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Dax-Stimmung: Achtung liebe Bullen! Gefährlich wenige Bären! Auch in den USA wieder viel Optimismus..

Warum das derzeitige Sentiment die Bullen sehr nachdenklich stimmen sollte!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ist es ein gutes Zeichen für den Dax, wenn die Pessimisten aussterben? Wohl eher nicht, schließlich lebt jede Rally auch von Short-Eindeckungen, weil die Short-Positionierten als Käufer auftreten müssen bei starken Anstiegen. Und wir haben diese kräftigen Anstiege ja durchaus gesehen, es ging nach oben von 11700 auf 12600 Punkte, also 900 Pünktchen. Und dieser Anstieg scheint viele Shorties auf dem falschen Fuß erwischt zu haben, wie die jüngste Umfrage der Deutschen Börse zeigt!

So sind bei den Profis nur noch 19% (-7% zur Vorwoche) und damit weniger als jeder Fünfte bärisch eingestellt – das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2015! Bei den Privatanlegern sind es immerhin noch 28% (-10% zur Vorwoche). Aber auch das ist kein hoher Wert. Bullisch sind bei den Profis dagegen 46% (unverändert zur Vorwoche), bei den Privaten 45% (+7% zur Vorwoche). Mithin sind also die Bären gerade bei den Profis an die Seitenlinie gewandert, das Potential für Short-Eindeckungen ist jetzt minimal. Und würde es nach unten gehen, wären nur ganz wenige Profis dabei – das sollte man im Hinterkopf behalten, gerade wenn der morgige Verfall abgearbeitet ist!

Der unverwüstliche Joachim Goldberg sieht die Lage so:

„Dabei fällt allerdings auf, dass der jüngste Zuwachs (des Sentments) keineswegs auf einem Zulauf im Bullenlager beruht, sondern fast ausschließlich deswegen zustande gekommen ist, weil frühere Pessimisten das Handtuch geworfen und sich zunächst an die Seitenlinie, also zur Gruppe der neutral gestimmten Akteure, hinzu gesellt haben (..)

Die heutige Erhebung zeigt, dass doch viele der früheren Pessimisten ihre Haltung aufgegeben haben – bei den institutionellen Akteuren ist diese Gruppe sogar auf den niedrigsten Stand seit Ende 2015 gesunken. Gut möglich, dass ein guter Teil des Kursanstiegs beim Börsenbarometer auf die von uns erwähnte kleine Kapitulationswelle zurückgeht.

Betrachtet man die heutigen absoluten Stände der Börse Frankfurt Sentiment-Indizes, könnte man auf die Idee kommen, dass dieser Anteil zumindest bei den institutionellen Investoren recht hoch ist. Allerdings rangierten die höchsten Sentiment-Indexstände dieses Jahres noch ein wenig höher, vor allem getragen durch ein erheblich größeres Bullenlager (60 Prozent!) als heute. In der relativen Betrachtung, also im Rückblick auf die vergangenen drei und sechs Monate, kann man immer noch nicht von einem Übermut der Institutionellen sprechen.

Dies gilt schon gar nicht für die Privatanleger, die in dieser relativen Betrachtung mit den heutigen Werten gerade einmal eine neutrale Markteinstellung erreicht haben. Für den DAX bedeutet dies, dass die derzeitige Stabilisierung noch fortbestehen kann. Dabei würde bei erneuten Rücksetzern womöglich vor Erreichen neuer Jahrestiefs im DAX genügend stützende Nachfrage vorhanden sein.“

Stützende Nachfrage – aber woher soll die kommen? Denn bis zum Jahrestief sind es ja fast 1000 Punkte, also sehr viel Holz! Und wo würde diese stützende Nachfrage denn herkommen, wenn fast die Hälfte schon long positioniert ist, aber kaum einer short? Denn wenn Shorties mit ihren Short-Positionen auf dem Weg nach unten Geld verdienen, treten sie eben irgendwann wieder als Käufer auf, um ihre Positionen glatt zu stellen. Also fehlt auch hier eigentlich die „Nachfrage“, wie man gegen Joachim Goldberg einwenden könnte!

