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Australien senkt unerwartet Zinsen, EZB mit Verlautbarung, Trump drängt

Claudio Kummerfeld

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am

Zinsen werden bald koordiniert gesenkt?

Die „große Unterstützung“ von EZB, Fed und Co rückt immer näher! Heute früh hat die australische Notenbank ihre Zinsen gesenkt von 0,75% auf 0,50%. Ein Rekordtief! Dabei waren unveränderte Zinsen von 0,75% erwartet worden. Im Chart sieht man den Verlauf des Zinssatzes in den letzten zwölf Monaten. Laut aktuellen Aussagen der Notenbanker habe man die Zinsen gesenkt, um die australische Wirtschaft zu unterstützen, weil sie negativ auf den Coronavirus reagiere. Wie deutlich Australien derzeit schon betroffen wird, sieht man an einer Zahl, die ebenfalls heute früh veröffentlicht wurde. Die Baugenehmigungen in Australien sind im Monatsvergleich um 15,3 Prozent gesunken, obwohl ein kleines Plus erwartet wurde!

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source: tradingeconomics.com

EZB mit Verlautbarung

Nachdem Bank of Japan und Fed jüngst schon andeuteten, dass sie bereit seien zu agieren um den Auswirkungen des Coronavirus entgegenzutreten, folgt jetzt über Nacht die EZB. Sie hat ein kurzes Statement veröffentlicht, dass inhaltlich irgendwie an das kurze Statement der Fed vom Freitag Abend erinnert. Man beobachte, und gegebenenfalls werde man eingreifen. Also, rückt die große koordinierte Intervention der Notenbanken mit sinkenden Zinsen immer näher, die laut einem Experten am morgigen Mittwoch Mittag deutscher Zeit erfolgen soll? (wir berichteten gestern). Hier die EZB im Wortlaut:

The coronavirus outbreak is a fast developing situation, which creates risks for the economic outlook and the functioning of financial markets. The ECB is closely monitoring developments and their implications for the economy, medium-term inflation and the transmission of our monetary policy. We stand ready to take appropriate and targeted measures, as necessary and commensurate with the underlying risks.

Trump drängelt

Und Donald Trump schäumt wohl immer mehr vor Wut. Wie oft hat er die letzten Monate schon die Fed gedrängelt doch noch viel kräftiger die Zinsen zu senken, da man keine Inflation habe, und da zum Beispiel die Europäer sich zu Negativzinsen verschulden könnten. Jetzt erwähnt Trump die aktuelle Senkung der Zinsen in Australien, und dass andere Länder das gleiche tun würden. Nur die eigene Notenbank sorge dafür, dass die Amerikaner viel höhere Zinsen zahlen müssten als viele andere Länder. Die amerikanischen Exporteure seien im Nachteil. Fed-Chef Powell solle die Zinsen für die USA kräftig senken, so Trump. Frage: Ist es schon morgen soweit?

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Johann Steinhaus

    3. März 2020 09:17 at 09:17

    Hallo Herr Kummerfeld,
    eine Frage zum besseren Verständnis.
    Weltweit werden fiskal. Stimuli freigeschaufelt um die Wirtschaft vor „schmerzhaften“ Einbußen zu schützen (wobei letztendlich nur einige Wenige von profitieren).
    Mal angenommen, dass Virus wird nun durch staatliche und medizinische Maßnahmen besiegt.
    Was passiert denn mit dieser riesigen Geldmenge welche dann im Umlauf ist ? Werden die Preise explodieren weil Geld immer weniger wert wird und wir steuern im Worst Case auf eine Hyper-Inflation zu ? Wie sehen Sie das ?

    Grüße aus Köln

    • Avatar

      Martin Müller

      3. März 2020 09:39 at 09:39

      Sehr geehrter Herr Steinhaus.

      Diese von Ihnen erwähnte Inflation wird extrem ausfallen.
      Die Weltwirtschaft kontrahiert…Real verliert die Wirtschaft schon seit Jahren.
      Es findet eine eine große Währungsabwertung statt. Es wird alles am laufen gehalten mit den folgen einer immer höheren Inflation.
      Wir sind bereits seit Anfang 2018 in einer Situation wo sich dieser Inflationsyklus gedreht hat.
      Inflation entwickelt sich immer expoteniell und nicht linear.
      Gut zu erkennen das alle globalen Währungen nicht gedeckt sind und immer mehr an Kaufkraft verlieren. Daher bleibt den Notenbanken nichts anderes übrig die Zinsen weiter zu senken um keine Vertrauenskrise und Bankenrun auszulösen.
      Dieses Finanzsystem schreit nach einem Reset!

      • Avatar

        Johann Steinhaus

        3. März 2020 10:17 at 10:17

        Sehr geehrter Herr Müller,

        Ihre Ausführungen (vielen Dank dafür), zeigen mir, dass ich mit meinem Gedankengang gar nicht so verkehrt liege.
        Nun stellt sich die Frage , wie kann man diesem Wahnsinn entkommen.
        Gold hat keinen wirklichen Nutzen , Grund und Boden ist explodiert, Staatsanleihen mit Minus-Verzinsung bringen keine Rendite und Firmenanleihen als auch Aktien sind in so einer Situation auch stark Risikobehaftet. Jetzt wird es schwer……..

        • Avatar

          Martin Müller

          3. März 2020 12:51 at 12:51

          Sehr gerne.

          zu Ihrer Aussage Gold hat keinen Nutzen!?
          Das sehe Ich anders.
          Schauen Sie sich die Preisentwicklung im Euroraum seit 20 Jahren an.
          Der Dax hat seit 2000-2020 eine Performance von ca. 90% gemacht!
          Gold dagegen im gleichen Zeitraum ca. 430%.
          Das ist kein Fake sondern die Realität.
          Und dies wird sich durch die Inflation in den kommenden Monaten und Jahren expotentiell weitergehen.
          Gold wird sich weiterhin sehr gut entwickeln und hat für mich den Nutzen eines Vermögensschutzes in dieser verrückten Zeit.

  2. Pingback: Australien senkt unerwartet Zinsen, EZB mit Verlautbarung, Trump drängt – Unser Geld- und Zinssystem

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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am

Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

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– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

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Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

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Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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