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Indizes

Dax: Der Draghi-Put

Seit letztem Donnerstag hat sich etwas verändert beim Dax!

Markus Fugmann

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Seit letztem Donnerstag hat sich etwas verändert beim Dax! Der Index läuft plötzlich nach so langer Leidenszeit besser als die US-Märkte – und dass das seit letztem Donnerstag so ist, ist natürlich kein Zufall. Denn am letzten Donnerstag versicherte Mario Draghi in seiner Pressekonferenz, dass die Sache mit den Zinsanhebungen, gar eine Wende aus der ultralaxen Geldpolitik erst einmal auf Eis gelegt ist – die EZB hat angesichst der immer schwächer werdenden Konjunkturdaten faktisch aufgegeben.

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Und das heißt für den Dax: die ultralaxe Geldpolitik mit reichlich Liquidität bleibt erst einmal bestehen, auch wenn die EZB die Anleihekäufe beendet hat und nur noch auslaufende Anleihen reinvestiert. Aber die Bilanzsumme der EZB ist dennoch seit dem Ende der Anleihekäufe weiter gewachsen – bislang also ist nichts zu sehen von einem Liquiditäts-Entzug, wie er etwa an den US-Märkten durch die Fed mit Zinsanhebungen und Bilanzreduzierungen passiert.

Und so scheint es uns, dass der „Draghi Put“ vom letzten Donnerstag der Anfang einer besseren Entwicklung des Dax sein könnte im Vergleich zu den US-Indizes:


(Dax schwarz, S&P 500 orange; Chart durch anklicken vergrößern)

Könnte. Denn der Dax ist auch hochgradig abhängig vom Thema Handelskrieg – und hier scheint man mit einem ganz friedlichen Ausgang zu rechnen. Dem widersprechen aber neueste Meldungen, wonach China eben faktisch nichts anderes anbiete, als kleine Konzessionen zu machen (gestern wurde z.B. die amerikanische Ratingagentur S&P 500 formal in China zugelassen) – und ansonsten eben die Amerikaner faktisch zu bestechen, indem man ihnen versichert, Landwirtschaftsgüter in großem Umfang zu kaufen, aber nichts Grundlegendes an seiner eigenen Industriepolitik ändert.

Das kann und wird aber den Amerikanern nicht reichen können – schon gar nicht Trump, der sich vor seiner Wählerbasis nach dem vorzeitigen Ende des government shutdown nicht gleich den nächsten „Weichei-Kompromiß“ leisten kann. Und wenn die Gespräche der Trump-Administration mit China zu nichts führen und so die Anti-China-Zölle weiter angehoben werden ab Anfang März, wird es auch bald Zölle gegen EU-Autos geben. Mithin könnte sich also das Thema Handelskrieg als stärker erweisen als der Draghi-Put!

Noch aber ist der Dax recht ordentlich gelaunt und blickt optmistisch in die Zukunft:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Auf der Oberseite nun das Verlaufshoch bei 11320 Punkten die nächste Hürde, auf der Unterseite bleibt die 11.00er-Marke die große, entscheidende Unterstützung. Mit dem Fortgang der US-Bilanzsaison (heute vor allem Apple), der Fed-Sitzung und insbesondere den Handelsgesprächen zwischen Liu He und Robert Lighthizer in Washington stehen aber jetzt jede Mende Großereignisse an..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    29. Januar 2019 09:08 at 09:08

    Bemerkenswert wie der Dax die schlechten Nachrichten ignoriert. Dass Draghi so pessimistisch ist, könnte ja auch negativ ausgelegt werden, aber nichts da. Am Freitag der schlechte Ifo Index und der Dax ist der beste westliche Index an dem Tag. Da ist was faul…

  2. Avatar

    Beobachter

    29. Januar 2019 09:16 at 09:16

    Soeben gelesen: Draghi habe gestern vor dem EU Parlament ein relativ positives Bild von der Wirtschaft gezeichnet u.somit keine Änderung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. ( Darum Euro – Anstieg)
    Bei Draghi wie bei Powell wechseln die widersprüchlichen Aussagen in regelmässigen Abständen ab, somit wäre morgen bei Powell wieder eher HAWKISCHES zu erwarten.
    EIGENTLICH dürfte man diese Wendehälse gar nicht mehr ernst nehmen, aber anscheinend hat es genug Permabullen die mit Hilfe der Algos ( KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ? ?) jeden positiven Funken in ein Riesen-Rally verwandeln.

