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Coronavirus: Kommt die koordinierte Aktion der Notenbanken?

Wolfgang Müller

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Die Börsenreaktionen auf die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat erkennbar Spuren hinterlassen. Bei Regierungen, großen Wirtschaftsorganisationen, Ökonomen, Anlegern und natürlich den Notenbanken. Schließlich ist man sich bewusst darüber, dass sich aus einem Börseneinbruch eine Rezession entwickeln kann, allein wegen des großen Vermögenseffekts nach der jahrelangen Hausse. Auch unterstützt durch die Kaskade an wirtschaftlichen Schreckensnachrichten, die Tag für Tag durch die Medien verbreitet werden.

Coronavirus und ie aktuellen Wirtschaftszahlen

Bereits im Januar war es abzusehen, dass der Wirtschaftsriese China in eine Lähmung verfallen würde. Nach der Totalsperrung des Epizentrums der Virusinfektion, Wuhan, ging es Schlag auf Schlag mit den Quarantänemaßnahmen, die zu einem weitgehenden Stillstand der chinesischen Wirtschaft geführt haben. Zuletzt bestätigt mit dem Einbruch der Kfz-Verkäufe um 92 Prozent im Monat Januar. Wie konnte man da überrascht sein, dass die chinesischen Einkaufsmanagerindizes (Caixin und der staatliche PMI 40,3 bzw. 35,7) für den Monat Februar so richtiggehend „absoffen“? Ein Wert von 50 würde Wachstum bedeuten – und wo soll das bei leeren Fabriken herkommen?

Auch hinkt der Vergleich mit den vergleichbaren Zahlen von 2008/09. Damals brach die Wirtschaftsnachfrage durch die Bankenkrise weltweit ein, aktuell werden Produktion, Tourismus und Konsum durch die Notmaßnahmen infolge Covid-19 unterbunden. Natürlich hatte sich das Wachstum der Volkswirtschaften in vielen Regionen schon deutlich abgeschwächt, mitverursacht durch einen Handelskrieg, um „America great again“ zu machen.

Gut erkennbar an Koreas Exporten, die bereits 14 Monate in Folge gefallen sind, der Februar dürfte der 15. Monat sein. Japan, Südkorea, Hongkong, Italien, Deutschland: in vielen Ländern ist ein rezessives erstes Quartal schon eine ausgemachte Sache.

Australiens Superzyklus wankt

Down Under erlebt den längsten Aufschwung der modernen Wirtschaftgeschichte. 28 Jahre ohne Rezession, aber jetzt ist der Superzyklus in Gefahr. Der Coronavirus bedroht Australien wirtschaftlich ganz besonders, schließlich ist die rohstofflastige Wirtschaft sehr von Chinas Nachfrage abhängig und die lahmt derzeitig gewaltig. Da besteht Gefahr im Verzug für die Ökonomie des Riesenlandes mit seinen über 7,6 Millionen Quadratkilometern, bei gerade mal 25 Millionen Einwohnern. Australiens Notenbank hat heute Nacht bereits versucht, sich mit einer Zinssenkung gegen den Abschwung stemmen.

Eine koordinierte internationale Notenbank-Aktion vor der Tür?

Es gibt einen großen Unterschied zur Finanzkrise 2018. Damals waren sich die großen Notenbanken nicht einig, jetzt plant man eine koordinierte Aktion in den nächsten Stunden und Tagen. Ob die Märkte da vorher nochmals abverkaufen? Allerdings lag in der Finanzkrise das Problem im Finanzsektor, diesmal ist es ein Angebots- und Nachfrageschock, verursacht durch ein Virus.

Gewohnt optimistisch hingegen US-Präsident Trump, der auf die Frage eines Journalisten zu möglichen staatlichen Stützungsmaßnahmen hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus antwortete: „Die US-Wirtschaft ist so stark, sie braucht keinen fiskalischen Stimulus.“

Deutschlands Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus

Während man sich in der letzten Woche noch überschlagen hatte, mit Prognosen und Spekulationen über die Lungenkrankeit, ihrer Gefährlichkeit sowie ihrer Todesrate, so hat man verbal deutlich abgerüstet. Professor Dorsten, Virologe an der Berliner Charité, hatte noch vor Kurzem davon gesprochen, dass sich 60 bis 70 Prozent der deutschen Bevölkerung mit dem Coronavirus infizieren könnten, allerdings auf Zweijahressicht. Jetzt hat er in den letzten Pressekonferenzen deutliche Töne der Beruhigung angeschlagen.

