Aktien

Dax: Hexensabbat, Pseudoreligiosität, Depression

Über tanzende Hexen und den neuen Wunder-Glauben der Amerikaner..

FMW-Redaktion

Es ist Hexensabbat, also der Verfall von Optionen und Futures auf Aktien und Indizes. Wie schon im Videoausblick thematisiert, tanzen die Hexen nicht mehr so wild wie früher, die Zeit seltsamer Kursbewegungen, die es noch vor ein paar Jahren gab, scheint vorbei zu sein. Gibt es Schieflagen am Markt, also Positionen, die „unter Wasser“ sind nach dem starken Anstieg des Dax? Wir werden sehen, ob und welche Auswirkungen das haben wird..

In Asien wenig klare Trends, jene Märkte, die Rohstoff-lastig sind (Australien), schneiden schlecht ab nachdem Rohstoffe durch die Bank (mit Ausnahme von Kupfer) schon aufgrund der Dollar-Stärke unter Druck waren. Der Nikkei nun neun Handelstage in Folge im Plus nach dem starken Anstieg von Dollar-Yen, China sprichwörtlich eingefroren – dort wurde erstmals in der Geschichte der Handel mit Chinas Staatsanleihen kurzzeitig ausgesetzt:

Shanghai Composite +0,17%
CSI300 +0,16%
ChiNext +1,11%
Nikkei +0,66%

Die US-Indizes hatten gestern etwas an Euphorie eingebüßt, zwischenzeitlich verlor der Dow Jones gut 100 Punkte. Der X-Dax dagegen ließ sich nur kurz beirren und nutzte die Abwesenheit des Kassa-Handels, um in Richtung 10400er-Marke nach oben zu laufen. Man kann natürlich argumentieren, dass der schwache Euro dem Dax hilft, allerdings ist der Euro ja nur zum Dollar schwach, auch andere Währungen verlieren ja seit der Fed deutlich zum Greenback. Bleibt die Frage, warum der Dax den tiefen Euro-Dollar erst nach 17.30Uhr eingepreist hat..

Der X-Dax eröffnet wenig verändert zum Schlusskurs gestern:

dax16-12-16

Unterstützungen bei 11220 und 11140 Punkten.

Im längeren Zeitfenster (Tages-Chart) sieht man eine interessante Konstellation:

dax16-12-162

Im Herbst 2015 waren wir beim Dax auf ähnlichem Niveau, damals toppte der Index bei 11430/40 Punkten aus und fiel dann mehr als 1000 Punkte, danach die Erholung, bevor dann im Januar 2016 die nächste Abverkaufswelle einsetzte. Geschichte wiederholt sich ja bekanntlich nicht, aber sie reimt sich eben nicht selten, und völlig ausgeschlossen ist es nicht, dass wir eine Art Wiederholung der Kursverläufe von Ende 2015/Anfang 2016 sehen werden.

 

Denn derzeit, wir wiederholen uns hier, ist ja vor allem die Hoffnung auf Trump-Wunder schon eingepreist, und das Problem ist, dass Wunder eben selten bis gar nicht vorkommen in der Realität. Es sei denn man ist schwer religiös und hat einen stark ausgeprägten Wunder-Glauben. Man kann sagen, dass die Amerikaner derzeit in einer Art pseudoreligiösen Erregungszustand sind, der dann ziemlich sicher in einer Depression enden wird. Fragt sich eben nur, wann die Depression kommt..



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