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Aktienmärkte – Trump-Tweet, Auftritt Larry Kudlow, Chinas Notenbank

Das, was Trump neu in die Welt gebracht hat ist ja, dass der Begriff von Wahrheit gar keine Rolle mehr spielt. Wahrheit ist das, was ihm nützt..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Die Aktienmärkte sind nervös, es ging in den letzten Tagen nach der geistigen Totenstarre der letzten Wochen heftig zur Sache. Was wird nun passieren?

Zunächst einmal setzt sich die Erholung der Aktienmärkte fort, nachdem Chinas Notenbank den Vorwurf der Währungsmanipulation zurück gewiesen hat (was zu erwarten war), vor allem aber scheint die chinesische Notenbank den Firmen zugesagt zu haben, dass der Yuan nicht weiter deutlich abwerten wird:

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Das erfreute die Aktienmärkte – die Erholung setzt sich weiter fort. Dann ein Tweet von Donald Trump, der wohl die Stärke der Verhandlungssituation der USA betonen soll:

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The Donald scheint bei seinem Tweet gar nicht aufgefallen zu sein, dass er hier die noch vorhandenen Zinsen, die man in den USA noch bekommen kann, als einen der entscheidenden Gründe nennt, dass Kapital in die USA fließt (was er in diesem Tweet ja gutheißt!) – ist er denn nicht für eine weitere deutliche Senkung der Zinsen durch die Fed?

Aber was kümmert einen vom Himmel Geschickten sein Geschwätz von gestern? Eben. Zinsen sind also gut, klar. Und dann sind sie eben, einen Tag später, auch wieder schlecht, ebenso klar. Das, was Trump gewissermaßen neu in die Welt gebracht hat ist ja, dass der Begriff von Wahrheit gar keine Rolle mehr spielt. Wahrheit ist das, was ihm nützt. Worte sind Kapital, das man in den Eigenutz investiert. Was mir heute nicht nützt, ist falsch, auch wenn ich es gestern noch als wahr und heilig bezeichnet hatte, so denkt der US-Präsident sich wohl..

Und kaum sind diese Worte gesprochen, kommt der nächste Tweet, der es mit der Wahrheit eher „subjektiv“ hält:

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Die Insolvenzquote amerikanischer Farmer, dear Mr. President, ist massiv gestiegen seit Trump im Amt ist (bislang gab es zwei Entschädigungs-Runden, der Tweet Trumps ist wohl die Ankündigung einer dritten Runde). Auch und gerade wegen der Politik Trumps, der der US-Präsident mit Subventionsmaßnahmen für die Farmer entgegen zu wirken sucht. Aber diese Hilfe kommt für viele zu spät – und wird wohl auch die ausbleibenden Käufe der Chinesen nicht ersetzen können..

Aber wie auch immer: damit bei der heutigen Erholung der Aktienmärkte nichts mehr schief geht, tritt der Schönredner Trumps, Larry Kudlow, heute ab 15Uhr im amerikanischen Finanz-Sender CNBC auf. Es wäre nicht das erste Mal, dass Aussagen Kudlows die Aktienmärkte stark bewegen..

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Michael

    6. August 2019 15:08 at 15:08

    Oh weh, jetzt beginnt er schon, in der dritten Person von sich zu reden. Der Sigmund hätte seine Freud‘ dran, von wegen dissoziativer Persönlichkeitsstörung…

    Vorbilder in der Geschichte gibt es ja einige, z. B.
    https://www.allmystery.de/i/te7980a6_10zs7cn.jpg

  2. Avatar

    Marcus

    6. August 2019 17:40 at 17:40

    Da ist der Kudlow/PBoC Effekt wohl irgendwie verpufft, denn derzeit geht es eher wieder in die andere Richtung.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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