Plötzlich spricht man davon, dass Covid-19 weniger gefährlich sei als SARS.

Die meisten Betroffenen hätten nur leichte Erkältungssymptome mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine. Doch 15 von 100 Infizierten erkranken laut Robert-Koch-Institut (RKI) schwer. Dann drohen Atemprobleme oder eine Lungenentzündung.

Zudem Professor Dorsten: Man sei derzeit in einem Korridor in der Sterblichkeit von 0,3 bis 0,7 Prozent.

Fazit

Wenn das keine Volatlität an den Märkten ist! Erst die Katastrophenwoche Ende Februar und dann am gestrigen Montag der größte Punkteanstieg des Dow Jones in seiner Geschichte mit plus 1293 Punkten. Natürlich nur in Punkten gerechnet, nicht in Prozenten, denn der ehrwürdige Index sah in seiner langen Geschichte schon weit über 50 Anstiege zwischen fünf und 15 Prozent (an einem einzigen Handelstag).

Nach einem Börsenjahr 2019, in dem das Barometer VIX monatelang leblos bei 12 bis 15 Punkten am Boden lag, jetzt der Sprung auf über 49 Punkte und dann der rasche Rückgang auf 33 Zähler – es ist vorbei mit der trügerischen Ruhe an den Märkten. Gestern lief trotz der weiteren Verbreitung des Coronavirus die erwartete Shortsqueeze, da man sich vor dem Wochenende abgesichert hatte, koste es was es wolle. Trotz der Kursrally des Dow Jones mit fast 1300 Punkten, liegt der Fear&Greed-Index mit 12 Punkten noch im Panikmodus. Den Anlegern steckt der Schreck noch in den Knochen nach einer Woche mit einer unglaublichen Serie von Punktabschlägen: Der Wochenverlauf: Montag minus 1031 Punkte, Dienstag minus 879, Mittwoch minus 123, Donnerstag minus 1190 und am Freitag noch versöhnliche minus 357 Punkte, nach einem Rebound aus einem tiefen Tal.

Aber jetzt kommen erst einmal die Notenbanken – mit Ansage. Gilt noch immer der Spruch dessen Nichtbeachtung in der Vergangenheit so viel Geld gekostet hat: „Donˋt fight the Fed“?

Reagieren die Notenbanken heute in einer konzertierten Aktion auf das Coronavirus?

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    3. März 2020 10:06 at 10:06

    Die Gestützte Marktwirtschaft, prima.
    Eine Auslese findet nicht mehr statt.
    Wo es früher Konkurse gab regiert heute der Pan-Sozialismus.
    So schleppt man marode Systeme durch bis in die Endzeit.
    Jeder Unternehmer bekommt einen Bank-Vertreter mit Scheckdrucker nebenangestellt.
    Wir retten ITB, Münchner Handwerksmesse, Schweinemastbetriebe, KFZ-Werkstätten, Skilifte, Metzgereien.
    Es läuft schlecht? Warte, hier kommt der Scheck vom Staat.
    Was schimpft ihr hier, liebe Leser, auf Hartz4-Heinz, der von der Stütze Urlaub macht?
    Und lasst euch eure Portfolios hochkaufen vom: Staat?

    Noch vor drei, vier Jahren gab es eher vereinzelte „Rettungseinsätze“.
    Heute sind EZB, FED und Co die permanenten Market-Maker im Dauereinsatz.

    • Avatar

      Mr. Bean

      3. März 2020 12:43 at 12:43

      Chapeau!!!
      Absolut richtig zusammengefasst.

  2. Avatar

    frank

    3. März 2020 11:27 at 11:27

    Ich überlege, nochmal short zu gehen wenn die Kurse aufgrund der Interventionen der Notenbanken nach oben gehen. Was meint ihr?

