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Krypto-Währungen

Börse Stuttgart bietet Krypto-Handel an – da ist ein Haken an der Sache!

Claudio Kummerfeld

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Die Börse Stuttgart bietet ab sofort den Krypto-Handel an. Laut eigener Aussage der Börse viel besser, viel sicherer, einfacher als alles, was es bisher so am Markt gab (von uns vereinfacht ausgedrückt). Damit möchte man wohl dem deutschen Michel ein Angebot machen, der Angst hat sein Geld ins Ausland zu transferieren, wo es womöglich in dubiosen Krypto-Börsen verloren gehen könnte. Handelbar sind via Börse Stuttgart Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple.

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Börse Stuttgart mit eigener Krypto-App

Die Börse Stuttgart hat sich über eine Tochterfirma eine eigene App zu diesem Zweck zugelegt, über die alles läuft. Sie hat den Namen BISON. Dazu einige Zitate der Börse:

BISON ist für den einfachen und schnellen Handel mit Kryptowährungen optimiert. Zu Beginn wird der Handel mit Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple (XRP) unterstützt. Weitere Kryptowährungen folgen.

BISON ist „Made in Germany“ und erfüllt alle Vorgaben für den deutschen Markt.

Kein Wallet, kein Depot und kein Papierkram – für das Kaufen und Verkaufen von Kryptowährungen brauchst du nur die BISON App!

„Made in Germany“: Mit einem umfassenden und mehrstufigen Sicherheitskonzept sorgt BISON für die sichere Verwahrung deiner Kryptowährungen.

Außerdem hilft dir BISON dabei, die Nachrichtenflut aus sozialen Medien zu verfolgen. So behältst du den Überblick bei deinen Investments und bist über den Krypto-Markt informiert.

Mit dem letzten Zitat ist das sogenannte „Cryptoradar“ gemeint (hier ansehen). Angeblich kann man dort die aktuelle Stimmungslage über Kryptowährungen schnell und einfach betrachten. Das Radar soll abbilden, wie die Stimmungslage in den sozialen Medien zu dem Thema gerade ist. Unsere Meinung: Auf so ein Radar sollte man sich bitte nicht blind verlassen!

Die Trading-App an sich ist für die Kunden kostenlos. Die Krypto-Kurse werden angepasst an die Kursstellungen international etablierter Krypto-Plattformen. Kommt ein Trade zustande, werden 0,75% Gebühr fällig (nicht gerade billig). Sie sollen, so darf man es verstehen, in die Kurse über die Geld- und Brief-Spanne eingearbeitet sein. Die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs ist also künstlich ausgeweitet, weil die Gebühr dort eingebaut ist.

Der große Haken an der Sache

Wer aktiv in Kryptowährungen zockt, der will natürlich auf steigende wie auf fallende Kurse setzen können. Und genau das geht bei BISON nicht, wie der für die App zuständige Ulli Spankowski jüngst in einem Interview sagte. Hier kann man nur wie bei seiner normalen 0815-Hausbank beim Aktienkauf auf steigende Kurse setzen, und dann wieder die Position schließen, wenn man hoffentlich einen Gewinn gemacht hat.

Die meisten angelsächsischen Broker, die Kryptowährungen im Angebot haben, bieten Derivate darauf an. Dies sind in der Regel CFDs, also rein synthetische Produkte, wo man auch auf fallende Kurse spekulieren kann. Und via BISON gibt es „nur“ den echten Krypto-Handel, aber ohne Short-Möglichkeit für den Anleger! Die Börse Stuttgart richtet sich also wohl eher an eine gesetzte, ruhigere und weniger spekulative Zielgruppe, die trotzdem gerne mal in die Krypto-Welt hineinschnuppern möchte. Stimmts?

Börse Stuttgart bietet Krypto-Handel
Foto: Börse Stuttgart

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    1. Februar 2019 17:32 at 17:32

    Apropo Kryptos:
    Demnächst startet eine explosive welle nach oben. Ein Einkauf einiger bekannter Coins kann nicht schaden. Habe heute langfristig Ethereum gekauft.

  2. Avatar

    Columbo

    1. Februar 2019 19:42 at 19:42

    @Andreas
    „Jeder biegt sich die Elliott Wellen für sich zurecht…(-;
    Und dennoch gibt es kaum eine bessere Methode die Märkte zu analysieren“
    Alles klar!
    Jedenfalls haben Sie sich heute mit zwei Prognosen geoutet:
    Goldpreis: Demnächst(!)mit hoher Wahrscheinlichkeit 1120 bis 800.
    Krypto: Demnächst(!) explosive Welle nach oben.
    Da bin ich jetzt ja richtig gespannt.

