich etliche Quellen und Meinungen zusammengetragen.

  4. Avatar

    Matthias

    25. Januar 2019 19:43 at 19:43

    Da fehlt aber das kontaktlose Bezahlen!

    Ich bezahle seit einiger Zeit immer mit einer Kreditkarte kontaktlos (kontaktlose Girocard kommt erst noch bei Consors). Mein Mittagessen kostet z.B. immer zwischen 0,50 EUR bis ca. 5 Euro. Bei einem Einkauf bis grob 1 Euro würde Lidl sonst sehr oft Verlust mit mir machen. Wäre mal interessant wie die Kosten bei dieser Variante sind. Da es gerade auch für Zahlungen bis 25 Euro vorgesehen ist, müssten die Preise ja eher gering sein.

    • Avatar

      matze

      27. Januar 2019 01:01 at 01:01

      Ich glaube du hast gar nichts verstanden….?

      • Avatar

        Matthias

        27. Januar 2019 12:44 at 12:44

        Etwas konkreter bitte. Was genau gefällt dir an meinem Kommentar nicht?
        Ja, ich habe keine Lust auf Bargeld. Ja, mit Kartenzahlungen ist alles nachvollziehbar. Ich mag den Komfort trotzdem. Und dank Smartphone ist eh klar wo man war und vermutlich eingekauft hat.

        Bisher war es vermutlich eine Preisfrage bei der Kartenzahlung. Das kontaktlose Zahlen scheint ja günstiger zu sein, dann haben die mit ihrer Werbung für die günstige Bezahlvariante vielleicht auch mal recht.

        • Avatar

          Michael

          27. Januar 2019 17:53 at 17:53

          Kann ich mir nicht vorstellen, dass die kontaktlose Variante günstiger ist. Höchstens die Karte an sich bei der Herstellung. Denn die Daten werden an dasselbe Lesegerät übertragen, ab da ist der elektronische Weg zur Bank dann der gleiche.
          Übrigens erstaunlich: Bei Lidl gibt es Mittagessen für 50 Cent?

          • Avatar

            Matthias

            27. Januar 2019 20:20 at 20:20

            Die Discounter würden das aber doch nicht so extrem bewerben wenn es nicht günstiger ist? Gerade für die kleinen Zahlungen? Da werden die sich bestimmt geeinigt haben.

            50 Cent: Brötchen! Die sind dort ja sehr günstig und auch nicht schlechter als 90% der Bäcker. Aufschnitt dann nur alle zwei Wochen mal, dann ist es also etwas mehr. Oft wird es auch eine Fertigpackung aus der Tiefkühlabteilung für 1,99. Und das machen dort Mittags viele so. Daher schätze ich das es noch andere Gebührenmodelle für das kontaktlose Zahlen geben muss.

          • Avatar

            Matthias

            27. Januar 2019 20:33 at 20:33

            Gerade noch was dazu gefunden, demnach wären die Gebühren tatsächlich gleich hoch. Verrückt! :-)
            „Generell fallen bei Zahlungen mit Kreditkarte Händler- und Processinggebühren an. Die Höhe ist abhängig vom Netzbetreiber oder Zahlungsdienstleister. Wie der Kunde zahlt – kontaktbasiert oder kontaktlos – ist dabei nicht entscheidend.“

            https://www.sparkasse.de/unsere-loesungen/firmenkunden/electronic-banking/kreditkarte-kontaktlos.html

          • Avatar

            Michael

            27. Januar 2019 20:45 at 20:45

            Hallo Matthias, ich denke, dass es für die Zahlungsempfänger vor allem den Vorteil hat, dass es sehr schnell geht. Karte ranhalten, und 5 Sekunden später ist schon der nächste Kunde an der Reihe. Mit PIN und/oder Unterschrift auf dem Bon dauert das doch um einiges länger. Somit muss das Personal weniger Zeit an den Kassen verbringen bzw. können mehr Kunden von weniger Kassierern „abgefertigt“ werden.

    • Avatar

      Michael

      27. Januar 2019 18:49 at 18:49

      Bis 25 EUR wird meist keine PIN benötigt, bei höheren Beträgen schon. Ansonsten hat dieser Betrag keine besondere Bedeutung. Vergessen Sie nicht den RFID-Blocker in Ihrer Geldbörse, sonst bezahlen bald auch andere kontaktlos mit Ihrer Karte ;)

  5. Avatar

    Bernd Freudinger

    26. Januar 2019 00:08 at 00:08

    Man muss auch Mal an die einfachen Bürger oder die Oma denken, die sich mit Technik oder Elektronik weniger auskennen und deshalb Angst haben etwas falsch zu machen und dabei Geld zu verlieren.Bargeld ist dagegen idiotensicher. Man kann sich am Geldautomaten nicht verdrücken oder im Internet irgendwas zum Zahlungsablauf übersehen usw

  6. Avatar

    Tina

    9. September 2019 10:09 at 10:09

    Super Beitrag! Mir ist allerdings aufgefallen, dass immer mehr Bankfilialen schließen. Bei mir in der Region werden auch einige Filialen geschlossen, es sich nicht mehr für sie in finanzieller Hinsicht nicht mehr lohnt. Bin gespannt wie es weiter geht da auch Zahlen per Smartphone im Trend ist.

    Liebe Grüße Tina

  7. Avatar

    sabine

    9. September 2019 11:33 at 11:33

    Das onlinebanking wird immer schwieriger.
    Mittlerweile hab ich
    – eine Kontonummer
    – BLZ
    1. Kartengeheimzahl
    2. Telefonbanking-Geheimzahl
    3. Extra-Bank-ID zum online banking-Anmelden ! (Neu)
    4. Passwort
    5. Tan-Generator, bereits zum Anmelden im Konto (Neu)
    a) Na, Ihr Terroristen, da staunt ihr! Mein Geld ist save, braucht halt 3 Minuten, bis ich mich überhaupt mal anmelde, weil der dämliche Generator seine Zeit braucht, um den Bildschirm zu lesen.
    b) Die App hat so negative Kritiken von den Usern bekommen, daß ich sie mir spare. Außerdem hat mein Handy Android 4, reicht für den neuen Anti-Terrorkampf leider nicht aus. Und ein neues Handy für dieses Affentheater war mir zu teuer. Was fällt denen in einem halben Jahr ein? Wie bei Diesel 6, schon veraltet!!!

    • Avatar

      pol. Hans Emik-Wurst

      9. September 2019 12:14 at 12:14

      Die Deutsche Kreditbank = DKB erlaubt einen Chip-TAN-Generator, der absolut zuverlässig arbeitet, die IngDIBA erlaubt mTAN auch für Uralt-Telefone, was ebenfalls störungsfrei arbeitet.

      Ich verwende den Cyber Jack one von REINERSCT mit einem USB-Anschlusskabel aufgrund schlechter Erfahrungen mit anderem Firlefanz.

      Eine App für ein smartphone oder einen Tablet PC zu verwenden, ist der allergrößte denkbare Schwachsinn.

      Durch diesen erhöhten Aufwand, der seit einigen Jahren getrieben wird, sollen die Leute in das gedankenlose Geldausgeben getrieben werden. Es geht, wie immer, nur um die Ausbeutung der Massen.

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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am

Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

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Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

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Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

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