    Einerseits könnten die Notenbanken die Kurse wieder nach oben treiben bzw. stabilisieren. Andererseits ist es fast schon sicher dass die Fallzahlen in Europa und den USA bald nach oben schnellen und damit die Berichterstattung.

    • Avatar

      Mr. Bean

      3. März 2020 12:53 at 12:53

      Sehe ich auch so. Fahren wir jetzt alle nach Disneyland Paris, nur weil die Notenbanken die Zinsen senken? Das ist ein ganz anderes Game als 2008.
      Des Weiteren macht Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern nichts, um die Pandemie zu verhindern.

      Anschnallen!

    • Avatar

      Segler

      3. März 2020 14:45 at 14:45

      Hallo Frank,
      Von mir wurden in knapper Form formulierte Einschätzungen erbeten.
      Anhand Ihrer Fragestellung will sie liefern.

      Ich schicke folgende Tatsachen voraus:
      – Die aktuell in allen Märkten (Speziell in den Rohstoffmärkten) extrem hohe Volatilität erschwert ein vernünftiges Stopmanagement sowohl beim Entry und noch mehr im Exit, bzw. erschwert deren Berechnung für jene, die nach charttechnischen Gesichtspunkten operieren.
      – Die extrem hohe Vola ist gleichbedeutend mit hohen Prämien für Optionen und Optionsscheine. Wer zum jetzigen Zeitpunkt KAUFT (egal, ob Puts oder Calls) zahlt einen sehr hohen Aufpreis für den Hoffnungswert.
      Sowohl der zwangsläufig kommende Rückgang der Vola wie der Zeitwertverfall sprechen gegen Optionen (wenn man auf der Käuferseite steht)

      Meine Einschätzung:
      1.) Der Rebound im Index S&P wird bis in die Spitze des Mittwochsprofiles laufen (ca. 3165-3170, anschliessend eine Weile auf dem Point Of Ccontrol des Mittwochsprofiles verharren (ca. 3140)
      2.) Die hohe Vola wird sich zunächst abbauen

      Beim Erreichen der 3160 kann man diese Tradingidee umsetzen.
      AAAber: Nur wenn der Preis erkennbar mit dünner werdenden Volumen in die Spitze des Profiles läuft und ein reject erkennbar wird.
      Ansonsten schiesst er schnell auf die 3240 hinauf

      Mein Tipp:
      Legen Sie sich Sierra Chart zu (sehr günstig) und beziehen die notwendigen Daten von ihrem Broker (in meinem Fall InteractiveBrokers).
      Dorman, Tastyworks etc. geht natürlich auch.
      Sierra beinhaltet recht passable volume profiles.
      Wenn Sie templates dazu benötigen, lassen Sie es mich wissen. Sie bekommen sie von mir geschenkt :-)

      3. Generell ist zum aktuellen Umfeld der allseits hohen Vola ein Rückgang zu erwarten.
      Efahrungsgemäss folgt ein bis drei Wochen später eine weitere Welle hoher Volatilität. Dort gilt es dann die Vola zu shorten, wenn man mehr Sicherheit als zum heutigen Zeitpunkt haben will.

      Für jene Kritiker, die mir zuviel unkonkretes vorwerfen, lasse ich einmal die Hosen herunter:
      In meinem konkreten Fall halte ich seit Freitag nachmitag 18600 Stück VXX short mit einem Verkaufspreis bei 24,35.
      Ich werde sie halten, bis der VXX ca. auf 8 gefallen sein wird.
      Dies kalkuliere ich grob für den Zeitraum August/September 2020

      Zurück zu Frank:
      Wer abschätzen kann, wann der upmove übertrieben ist, kenn gern shorten – entweder mit einem ETF, oder gehebelt mit einer Long Put Option.
      Im anschliessenden Downmove wird die Vola noch zunehmen. Dies treibt zusätzlich den Preis in die Höhe und damit den Gewinn.
      Ein Trailing Stop bietet sich dann an.
      Viel Erfolg
      Beste Grüsse

