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Devisen

„Das Pfund hätte schon viel früher fallen müssen“

Claudio Kummerfeld

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am

Puhhhhhh. Da sind wir doch mal froh, dass unsere Meinung auch mal von „wirklichen Experten“ bestätigt wird. Bevor das britische Pfund in den letzten Tagen so stark gefallen war, hatten wir uns immer wieder gewundert, warum es denn nicht fällt. Denn das Chaos auf der Insel wurde immer größer, und die Wahrscheinlichkeit für Boris Johnson als neuer Premier stieg immer mehr an. Aber das Pfund fiel einfach nicht, obwohl seine Meinung zum Brexit doch eindeutig war. Noch im Juni notierte Pfund vs USD bei über 1,27. Jetzt sind es 1,2161, und man ist vom Tief am letzten Donnerstag bei 1,2080 nicht weit entfernt. Als dem Markt klar wurde, dass der neue Premier wirklich einen Hardliner-Kurs in Sachen Brexit fährt, war man total erschüttert (was für eine Sensation…), und Pfund vs Dollar krachte Ende Juli in den Keller (Chart seit Anfang Juli).

Pfund vs USD seit Anfang Juli

Pfund hätte schon früher fallen „müssen“

Ein Experte der Deutschen Bank bestätigt ganz aktuell das, was wir die ganze Zeit geschrieben hatten. „Das Pfund hätte schon viel früher fallen müssen“, so seine Worte im hier zu sehenden Video ab Minute 6. Was natürlich nicht heißen soll, dass wir von FMW das Pfund unbedingt tiefer sehen wollten. Uns ging es nur darum, dass der Markt unserer Meinung nach nicht die politische Realität berücksichtigte. Irgendwie war der Markt abgelenkt und schaute auf andere Themen, so auch die Aussage des Deutschbankers. Ja, und auch wir waren wochenlang verwundert, warum das Pfund einfach nicht fallen wollte. Aber nun gab es ja den kräftigen Durchsacker.

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Aber wie geht es weiter? Im Chart sieht man auch, dass seit fast einer kompletten Woche der Kurs von Pfund vs USD seitwärts pendelt um die Marke von 1,2150 herum. Der Grund dafür sollte nach unserer Meinung recht banal sein. In London (wie auch in vielen anderen Hauptstädten) sind derzeit Parlamentsferien. Die nächste Sitzung im House of Commons ist für den 3. September angesetzt. Passiert nichts Außergewöhnliches, könnte es also nun eine fast vierwöchige maue Seitwärtsnummer im Pfund geben.

Action nach Sommerloch?

Wie gesagt, wenn nichts Außergewöhnliches passiert! Aber in Sachen Brexit, das weiß man ja nie. Fällt der Kurs weiter under die Schwelle von 1,2080, ist nach unten aus charttechnischer Sicht erstmal weiter viel Platz vorhanden. Denn wie man im folgenden Chart sieht, sind die nächst folgenden Unterstützungsniveaus erst wieder zu finden im Jahr 2016, wo die Briten über den Brexit abgestimmt hatten. Ein mal mehr hat Brüssel heute durchblicken lassen, dass man nicht neu mit Boris Johnson verhandeln wird. Der steht somit quasi mit dem Rücken zur Wand. Wenn es für das Pfund wirklich bei einem mauen langweiligen Sommerloch bis Anfang September bleiben sollte (ungewiss), dann könnte es ab September so richtig zur Sache gehen – denn dann bleiben nicht mal mehr zwei Monate, bis Ende Oktober der harte Brexit endgültig ansteht.

Pfund vs USD langfristig

Bei Euro vs Pfund sieht die Lage aber eindeutiger aus. Der Euro kann gegen die britische Währung seit geraumer Zeit stark aufwerten. Man schaue dazu hier mal auf einen Chart, der ein Jahr zurückreicht. Seit Mai kennt das Pfund nur die Abwärtsrichtung gegen den Euro.

Euro vs Pfund

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    16. August 2019 12:16 at 12:16

    Weiß irgendwer hier, wieso das British-Pfündchen seit gestern früh derart auf Muskelprotz macht?

    Ist dem Boris und dem Nigel Pallas Athene, die Göttin der Weisheit, im brennenden Dornbusch erschienen? Wurde der Brexit abgesagt? Oder freut man sich so über die höher als erwarteten Einzelhandelsumsätze, auch Panik- oder Hamsterkäufe vor dem Rückfall in die Steinzeit genannt.

  2. Avatar

    Chris

    16. August 2019 12:57 at 12:57

    @leftutti
    Ja, das Pfund bereitet mir Freude, ich bin seit heute Morgen im EUR/GPD short und ziehe regelmäßig den Stop nach.

    Nach dem Brexit und dem Washout lege ich mir das Währungspaar und/oder die Währung ins Depot, denn natürlich ist der Zweite in der EU relativ gesehen stärken als eine sich selbst schwächende BRD plus Rest-EU.

    • Avatar

      leftutti

      16. August 2019 14:16 at 14:16

      @Chris, ich habe aber nicht gefragt, ob das Pfund Freude bereitet, sondern nach dem Grund, warum es steigt. Die grundsätzliche Richtung ist mir persönlich egal, mich würde eher interessieren, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung handeln könnte, ob fundamentale Entwicklungen für mittelfristige Longstrategien gegeben sind.

    • Avatar

      Diesel

      16. August 2019 14:38 at 14:38

      Perfekt!
      Habe das Paar auch geshortet. GBP/CAD Long läuft auch super.
      GOLD Short entwickelt sich langsam.
      …es läuft 😎

      • Avatar

        Jan

        16. August 2019 20:40 at 20:40

        @Diesel, 15. August 09:36 Uhr. GOLD Short bei etwa 1.522 läuft seither im Demokonto, entwickelt sich eher schleppend bis negativ, wird schon werden 😢

  3. Avatar

    Chris

    16. August 2019 14:47 at 14:47

    @leftutti

    Nein, ich erwarte ein erneutes Abtauchen, der richtige Einstieg wird wohl nach dem Brexit kommen.

    Ich habe aber stets eine kleine Erinnerungsposition in CHF/GPD.

    Es bot sich heute an, Umschichtungen der Marktteilnehmer.

    • Avatar

      leftutti

      16. August 2019 15:22 at 15:22

      Hallo @Chris und @Diesel, vielen Dank für die Rückmeldung. Wenn ich das richtig verstehe, haben auch Sie keine plausible Erklärung für den jüngsten Anstieg der letzten zwei Tage?!

      • Avatar

        Thomas

        17. August 2019 09:55 at 09:55

        „Technisches Analysieren ist eine Fähigkeit, die sich mit zunehmender Erfahrung und Bildung verbessert. Bleibe immer ein Schüler und hör nie auf zu lernen.“
        John Murphy

  4. Avatar

    Chris

    16. August 2019 15:02 at 15:02

    Da das Währungspaar heute im europäischen Handel wie an der Schur gezogen läuft, stecken große Spieler dahinter, wahrscheinlich Zentralbanken.
    Mit dem US-Handelsbeginn wird es wahrscheinlich volatiler.

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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