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China: erste staatliche Firma beantragt Insolvenz

FMW-Redaktion

In China ist die erste staatliche Firma nun offiziell pleite. Es handelt sich um Zhoushan Wuzhou Ship Repairing and Building Co. Ltd., ein Unternehmen aus der Schiffsbranche, das zur  Zhejiang Shipping Group gehört. Dies meldet das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“.

Wie Caixin berichtet, hat ein Gericht in der östlichen Provinz Zhejiang das Insolvenzverfahren eröffnet und die Gelder der Firma eingefroren. Im September 2015, dem letzten Geschäfstbericht der Firma, hatte die im Jahr 2001 gegründet Firma 911 Millionen Yuan Schulden, dem nur ein Vermögen von 534 Millionen Yuan gegenüber stand. Zhoushan Wuzhou Ship Repairing and Building Co. Ltd. hatte immer wieder Gelder von der Mutterfirma erhalten – doch erfüllte sich die Hoffnung auf eine Erholung des Geschäfts nicht. Nun also die Insolvenz.

Dass die erste Pleite eines staatlichen Unternehmens aus dem Schiffssektor stammt, ist dabei kein Zufall. Bereits im Dezember hatten die beiden staatlichen Firmen Sainty Marine Corp. Ltd. und Wuhu Shipyard Co. Ltd. bekannt gegeben, dass sie unmittelbar vor der Insolvenz stünden. Im März 2015 hatte der einst größte Schiffsbauer Chinas, die Rongsheng Heavy Industries Group, den Bau von Schiffen eingestellt. Nach Angaben von Caixin haben derzeit auch die privaten Schiffsfirmen Jiangsu Eastern Heavy Industries Co. Ltd., Zhejiang Judger Shipbuilding Co. Ltd. und Zhejiang Zhenghe Shipbuilding Co. Ltd. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Auch bei diesen Firmen scheint eine Insolvenz nur eine Frage der Zeit. Die großen Schiffsbauer des Landes, so berichtet ein Insider gegenüber Caixin, nehmen derzeit alle Aufträge an – nur um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten, obwohl die meisten Aufträge ein Minusgeschäft seien.

Der Schiffsbau ist neben der Rohstoffbranche einer der Haupt-Krisensektoren im Reich der Mitte – nicht anders als im Westen auch. Hatte Peking noch in 2015 versucht, eine Pleitewelle zu verhindern durch staatliche Eingriffe, so dürfte dies in 2016 kaum mehr zu verhindern sein angesichts der massiven Probleme vieler Firmen in China. Eine besondere Gefahrenquelle ist dabei die starke Abwertung des Yuan (im heutigen Handel der stärkste Fall des Yuan seit der Abwertung im August letzten Jahres): viele Firmen sind in US-Dollar verschuldet, mit der Abwertung des Yuan gegenüber dem Dollar steigt die faktische Verschuldung dieser Firmen rapide weiter. Mit den Kapitalabflüssen aus China aber dürfte die Bereitschaft Pekings weiter schwinden, bedingungslos Firmen zu retten, die betriebswirtschaftlich nicht mehr zu retten sind. Das gilt insbesondere für den chinesischen Schiffsbausektor, der in 2015 ca. 90% weniger Aufträge aus dem Ausland bekam als im Vorjahreszeitraum..



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