    • Avatar

      Andreas

      1. Februar 2019 20:05 at 20:05

      @Columbo

      Haben sie auch ein paar Trading-Vorschläge? Vielleicht sind sie ja ein Prognose-Ass, wissen es nur noch nicht…

      • Avatar

        Columbo

        1. Februar 2019 21:18 at 21:18

        @Andreas

        Nein, ich habe keine Ahnung. Ich warte seit Jahren auf Beweise,
        daß man mit homöopathischen Globuli oder Akupunkturnadeln heilen kann,
        daß die Zukunft in den Sternen steht,
        daß das Leben in den Handlinien abgebildet ist,
        daß es ein Leben nach dem Tode gibt,
        daß man mit Elliotwellen Geld verdienen kann.

        • Avatar

          Kenguru

          2. Februar 2019 11:30 at 11:30

          Lieber @Columbo,
          Genauso gut könnte man jetzt nach Beweisen anfragen, dass die Zukunft nicht in den Sternen steht, es kein Leben nach dem Tode gibt etc.
          Bezüglich langfristiger Elliot-Wellen-Prognosen findet man auf FMW tatsächlich abschreckende, aber mit dem unvergesslichen @Lossless auch ein hervorragendes Beispiel.
          Der grundlegende Vorteil dieser Analysemethode besteht aber darin, dass sie automatisch das Verständnis für Marktbewegungen schärft, so generiert sie auf allen Zeitebenen MoB Einstiegsmöglichkeiten mit günstigem CRV, unabhängig von der Qualität der vorherigen Prognose. So kann es beispielsweise schon vorteilhaft sein die Bewegungen in simple ABC-Muster zu gliedern, um dem Dauerzwist der EW-Theoretiker(C-Welle oder 3.Impuls) zu entkommen.
          Mit homöopathischen Globuli habe ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht und die Handlinien betreffend…., ach, das gehört hier nicht hin. VG

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Kryptowährungen: Wie Sie mit Yield Farming Ihre Gewinne steigern können!

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Die drei bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin, Ripple und Ethereum

Schon seit einigen Jahren geistert das Schlagwort des Yield Farming in Zusammenhang mit Kryptowährungen umher. Doch was verbirgt sich hinter dem englischen Begriff? Wie können Sie Techniken des Yield Farming für sich selbst einsetzen, um Ihre Gewinne mit Kryptowährungen zu steigern? Und welche Risiken lauern?

Yield Farming beschreibt im Prinzip nur einige altbekannte Techniken, mit denen vor allem Profi-Anleger seit jeher die Rendite ihrer Portfolien steigern. Neu ist, dass manche dieser Techniken auch Kleinanlegern und Tradern zur Verfügung stehen. Eine dieser Techniken ist das Agieren als Liquiditätsprovider. Diese Rendite-Quelle steht bei Aktien und Devisen nur großen Banken zur Verfügung. Da die den Markt für Kryptowährungen jedoch jahrelang mieden und gleichzeitig immer neue Kryptobörsen aus dem Boden schossen, mussten sich die Börsen etwas anderes einfallen lassen, um Liquidität auf ihren Handelsplätzen sicherzustellen.

Yield Farming – Sie liefern Liquidität in Kryptowährungen und werden dafür bezahlt!

Liquidität ist essenziell für die Attraktivität einer Börse. Das wird jeder schon einmal am eigenen Leibe erlebt haben, der eine Kauf- oder Verkaufsorder für eine exotische Auslands-Aktie an einer deutschen Börse platzierte. Teilweise können Sie dabei wochenlang warten und bekommen immer noch keine Ausführung für ihre Order. Denn an deutschen Börsen gibt es für diese Aktien weder ausreichend Käufer noch Verkäufer, um einen reibungslosen Handelsablauf zu gewährleisten. Börsen können das Problem mittels Market Makern lösen. Das sind zum Beispiel Banken, die sich verpflichten, während der Handelszeiten Kauf- und Verkaufskurse für bestimmte Wertpapiere zu stellen und die Papiere auf eigenes Risiko anzukaufen und zu verkaufen. Diese Unternehmen nennt man auch Liquiditätsprovider – denn sie liefern der Börse und ihren Kunden Liquidität.

