Asien

China: 7-Jahreshoch nach Fall der Immobilienpreise

Von Markus Fugmann

Die Aktienmärkte in China haben den sechsten Tag in Folge Kursgewinne verbuchen können: der Shanghai Composite stieg um 0,8% und ist damit seit Beginn des Jahres 2015 mit 9,2% im Plus. Ende Januar hatte eine heftige Korrektur den Index zurück geworfen, doch ist dieser Rücksetzer längst wieder aufgeholt.

Es sind drei Faktoren, die die Rally befeuern: erstens die Aussagen des Premiers Li Keqiang vom Sonntag, wonach die Regierung den Willen und die Instrumente habe, die Konjjunktur zu stimulieren, sollte sich das Wachstum weiter abschwächen. Zweitens ein heute in der staatlichen Zeitung People´s Daily erschienener Artikel, der die These vertritt, dass die Aktienmärkte in China wegen der Aussicht auf weitere Reformen der Regierung gestiegen seien. Das ist jedoch mehr als zweifelhaft: die Kurse steigen, weil die Investoren neue Stimulusmassnahmen erwarten, während Reformen – wenn überhaupt – langfristig wirken. Entscheidend aber ist der Subtext des Artikels: darin zeigt sich keinerlei Besorgnis über die Kredit-finanzierte Hausse im Reich der Mitte – anders als Ende Januar, als die Regierung sich genau darüber besorgt zeigte.

Der dritte Faktor ist der weitere Fall der Immmobilienpreise – neue Zahlen zeigen, dass der Preis-Verfall im Januar/Februar mit -5,7% im Vergleich zu den Vorjahresmonaten sich noch beschleunigt hat. Die Sorge um einen weiteren Einbruch dürfte die Regierung dazu bewegen, zeitnah die Geldpolitik weiter zu lockern – entweder über Zinssenkungen, oder über die Senkung der Reserveanforderungen für Banken bei der Kreditvergabe.

Während in Shanghai die Bewertungen inwzischen mit einem KGV von 13 für chinesische Verhältnisse historisch hoch sind, zeigt die Entwicklung beim zweiten großen Aktienmarkt Chinas, in Shenzhen, noch extremere Tendenzen: hier liegt das KGV bei 25 – der Aktienmarkt hat seit Jahresbeginn um 27% zugelegt. Shenzhen profitiert insbesondere von der Aussicht einer Verlinkung mit der Börse in Hongkong – womit Ausländer dann auch über den Hub Hongkong Zugang zum Markt in Shenzhen bekämen. Diese Verlinkung existiert bereits zwischen den Märkten in Hingkong und Shanghai – allerdings ist das darüber gehandelte Volumen bislang enttäuschend.



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