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China: Der Staat pumpt weiter Unsummen in die Märkte

FMW-Redaktion

Die chinesische Notenbank „People´s Bank of China“ (PBOC) hat am Dienstag 120 Milliarden Yuan (ca. 19 Milliarden US-Dollar) in die Interbankenmärkte gepumpt um die chinesischen Banken noch liquider zu machen – drei Mal so viel wie letzte Woche.

Dazu kommt noch: Die PBOC verkauft gerade Devisenreserven und pumpt jetzt umgerechnet 48 Milliarden US-Dollar in die „China Development Bank“ und 45 Milliarden US-Dollar in die „Export Import Bank of China“ – beides Banken, die der Staat sagen wir mal lenken kann. So kann man indirekt und diskret die Stützung von Aktienkursen über Käufe dieser Banken veranlassen? Offiziell sollen die Gelder, so scheint es, für Projekte in der Realwirtschaft (Infrastrukturprojekte) verwendet werden.

Trotzdem ist die Verunsicherung weiter groß. Obwohl der Staat weiterhin Unsummen in die Märkte pumpt, überwiegt die Angst der Anleger, dass diese Liquiditätsorgie irgendwann ein Ende nehmen und die PBOC Geld wieder aus dem Markt ziehen könnte, denn letzten Freitag hatte die chinesische Börsenregulierungsbehörde angedeutet der Staat könnte seine Stützungsmaßnahmen einschränken. Sieht wohl danach aus, dass man die offene Stützung auf eine Art verdeckte Stützung umstellt, die dann über Banken stattfindet, die der Staat beeinflussen kann.

Ein Trader sagte uns: „Die Leute warten darauf, dass sich der Aktienmarkt stabilisiert. Vorher kaufen sie nicht.“ Das kennt man irgendwie auch von vergangenen großen Aktieneinbrüchen aus Europa und den USA. Das Lustige daran ist: Die Kurse fallen ja gerade, weil die Masse der Kaufwilligen nicht kauft. Es geht also um pure Angst. Der chinesische Staat muss, wie auch immer, den Kaufwilligen das Vertrauen in Börse & Wirtschaft zurückgeben. Also, worauf läuft es hinaus? Auf eine Art langfristiges Aktienmarkt-QE des chinesischen Staatsapparats, eine Art „begleiteten Aktienmarkt“?

Während die Aktienmärkte in China weiter verlieren, ist beim Yuan die ganze Woche schon Ruhe eingekehrt.



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