  3. Avatar

    Jan

    3. März 2020 11:38 at 11:38

    Ach ja, die Notenbanken! Sehr interessant und aufschlussreich finde ich folgenden Artikel bzw. Kommentar. Hier ist sehr gut zu erkennen, wie die gepushte Kreditvergabe, die Stimulierung der Konjunktur in Form von Krediten an die Wirtschaft in der Realität so abläuft (oder eben nicht).

    https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-das-ende-von-streetscooter-ist-ein-armutszeugnis-fuer-deutschland/25599856.html?ticket=ST-2230697-6gULhgxbxnU9wKmDpUHE-ap1

  4. Avatar

    Kritisch on fire

    3. März 2020 21:14 at 21:14

    Bericht von Reuters – O-Ton Peter Altmeier:
    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat kleinen Betrieben wegen der Coronavirus-Epidemie Hilfen in Aussicht gestellt. „Wir tun alles, damit dieses Virus die Wirtschaft in Deutschland nicht flächendeckend trifft“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag. „Dazu werden wir die Liquiditätsspielräume von Unternehmen, insbesondere von kleinen und mittleren sicherstellen.“ Details nannte Altmaier nicht. Das Wirtschaftsministerium sichert aber Exporte regelmäßig mit Garantien ab, ebenso Investitionen im Ausland. Außerdem gibt es zahlreiche Fördertöpfe für Unternehmen.

    Bereits beschlossen habe die große Koalition verbesserte Abschreibungsbedingungen für digitale Wirtschaftsgüter, ergänzte Altmaier. Jetzt müssten steuerliche Verbesserungen von Personengesellschaften folgen, oft sind das familiengeführte Unternehmen. „Hierzu ist das Bundesfinanzministerium gefordert. Wichtig ist, dass wir hier jetzt schnell vorankommen.“

    Die Spitzen der großen Koalition tagen am Sonntag. Dabei könnten konkrete Maßnahmen beschlossen werden, zumal es Haushaltmittel im Volumen von 17 Milliarden Euro gibt, die noch nicht konkret vom Bund verplant sind.
    Also, jetzt wird die Zobifizierung noch verstärkt. Wie sagte schon Dr. KRALL:“ Die Banken werden (unterstützt durch die Regierung) allen die nicht bei 3 am Baum sind Kredite zu äußerst günstigen Kondidionen anbieten. Und annehemn werden diese Kredite natürlich jene Unternehmen die ohnehin schon am Ende sind.
    Man könnte fast meinen Dr. KRALL hätte wider seiner Beteuerungen doch eine Glaskugel!

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Aktienmärkte: Kommt jetzt die Korrektur? Risiko US-Regierungswechsel

Kommt jetzt die Korrektur der Aktienmärkte – in der Woche des lange erwarteten US-Regierungswechsels? Was dafür spricht – und was nicht..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Kommt jetzt die Korrektur der Aktienmärkte? Nach einer gefühlt ewig langen Phase des Übergangs von der alten auf eine neue US-Regierung, ist es am Mittwoch endlich soweit: Ein neuer Präsident verspricht Versöhnung, Toleranz und Ruhe. Aber wird dies auch für die Finanzmärkte gelten, die so sehr von den Pushfaktoren, wie Stimuli, Helikoptergeld und niedrigen Zinsen profitiert haben? Könnte nicht gerade die Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung für Volatilität sorgen, denn Joe Bidens Programm ist „zunächst“ einmal nicht nur Wall Street-freundlich?

Aktienmärkte: Treibende und bremsende Faktoren

Es gibt Hunderte von Indikatoren, die zur Beurteilung von Wirtschaft und Börse herangezogen werden, aber nur wenig haben große unmittelbare Bedeutung für die Aktienmärkte.

Der wichtigste Faktor ist nach wie vor der monetäre – und von dieser Seite droht zunächst keine Gefahr. Der Zuwachs der Geldmenge in den USA marschiert auf die 7 Billionen Dollar zu (der Zuwachs beträgt 71 Prozent), das frisch gedruckte Geld der Notenbanken (Fed 120 Mrd. Dollar monatlich) mit ihren ständigen Wertpapierkäufen läuft auf die 10 Billionen Dollar zu. Die Rettungspakete bekommen mit der Ankündigung von Joe Bidens Regierungsprogramm einen weiteren Schub, den die Börsen allerdings schon eingepreist haben.