Auch in den USA ist die Stimmung wieder bullisch gedreht, wie die jüngste AAII-Umfrage zeigt: hier sind 37,8% bullisch, ein sattes Plus von +11,7% zur Vorwoche, als die Stimmung deutlich eingetrübter war. Wir hatten ja vor einiger Zeit vermutet, dass die negative Stimmung der US-Privatinvestoren durchaus die Basis für steigende Kurse an der Wall Street sein könnte – und so kam es dann auch. Und wir hatten auch vermutet, dass eben diese US-Privatanleger dann der Rally hinterher kucken und erst dann aufspringen, wenn es zu spät ist! So schrieben wir in dem Artikel vom 29.März:

„Damit liegt der Anteil der Bullen weit unter dem historischen Durchschnitt (38,5%) und der Anteil der Bären weit über dem historischen Durchschnitt (30,5%). Kombiniert man das mit der nun einsetzenden saisonal sehr günstigen Markt-Phase (erste Hälfte des April, die selbst in den ansonsten schwachen Midterm Elcetion-Jahren sehr stark ist!), dann könnte das also bedeuten, dass wir vor einer kurzfristigen Rally stehen, bei der die Privatanleger wieder einmal auf der falschen Seite stehen. Ist die Rally dann gelaufen, werden die Privatanleger wieder bullisch – und laufen dann im Mai bei in der Regel dann stark fallenden Märkten ins offene Messer!“

Und genau so könnte es nun kommen!

Abschließend noch die Einschätzung von Joachim Goldberg im Video:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen


Liegen schon auf der Lauer, sind aber nicht sehr zahlreich: die Bären!
Foto: Jean-noël Lafargue – Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=262708

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    19. April 2018 10:58 at 10:58

    Gleich kommt wieder der Dauerbulle Marko um die Ecke und verklickert uns wie die Welt funktioniert (-;

  2. Avatar

    Marko

    19. April 2018 14:48 at 14:48

    11700-11800 das war am Ostermontag, da fiel mir auf, wieso fällt die Kiste eigentlich, gerade an so einem Feiertag ?
    Und dann so schnell wieder hoch ?

    Und bitte bedenkt biite eines liebe Bären, die Amis sind wesentlich stärker gefallen als die Europäer, kein Wunder, wegen Facebook usw, und sowieso zu teuer…
    Es ist Euer Geld, liebe Bären, ja und es ist richtig, ich bin wohl noch krasser als ein Risse, den Ihr aus eurer „Bärenhöhle“ offenbar vertrieben habt ? ;)
    Bären und Bullen, das gehört dazu, keine Frage.

  3. Avatar

    Marko

    19. April 2018 15:39 at 15:39

    „Kombiniert man das mit der nun einsetzenden saisonal sehr günstigen Markt-Phase (erste Hälfte des April, die selbst in den ansonsten schwachen Midterm Elcetion-Jahren sehr stark ist!), dann könnte das also bedeuten, dass wir vor einer kurzfristigen Rally stehen, bei der die Privatanleger wieder einmal auf der falschen Seite stehen. Ist die Rally dann gelaufen, werden die Privatanleger wieder bullisch – und laufen dann im Mai bei in der Regel dann stark fallenden Märkten ins offene Messer!“ “

    Tja und darüberhinaus, muss man bei dem 11700-11800 sagen, „Short-Eindeckungen“, die Big-Boys lagen da mal sowas von falsch ? Das war katastrophalst für die !
    Deshalb kann Smart-money kann doch auch mal „Dumb-money“ sein ? Nicht wahr?

    • Avatar

      Columbo

      19. April 2018 17:49 at 17:49

      Oh Gott @Marko, man sollte Sie unbedingt ins FMW Team aufnehmen. Sie sollten Kolumnen, gern auch Bücher schreiben, nicht nur einfache Kommentare, denn Sie gehören zu den ganz Großen?.

  4. Avatar

    Goldberg

    19. April 2018 23:24 at 23:24

    Liebe FMH Redaktion, kann es sein, dass Sie sich auf meinen Kommentar vom 11.4. beziehen? Es gibt einen neueren. Beste Grüße Joachim Goldberg

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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