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Indizes

Dax: Stimmung viel besser als bei den Amerikanern! Warum?

Markus Fugmann

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Schon auffallend, dass der Dax den Abverkauf vor allem der im Nasdaq gelisteten großen US-Tech-Werte nur mit einem Schulterzucken quittiert hatte. Auch der deutsche Leitindex erlebte einen allerdings eher kleinen Rücksetzer – aber das war kaum vergleichbar mit dem 10%-Kursrutsch beim Nasdaq. Dahinter könnte sich der Beginn eines neuen Trends verbergen: nämlich die Rotation aus den ohnehin extrem heiß gelaufenen Tech-Werten in die viel billigeren Value-Aktien. Was dem Dax lange geschadet hat – nämlich seine geringe Tech-Lastigkeit – könnte nun also zum Vorteil werden!

Gleichwohl sind auch die von der Deutschen Börse befragten Investoren im Dax weit entfernt von Euphorie – aber in den USA hat der schnellste Kurseinbruch des Nasdaq (vom Allzeithoch zu einer 10%-Korrektur in nur drei Tagen – das gab es zuletzt im Januar 2000!) deutlich stärker auf die Stimmung geschlagen als hierzulande: so sind laut AAII die befragten US-Privatinvestoren nur zu 23,7% im Lager der Bullen (-7,1% zur Vorwoche), während die Pessimisten mit 48,5% (+6,1% zur Vorwoche) fast die Hälfte aller Befragten stellen.

Anders die Lage in Deutschland gegenüber dem Leitindex Dax. Hier sind die befragten Profi-Investoren zwar weniger optimistisch als noch in der Vorwoche mit 34% im Camp der Bullen (-4% zur Vorwoche), während die Bären 42% stellen  (+1% zur Vorwoche) – aber das ist doch recht weit entfernt vom Pessimismus der Amerikaner. Pessimistischer dagegen werden die zuvor lange so bullischen Privatinvestoren, die nun nur noch 31% an Optimisten aufweisen (-8% zur Vorwoche).

Was bedeutet das für den im Vergleich zu den US-Indizes zuletzt so stabilen Dax? Dazu die Einschätzung von Joachim Goldberg:

„Sicherlich kam diese Reaktion für viele Akteure nicht unerwartet, zumal man vielerorts der Ansicht ist, dass sich die Aktienkurse zu deutlich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben. Eine technische Korrektur schien also überfällig, wobei man sich jedoch immer noch nicht über das Ausmaß der Abwärtsbewegung einig zu sein scheint.

Mit der heutigen Befragung wird deutlich, dass zumindest beim DAX die bisherigen Abwärtskorrekturen nicht ergiebig genug ausgefallen sind, um die sich in der Mehrzahl befindenden Pessimisten zu Gewinnmitnahmen zu verleiten. Dies mag zum einen damit zusammenhängen, dass der durchschnittliche Einstandspreis zu diesen Engagements wahrscheinlich deutlich unterhalb des Tiefpunkts beim DAX-Rücksetzer seit unserer vergangenen Erhebung liegen mag. Zum anderen verstehen diese Marktteilnehmer unter einer „gesunden Korrektur“ offensichtlich mehr als die bisher verbuchte DAX-Reaktion von rund 5 Prozent. Allerdings bleibt derzeit unklar, wo im Falle erneuter Kursrückgänge – sofern sie überhaupt noch stattfinden – substantielle Nachfrage aus diesen Quellen einsetzen wird – möglicherweise erst zwischen 12.350 und 12.400 Zählern.

In der relativen Betrachtung auf Sicht von drei bzw. sechs Monaten können wir bei den institutionellen Anlegern ohnehin immer noch von einem leichten Optimismus, bei den Privatanlegern von einem kleinen Pessimismus sprechen, so dass sich die Sentiment-technische Situation für den DAX gegenüber der Vorwoche fast nicht verändert hat: Das Umfeld bleibt neutral, und auch die leicht positive Note besteht weiterhin.“

Der Dax ist derzeit auffallend stabil - im Gegensatz zur Wall Street

Foto: Deutsche Börse AG

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