Geblieben sind allerdings auch die große Euphorie bestimmter Anlegergruppen, die ungesunde Call-Spekulation, die Übertreibungen bei Nebenwerten (Russell 2000) sowie die Spekulationsblasen zum Beispiel in Wasserstofffirmen oder im Bereich der Elektromobilität. Vor allem auch bei der Hyperspekulation mit Penny-Stocks, um nur drei Beispiele zu nennen.

Ebenso die langfristig bedeutsamen Indikatoren, wie der Buffett-Indikator, der Shiller-Index, die ungesunden Abstände der Indizes von ihren Aufwärtstrendlinien und Weitere, auf die ich genau vor einer Woche hingewiesen habe. It doesn’t matter, until it matters.

Die Long-Spekulation im Langfristvergleich

Investoren und Aktienmärkte: alle sind long!

Was kurzfristig die Aktienmärkte sehr belastet und bereits zu einer viertägigen Querbewegung der Indizes geführt hat, war der Renditeanstieg der 10-jährigen US-Treasury bis auf 1,18 Prozent. Diese ist aber nach einem Eingreifen der Federal Reserve wieder auf 1,087 Prozent gefallen. Auch wenn die Zinsen noch sehr niedrig sind, genügen hier schon geringe weitere Anstiege, um zu einer Belastung des Aktienmarktes zu werden.

Die Zinskurve in den USA versteilt sich, erkennbar an der Differenz zwischen der 2- und 10-jährigen Staatsanleihe. Was den Banken zupass kommt, durch das ewige Thema der Fristentransformation, aber eher nicht dem Gesamtmarkt.

Die Saisonalität spricht einmal mehr für eine Korrektur, wie in dem ewigen Chart eindeutig sichtbar.

Aktienmärkte und Saisonalität

Was sich weiter im fast neutralen Bereich befindet, ist der Fear&Greed-Index mit seinen 60 Punkten. Belastend hingegen die Cash-Quote der Fonds, die noch sehr niedrig ist, erst bei einem größeren Rückschlag könnte sich diese wieder ausweiten.

Wie könnte sich die Übertreibung an den Aktienmärkten abbauen?

Dies geht natürlich stets über zwei Wege. Zum einen über eine harte und schnelle Korrektur der Aktienmärkte – und zum anderen über eine längere Seitwärtsphase. Aufgrund der hohen Call-Spekulation in Verbindung mit der hohen Wertpapierkredite (Margin Debt) ist eher von Ersterem auszugehen. Was machen die Märkte heute, an einem Feiertag in den USA – Martin Luther King Day?

Wahrscheinlich gibt es ab mittag wieder einmal Sparflamme an den europäischen Börsen, ohne die Wall Street. Es wird aber weiter Unsicherheit herrschen, wegen der Inaugurationsfeier von Joe Biden. Da man aber Unruhen bereits jetzt schon fast 14 Tage im Voraus entgegenplanen kann, wird Washington gesichert werden wie Fort Knox, mit Zehntausenden von Soldaten, Polizisten, Sicherheitskräften und Geheimdienstmitarbeitern. Die Großmacht USA wird Bilder wie am 6. Januar für die Welt verhindern wollen. Und was so lange bekannt ist, wie mögliche Unruhen am 20. Januar? Das Unheilvolle ist immer das Überraschende, insbesondere für die Aktienmärkte.

Der Fortgang beim Weltprojekt Impfung

Auch wenn gerade das Thema Impfstoffversorgung in aller Munde ist, übersieht man die Geschwindigkeit, wie rasch die Impfkurve nach oben geht. Obwohl es eigentlich erst um die Jahreswende so richtig losging, gab es bereits fast 40 Millionen Impfungen. Voran die USA mit über 12 Mio., China über 10 Mio., Großbritannien über 4 Mio., Israel über 2,2 Mio., selbst Deutschland hat rasch die Einmlillionengrenze überschritten.