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Aktienmärtke: Der Schwachsinn mit dem Stimulus! Marktgeflüster (Video)

Warum das Warten auf den nächsten Stimulus so erbärmlich ist – und Aktienmärkte und US-Wirtschaft sich von Überbrückungs-Droge zu Überbrückungs-Droge hangeln

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte warten nach wie vor auf eine Entscheidung in Sachen Stimulus – die bekanntlich laut Nancy Pelosi heute fallen soll. Übergeordnet aber spielt dieser Stimulus faktisch gar keine Rolle, sondern ist nur ein Beleg dafür, dass die US-Wirtschaft ohne Helikoptergeld überhaupt nicht mehr funktionieren kann. Faktisch bringen auch die Interventionen der Notenbanken mit Anleihekäufen oder Zinssenkungen nur noch kurze Scheinblüten, ohne die übergeordneten Trends zu verändern. Aber die Aktienmärkte gieren nach eben diesem Stimulus, weil sie ohne diese permanenten Interventionen kaum überlebensfähig wären. Heute ein unentschlossener Handel nach dem gestrigen Abverkauf – ohne konkrete neue Drogen ist die Laune der Märkte eher bescheiden..

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Rüdiger Born: Auch wenn Sie es nicht mehr hören können…

Rüdiger Born

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Die US-Indizes tendieren leicht gen Süden. Nun wird es spannend. Gibt es eine Einigung auf einen Billionen-Stimulus in den USA oder nicht? Ob die Indizes in Kürze kräftig steigen oder doch fallen, das können wir als Trader vorher nicht wissen. Daher spreche ich im folgenden Video ein wichtiges Thema an, auch wenn Sie es nicht mehr hören können!

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Dax: Extremer Optimismus ohne entsprechende Kaufbereitschaft mahnt zur Vorsicht

Stephan Heibel

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Vor ca. 10 Tagen schrieb ich „Nachhaltig steigende Kurse sind auf dieser Basis schwer erzielbar.. wahrscheinlicher ist es, dass bald Gewinnmitnahmen einsetzen“: Am Mittwoch letzter Woche brach der DAX zwischenzeitlich um 3% ein. Es war ein sehr kurzes, vielleicht aber dennoch reinigendes Gewitter. Schauen wir uns an, wie sich dieser kurze Ausflug in den Börsenkeller auf die Stimmung ausgewirkt hat.

Dax: Die Stimmung der Investoren

Unser Aktiensentiment ist auf -3,0 eingebrochen (zuvor +1,9). Ab Werten von -4 spreche ich von Extremwerten, die im Sinne der Sentiment-Theorie einen Aktienkauf nahelegen. Denn insbesondere bei extrem negativen Stimmungswerten, die in Richtung Panik gehen, hat sich in der Vergangenheit häufig ein Boden am Aktienmarkt gebildet. Reicht ein Wert von -3 derzeit bereits für einen tragfähigen Boden aus?

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Mit den fallenden Kursen ist Verunsicherung einher gegangen (-3,9). Obwohl dieser Rücksetzer aus unserer Sentimentsicht überfällig war, habe ich in der Finanzpresse vielfach gelesen, dass man das nicht hätte erahnen können. Viele waren also überrascht.

So sind die beiden folgenden Sentiment-Daten nur konsequent: Die Erwartungshaltung der Anleger ist auf +3,4 angestiegen (Vorwoche +1,7). Damit kratzen wir schon an einer extrem bullischen Stimmung, zuletzt war die Stimmung Mitte März, also im Corona-Crash, so stark optimistisch. Seit Juni bewegen wir uns jedoch seitwärts. Wenn in der Vergangenheit im Rahmen einer Seitwärtsbewegung Optimismus aufkam, so stand eine neue Richtung unmittelbar bevor – leider gibt es keine klare Tendenz, ob diese nun gen Norden, oder gen Süden ausfallen wird.

Halten wir also fest: Es wird spannend.

Die Investitionsbereitschaft notiert mit einem Wert von 2,8 zwar deutlich im positiven Bereich, das kennen wir aber auch noch besser. Insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Optimismus wäre eine noch höhere Investitionsbereitschaft wünschenswert, um auf künftig steigende Kurse beim Dax zu hoffen. Hmm, ich werde also die Entwicklung der Investitionsbereitschaft in den kommenden Wochen besonders genau beobachten.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert bei 2,0 und zeigt somit an, dass überwiegend auf steigende Kurse beim Dax spekuliert wird. Das passt zum großen Optimismus, den wir in unserer Umfrage messen.