In Ermangelung großer Banken und Brokerhäuser, die sich mit dem noch neuen und kleinen Markt der Kryptowährungen auseinandersetzen wollten, boten manche Börsen für Kryptowährungen ihren eigenen Kunden an, Liquiditätsprovider zu werden. Da Privatkunden naturgemäß weder die Zeit noch das nötige Kapital haben, um rund um die Uhr An- und Verkaufskurse zu stellen und durch Transaktionen generiertes Risiko abzusichern, stellen die Kunden ihre Währungsbestände der Börse lediglich zur freien Verfügung, auf dass die Börse für den Kunden das Market Making übernimmt. Die Handelsplattform zahlt den Kunden für das leihweise Zurverfügungstellen der Währungsbestände ein kleines Entgelt.

Sie verleihen Kryptowährungen an Shortseller und verdienen dabei Zinsen!

Eine weitere Möglichkeit zur Einnahmengenerierung besteht darin, die eigenen Bestände Shortsellern auszuleihen, die auf fallende Kurse setzen wollen. Dafür verkaufen die Shortseller, ohne die verkaufte Kryptowährung tatsächlich zu besitzen. Da die verkauften Einheiten natürlich nach dem Kauf geliefert werden müssen, leihen sich die Shortseller die verkauften Währungseinheiten einfach aus. Die Hoffnung besteht darin, zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückkaufen und das Leihgeschäft damit auflösen zu können. Für das Ausleihen erhalten die Leihgeber einen Zins. Je nach Angebot und Nachfrage kann der Zinssatz für diese Leihgeschäfte durchaus beträglich sein. Zwar keine Kryptowährung, aber immerhin Währung: Verleiher türkischer Lira bekamen zum Wochenanfang Leihzinsen von mehr als 1.000% pro Jahr, da das Angebot knapp, die Nachfrage aber groß war.

Zusammenfassend kann Yield Farming beschrieben werden als eine Methode, passiv zusätzliches Einkommen mit ohnehin vorhandenen Beständen an Kryptowährung zu erzielen. Der Gewinn der Einzeltransaktion ist zwar gering. Im Laufe der Zeit kann sich aber ein ansehnlicher Zusatzertrag ansammeln, ohne dass Sie dafür etwas tun müssten.

Natürlich ist auch dieser Zusatzertrag nicht ohne Risiken. Wer Kryptowährungen verleiht, geht das Risiko ein, dass der Entleiher die Einheiten nicht mehr zurückgeben kann. Zwar verlangen die Plattformen von den Entleihern Sicherheiten, und zwar in der Regel Sicherheiten, die den Wert der Leihe übersteigen. Doch im Prinzip verlagert sich das Problem damit nur vom Entleiher auf die Plattform. Sie müssen der Plattform vertrauen, dass diese die Geschäfte für Sie interessewahrend abwickelt. Angesichts der zahlreichen Betrügereien durch Krypto-Plattformen in der Vergangenheit, sollten Sie die Plattform genau untersuchen, bevor Sie Geld zur Verfügung stellen.

Und wer Kryptowährungen an Shortseller verleiht, sollte kurzfristig kein Verkaufsinteresse haben. Zwar ist der Einfluss eines jeden einzelnen Shortsellers auf den Kurs gering. Gerade in illiquiden Märkten kann das Fehlen von entleihbaren Einheiten jedoch den Unterschied machen zwischen explodierenden oder fallenden Kursen.

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Abzocke mit Krypto-Briefmarken und Krypto-Token

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Steht ein neuer Krypto-Hype an?

Die Post Österreichs legte im vergangenen Jahr die erste Krypto-Briefmarke auf, die binnen kürzester Zeit ausverkauft war und bei eBay für teils mehrere tausend Euro gehandelt wurde. Litauen legt nun nach und bringt das erste Krypto-Sammler-Token auf den Markt. Es ist anzunehmen, das auch dieses schnell ausverkauft sein wird. Langfristig jedoch dürften diese Produkte den Weg aller gehypten Pseudo-Sammelobjekte nehmen: den in die wertlose Bedeutungslosigkeit.

Post verknappte die Krypto-Briefmarken künstlich

Der Österreichischen Post genügte es nicht, eine Krypto-Briefmarke (Crypto Stamp) aufzulegen. Nein, um den Sammel-Hype weiter anzuheizen, wurde sie in fünf Teilauflagen gedruckt. Auf einem Teil jeder Marke befand sich ein Rubbelfeld. Legte man dieses Feld frei, fand man einen Zugangscode für eine Ethereum Wallet. In dieser Wallet befand sich eine geringe Menge Ether und als Token das Bild einer Briefmarke. In 1% aller Wallets befand sich das Bild einer roten Marke – diese wurden teils für einen fünfstelligen Betrag bei eBay gehandelt. Inzwischen hat sich der Preis für ein komplettes Set bestehend aus den fünf Farbenb bei unter 1.500 Euro eingependelt. Damit ist die rote Marke noch immer eine der teuersten Briefmarken Österreichs. Den Hype um die Marke nutzte die Post natürlich sofort, um nun regelmäßig Krypto-Briefmarken aufzulegen. Die zweite Markenserie ist bereits erschienen.