Klar sind die Kapazitäten noch begrenzt, aber nach BioNTech, Moderna, Gamaleya und Sinovac gibt es noch so viele Firmen, die kurz vor der Zulassung stehen und ihre Produktion hochfahren. AstraZeneca, Cansino, Sinopharm (beide China), Vector (RUS), Bhanat (IND), Johnson&Johnson und viele andere, es gibt immer noch 200 Impfstoffprojekte, die versuchen auf den Markt zu kommen, um das große Geschäft zu machen.

Wenn man sich die Milliarden Impfdosen, die schon die ersten Firmen auf den Markt bringen wollen betrachtet (ursprünglich 12,6 Milliarden Dosen von nur 10 Firmen, Pfizer hat gerade angekündigt die Produktion 2021 von 1,3 auf 2 Milliarden Dosen erhöhen zu wollen), kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es in der zweiten Jahreshälfte bereits ein Überangebot an Impfstoffen geben wird, den berühmten Schweinezyklus.

Beträgt nicht der Anteil der unter 15-Jährigen an der Weltbevölkerung von 7,7 Milliarden 26 Prozent, allein in Afrika sind es 41 Prozent und damit viele, die gar nicht geimpft werden (können), auch aus finanziellen Gründen?

Beispiel USA: Hier wird man bereits noch in dieser Woche offiziell die schreckliche Zahl von 25 Millionen Infizierten erreichen, aber was ist mit der Dunkelziffer, wenn diese nur den sehr niedrigen Faktor drei oder vier beträgt? Joe Biden hat angekündigt bereits in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Amerikaner impfen lassen zu wollen, es sollen viele Firmen staatlich gezwungen werden mitzuarbeiten. Würde es dann nicht bereits im Frühjahr vorbei sein mit den großen Infektionszahlen, zumal man nicht vergessen darf, dass es bis dahin auch noch weiter Millionen Infizierte geben wird, die bis dahin die Krankheit durch haben? Dann aber vorrangig Junge, weil die Älteren bereits geimpft sind.

Zur Börse: Klar wird ein Lockdown durch Joe Biden die Aktienmärkte kurzfristig belasten, aber auf welchen Zeitraum blickt denn der Markt, doch nicht auf das Frühjahr? Auch die Sicht, dass sich die Wirtschaftserholung in 2021 durch die Mutation nach hinten verschieben werde, ist eine börsenunspezifische. Die Erholung wird dann eben stärker ausfallen, der Nachholbedarf größer. Hat nicht das Ifo-Institut erst berichtet, dass das „nicht ausgegebene“ Geld in Deutschland bereits 100 Milliarden Euro erreicht hat?

Fazit

Längerfristig wird das neue Regierungsprogramm der Wall Street und den Märkten nicht zu sehr schaden, das zeigt die Vergangenheit, wenn man sich die Performance der Märkte seit dem Zweiten Weltkrieg betrachtet. Das Big Money hat noch zu jeder Zeit seinen Einfluss auf Regierende durchgesetzt und zu sehr ist die Gesellschaft in den USA auf ihren Konsum und ihren Aktienmarkt angewiesen. Kein Präsident wird eine Umschichtung von Wall Street zu Main Street durchsetzen können, wenn die Masse der Senatsmitglieder selbst große Aktienvermögen besitzen, wenn die Altersvorsorge (Pensionskassen) so sehr von den Kapitalmärkten abhängig ist – anders als in Deutschland.