Institutionelle Anleger, die gerne über die Eurex spekulieren, haben diese Woche jedoch überwiegend Puts gekauft. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 1,8 gestiegen. Damit setzen die Profis auf einen weiteren Rückschlag am Aktienmarkt. Gleichzeitig sichern sie den Aktienmarkt gegen zu große Einbrüche ab.

In den USA ist das Put/Call-Verhältnis seit vielen Wochen notorisch niedrig, so auch diese Woche. Dies ist ein Zeichen für exzessiven Optimismus unter Spekulanten.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf 103% gehoben. Nachdem im Vorfeld des Quartalswechsels zum 1. Oktober hohe Cashbestände aufgebaut wurden, um etwaige Kundengeldauszahlungen leisten zu können, wurde die Investitionsquote nun in Rekordgeschwindigkeit wieder auf das hohd Niveau von Ende August zurückgeführt.

Zur Erklärung: Hedgefonds ermöglichen es ihren Kunden in der Regel nur einmalig im Jahr, Geld ein- oder auszuzahlen. Wer seine Millionen in einen Hedgefonds geben, oder sich Geld auszahlen lassen möchte, der muss bis zum 1. Oktober warten. Bis dahin kann man seine Wünsche anmelden, danach muss man wieder ein Jahr warten. Im Vorfeld dieses Stichtages generieren Hedgefonds also Cash, um die gewünschten Auszahlungen dann auch tätigen zu können. Nun wird das Geld, das gegebenenfalls nur den Hedgefonds gewechselt hat, wieder angelegt.

US-Privatanleger lassen ihre Skepsis langsam fallen, das Bulle/Bär-Verhältnis ist auf nur noch -1 angestiegen (Ende September noch -20).

Der technische Angst und Gier Indikator (Fear & Greed Index) des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 59% eine verhältnismäßig neutrale Verfassung an.

Interpretation

Ich habe das Gefühl, wir brauchen noch mehr Investitionsbereitschaft, um aus der seit Anfang Juni bestehenden Seitwärtsbewegung nach oben auszubrechen. Die Sentiment-Theorie ist eine Theorie der Gefühle. Zwar versuche ich, die Gefühle in harte Zahlen zu pressen, doch die Interpretation mit rein mathematischen oder statistischen Methoden ist nicht immer zielführend. Daher nehme ich mir heraus, hin und wieder auch meinen eigenen Eindruck mit einfließen zu lassen.

Zwar hat der Rückschlag dieser Woche viele Anleger überrascht und sogar ein wenig geschockt. Aber Panik, wie sie für das Ende einer länger anhaltenden Marktphase erforderlich ist, habe ich noch nicht gesehen. Somit könnte der Rücksetzer dieser Woche ausreichen, um für ein oder vielleicht sogar zwei freundliche Börsenwochen zu sorgen. Doch für einen Lauf in Richtung neuer Allzeithochs im DAX dürfte mindestens ein weiterer Rücksetzer erforderlich sein.

Was jedoch nicht heißen muss, dass wir den DAX nochmals tiefer sehen werden. Daher ist es immer ratsam, an Tagen mit heftigen Kursverlusten den einen oder anderen Liebling einzusammeln. Wir haben keinen Ausverkauf gesehen, der uns ermutigen sollte, unsere restlichen Barbestände in Aktien zu stecken. Vielmehr ist es weiterhin sinnvoll, ein wenig Cash in der Hinterhand zu behalten, um auch beim nächsten Rücksetzer kraftvoll zubeißen…, ähem, zugreifen zu können. Aber einen Teil Ihrer Barreserve können Sie auf dem aktuellen Niveau schonmal einsetzen.

Insbesondere in den USA ist der Optimismus noch immer sehr groß. Fondsmanager und Spekulanten an der CBOE sind weiterhin extrem bullisch positioniert, lediglich Privatanleger werden vorsichtiger. Auch in den USA gibt es also noch keine gute Basis für eine Fortsetzung der Rallye, da fehlt weiterhin eine zwischenzeitliche Marktbereinigung.

Somit gehe ich davon aus, dass wir weitere Kaufgelegenheiten präsentiert bekommen. Es lohnt sich, heute schon die Aktienlieblinge zu markieren, damit Sie im Falle eines Rücksetzers schnell zu einer Entscheidung kommen.

Wie ist die Stimmung derzeit gegenüber dem Dax?

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