Indizes

Dax: Jetzt muß er endlich liefern!

Über Wunsch und Wirklichkeit in Zeiten eines Erdbebens in Zeitlupe..

Nichts bringt derzeit die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit mehr auf den Punkt als die heute veröffentlichten Daten zu den deutschen Industrieaufträgen, die mit -2,5% zum vierten Mal in Folge rückläufig waren – aber in Marktberichten heißt es stets, dass die Märkte nun Konjunkturoptimismus hätten und daher der schon längst begonnene Handelskrieg in den Hintergrund trete. Echt jetzt?

Sieht man sich die heutigen Daten zu den deutschen Industrieaufträgen genauer an, so ist es vor allem die Eurozone, die Probleme macht – das heißt in den aktuellen Daten ist die immer konfrontativere Lage zwischen den USA und der EU noch nicht wirklich berücksichtigt. Faktisch ist der von Trump angezettelte Handelskrieg ja nichts anderes als ein Symbol dafür, dass die Grundlagen der Nachkriegsordnung nicht mehr gelten – und das ist ein Erdbeben in Zeitlupe!

Faktisch ist es doch so: wir haben derzeit eine geradezu schizophrene mentale Lage an den Märkten. Als es der Wirtschaft im Gefolge der Finanzkrise schlecht ging, griffen die Notenbanken ein und sorgten für eine Rally an den Aktien- und Anleihemärkten. Die Aktienmärkte liefen also stets der Wirtschaft voraus. Nun verabschieden sich die Notenbanken aus der ultralaxen Geldpolitik, gleichzeitig trüben sich die Konjunkturdaten ein, aber die Märkte haben „Konjunkturoptimismus“. Das passt nicht zusammen, wird aber aktuell irgendwie passend gemacht – bis man dann feststellt, dass es doch nicht passt! Märkte sind an sich logisch – allerdings nur auf sehr lange Sicht, kurzfristig dominiert meist das Irrationale..

Gestern wieder schöne Rekorde an der Wall Street: all das, was in 2018 bisher nicht gut lief, konnte gestern deutlich zulegen (vor allem Banken). Der X-Dax bildete dann den Anstieg der US-Indizes nach, bleibt aber übergeordnet noch recht weit hinter der Wall Street zurück:


(S&P 500 schwarz, Dax orange; Chart durch anklicken vergrößern)

Jetzt gilt es für den Dax, das Hoch von vorgestern bei 12926 Punkte zu überwinden:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Gelänge der Sprung über die 12926, dann wäre der Weg frei bis zu den Schultern der SKS-Formation bei 13035 Punkten. Gelingt das nicht, droht ein Wiedersehen mit der Unterstützungszone im Bereich 12720/25.

Zu erwarten ist, dass die Aktienmärkte zunächst weiter machen mit der „Einlullung“, das gilt vor allem für die Wall Street. Wie lange das gut geht, ist offen. Dass es aber langfristig gut geht, ist eher unwahrscheinlich! Im kurzen Zeitfesnter aber muß der Dax heute liefern..

 

Von Schoseph, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25098102



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1 Kommentar

  1. Das Bild wäre wesentlich klarer, wenn deutlich wäre, wer hier versucht, den DAX oben zu halten. Und dann würde man auch wieder Logik hinter dem ganzen Gezacker erkennen. Da das undurchsichtig bleibt: mein Rat an die kleinen Fische: lasst Euch nicht in die Reuse locken!

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