Aber kurz- und mittelfristig könnten die Pläne der neuen Regierung schon für Unsicherheit sorgen, für Volatilität, im Hinblick auf Verschuldung, Inflation und Kapitalmarktzinsen. Noch ist die Auswahl für die großen Kapitalsammelstellen noch sehr einseitig, aber was würde passieren, sollten sich die allgemeine Kapitalmarktzinsen auch nur ein weiteres halbes Prozent nach oben bewegen? Zukunftsmusik? Klar wird die Notenbank verbal und praktisch dagegen ankämpfen, die große Wende wird nicht gleich kommen, aber einen weiteren „Free Lunch“ für die vielen Neuspekulanten wird es 2021 vermutlich nicht noch einmal geben. An den Börsen klappt selten eine Geschichte zweimal hintereinander. Wird der 20. Januar mit all seinen Auswirkungen nicht erst einmal Luft aus der Spekulationsblase an den Märkten lassen, weil man wochenlang Zeit hatte, die Erwartungen einzupreisen? Die kommenden Wochen sind geradezu einladend für eine Phase des Abbaus von Euphorie, das frische Geld ist an den Märkten angekommen, die Unerfahrenen werden nicht schnell genug reich und dann kommen erst einmal Gewinnmitnahmen. Dies war in den letzten fünf Jahren fast immer der Fall, bis auf den Januar 2019, aber da gab es eine Sondersituation wegen Fed-Chef Jerome Powell und seiner zinspolitischen 180-Grad-Wende.

Wird der US-Regierungswechsel zu einer Korrektur der Aktienmärkte führen?

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Finanznews

Lockdown, Märkte – und Realität! Videoausblick

Markus Fugmann

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am

Bislang haben die Märkte den Lockdown ignoriert: man geht davon aus, dass mit den Impfungen das Problem früher oder später komplett erledigt ist. Wenn dem wirklich so wäre, dann würen die aktuellen Bewertungen vielleicht sogar Sinn machen – aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Erholung der Wirtschaft so stark ausfällt wie erhofft, ist eher gering. Vilemehr zeichnet sich ein härterer und verlängerter Lockdown ab, während zugleich die Impfungen bislang weit unter den Erwartungen bleiben. Und so entsteht eine Lücke zwischen den Erwartungen der Märkte und der Realität – und das obwohl die neuesten Zahlen einen klaren Trend zeigen: die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus sinkt..

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Indizes

DAX daily: Die Stimmungslage könnte kippen – Wochenausblick

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Nach der Euphorie-Welle der letzten Wochen trübt sich die Stimmung der Dax-Anleger zunehmend ein. Damit dürfte auch die Rekordjagd erst einmal beendet sein. So langsam scheinen die Anleger zu realisieren, dass die Corona-Pandemie trotz des Fortschritts durch die Impfkampagne noch lange nicht eingedämmt ist und die bereits eingepreiste Wirtschaftserholung noch länger auf sich warten lässt. Auf Jahressicht sehen die Anleger aktuell sogar mehr Risiken als Chancen – hier mehr dazu.

In dieser Woche steht erneut eine Verschärfung und Verlängerung der Corona-Lockdowns im Fokus. Das gilt sowohl für Deutschland, wo bereits am Dienstag über schärfere Maßnahmen diskutiert werden soll, als auch für die USA. Dort hat der zukünftige Präsident Biden angekündigt schnellstmöglich auf die Zuspitzung der Lage zu reagieren. Die aktuellen Unsicherheiten haben die Investoren dazu verleitet einen Teil ihrer zuvor angehäuften Gewinne mitzunehmen. Ob sich die Gewinnmitnahmen in dieser und den kommenden Wochen ausweiten, hängt von zwei Faktoren ab. Einerseits von den Entscheidungen, wie es rund um den Lockdown weitergeht, andererseits von der Bilanzsaison, die in den nächsten Wochen an Fahrt aufnimmt.

Nach dem starken Jahresauftakt verlor der Dax in der vergangenen Woche knapp 2% und entfernt sich weiter von seinem Rekordhoch bei 14.131 Punkten. Allein am Freitag verbuchte der deutsche Leitindex einen Verlust von 200 Punkten (-1,44%) und schloss bei 13.787. In dieser Woche sollten die Anleger auf den Bereich bei 13.600/500 achten. Dort ist der Index zunächst abgesichert, allerdings droht ein Rutsch bis zur runden 13.000er Marke, wenn die Unterstützung gebrochen wird. Auf der Oberseite ist der Dax fürs Erste bei 14.000 gedeckelt.

