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DAX daily: Dax-Rally vor der US-Wahl – nur ein Strohfeuer oder mehr?

Stefan Jäger

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Heute dreht sich nicht nur im Dax alles um die US-Präsidentschaftswahl, die Anleger rund um den Globus werden mit Spannung auf die Wahl in den USA schauen. Nach einer rabenschwarzen Vorwoche mit hohen Verlusten präsentierte sich der deutsche Leitindex zum Wochenbeginn freundlich und startete einen Erholungsversuch. Ob die gestrige Stabilisierung nur ein Strohfeuer ist oder mehr daraus werden kann, sehen wir wahrscheinlich morgen früh, wenn ein Großteil der Wählerstimmen ausgezählt ist. Das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl dürfte kurzfristig eine enorme Auswirkung auf die Kurse haben. Ein klarer Sieger, egal ob es am Ende Trump oder Biden ist, könnte eine Rally an den Aktienmärkten auslösen. Sollte es allerdings eng werden und einer der beiden das Wahlergebnis nicht akzeptieren, dann droht ein erneuter Rutsch im deutschen Leitindex.

Den gestrigen Handelstag hat der Dax mit einem deutlichen Zugewinn von 231 Punkten (+2,01%) bei 11.788 beendet. Dabei hat der Leitindex ein Tagestief bei 11.551 markiert und konnte anschließend bis zum Tageshoch bei 11.838 ansteigen. Durch die kräftigen Verluste der Vorwoche war der Dax erheblich überverkauft, was zu der gestrigen Rally geführt hat. Dennoch handelt es sich eher um eine Atempause als um eine Trendumkehr. Die Bullen sollten sich noch nicht zu früh freuen. Das Chart-Bild hellt sich erst wieder auf, wenn der Dax den Bereich um die 12.200 zurückerobert. Allerdings hat der Index mit dem Dreifachboden (11.457/11.458/11.450) eine markante Unterstützung ausgebildet. Solange diese nicht unterschritten wird, bleibt die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Erholung. Im heutigen Handel könnte etwas Ruhe einkehren, bevor es bereits in der Nacht auf Mittwoch zu großen Schwankungen kommen kann.

News und fundamentale Daten

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der US-Präsidentschaftswahl. Zwar liegt Joe Biden in allen Umfragen weit vorne, dennoch ist der Wahlausgang komplett offen. Am Wahltag kann sich das Blatt noch wenden, das hat die Wahl vor vier Jahren zuletzt bewiesen, als kaum jemand Trump den Sieg zugetraut hat. Für die Aktienmärkte ist es gar nicht so entscheidend, wer am Ende das Rennen macht, viel entscheidender ist, ob ein Stimulus-Paket kommt und vor allem wie hoch es ausfallen wird. Für die Dax-Anleger hat es auch etwas Gutes, wenn das Wahl-Theater vorbei ist, dann dürfte es einen Unsicherheitsfaktor weniger geben, sofern schnell Klarheit über das Ergebnis herrscht. Wird der Wahlausgang jedoch zur Hängepartie, dann könnte es nochmal ungemütlich an den Aktienmärkten werden.

Ungeachtet der US-Präsidentschaftswahl werden heute auch noch zahlreiche Quartalsberichte veröffentlicht. Unter anderem legen die deutschen Unternehmen Bayer, Evonik, Hugo Boss und Hellofresch ihre Zahlen vor. Zudem öffnen der chinesische Computerhersteller Lenovo und der südkoreanische Batteriehersteller Samsung SDI ihre Bücher.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Eine Stunde vor Eröffnung notiert der Dax knapp 100 Punkte höher und könnte mit einem Aufwärts-Gap in den Handel starten. Ein erster Widerstand liegt am Nachthoch bei 11.918. Überwindet der Dax die Hürde, dann dürfte es zur 11.960 gehen. Danach könnte er über die runde 12.000er Marke zum Gap-Close bei 12.035 laufen. An dieser Stelle muss man schauen, ob dem Dax die Kraft ausgeht und er den Rückwärtsgang einlegt. An der 12.085 befindet sich zudem noch die 161,8 % Extension vom Tief bei 11.328. Direkt darüber verläuft auch die 200-Tagelinie (SMA) bei circa 12.092. Das Chart-Bild würde sich etwas aufhellen, wenn der Dax darüber ansteigt.

Sollten sich die Anleger so kurz vor der Wahl zurückhalten, dann könnte eine Konsolidierung einsetzen. Ein erster Anlaufpunkt dürfte das gestrige Tageshoch bei 11.838 sein. Fällt der Dax darunter, dann könnte er zur 11.788 laufen, um das Gap zum gestrigen Schlusskurs zu schließen. Anschließend besteht die Chance wieder anzusteigen und eine Seitwärtsphase einzuleiten. Geht es allerdings weiter abwärts, dann folgt bei 11.707 eine weitere Unterstützung. Darunter könnte es nochmal zu einem Test des Punkt 1 der Bodenbildung bei 11.609 kommen. Tiefer sollte es nicht mehr gehen, ansonsten könnte der Dax erneut zum Dreifachboden bei 11.450 abrutschen.

In der Nacht auf Mittwoch kann es dann zu großen Schwankungenn und wilden Bewegungen kommen. Ab circa 4:00 Uhr dürften die ersten Ergebnisse bekanntgegeben werden.

DAX daily: Tagesausblick 03.11. - H1-Chart - Dax-Rally vor US-Präsidentschaftswahl

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.044 – Pivot Punkt R2

11.922 – Pivot Punkt R1

11.715 – Pivot Punkt

11.593 – Pivot Punkt S1

11.385 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

11.788 – Gap 02.11.

11.707 – US aus dem Stundenchart

11.609 – Punkt 1 Bodenbildung

11.551 – Tagestief 02.11.

11.450 – Tagestief 30.10. (Dreifachboden)

11.391 – Gap 25.05.

11.328 – vorbörsliches Tief 30.10.

11.220 – 100 % Ziel SKS (Hoch 13.460; Nackenlinie 12.340)

Dax Widerstände (WS):

11.918 – Nachthoch

11.960 – 61,8 % Retracement (12.279)

12.035 – Gap 27.10.

12.085 – 161,8 % Extension (11.328)

12.092 – 200-Tagelinie

12.188 – 61,8 % Retracement (12.719 – 11.328)

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Wall Street: Experte Markus Koch über die Jahresendrally

Markus Fugmann

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Die Wall Street ist in Party-Laune – gestern der Leitindex S&P 500 sowie der Nasdaq 100 mit neuem Allzeithoch. Kommt jetzt die große Jahresendrally – und das nach dem Rekord-Monat November mit zweistelligen Gewinnen bei den großen Indizes der Wall Street?

Wall Street: Comeback der Tech-Aktien zum Jahresende?

Derzeit, so Markus Koch in einem Interview mit „Mission Money„, sei es schlicht schwer, die Bullenherde an der Wall Street aufzuhalten. Das Problem sei, dass die Investoren extrem optimistisch seien, das Sentiment sei euphorisch. Insgesamt aber bleit auch Markus Koch optimsitisch für die Entwicklung der Wall Street – auch im Jahr 2021:

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Markus Koch über die Wall Street und die Jahresendrally

 

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Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

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Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

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Finanznews

Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

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Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

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