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Dax: Einbruch der Stimmung bei hoher Investitionsquote

Dax - Einbruch der Stimmung

Der DAX verzeichnete ein Wochenminus von 6%. Bis zum Donnerstag letzter Woche handelte es sich um eine überfällige Konsolidierung. Mit dem Abverkauf vom Freitag scheint ein Anflug von Panik einzukehren. Schauen wir mal, wie sich das im Anlegersentiment auswirkt.

DAX: Ist das eine Kaufgelegenheit?

Die Stimmung ist um 6,2 Punkte auf -2,4 eingebrochen. Es handelt sich um den größten Stimmungseinbruch seit 12 Monaten. Überhaupt gab es einen so heftigen Stimmungseinbruch wie heute erst fünf Mal in den vergangenen fünf Jahren. Die neue Mutation Omicron ruft bei Anlegern Erinnerungen zum Frühjahr 2020 hervor.

Auch die Selbstzufriedenheit ist von +3,6 auf -3,7 so stark eingebrochen wie seit dem Corona-Crash nicht mehr. Offensichtlich wurden Anleger auf dem falschen Fuß erwischt: Die moderate Konsolidierung wurde bereits als beendet betrachtet, da kam der  Tiefschlag am Freitag völlig unerwartet.

Erstaunlich ist der Zukunftsoptimismus, der sich bereits seit dem Panik-Tag am Freitag schon wieder zeigt: Die Zukunftserwartung ist von -1,0 in der Vorwoche auf +2,2 angestiegen.

Und dem Optimismus wollen Anleger Taten folgen lassen: die Investitionsbereitschaft ist von 0,1 in der Vorwoche auf 3,4 angesprungen. Offensichtlich wird das nun erreichte Kursniveau als Kaufgelegenheit wahrgenommen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt bereits seit einer Woche eine nachlassende Absicherungsneigung an. Dies bestätigt meine Beobachtung, dass Anleger die Konsolidierung gestern bereits als beendet betrachteten. Somit erfolgt der heutige Ausverkauf ohne Netz und doppelten Boden.

US-Anleger verdauen erst einmal ihren Thanksgiving-Turkey: In den USA herrscht weiterhin ein hoher Optimismus, der sich in einem sehr niedrigen Put/Call-Verhältnis zeigt.

US-Fondsanleger spiegeln diesen Optimismus durch eine weiterhin hohe Investitionsquote von 103% wider.

Das Bulle/Bär-Verhältnis in den USA ist jedoch ins Minus gerutscht, mit 35,7% Anteil haben die Bären bei den US-Privatanlegern nun wieder knapp die Mehrheit.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 ist auf 31% gerutscht (Vorwoche 78% – extreme Gier) – nun herrscht eher wieder Angst.

Interpretation der Stimmung gegenüber dem DAX

Die Investitionsquote im DAX ist aktuell auf einem extrem hohen Niveau. Anleger haben sich bereits in den vergangenen Tagen mit Aktien eingedeckt, und haben dem heutigen Ausverkauf wenig entgegenzusetzen. So ist die Intensität des heutigen Ausverkaufs erklärbar und deutet nicht unbedingt auf Panik.

Institutionelle Anleger haben diese Woche auch ihre Short-Spekulationen abgebaut. Auch Shorteindeckungen erfolgen also nicht, ein weiteres Sicherungsnetz im Falle eines erneuten Ausverkaufs  existiert also nicht.

Die Investitionsbereitschaft ist hoch. Die aktuellen Kurse werden zwar als Schnäppchenkurse betrachtet, doch mangels liquider Mittel erfolgen Stützungskäufe nur mit niedrigem Volumen.

In der Regel zeigt sich ein so heftiger Stimmungseinbruch, wie wir ihn in der letzten Woche erlebten, nur kurzfristig als belastend. Die Welt ist heute nicht viel anders als gestern noch. Weitere, gefährlichere Mutationen waren zu befürchten. Die Welt ist heute wesentlich besser darauf vorbereitet als vor anderthalb Jahren. So dürften bereits in wenigen Wochen wieder steigende Kurse zu verzeichnen sein.

Bricht der DAX nach noch einmal unten durch, so könnte sich tatsächlich eine Panik bilden, die im Rahmen eines Panik-Ausverkaufs nochmals neue Tiefs erwarten lässt.

Mutige Anleger können in den bestehenden Ausverkauf hinein ihre Käufe tätigen und die Positionen auf dem heutigen Tagestief absichern. Das Risiko ist damit überschaubar, eine Erholungsbewegung könnte recht üppig ausfallen.

Im Euro-US-Dollar-Wechselkurs ist bereits Panik zu sehen: Die Stimmung ist auf ein extremes Tief gefallen, während gleichzeitig die Zukunftserwartung auf niedrigem Niveau leicht anspringt. So sieht ein Boden aus. Auf dem aktuellen Niveau um 1,12 USD/EUR zeigt unsere Zielmarke ein großes Kaufinteresse der Anleger.

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