Es ist anzunehmen, dass dieses doch eher exotische Teilgebiet der Philatelie schon bald den gleichen Weg gehen wird wie alle zur Sammler-Abzocke aufgelegten Produkte. Die Deutsche Telekom schaffte es vor 25 Jahren erfolgreich und sehr schnell, durch immer neue, teurere und „seltenere“ Telefonkarten das junge Sammelgebiet im Nu zu zerstören. Die Österreichische Post wird das gleiche mit ihren Crypto Stamps erreichen.

Litauen bringt Krypto-Münze in Mini-Auflage heraus

Das hält die litauische Zentralbank nicht davon ab, es ihrerseits mit einem Sammelprodukt zu versuchen. Bis zum 23. Juli können sich interessierte Käufer für die ersten digitale „Sammlermünze“ registrieren. Insgesamt 4.000 Coins wollen die Litauer unters Volk bringen. Für „nur“ 99 Euro wird die LBCOIN angeboten, die weder offizielles Zahlungsmittel noch in den gewöhnlichen Zahlungsmittelumlauf gebracht werden soll. Es handelt sich um ein reines Sammlerprodukt in Form einer Plastikkarte im Kreditkartenformat. Natürlich sind es nicht 4.000 identische Coins. Nein, das wäre zu einfach und sammlerfreundlich.

Nicht weniger als 20 verschiedene Token werden es sein, wobei jede LBCOIN-Karte Zugang zu sechs zufällig gewählten Token bieten wird. Und um das ganze zu komplettieren, sind nicht alle Token gleich verteilt und es darf jede Person nur ein LBCOIN kaufen. Wer komplett sein will, muss also definitiv auf dem Zweitmarkt zukaufen. Die Anzahl der Token variiert pro Motiv von 1.000 bis 2.000 Stück. Es kann also maximal 1.000 komplette Sammlungen geben. Verkauft werden übrigens nur 3.800 Coins, der Rest wird an Würdenträger verschenkt. Als Goodie besteht die LBCOIN aus 36,36 Gramm 999er Silber mit einer Nominale von 19,18 Euro – die aber wie gesagt nicht als offizielles Zahlungsmittel anerkannt wird.

Nebenbei wirft die litauische Zentralbank auch gleich eines der oft propagierten Vorteile einer Kryptowährung über Bord: Die Anonymität. Um die LBCOIN kaufen zu dürfen, ist vorab eine Registrierung erforderlich, in deren Zuge auch eine Benutzeridentifikation wie bei der Eröffnung eines normalen Bankkontos durchgeführt wird. Die Zentralbank wird so bis in alle Ewigkeit nachvollziehen können, wer welche Token tauschte, kaufte oder verkaufte. Läuft der erste Versuch gut, was angesichts der Mini-Auflage zu erwarten ist, dürften in Zukunft von diversen Anbietern weitere Krypto-Münzen folgen. Und wie alle künstlich aufgeblasenen Sammelgebiete wird auch dieses ein relativ schnelles Ende finden, sobald die Sammler merken, dass sie mit immer neuen Ausgaben abgezockt werden sollen.

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Ethereum

Gold: Edelmetallhändler bietet goldgedeckte Ethereum-Token an

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Durch Gold gedeckte Ethereum-Token - Beispielbild für Kryptowährungen

Obwohl Edelmetalle und Kryptowährungen so viel gemeinsam haben wie Feuer und Wasser, gibt es viele Anleger, die beides im Portfolio halten. Als Absicherung gegen eine mögliche Inflation werden beide Anlage-Alternativen angesehen, wobei Kryptowährungen als reine Zahlenfolgen auf einem Display naturgemäß weniger Vertrauen hervorrufen als physisch vor einem liegende Münzen aus Gold und Barren. Kein Problem, dachte sich ein französischer Edelmetallanbieter und offeriert nun goldgedeckte Bankkonten und Ethereum-Token.

VeraOne ist über die Blockchain handelbares Gold

Um zu verstehen, was der Anbieter VeraOne uns da anbietet, müssen wir zunächst einen genaueren Blick auf Ethereum werfen. In der Ethereum-Blockchain können nicht nur Ether genannte Kryptowährungseinheiten gehandelt werden, sondern auch Token. Ein Token kann alles Mögliche sein. Was ein Token ist, definieren die Vertragspartner untereinander. Der Austausch der Token erfolgt dann über die Ethereum-Blockchain. VeraOne definiert ihren Token, ebenfalls VeraOne genannt, als Anteil an einer bestimmten Menge von physischem Gold, das sich in der Hand von VeraOne befindet.

