Folgen Sie uns

Aktien

Dax: schon eindrucksvoll – aber..

Über Goldilocks, FANGs und andere Merkwürdigkeiten in der besten aller Welten für die Aktienmärkte..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Was der Dax gestern gezeigt hat, war durchaus eindrucksvoll: nach dem zähen Handelsverlauf der letzten Wochen ein dynamischer Ausbruch über die 10500er-Marke mit anschließendem Bullenlauf bis knapp über 10700 Punkte (auf X-Dax-Basis). In Asien dagegen zum Handelsende hin leichte Abgaben, nachdem der Nikkei sich lange trotz starkem Yen (und Abgaben bei Dollar-Yen) gut im Plus gehalten hatte:

Shanghai Composite -0,16%
CSI300 -0,30%
ChiNext -0,47%
Nikkei -0,18%

Bei aller Freude der Bullen über den gestrigen deutlichen Etappen-Sieg: man sollte immer auf der Hut bleiben und nicht in Euphorie verfallen. Klar: die gestrigen sehr schwachen Daten zur US-Produktivität deuten auf eher schwaches Wirtschaftswachstum in den USA hin (weil eine Wirtschaft nur wächst wenn die Produktivität pro Arbeitsstunde steigt oder eben mehr Arbeitsstunden geleistet werden) und mindern damit die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die Fed schon im September. Das ist die gute Seite. Die schlechte: für die US-Unternehmen wird sich die Lager perspektivisch verschlechtern, weil die Produktuivität sinkt, währnd gleichzeitig die (Lohnstück-)Kosten steigen. Und wenn das so ist, kommt irgendwann der Punkt, an dem der Aktienmarkt und die Aktienpreise der realen Lage der (US-)Unternehmen zu weit enteilen. Genau das ist derzeit schon der Fall, trotz des in den USA immer wieder beschworenen „Goldilock-Szenarios“ (also gewissermaßen der besten aller Welten: die Wirtschaft ist ok, aber die Fed kann die Zinsen nicht anheben).

Klar ist: vor allem die Tech-Werte in den USA, insbesondere die FANGs (steht für Facebook, Amazon, Netflix, Google), also die großen Tech-Werte, laufen hervorragend nach überwiegend sehr guten Zahlen. Die US-Tech-Giganten sind die großen Gewinner und haben sich weltweit durchgesetzt, jetzt haben sie viel power für weitere Übernahmen – auch das ein Grund für Phantasie an den US-Märkten.

Aber: die Vertrauensseligkeit ist sehr groß, die Vola ganz unten – und wenn die Vola unten ist, wird sie irgendwann wieder steigen müssen, weil Sorglosigkeit eben kein ewiger Zustand ist! Wann das sein wird ist unklar, aber es ist gerade in Bullen-Zeiten immer notwendig, daran zu erinnern.

Zum Dax: der Index eröffnet heute kaum verändert und scheint etwas Luft holen zu wollen. Noch spricht nicht wirklich viel für die Short-Seite, daher sind Rücksetzer im aktuellen Umfeld eher Kaufgelegenheiten:

Dax1008162

Normalerweise sollte der Index noch mindestens den Bereich 10730/50 ansteuern, vermutlich sogar die 10880:

Dax100816

Vieles spricht also derzeit für die Bullen – aber bekanntlich ändert sich nichts so schnell wie die Lage..

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – die Wirtschaft entscheidet und nicht die Wahlen

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Trump oder Biden, Rettungspaket JA oder NEIN? Egal was passiert, die Börse läuft weiter?

weiterlesen

Aktien

Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

Avatar

Veröffentlicht

am

Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

Die Coronakrise und die Rally der Aktien der Schusswaffen-Hersteller

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart an der Wall Street – Autos, Banken, Energie: Dreht der Wind?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Gibt es eine Umschichtung von Tech-Aktien eher zu „langweiligeren“ Aktien wie den Autotiteln? Daimler und andere Firmen melden gute Zahlen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen