Asien

China II: Staatliches Unternehmen bankrott – die BIS warnt vor Schulden-Bombe

Die heutige Pleite eines staatlichen chinesischen Konzerns zeigt nur die Spitze des Eisbergs - die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht schwarz für das Reich der Mitte..

FMW-Redaktion

Die staatliche China Nonferrous Metals Company Limited in der Provinz Guangxi ist bankrott. Das berichtet die chinesische Wirtschaftszeitung „Caixin“ unter Berufung auf die Erklärung eines lokalen Gerichts. Demnach wurde der Bankrott festgestellt, nachdem das Unternehmen nicht in der Lage war, innerhalb der gesetzten 6-Monatsfrist ein Restrukturierung der Schulden vorzunehmen. Da die Firma auch nicht um eine Verlängerung der Frist gebeten hatte, sei nun offiziell der Bankrott erklärt worden.

Die Firma war auch unter den Namen “China Nonferrous Metals” oder einfach “The Group” bekannt und war seit 2005 an der Börse in Hongkong gelistet. Nach eigenen Angaben war die Firma spezialisiert auf „mining, processing and trading of nonferrous metals, currently lead and zinc in the PRC.“.

Die Firma hinterläßt damit einen Schuldenberg von 14,5 Milliarden Yuan (gut zwei Milliarden Dollar) – es handelt sich also nicht um eine kleine Pleite. Hauptgläubiger ist unter anderem die China Development Bank. Mit der Pleite werden auch die von der Firma ausgegebenen Unternehmensanleihen faktisch wertlos – es handelt sich dabei um die erste Pleite eines Unternehmens, das in größerem Maßstab Unternehmensaleihen begeben hat. Und das könnte ein fatales Signal sein für den Markt für Unternehmensanleihen in China, nachdem dieser Markt sich – gerade im Gefolge der geplatzten Aktienmarktblase im Sommer des Vorjahres – zu einer neuen Super-Blase aufgebläht hat mit gigantischen Volumina!

Wohl nicht zuletzt deshalb warnt auch die Zentralbank der Zentralbanken, die Bank for International Settlements (deutsch: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) vor dem Platzen der Schuldenblase in China. In ihrem Quartalsbericht weist die BIS darauf hin, dass das „credit to GDP gap“ nunmehr in China bei 30,1 liege – das „credit to GDP gap“ ist vereinfacht gesagt das Verhältnis zwischen Schulden und BIP eines Lands in einem längerfristigen Trend und ist daher ein zentraler Bestandteil der Basel III-Regeln zur Schaffung von Kapital-Puffern.

Die BIS weist darauf hin, dass alle Werte über 10 bedenklich seien – mit 30,1 liegt der aktuelle Wert Chinas auch über den Ständen einiger asiatischer Länder kurz vor Ausbruch der Asien-Krise 1997 sowie dem Platzen der Immobilienblase in den USA. Noch nie, seit die BIS die Daten erhebt, hat ein Land einen derart hohen Wert des „credit to GDP gap“ gehabt.

Chinas Verschuldung liegt bei 255% des BIP – dagegen ist Italien ein Musterknabe. Hauptträger der Verschuldung ist der Unternehmenssektor (fast ausschließlich staatliche Unternehmen), der mit 171% des BIP verschuldet ist. Die Gesamtverschuldung Chinas ist damit innerhalb von nur sieben Jahren um 107% gestiegen. Claudio Borio, Chefvolkswirt der BIS, sieht daher die „nagende“ Frage, ob sich die Märkte wirklich der immensen Risiken dieser Veschuldung bewußt seien.

Sind sie sicherlich nicht! Aber die heutige Pleite von China Nonferrous Metals Company Limited ist das erste sichtbare Anzeichen des absehbaren Platzens einer Schuldenbombe, die es in dieser gigantomanischen Form noch nie gegeben hat in der Geschichte der Menschheit. Aber ansonsten ist natürlich alles prima – der Dax ist heute schon um 0,6% gestiegen!



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1 Kommentar

  1. :-) , ja alles prima und wenn der DAX heute noch 10545 punkte erreicht, dann hervorragend….auf zu neuen Hochs

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