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Dax: Eine Richtungsentscheidung steht bald bevor!

Bereits seit zehn Wochen bewegt sich der Dax innerhalb einer Spanne von etwa 1000 Punkten, die in den letzten Wochen noch kleiner wurde. Ausgerechnet im Monat August, der für seine Einbrüche bekannt ist, hat sich die Schwankungsbreite noch einmal verringert. Warum das so ist, darüber könnte die wöchentliche Auswertung der Anlegerstimmung beim Dax etwas Auskunft geben.

Dax: Eine Divergenz zwischen Profis und Privaten beim Sentiment

Sehr seltsam erscheint derzeit die unterschiedliche Beurteilung der Börse aus der Sicht von Profiinvestoren und Privatanlegern. Sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks, aber dies dürfte sich nicht mehr lange halten, meint Sentimentexperte Stephan Heibel nach der Auswertung der letzten Umfrage des Handelsblatts und weiterer Recherchen.

In Deutschland hätten die Profis ihre Longpositionierung aufgelöst und sicherten sich gegen Rückschläge beim Dax ab. Anders die Privaten, die ihre Absicherung weitgehend aufgelöst haben und auf steigende Kurse setzen. Genau das Gegenteil sei in den USA der Fall – was für ein sommerlicher Mix.

Was den Leiter der Umfrage erstaunt, ist die Intensität des Umschwungs – dies schreie geradezu nach einer Richtungsentscheidung bei Dax.

Einzelheiten aus der Umfrage

Trotz des Kursanstieges der Vorwoche bleiben die Anleger vorsichtig. Sowohl die aktuelle Stimmung (+0,3%), die Sicht auf drei Monate (-0,1%), als auch die Investitionsbereitschaft (-0,1%) deuten daraufhin, dass sowohl die Kauf- als auch die Verkaufsbereitschaft sehr gering sind.

Anleger möchten zunächst erst einmal abwarten. Angesichts der sehr widersprüchlichen Signale aus Wirtschaft und Politik sei das aber nachvollziehbar.

Das Sentiment der Privatinvestoren an der Euwax in Stuttgart lag zu Wochenbeginn zwar leicht im negativen Bereich, befindet sich aber dennoch auf dem höchsten Wert seit Mitte März. Man hat zudem die Absicherungen gegen fallende Kurse beim Dax weiter zurückgefahren.

Völlig anders hingehen die Stimmung der Profiinvestoren an der Frankfurter Terminbörse Eurex. Das Put-Call-Ratio stieg zum Ende der letzten Woche sehr rasch auf 2,2, dem höchsten Niveau seit zwei Monaten – dabei hatte man vor einer Woche noch das niedrigste Put-Call-Verhältnis des Jahres gemeldet. Woher die Eile der Profis sich gegen Kursverluste abzusichern?

Die Lage in Übersee

Wie erwähnt, ist in den USA die Positionierung eine komplett andere als bei unserem heimischen Dax. Das Put-Call-Ratio der Profis an der Chicagoer Terminbörse CBOE bleibt auf einem sehr niedrigen Niveau, dem tiefsten seit dem Jahr 2015. Die Profis sind damit extrem bullish aufgestellt.

Dasselbe Bild ergibt sich aus der Investitionsquote der US-Fondsanleger von 101 Prozent. Dies zeigt eine Hebelung der Einlagen der Anleger auf, was von Stephan Heibel als Warnsignal gedeutet wird. „Einige Anleger wollen unbedingt aufholen, was sie in den vergangenen Monaten verschlafen haben“, so der Sentimentexperte.

Anders die US-Privatanleger, die mit einem Wert von minus zwölf fallende Kurse erwarten. Dabei dürfte sich es nicht um eine spezielle Klientel neuer und junger Spekulanten (RobinHood) handeln. Der sehr beachtete Fear & Freed-Index liegt nun schon längere Zeit mit aktuell 71 Punkten kurz vor dem Stadium extremer Gier.

Fazit

Die Divergenzen in der Sichtweise der Anlegergruppen sind schon auffällig und könnten kaum größer sein. Derzeit gibt es unendlich viele Gründe, die gegen ein Engagement am Aktienmarkt sprechen – aber auch zahlreiche, die vor einer Absenz oder gar vor einer Shortpositionierung warnen: Kurz zusammengefasst, die Pattsituation: Corona mit seinen ökonomischen Folgen versus „Whatever it takes!“

Der Dax steht vor einer wichtigen Richtungsentscheidung



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