News und fundamentale Daten

In der abgelaufenen Woche haben besonders die Daten aus den USA enttäuscht, die Arbeitsmarktdaten sowie die Einzelhandelsumsätze sind miserabel ausgefallen. Dementsprechend dürfte das Augenmerk der Investoren wieder verstärkt auf den Fundamentaldaten liegen. Zuerst richtet sich der Blick nach China, wo in der Nacht gewichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Die Zahlen für das vorläufige Bruttoinlandsprodukt (Q4) sowie der Industrieproduktion sind positiv ausgefallen. Das BIP liegt mit einem Wachstum von 6,5% über der Prognose von 6,1%, auch die Industrieproduktion ist mit 7,3% besser als erwartet ausgefallen (Prognose 6,9%, vorher 7,0%).

Für die hiesige Konjunktur sind die ZEW-Daten am Dienstag und der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe am Freitag von Interesse und könnten Auswirkungen auf den Dax haben. Zudem richten die Anleger ihre Augen am Donnerstag auf die Europäische Zentralbank, dann steht erneut eine Zinsentscheidung an. An dem derzeitigen Zinsniveau gibt es nichts zu rütteln, zudem werde sich die EZB hüten Anzeichen einer restriktiven Geldpolitik zu äußern. Allerdings ist auch nicht mit neuen geldpolitischen Lockerungen zu rechnen, nachdem die EZB im Dezember bereits ihr Anleihekaufprogramm um 500 Milliarden ausgeweitet hatte.

Am Montag ist der Dax größtenteils auf sich allein gestellt, da die US-Börsen aufgrund des Martin Luther King Day geschlossen sind. Ab Dienstag geht dann die neue Berichtssaison weiter, vor allem mit Quartalszahlen aus dem Bankensektor von Goldman Sachs und Bank of America. Zusätzlich berichtet das Medienunternehmen Netflix über das abgelaufene Quartal. Im Laufe der Woche sehen wir dann noch die Zahlen von Morgan Stanley, Intel, IBM und vielen anderen Unternehmen. Am Mittwoch steht zudem die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten und seine Rede im Mittelpunkt. Die Einführung könnte von landesweiten Ausschreitungen überschattet werden.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Die Schwäche zum Ende der letzten Handelswoche könnte sich auch in dieser Woche fortsetzen. Im Tageschart hat sich nämlich ein Trendumkehrmuster gebildet (island reversal), erst ein Anstieg über 14.000 würde das Bild wieder aufhellen. Im frühen Handel notiert der Dax bereits etwas tiefer. Ein Unterschreiten der 13.711 könnte den Dax zum Freitagstief bei 13.670 führen. Dort sollte der Index Halt finden, ansonsten dürfte sich der Abwärtstrend fortsetzen. Die nächste Unterstützungszone befindet sich bei 13.600 und 13.560. Dieser Bereich ist auch entscheidend für die Entwicklung in den nächsten Tagen. Hält die Zone, dann könnte es zunächst wieder aufwärts gehen, rutscht der Dax jedoch darunter, dann dürfte sich die Korrektur ausweiten. Dann wäre mit einem Anlaufen des Unterstützungsbereichs bei 13.450 zu rechnen.

Hält sich der Dax über der 13.670, dann könnte zunächst eine Erholung einsetzen. Bei 13.773 wartet das Nachthoch, darüber liegt die vorherige Unterstützung bei 13.800, die jetzt als Widerstandszone agiert. Dort könnte der Dax bereits wieder den Rückwärtsgang einlegen. Oberhalb von 13.810 wäre noch Luft bis 13.868 und  13.892 (61,8% Retracement). Ein Anstieg über das 61er Retracement würde sogar weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Tages- und Wochenausblick - H4-Chart - kippt die Stimmung?

Dax Unterstützungen (US):

13.711 – Punkt 2 Bodenbildung (H1)

13.670 – Tagestief 15.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

13.450 – ehemals WS / US

Dax Widerstände (WS):

13.795 – ex Allzeithoch

13.868 – vormals US

13.948 – mehrfacher WS / US

13.988 – offenes Gap 14.01.

14.000 – psychologische Marke

14.049 – Gap 08.01.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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