VeraOne versucht dabei, sich bei möglichst vielen Zielgruppen beliebt zu machen. Die Kryptofans werden mit der tokenbasierten Austauschmöglichkeit über das Ethereum-Netzwerk angesprochen. Umweltbewussten potentiellen Kunden erklärt VeraOne, dass der Kauf der eigenen Tokens besonders ressourcensparend sei, da nur ein geringer Anteil des gekauften Goldes neu in Minen gewonnen werden müsse. Zudem sollen Kontrollen angeblich verhindern, dass Gold aus Konfliktregionen in den Tresoren eingelagert wird.
Auf Sicherheit bedachten Anlegern erklärt man, welche Kontrollmechanismen dafür sorgen sollen, dass tatsächlich ausreichend Gold in den Tresoren liegt, um die ausstehende Menge VeraOne-Tokens zu decken. Letztendlich läuft es jedoch darauf hinaus, dass die Tokenbesitzer VeraOne vertrauen müssen, dass das Gold auch tatsächlich verfügbar ist.

Was auf jeden Fall bleibt, ist die schnelle internationale Transfermöglichkeit der Gold-Token und die Möglichkeit, sie gegen andere auf der Ethereum-Blockchain gehandelte Tokens tauschen zu können. Übrigens gab es in der alten Welt schon einmal einen analogen Vorgänger des VeraOne, genannt US-Dollar. 35 US-Dollar sollten jederzeit bei der US-Zentralbank gegen eine Unze Gold getauscht werden dürfen. Das funktionierte solange, bis die US-Regierung entschied, doch lieber kein Gold mehr gegen die eigenen Token tauschen zu wollen. Daher mein Tipp: Wer Gold kaufen will, sollte das doch lieber in physischer Form tun und bei sich selbst aufbewahren. Und wer Kryptowährungen handeln will, sollte auch Kryptowährungen kaufen und kein Gold-Anteilsschein, der nur ein wenig auf Kryptowährung getrimmt wurde.

VeraCash lagert das Rohstoffpreis-Risiko auf den Bankkunden aus

Neben VeraOne wird auch noch VeraCash angeboten, in das VeraOne eingebunden wird. Dabei handelt es sich um ein Online-Konto mit Debit-Karte, dessen Kontoguthaben auf Nutzerwunsch in Gold, Silber und Diamanten angelegt wird. Dabei handelt es sich dann jedoch um keine Golddeckung, sondern um Preisschwankungen unterliegende Edelmetall- bzw. Diamanten-Anlagen. Steigt der Preis, steigt auch der Kontowert in nationaler Währung. Sinkt der Preis, sinkt jedoch auch das Kontoguthaben in nationaler Währung. Bei einer Golddeckung würden 1.000 Euro auf dem Konto immer 1.000 Euro bleiben und im Hintergrund Gold im Wert von 1.000 Euro gehalten. Bei VeraCash ist jedoch Gold, bzw. Silber oder Diamanten, selbst das Kontoguthaben.

Der Clou dabei ist, dass mit der ausgegebenen Mastercard ganz normal über das Kontoguthaben verfügt werden kann und VeraCash im Hintergrund vollautomatisch die benötigte Menge Edelmetalle bzw. Diamanten verkauft, um die Zahlung in nationaler Währung abzuwickeln.

Angesichts der in Europa vorherrschenden Negativzinsen für Kontoguthaben und der Tatsache, dass die Muttergesellschaft AuCoffre Group als Edelmetallhändler die Wertsachen vermutlich ohnehin im Tresor haben muss, ist das für die Bank eine elegante Möglichkeit, Negativzinsen für Kontoguthaben zu umgehen und Lagerbestände durch Bankkunden vorfinanzieren zu lassen. Ich persönlich halte es für keine gute Idee, das eigene Bankkonto in Edelmetallen zu führen, wenn alle alltäglichen Zahlungen in nationaler Währung abgewickelt werden müssen. Ein Crash beim Preis für Gold kann schneller geschehen, als einem lieb ist (hier die jüngsten Kursentwicklungen) und dann ist am Ende nicht mehr genügend Geld auf dem Konto, um die Miete zu bezahlen. Geldanlage und Geld für alltägliche Zahlungen sollte voneinander getrennt werden.

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