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Dax: Die zweite Verkaufswelle – und die kommende Inflation!

Es ist aktuell nicht ganz leicht, den DAX zu handeln: Die positive Zukunft wurde schon gekauft und die Realität bringt noch keine guten Nachrichten. Das ist eine harte Durststrecke, die ausgesessen werden muss. Der Markt wartet auf die Bestätigung für die sehr emotionalen Käufe der letzten Zeit. Noch dazu kommen jetzt die aktuellen Wirtschaftsdaten auf den Tisch. Diese können gar nicht gut sein. Die kommenden Nachrichten werden den DAX noch genügend auf die Probe stellen. Allein die Schätzung der Regierung, dass sich der aktuelle Schaden der Corona-Krise auf ca. 30 Mrd. Euro belaufen soll:Das wären dann schon jetzt ca. 10% des deutschen BIP (Bruttoinlandsprodukt). Diese Schätzung ist sehr konservativ zu sehen und klafft absolut mit der Voraussage unserer fünf hochbezahlten Wirtschaftweisen, die von 3-5% Wirtschaftsrückgang ausgehen. Das klingt schon im April ziemlich unrealistisch. Im Oktober kommt dann die Korrektur von der Korrektur.

DAX und Inflation

Eine Preissteigerung im realen Leben können wir alle spürbar feststellen. Das Einkaufen ist gefühlt 30% teurer geworden. Das ist auch kein Wunder. Es fließt historisch viel Geld in die Märkte – 1,2 Billionen sollen es am Ende werden. Dies muss sich am Markt und im Leben bemerkbar machen. Noch größere Summen sind aus den USA zu vermelden. Es ist auch höchstwahrscheinlich, dass diese Summen erst die erste Tranche sind. Wir werden uns auf eine starke Inflation einstellen dürfen. Diese wird sich auch im DAX bemerkbar machen, obwohl die Unternehmensgewinne und die daraus folgenden Dividenden fallen werden. Es ist einfach die Inflation, die die Preise treibt. Jahrelang waren wir relativ verwöhnt. Außer Benzin, Computer und Mieten waren die Preise stabil. Diese Zeit ist wahrscheinlich für die nächsten 10 Jahre vorbei. Dies ist keine Schwarzmalerei, sondern eine objektive Einschätzung.

Der deutsche Leitindex blickt schon jetzt in die Zukunft

Letzten Endes wird es noch für den DAX eine zweite Verkaufswelle geben. Die hat es in Krisenzeiten immer gegeben. Erst gibt es den Schock, dann die Hoffnung, dann die Realität und schließlich kommt man zur Vernunft. Der DAX & Co befinden sich gerade in der Realitätsphase. Daher sind steigende Preise sehr schwer für die nächste Zukunft zu erkennen. Heute um 14.30 Uhr CET wird es wieder termingerecht die neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA geben – man sollte dabei nicht vergessen, dass die schlimmen Zahlen aus der letzten Wochen durch die Verkündung der Fed, 2,3 Billionen Dollar in Wirtschaft und Märkte zu pumpen, übertüncht wurden – Ähnliches ist aber heute nicht zu erwarten. Erwartet wird ein Waterloo. Das schreckt aber mittlerweile nicht mehr alle ab. Somit kann der deutsche Leitindex nur noch schwer eingeschätzt werden.

Je schlechter die Wirtschaftsdaten, desto mehr Geld wird von Seiten der Regierung fließen. Die Finanzmärkte leben vom Geld und jubeln daher. Mittlerweile sind wir in einer kritischen Phase angelangt: Betrachtet man den DAX von der technischen Seite im kurzfristigen Bereich, dann ist er zwischen dem EMA 420 (Magenta Linie) und dem MA 120 (baue Linie) eingesperrt. Beide sind Widerstände und Unterstützungen in einem. Zugleich treffen MA 120 und Fibonacci Retracement 38,20% zusammen. Somit befindet sich der DAX an einem doppelten Widerstand. Diesen zu brechen, wird eine harte Nuss werden. Noch dazu ist die Marktdynamik schon am oberen Anschlag und es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Korrektur auf der Unterseite im DAX auszugehen.

Die erste Unterstützung wartet bei der 23,60er Fibo-Linie bei 10.318 Punkten. Maßgeblich ist das letzte Low bei 10.164 Punkte. Hier ist auch deutlich die Unterstützung der EMA 420er Linie zu erkennen. Aktuell ist dieses Level die letzte Bastion. Noch ist aber genügend Hoffnung im Markt und daher ist die Tendenz leicht auf der Oberseite zu sehen. Trotzdem stehen wir vermutlich beim DAX noch vor harten Rückschlägen. Daher staffeln die klugen Händler ihre Positionen und gehen nicht „all in“ in den Markt. Der DAX wird noch weiter steigen, aber ein gesunder Mischkurs ist aktuell in dieser unübersichtlichen Lage auf längere Frist die bessere Strategie.

Der Dax steht vor einer Richtungsentscheidung

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Dax wird noch einige Rückschläge verkraften müssen

Foto: Deutsche Börse AG



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1 Kommentar

  1. Oder als Begründung für die 2. Welle Richtung Süden wäre, dass gerade am Anfang einer Krise viele überschuldete Investoren die Gelegenheit wahrnehmen die Erholung zu Verkäufen zu nutzen.
    Als Begründung für eine beschränkte Downwelle ist, dass die Notenbanker bisher so alles schamlos aufgekauft haben ungeachtet, ob die Papiere überhaupt noch marktfähig sind oder nicht, wie z.B. die unglaubliche Summe bei den Schrottbons durch die Fed. Nur um einen Absturz zu verhindern, weil sich für diesen Schrott keine Käufer mehr fanden. Auch möchten die Notenbanker anscheinend sich nicht mehr mit dem neuen Schuldenberg aufgetürm auf die alten Schrotthaufen befassen, das es schon lange keinen Sinn mehr ergibt. Dass sollen wahrscheinlich dann die nächsten Generationen richten.

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