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China – Wirtschaft mit erneutem Schwächeanfall im Oktober

Skyline von Shanghai

Das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor in China erleiden im abgelaufenen Monat einen neuerlichen Schwächeanfall. Der Handelskrieg und das Abflauen des langjährigen Aufschwungs belasten die zweitgrößte Ökonomie der Welt auch weiterhin.

China – der Turnaround findet nicht statt

Gemäß den jüngsten Zahlen ist die Produktion in China den sechsten Monat in Folge rückläufig. Der vom Nationalen Statistikbüro (NBS) heute Morgen veröffentlichte nationale Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe liegt erneut unterhalb der Expansionsschwelle von 50 und unter dem Stand des Vormonats. Damit haben sich die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Belebung nach der Annäherung im Handelsstreit mit den USA noch nicht erfüllt. Der Wert von 49,3 verfehlte die Erwartungen der Marktteilnehmer von 49,8 und spiegelt die schlechteste Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager seit Februar dieses Jahres wider.

Produktion in China

Wie sehr der Handelskrieg und die globale Konjunkturflaute die chinesische Wirtschaft nach wie vor belasten, sieht man an den Auftragseingängen: Die Unterkomponente für den Export sank deutlich von 48,2 im September auf aktuell 47. Der gesamte Auftragseingang für das verarbeitende Gewerbe und auch die erzielten Preise waren erneut rückläufig und signalisieren vorerst keine Erholung der Produktion in China.

Da auch die Beschäftigungskomponente mit 47,3 weiterhin rückläufig ist, kann durch die daraus verursachten Einkommenseinbußen von einem ebenfalls anhaltenden Negativeffekt auf die nachgelagerten Sektoren ausgegangen werden (Dienstleistungen).

Dienstleistungssektor mit schwächstem Wert seit dreieinhalb Jahren

Das geringste BIP-Wachstum seit fast 30 Jahren und die Schwäche im nach wie vor dominierenden Produktionssektor belasten auch den chinesischen Dienstleistungssektor. Der Wert für Oktober konnte sich gemäß der jüngsten Umfrage zwar über der Expansionsschwelle von 50 halten, erreichte aber mit 52,8 nur noch den geringsten Wert seit März 2016. Damit lag der Wert erneut deutlich unter den Erwartungen der Marktteilnehmer, die von einem im Vergleich zum September unveränderten Stand ausgingen. Im Vormonat lag der Diffusionsindex für den Servicesektor noch bei 53,7. Auch dieser Wert war bereits unter den Erwartungen der Analysten von 54,2. Die aktuelle Auftragslage lässt auch für die nahe Zukunft noch keine Erholung für den tertiären Sektor erwarten.

Chart Dienstleistungen in China

Fazit und Ausblick

Der nun bereits fast sechzehn Monate anhaltende Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie die zyklische Abschwächung der chinesischen Wirtschaft belasten die Industrie in China nachhaltig und drohen auf den an Bedeutung gewinnenden Dienstleistungssektor auszustrahlen. Die Regierung in Peking versucht mit geldpolitischer Lockerung und Investitionsprogrammen, antizyklisch gegenzusteuern. Doch die Amplitude der Maßnahmen reicht noch nicht aus, um eine Trendumkehr zu bewirken. Die erneut schwachen Auftragseingänge sowie der Abbau von Beschäftigung lassen noch keine positive Prognose für die kommenden Monate zu. Es bleibt abzuwarten, mit welchen ergänzenden Maßnahmen die chinesische Regierung der Wachstumsverlangsamung entgegenwirkt und ob ein tragfähiger, langfristiger Deal zwischen China und den USA zustande kommt.



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2 Kommentare

  1. Liebevoll aufbereitetes Bärenfutter, spannend zu lesen.
    Doch wen interessiert es.
    Die Algomaten stehen auf Jahresend-Rallye.
    DAX zum 31.12.2019 auf 15.000 programmiert.
    Es MUSS, damit wir Dumm-Michel alle wie verrückt Weihnachts-Shoppen!

  2. Wo sind die, die noch vor 1 Jahr meinten, den Handelsstreit stecken die Chinesen mit links weg und pusten das kleine USA mit geballter Wirtschaftskraft einfach weg?

    Das Problem der Chinesen: Wirtschaft ist nicht gleich Wirtschaft.
    – In China stehen Unmengen Wohnungen leer, die als Wirtschaftswachstum deklariert sind, aber nur kosten, ähnlich der Stadt Brasilia.
    – Diese Lügerei, wenn im großen Stil, kommt halt doch irgendwann ans Tageslicht. Das war schon so bei Stalin, Honecker, Mao („Der große Sprung nach vorn“大躍進 / 大跃进! 1958-61) und N-Sozialist Hitler.
    – Dann noch der Kampf gegen deren Fake-Produkte, Umsatz mehr als Apple und Amazon zusammen und einträglicher als Drogen- oder Menschenhandel. Dagegen ist auch Huawei ein kleiner Fisch.
    https://www.zeit.de/2019/35/produktpiraterie-faelschungen-fjaellraeven-markenrucksack-zoll-china-fake-shops

    Deswegen müssen sie auch unbedingt Trump persönlich angreifen. Wegen seiner großspurigen Luft-Sprüche ist es ein leichtes, ihn zu mobben und den Haß auf ihn zu lenken.

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