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DIW hebt Konjunkturprognose deutlich an – gute Laune von Herrn Fratzscher

Es geht bergauf mit der Konjunktur?

Die deutsche Wirtschaft erholt sich derzeit deutlich besser von der Coronakrise als bislang erwartet, wenn man der aktuellen Konjunkturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) glaubt, die vorhin veröffentlicht wurde. Unter anderem das Konjunkturprogramm der Bundesregierung schiebe die Erholung an. Dabei nehme man an, dass es nicht zu erneuten lockdownähnlichen Einschränkungen infolge einer weiteren Infektionswelle durch das Corona-Virus kommt. Dies vorausgesetzt dürfte die Wirtschaftsleistung in Deutschland in diesem Jahr um 6,0 Prozent schrumpfen. Damit fällt die Konjunkturprognose des DIW um mehr als drei Prozentpunkte höher aus als noch im Sommer. Für die Jahre 2021 und 2022 sind nach derzeitigem Stand Wachstumsraten von 4,1 beziehungsweise 3,0 Prozent zu erwarten, so das DIW.

Das DIW behauptet in seiner Konjunkturprognose auch, dass der private Konsum stärker laufe, und die Konjunktur derzeit besser unterstütze als gedacht. Interessant: Das DIW behauptet, dass die Mehrwertsteuersenkung (trat am 1. Juli in Kraft) einen positiven Einfluss auf den Konsum hatte. Dass die Einzelhandelsumsätze von Juni auf Juli sogar rückläufig waren, scheint das DIW dabei zu ignorieren. Zitat:

Ein Anlass für Optimismus ist, dass Unternehmen und vor allem die privaten Haushalte die Corona-Krise bisher besser verkraftet haben als befürchtet. Vor allem der private Konsum dürfte im weiteren Jahresverlauf deutlich zulegen: Die Kurzarbeit geht allmählich zurück, auch deshalb steigen die verfügbaren Einkommen. Durch die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung – etwa das Kurzarbeitergeld, aber auch ein erleichterter Zugang zu Wohngeld und Grundsicherung – sind diese zudem weitaus weniger stark gesunken als die Wertschöpfung. Die temporäre Mehrwertsteuersenkung und die nicht zuletzt deshalb geringe Inflation von 0,6 Prozent in diesem Jahr stützen den Konsum ebenfalls.

Die Ideen des DIW: Keine Schuldenbremsen-Diskussion. Rettungsprogramme und neue Schulden müssen weiter laufen. Zitat auszugsweise:

Auch in Deutschland sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Unternehmensbilanzen und Arbeitsmarkt noch nicht sicher. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wurde gerade erst verlängert. Das wahre Bild und damit verbunden die konkreten Folgen für den Arbeitsmarkt werden also erst in einigen Monaten sichtbar werden. Umso wichtiger ist es, dass die Politik ihren Stabilisierungskurs und die zahlreichen Maßnahmen zur Sicherung von Unternehmen und Arbeitsplätzen beibehält. Nach Ansicht der DIW-KonjunkturforscherInnen ist jetzt nicht die Zeit, die finanzpolitische Unterstützung zurückzufahren und schon im nächsten Jahr die Schuldenbremse wieder einhalten zu wollen. Dass die Rettungspakete nicht in vollem Umfang ausgeschöpft wurden, sei dabei nicht notwendigerweise ein Zeichen für deren Wirkungslosigkeit: Dies lasse auch die Interpretation zu, dass die Unternehmen bisher besser durch die Krise gekommen sind als befürchtet. Instrumente wie das Kurzarbeitergeld wiederum haben die Einkommen der privaten Haushalte stabilisiert und damit auch dazu beigetragen, dass die Wirtschaftskrise bisher nicht auf den Immobiliensektor übergesprungen ist und über diesen Kanal Banken zusätzliche Schwierigkeiten bereitet hat.

DIW-Chef Fratzscher (von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet) lässt auch im Rahmen dieser Konjunkturprognose seines Instituts die positive Färbung durchblicken, die er hat für immer neue Schulden und immer neue Rettungsprogramme. Und das, obwohl er gleichzeitig der Meinung ist, dass die Maßnahmen der Bundesregierung gut wirken und dass es zügig bergauf geht. Ach ja, und Zombieunternehmen, die scheint es für Herr Fratzscher ohnehin nicht wirklich zu geben (mehr dazu hier).

Grafik zeigt die aktuelle Konjunkturprognose des DIW



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