Asien

China senkt Wachstumsziel – und dämpft Stimulushoffnungen

Von Markus Fugmann

Es kam sicher nicht überraschend: Premierminister Li Keqiang hat das Wachstumsziel für Chinas Wirtschaft auf „ungefähr“ 7% gesenkt. Aber nach Aussagen des Premiers nimmt der Abwärtsdruck weiter zu, er spricht von „tief sitzenden“ Problemen der Wirtschaft im Reich der Mitte und warnt, dass das Jahr 2015 noch schwieriger werden dürfte als das Vorjahr.

Das ist eine Menge Pessimismus, und im Gegensatz zu den westlichen Märkten hat man das in China verstanden: in Shanghai fällt der Leitindex um 1%, vor allem Banken- und Brokerwerte geben weiter nach. Und diese Aktien waren der Treiber der enoremn Rally 2014 in Shanghai, aber mit den in den letzten Wochen beschlossenen Massnahmen der Regulierer, die den Margin-Handel begrenzen sollen, fehlt hier eine Perspektive. Die Neueröffnungen von Konten kollabieren:

China Retail Accounts
(Chart: zerohedge.com)

Die Regierung will sich nun auf den Ausbau der Infrastuktur fokussieren – geht also dem selben Rezept nach, das man schon in der Finanzkrise angewendet hatte. Dementsprechend zählten heute Nacht jene Werte zu den Gewinnern, die sich in diesem Marktfeld tummeln.

Gleichzeitig aber dämpft man die Hoffnungen auf weitere Stimulusmassnahmen: die Märkte hätten die Infrastrukturpläne der Regierung als Stimulusmassnahme missverstanden. Es ist diese Botschaft, die neben dem Pessimismus Li Keqiangs den Gesamtmarkt im Reich der Mitte unter Druck gebracht hat. Mit Ausnahme des Marktes in Shenzhen: die Regierung plant, die Börsen Shenzhen und Hongkong zu verlinken, also dem Vorbild der Verlinkung zwischen Honglong und Shanghai zu folgen. Der „heisse“ Markt in China ist daher nicht mehr Shanghai (wie in 2014), sondern Shenzhen. Dort kann man jedoch als Ausländer nicht investieren (das wird erst später über den Hub Hongkong möglich sein), sodass hier die nächste innerchinesische Party starten wird..



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